Botschafter nach dem Herzen Gottes

"Unser Mund hat sich euch gegenüber geöffnet, ihr Korinther; unser Herz ist weit geworden! Ihr habt nicht engen Raum in uns; aber eng ist es in euren Herzen!" (2Kor 6:11-12).

In einer ergreifenden Bitte an die Geschwister zu Korinth beruft sich der Apostel Paulus auf die weiten Herzen der Boten Gottes. Leidenschaftlich verkündet er, dass die Heiligen nicht eingeschränkt, eingeengt oder durch die Herzensverfassungen ihrer Prediger beengt sind. Während manche diese Verse so deuten, dass es sich hier hauptsächlich um die Liebe der Apostel zu den Heiligen handele, empfinden wir, dass mehr als nur bloße Zuneigung aus diesem Abschnitt hervorgeht. In den vorhergehenden Versen dieses Kapitels empfiehlt der Apostel den Heiligen die wahre Predigerschaft des Evangeliums. In dem vierten Vers sagt er, dass sie sich "in allem empfehlen … als Diener Gottes".

Was dann folgt, ist eine bewundernswerte und anregende Auflistung mitreißender Zustimmung, die jeden Boten des Evangeliums zutiefst herausfordert. Der Apostel stellt sich unter Schutz und verkündet mit Begeisterung, dass jeder geistliche Rückstand von Seiten der Korinther sicherlich nur ihnen zuzurechnen ist. Die Reinheit, Salbung, Kraft und geistliche Leistungsfähigkeit der morgenzeitlichen Predigerschaft im Allgemeinen hat die umfassendste geistliche Förderung, die nur vorstellbar ist, ermöglicht. Jedoch sehen wir viele arme Seelen in unserer Zeit, die des Anspruchs auf geistlichen Erfolg beraubt sind. Die Schuld, zumindest zum größten Teil, liegt bei ihren Predigern und Lehrern, die die Geistlichkeit der Laien durch ihren eigenen Mangel desselben unterdrücken. Nichtsdestoweniger gibt es wiederum eine Predigerschaft, die wirksam ist, "jeden Menschen vollkommen in Christus Jesus darzustellen". (Kol 1:28).

Wenn wir heutzutage die religiöse Welt betrachten, sehen wir eine Vielzahl, die trotz aufrichtigen Verlangens schwer benachteiligt worden sind durch Prediger, die es versäumt haben, von Gott die "Weite des Herzens" (1Kö 5:9) zu erlangen, eines der Merkmale eines wahren Boten. In Wirklichkeit versperren falsche Prediger in einem größeren Maße den Weg zum Himmel, als Filmschauspieler, Barkeeper und Drogenhändler es tun. Mit Recht beschuldigte Jesus die Pharisäer (die religiöse "Elite" zu jener Zeit), dass sie sich nicht nur selbst weigerten in das Reich Gottes hineinzugehen, sondern auch denen den Weg versperrten, die hineinzugehen suchten (Mt 23:13).

Es gibt unheimlich viele falsche Lehrer und Prediger, die Demas und seine Werke sicherlich herabsetzen würden, um gleichzeitig seinen Geist zu befürworten, indem sie die Welt lieben, ihren Einfluss in ihren Ortsgemeinden tolerieren und den Gemeindemitgliedern, die den boshaften Begierden zum Opfer gefallen sind, falsche Hoffnung und Sicherheit geben. Somit sehen wir die Herzen der falschen Propheten in den "Fesseln der Ungerechtigkeit" fest eingeschnürt, und wie Massen von "Kirchengängern" geistlich zu Tode zermalmt werden, inmitten der engen Grenzen des sündhaften Herzens ihres Predigers. Sie sind größtenteils unfähig, ein heiliges, sündenfreies Leben zu führen, weil ihre Prediger keine Heiligkeit besitzen und ihnen deshalb der Regenbogen der göttlichen Verheißung fehlt, welcher das Haupt eines jeden gottgesandten Predigers schmückt (Offb 10:1). Durch diese Verheißungen, die in wirksamer Weise durch eine göttliche Berufung und Begabung wirken, werden Menschen "durch dieselben göttlicher Natur teilhaftig" (2Pt 1:4).

Kleinherzige "Prediger" sind unter den Einflüssen "irdischer" Mächte, die ihr Aufsteigen zum Himmel durch Christus, die Leiter (Joh 1:51), unmöglich machen, um dort das himmlische, das Leben verändernde Evangelium persönlich zu ergreifen. Nicht nur sind sie von unreinen Geistern gefesselt, sondern ihre zusammengeschrumpften Herzen sind ihnen und ihren Ortsgemeinden ein Gefängnis geworden. Daher hält sie der nach unten ziehende Sog und die innere Gefangenschaft davon ab, die Predigerschaft zu sein, die "inmitten des Himmels fliegt", die sich dem Gesetz der "irdischen" Anziehungskraft widersetzt und das ewige Evangelium predigt. Infolgedessen sind Menschen denselben gemeinsamen Einflüssen ausgesetzt und leugnen die lebensverändernde Kraft der Predigt vom Kreuz.

