Einheit & Gleichförmigkeit

Einheit & Gleichförmigkeit
Kann man beides haben?

„Im Wesentlichen Einheit, im Unwesentlichen Freiheit, in allem aber Liebe!“ So lautet das Motto einer vermeintlichen Heiligkeits-Zeitschrift. Es klingt nett. Es klingt „politisch korrekt“ in unserer Zeit der geistlichen Unabhängigkeit. Jedoch weist diese Argumentation einen Makel auf: Niemand, der dafür Partei ergreift, kann dir sagen, was das Wesentliche oder Unwesentliche ist.

Eine Gruppe der Heiligen besuchte eine Versammlung von Menschen, unter denen die meisten von den Amischen ausgegangen waren. Sie hatten ihr ehemaliges Joch so vollkommen abgeworfen, dass man ihre Herkunft in keinerlei Weise hätte erkennen können. In vielerlei Weise glichen sie der Welt. Uns in der Versammlung zu sehen, goss ohne Zweifel weiteres Öl in das Feuer der Botschaft, von der ein Grundsatz lautete: „ Einheit ist des Geistes! Sie ist nicht Einheitlichkeit!“

Vielleicht hat die Herkunft dieser Menschen sie misstrauisch gegenüber allen konservativen Dingen gemacht. Es ist gewiss wahr, dass die Amischen Einheitlichkeit haben ohne Einheit oder eine klare Lehre über Erlösung aus Gnade durch Glauben. Und deshalb neigen solche Leute automatisch dazu, anzunehmen, dass jegliche Gruppe von Menschen, die ein allgemeines Verständnis über die Art und Weise, wie sie sich verhalten und kleiden soll, lediglich Einheitlichkeit habe. Es scheint, als ob sie glaubten, es sei völlig unmöglich, beides zu haben!

Daher der Ruf: „Einheit ist des Geistes!“ Damit meinen sie, dass es etwas Verworrenes ist; etwas, das man nicht genau festlegen kann – eine ungreifbare Vorstellung; im Grunde eine Einheit, die nicht sichtbar ist und die keine Allgemeinheit des Glaubens bewirkt. Die Frucht solcher Überlegungen ist sehr offensichtlich: enge Röcke, Kaugummikauen während des Gottesdienstes, kurze Hosen an den kleinen Jungs, usw.

Manche, die die Finsternis mehr lieben als das Licht, betrachten diese Wiederherstellung und werfen uns vor, Gesetze zu beachten und Menschen zu folgen. (Hiermit meinen sie unseren geliebten Br. Layne. Ich füge jedoch hinzu, dass ich vorhabe, Br. Layne und der wiederhergestellten Predigerschaft gerade so lange zu folgen, wie sie Christus nachfolgen. Und, Ehre sei Gott, ich folge ihnen, mit der Bibel in der Hand, seit 1992, und habe sie nicht ein Mal vom ebenen und schmalen Weg abweichen sehen.) Der Apostel Paulus unterwies diejenigen seiner Zeit, seine Nachfolger zu sein. „Folgt allein Christus!“, sagen diese anderen. Sicherlich klingt es gut, jedoch möchte ich wissen, wie es praktisch auszuführen ist. Wie hat Christus es uns ermöglicht, Ihm zu folgen? Nennt Schriftstellen!

„Einheit ist des Geistes!“ Nun, was ist das Werk des Geistes im Leben der Gläubigen? „Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in die ganze Wahrheit leiten…“ (Joh 16:13). Wenn dies des Geistes Wirken ist, dann dürfen wir zu Recht erwarten, es in den wahrhaft geheiligten Menschen vollbracht zu sehen. Aber jene, die Herrschaften verachten, können solch ein Werk nicht hervorbringen und müssen solche, die irgendeinen Anschein dieser kostbaren Frucht haben, als Nachfolger von Menschen heruntermachen.

Ist Gott Seinem Wort gegenüber treu? Wenn ja, dann ist es nur vernünftig, dass der Heilige Geist Seine Pflicht, Seelen in die ganze Wahrheit zu leiten, erfüllt. Und wo dies geschieht, wird es greifbar und sichtbar sein, denn die Gemeinde ist ein sichtbares Wesen (Mt 5:14).

„Es bestehen aber Unterschiede in den Gnadengaben, doch es ist derselbe Geist…Denn wir sind ja alle durch einen Geist in einen Leib hinein getauft worden…Nun aber hat Gott die Glieder, jedes einzelne von ihnen, so im Leib eingefügt, wie er gewollt hat…Und Gott hat in der Gemeinde etliche eingesetzt, erstens als Apostel, zweitens als Propheten, drittens als Lehrer…dann Gnadengaben der Heilungen, der Hilfeleistung, der Leitung, verschiedene Sprachen.“ (siehe 1Kor 12:4-28). „Ein Leib und ein Geist…ein Herr, ein Glaube, eine Taufe… Und Er hat etliche als Apostel gegeben, etliche als Propheten, etliche als Evangelisten, etliche als Hirten und Lehrer, zur Zurüstung der Heiligen… bis wir alle zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen…“ (siehe Eph 4:4-16).

