Erlöst durch Recht

Es ist wunderbar, ein Kind Gottes und ein Teil der Gemeinde Gottes zu sein, in der Folgendes gilt: „Es soll aber das Recht einherfluten wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein unversiegbarer Strom!“

Babylon behauptet allerdings, man dürfe nicht richten, folglich mangelt es auch an Gerechtigkeit. Die Bibel jedoch widerlegt diese Ansicht und fordert das Volk Gottes auf, zu richten. Dieser Artikel soll näheren Aufschluss über dieses Thema bieten.

„Alle Züchtigung aber scheint uns für den Augenblick nicht zur Freude, sondern zur Traurigkeit zu dienen; danach aber gibt sie eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die durch sie geübt sind.“ (Hebr 12:11). Das Gericht erscheint uns zunächst nicht angenehm, jedoch bewirkt es eine Frucht zur Gerechtigkeit. Das Gericht ist Bestandteil der Gemeinde Gottes. Die Theorie, dass wir nicht richten dürfen, ist eine Irrlehre, die dem Teufel sehr wohl gefällt. In Babylon gilt die Regel, dass man sündigen muss, aber nicht richten darf. Die Bibel jedoch lehrt, dass man richten muss, aber nicht sündigen darf. Folgende zwei Schriftstellen werden oft dafür angewandt, dass man nicht richten darf. Betrachtet man sie jedoch im Zusammenhang mit den vorherigen bzw. nachfolgenden Versen des jeweiligen Kapitels, dann geht nicht daraus hervor, dass man nicht richten darf.

Mt 7:1: „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet.“ In den Versen 3 bis 5 geht es um Heuchler, die selbst einen Balken im Auge haben (welches bedeutet, dass sie selber große Probleme haben) und dabei noch ihre Mitmenschen, die nur einen Splitter im Auge haben, richten wollen. Solche sind nicht im Stande zu richten. Sie häufen sich mehr Verdammnis auf. Im 5. Vers heißt es, dass es notwendig ist, erst den Balken zu entfernen; danach wären sie im Stande, klar zu sehen und den Splitter aus des Bruders Auge zu entfernen.

Die zweite Schriftstelle steht in 1Kor 4:5 geschrieben: „Darum richtet nichts vor der Zeit, bis der Herr kommt, der auch das im Finstern Verborgene ans Licht bringen und die Absichten des Herzens offenbar machen wird; und dann wird jedem das Lob von Gott zuteil werden.“ Dieser Vers bedeutet, dass wir nicht voreilig richten sollen, sondern erst, wenn wir genügend zuverlässige Information eingeholt haben, um ein gerechtes Urteil fällen zu können. Hätte der Apostel Paulus wirklich gemeint, dass wir nicht richten sollen, dann wäre er ein Heuchler, denn bereits im nächsten Kapitel, in den Versen 3 bis 5, richtet er bestimmte Menschen.

Folgende Schriftstellen zeigen nun, dass es recht und notwendig ist, zu richten: „Und ich will das Recht zur Richtschnur machen und die Gerechtigkeit zur Waage; der Hagel wird eure Lügenzuflucht wegreißen, und die Wasser sollen eure Verstecke wegreißen.“ (Jes 28:17). Der Teufel baut sich Zufluchtsstätten, die nur durch das Gericht Gottes zerstört werden können. In Babylon, welches „nicht richtet“, bleiben diese Zufluchtsstätten erhalten. Aus diesem Grund geht es dort ständig abwärts.

Als in Babylon vor einiger Zeit die Frage aufkam, ob es richtig sei, dass Frauen sich die Haare schneiden, äußerte sich ein babylonischer Prediger folgendermaßen: „In der Bibel steht nicht, dass Frauen sich die Haare nicht schneiden lassen dürfen. Aber es steht geschrieben, dass man nicht richten darf.“ Folglich war es dann jeder Frau selbst überlassen, ob sie die Haare schneiden wollte oder nicht. So oder so sollte sie nicht gerichtet werden. Also schaffte es der Teufel, mehr Weltlichkeit in die sogenannte Gemeinde Gottes hineinzubringen. In der wahren Gemeinde Gottes jedoch, wo das Gericht vorherrscht, gelingt es dem Teufel nicht so leicht, einzudringen. Sollte es ihm doch gelingen, so wird sein Versteck schnell durch das Gericht bloßgestellt und vernichtet.

„Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, dass ihr die Minze und den Anis und Kümmel verzehntet und das Wichtigere im Gesetz vernachlässigt, nämlich das Recht und das Erbarmen und den Glauben! Dieses sollte man tun und jenes nicht lassen.“ (Mt 23:23). Jemand sagte, dass wir wegen der Art und Weise, wie wir uns kleiden, wie die Pharisäer wären, und dass Jesus die Pharisäer verachtete. Doch laut dieser Schriftstelle sehen wir, dass Jesus diejenigen als Pharisäer bezeichnet, die das Gericht unterließen. Babylon kann demnach als Pharisäer bezeichnet werden, denn sie sind es, die das Gericht unterlassen.