Das unablässig sündigende, weltlich gesinnte, verleumderische, religiöse Volk, das irrtümlicherweise die Ränge der Christenheit bildet, ist ein direktes Resultat von Predigern, die in der göttlichen Erfahrung absolut zu kurz gekommen sind und deshalb nicht im Stande waren, Ortsgemeinden hervorzubringen, die über den schäbigen Niveaus ihrer Prediger stehen. Bekehrte Seelen wurden in ihrer geistlichen Entwicklung gehemmt und günstigstenfalls zu gelähmten Zwergen herabgesetzt. Junge Leute, die einst für Gott brannten, sind wegen der Übertragung der geistlichen (oder vielmehr ungeistlichen) Gefühlskälte ihres "Hirten" zum geistlichen Tod abgekühlt worden. Wahrlich, viele haben "engen Raum" in ihren Predigern.

Im krassen Gegensatz zu diesem verfallenen Zustand der Predigerschaftverkündet der Apostel mit tief empfundener Inbrunst: "Ihr Korinther … Ihr habt nicht engen Raum in uns." In dieser Zeit der Wiederherstellung zur apostolischen Fülle haben wahre Prediger den Ruf des Apostels wieder aufgenommen. Erlöste junge Leute müssen nicht länger mehr unterdrückt sein von "bewährten" Predigern, die schon längst die mit "Feuer gesalzen[e]" Erfahrung verloren haben und sich nun fürchten, aus ihrer leblosen Bequemlichkeitszone hinausgeworfen zu werden, und deshalb die Auswirkung eines göttlichen Lebens schmälern und ihre Vergänglichkeit vorhersagen. Die Prediger Gottes fordern die Heiligen in den Angelegenheiten Gottes zu beispiellosen Errungenschaften heraus. Mit der ganzen Fülle Gottes erfüllt zu sein, ist nicht nur eine Möglichkeit sondern ein Erfordernis. Uneingeschränkte Radikalität in der Übergabe und Absonderung zu Gott, von allem was die Seele beschmutzt, ist eine gegenwärtige Wirklichkeit. Es begeistert die Jungen ebenso wie die Alten. Das ist es, was das Christentum so aufregend und überaus anziehend macht. In einem Gefrierfach der "christlichen" Predigerschaft eingeschlossen zu sein, ist Ursache für Langeweile und intensive Unzufriedenheit.

Jeremias scharfe Vision durchdrang die Zeitalter und verkündete durch göttliche Inspiration, dass die Hirten Gottes nach Seinem Herzen sein würden (Jer 3:15). Welch ein Segen! O, die Geräumigkeit des Herzens Gottes! Welch wunderbare Auswirkungen hat es für Kinder Gottes, wenn die Fülle Gottes das Herz Seiner Prediger bewohnt, wodurch ihre Herzen erweitert sind, den Heiligen einen unbegrenzten, geistlichen Erfolg zu ermöglichen. Diese Weite des Herzens bedeutet in keiner Weise eine Toleranz und ein Zulassen von Sünde, Ökumenismus oder Kompromissen jeglicher Art. Diese sind ausgeschlossen, solange radikale Herzensheiligkeit das Herz erfüllt und das Sein beseelt.

In Offenbarung 21 fordert ein Engel (Bote) der Endzeit Johannes auf, "die Braut des Lammes" zu betrachten, worauf Johannes sich durch den Boten "im Geist [hinweg]" tragen ließ. Die Symbolik dieses Abschnitts beinhaltet gewaltige geistliche Dimensionen. Nur eine wahre Predigerschaft, die in Christus bewährt ist, ist im Stande, die Kinder Gottes in solche geistlichen Entfernungen zu tragen. Eine Predigerschaft, deren Herz auf Grund von Weltlichkeit und Fleischlichkeit gehemmt und gefesselt ist, wird niemals fähig sein, die Hilfsmittel zur derart notwendigen geistlichen Mobilität zu erbringen.

Die Wirklichkeit der Gemeinde and die Vision derselben hat das Herz des Boten dermaßen erfüllt, dass er im Stande war zu sagen: "Ich will dir … zeigen!" Es gab eine persönliche Verbindung zwischen dem Boten und der Substanz der Vision. So wie Petrus zu dem Kranken an der Schönen Pforte sprach, so können wahre Boten sagen: "Was ich aber habe, das gebe ich dir."

Die Fähigkeit seines eigenen Herzens gab dem Apostel Paulus die rechtmäßige Autorität, die Ausweitung des Herzens von den Heiligen zu fordern. Darum spricht er: "Vergeltet uns nun Gleiches … und lasst es auch in euch weit werden!" (2Kor 6:13). Es kann niemals erwartet werden, dass die Frucht eines Evangeliumspredigers seine persönliche Erfahrung der Geistlichkeit usw. übertreffen wird. In Wirklichkeit ist es einem Prediger unmöglich, beim Predigen seine eigene Erfahrung zu übertreffen, auch wenn er es mit Worten macht.

Lieber Leser, bist du eingeschränkt unter deiner Predigerschaft? Sehnst du dich nach Freiheit, um "von Herrlichkeit zu Herrlichkeit" verwandelt zu werden? Im Herzen der Predigerschaft Gottes ist genügend Raum.