Hiermit erkennen wir, dass Gott, durch den Heiligen Geist, dem Leib zu einem bestimmten Zweck Gaben gibt: um uns zuzurüsten und zur Einheit des Glaubens zu bringen.

Nun, es sei denn, wir verleugnen die Macht und vereiteln den Plan Gottes, muss dies irgendwo geschehen. Und wo es stattfindet, da ist mit Sicherheit menschliche Mitwirkung vorhanden. Es mag Menschen nicht gefallen, aber die Schrift sagt, Gott tat es, „wie er gewollt hat“. Ob es einem gefällt oder nicht, macht keinen Unterschied für Gott oder Seine Gemeinde. Der Ruf: „Folgt Gott, und nicht Menschen!“, ist somit eine Fehlbezeichnung. Indem wir Gottes Anordnung folgen, folgen wir Ihm.

Es tut mir leid, dass die Amischen Einheitlichkeit ohne biblische Einheit haben. Aber die Tatsache, dass viele Menschen Einheitlichkeit ohne Einheit haben, widerlegt nicht die Möglichkeit, sie da zu haben, wo Einheit ist. Wo Gott wirklich die Glieder in den Leib setzt, da werden greifbare Ergebnisse sein: Zurüstung, Erbauung und das Gelangen zur Einheit des Glaubens usw.; kurz gesagt, ein gutes Maß an Einheitlichkeit, alle „einmütig, mit einem Mund“ Gott verherrlichend (Röm 15:6), „vollkommen zusammengefügt… in derselben Gesinnung und in derselben Überzeugung“ (1Kor 1:10). Sagt nicht, es sei unmöglich, damit ihr nicht als Lügner gegen das Wort Gottes und das Wirken Seines Heiligen Geistes erfunden werdet!

Ein Volk kann Einheitlichkeit ohne Einheit haben. Du magst es zustande bringen, dass sie einem Glaubensbekenntnis folgen, indem du Verbote durchsetzt, aber wahre Einheit bringt Einheitlichkeit des Herzens hervor. Man braucht keine Verbote oder Gemeinderäte, um sie zu erzwingen. Sie ist das bloße Ergebnis der Einheit.

Jemand mag die Frage stellen: „Wie weit geht nun aber diese Einheitlichkeit?“ So weit, wie der Heilige Geist sie bringt. Hat Er Ansichten über die Kleidung und das Verhalten (was Er sicherlich hat), dann sei nicht überrascht, wenn die Menschen, die Er bewohnt, sich dementsprechend kleiden und verhalten. Dem Herrn sei die Ehre! Welch ein Vorrecht! Letztendlich hat Gott eine Gemeinde auf Erden, die der morgenzeitlichen Gemeinde in ihrer ursprünglichen Herrlichkeit, Einheit und ihrem Verständnis gleicht. Lass manche „Menschenherrschaft!“ rufen, wenn sie wollen!

Im Licht des ewigen Wortes Gottes frage ich mit Freimütigkeit: Warum darf ein Volk nicht gleichzeitig Einheitlichkeit und Einheit haben? Ihr widersprecht dem alleinigen Organisator der Gemeinde, die ihr die Botschaft des einen Leibes verachtet und auf eurer geistlichen Unabhängigkeit und Anarchie beharrt! Oh, möge Gott eure Seelen erwecken, um aus Babylons Verwirrung zu fliehen!

Schwatze nicht über Dinge, die du nicht verstehst! Nur weil die Menschen, mit denen du Gemeinschaft hast, fleischlich sein mögen und den Geist nicht haben, schließt die Tatsache nicht aus, dass die Geheiligten an diese Dinge glauben. Nur weil deine Prediger sich nicht einigen können, widerlegt nicht, dass Gottes wahre Botschafter „Auge in Auge“ sehen (Jes 52:8).

Paulus hatte es zu seiner Zeit mit solchen Schwätzern zu tun. Und er wollte „nicht das Wort der Aufgeblasenen [erkennen], sondern die Kraft; denn das Reich Gottes besteht nicht in Worten, sondern in Kraft“ (1Kor 4:19-20). Wir fordern dieselbe Antwort. Wo ist die Kraft Gottes in eurer Mitte zu finden, ihr, die ihr dieses vom Himmel herabgekommene Werk ablehnt?

Genug der unsinnigen Worte, die erdacht wurden, um eure Anhänger von der Wahrheit zu verscheuchen! Genug der schönen Reden! Wir fordern mit Jakobus: „Beweise mir doch deinen Glauben aus deinen Werken, und ich werde dir aus meinen Werken meinen Glauben beweisen!“ (Jak 2:18). Zeigt uns eure Einheit ohne Einheitlichkeit, und wir werden euch unsere Einheit durch unsere Einheitlichkeit zeigen, die Zurüstung, die Erbauung, die Einheit des Glaubens und die Erkenntnis des Sohnes Gottes.

Wahre Einheit ist greifbar. Sie hat Einheitlichkeit des Herzens zur Folge, „nicht des Buchstabens“, der „tötet“. Sie veranlasst Gläubige dazu, ähnlich zu denken und über dieselben Dinge zu sprechen. Sie wird bewirkt durch Gottes Ordnung der biblischen Autorität. Sie ist die wunderbarste Erfahrung auf Erden.

Br. Daniel Eichelberger