„Im Gericht soll es kein Ansehen der Person geben, sondern ihr sollt den Geringeren anhören wie den Großen und euch vor niemand scheuen; denn das Gericht steht bei Gott. Die Sache aber, die zu schwer für euch ist, die tragt an mich heran, dass ich sie höre!“ (5Mo 1:17). Aus dieser Schriftstelle geht deutlich hervor, dass unter dem Volk Israel ein gerechtes Gericht ausgeübt wurde.

In Psalm 32 lesen wir, dass Gott das Gericht liebt, und was Gott liebt, das lieben Seine Kinder auch. Außerdem liebte David, laut der Bibel, das Gericht genauso wie Gott es liebte, denn in Ps 103:6 lesen wir: „Der Herr übt Gerechtigkeit und schafft Recht allen Unterdrückten.“ Und in 2Sam 8:15 heißt es: „Und David regierte über ganz Israel; und David verschaffte seinem ganzen Volk Recht und Gerechtigkeit.“ Wenn zwei Menschen dasselbe lieben, kommen sie gut miteinander aus. Solch ein Verhältnis bestand zwischen David und Gott. Und weil Gott und David das Gericht und die Gerechtigkeit liebten, heißt es, dass David ein Mann nach dem Herzen Gottes war (Apg 13:22).

Ps 122:1-5: „Ich freue mich an denen, die zu mir sagen: Lasst uns zum Haus des HERRN gehen! Nun stehen unsere Füße in deinen Toren, Jerusalem! Jerusalem, du bist gebaut als eine festgefügte Stadt, wohin die Stämme hinaufziehen, die Stämme des Herrn – ein Zeugnis für Israel –, um zu preisen den Namen des Herrn! Denn dort sind Throne zum Gericht aufgestellt, die Throne des Hauses David.“ In Jerusalem, welches ein Bild auf die Gemeinde ist, sind Throne zum Gericht aufgestellt. Niemand, der in der Gemeinde ist, kann das Gericht umgehen, und der Teufel hat keine Gelegenheit, hineinzudringen.

Jes 1:26-27: „… und ich werde deine Richter wieder machen, wie sie ursprünglich waren, und deine Ratsherren wie am Anfang; danach wird man dich nennen: ‚Die Stadt der Gerechtigkeit, die treue Stadt‘. Zion wird durch Recht erlöst werden, und seine Bekehrten durch Gerechtigkeit.“ Wir werden durch das Recht erlöst. Sehen wir, wie Babylon zu kurz kommt, indem es das Gericht unterlässt?

Vor einiger Zeit gab es eine Partei in Russland, deren Ziel es war, Gefangene zu entlassen und Gerichte abzuschaffen, damit jeder sich des Lebens und der Freiheit erfreuen könne. Es ist kaum verwunderlich, dass diese Partei teilweise aus Verbrechern bestand. Natürlich halten es Verbrecher für gut, dass Gerichte abgeschafft und alle anderen Verbrecher aus dem Gefängnis entlassen werden, damit sie, die eigentlich gerichtet und inhaftiert werden müssten, der Strafe entgehen können. Genauso verhält es sich mit Menschen, die behaupten, man dürfe nicht richten. Sie tun es, weil sie eigentlich selbst gerichtet werden müssten und diesem aus dem Weg gehen wollen.

In Matthäus 13 wird die Tatsache erwähnt, dass der Weizen vom Unkraut getrennt werden muss. Dies kann nur durch Gericht zu Stande kommen. Wir sehen also, dass die Bibel uns auffordert, Gericht auszuüben. Viele Menschen behaupten, der Mensch dürfe nicht richten, sondern solle warten, bis Jesus kommt und alles klarstellt. Jedoch sollte man nicht vergessen, dass wenn Jesus kommt, Er zwar alles klarstellen wird, es jedoch für die Menschen ebenfalls zu spät sein wird, Dinge in Ordnung zu bringen. Lasst uns uns lieber jetzt richten lassen, solange wir noch die Gelegenheit haben, uns selbst zu erkennen und zu verbessern! Außerdem richten Babylonier, die da behaupten, man dürfe nicht richten, in Wirklichkeit selber, und zwar mit einem ungerechten Gericht, welches Gott hasst.

Schon im Alten Testament wird die Abscheu Gottes für Ungerechtigkeit offensichtlich, indem Er den Händlern verbietet, zwei unterschiedliche Gewichte zu benutzen – beim Einkauf der Ware ein schweres und beim Verkauf derselben ein leichtes. In Babylon gibt es nämlich verschiedene Parteien. Ein Babylonier akzeptiert alles, was sein „Parteimitglied“ tut. Wenn aber sein „Gegner“ etwas „Falsches“ tut, wird ein härteres Gericht angewandt, als man es in der Gemeinde Gottes erleben würde.

In Pred 3:16 lesen wir: „Und weiter sah ich unter der Sonne: An der Stätte des Gerichts, da herrschte Ungerechtigkeit; ja, Ungerechtigkeit herrschte an der Stätte des Rechts.“ Dies trifft vollkommen auf Babylon zu.

Ein weiteres Beispiel des ungerechten Gerichts Babylons: Ein Babylonier behauptete streng, man dürfe nicht richten. Doch eines Tages sah er einige junge Leute der Gemeinde Gottes. Er wagte es zu behaupten, dass sie stolz seien. Hat er nun nicht selber gerichtet und zwar mit Unrecht? Wie konnte er von Menschen, die er nur wenige Sekunden gesehen hatte, sagen, sie seien stolz? Er kannte weder ihr Leben noch ihren Geist.

Folgende zwei Schriftstellen beziehen sich noch auf eine Begebenheit im Alten Testament. 4Mo 25:6-8: „Und siehe, ein Mann aus den Kindern Israels kam und brachte eine Midianiterin zu seinen Brüdern, vor den Augen Moses und vor den Augen der ganzen Gemeinde der Kinder Israels, während sie weinten vor dem Eingang der Stiftshütte. Als Pinehas, der Sohn Eleasers, des Sohnes Aarons, des Priesters, dies sah, stand er aus der Mitte der Gemeinde auf und nahm einen Speer in seine Hand; und er ging dem israelitischen Mann nach, hinein in das Innere des Zeltes, und durchbohrte sie beide durch den Unterleib, den israelitischen Mann und die Frau. Da wurde die Plage von den Kindern Israels abgewehrt.“

„Aber Pinehas trat auf und übte Gericht, so dass die Plage aufgehalten wurde.“ (Ps 106:30). Wir sehen, dass es dem Teufel nichts ausmacht, wenn wir lediglich weinen. Wir müssen das Schwert in die Hand nehmen und den eingedrungenen Geist durchbohren und dadurch bloßstellen. Dies geschieht z.B. dadurch, dass wir die Dinge konkret beim Namen nennen. Im 31. Vers lesen wir weiter, dass ihm dies zur Gerechtigkeit angerechnet wurde.

Gott vergleicht uns in Jes 41:15-16 mit einem Dreschwagen. Ein Dreschwagen fährt daher und drischt alles, was ihm im Weg steht – furchtlos, kompromisslos und ohne Ansehen des Gewächses. So sollen auch wir sein – furchtlos, kompromisslos und ohne Ansehen der Person.

„Und die Fürsten wurden zornig über Jeremia und schlugen ihn und setzten ihn ins Gefängnis im Haus des Schreibers Jonathan; denn dieses hatte man zum Kerker gemacht. So kam Jeremia ins Gefängnis und unter die Gewölbe; und Jeremia blieb dort eine lange Zeit. Aber der König Zedekia sandte nach ihm und ließ ihn holen; und der König fragte ihn heimlich in seinem Haus und sprach: Hast du ein Wort von dem Herrn? Jeremia antwortete: Ja! Und sprach: Du wirst in die Hand des Königs von Babel gegeben werden! Auch sprach Jeremia zu dem König Zedekia: Was habe ich gegen dieses Volk gesündigt, dass ihr mich ins Gefängnis gesetzt habt? Wo sind eure Propheten, die euch geweissagt haben: ‚Der König von Babel wird nicht über euch und über dieses Land kommen‘? Und nun, höre doch, mein Herr und König! Lass doch meine Bitte etwas vor dir gelten und schicke mich nicht wieder in das Haus Jonathans, des Schreibers, zurück, damit ich nicht dort sterbe! Da gab der König Zedekia Befehl, und man versetzte Jeremia in den Gefängnishof und gab ihm täglich einen Laib Brot aus der Bäckerstraße, bis alles Brot in der Stadt aufgegessen war. So blieb Jeremia im Gefängnishof.“ (Jer 37:15-21).

Hier ging es um Leben und Tod. Wäre Jeremia wieder in sein vorheriges Gefängnis zurückgedrängt worden, wäre er umgekommen. Trotzdem zögerte er nicht, dem König das direkte Wort des Herrn zu übermitteln, trotz dessen Härte.

Lasst uns auch den Menschen um uns herum ohne Furcht die Meinung Gottes, nämlich das gerechte Gericht Gottes, mitteilen. Die Menschen müssen dieses hören, damit sie wissen, wie sich vorzubereiten, um ihrem Gott zu begegnen und dem Zorn zu entrinnen.