Feuerbestattung – Ein heidnischer Brauch

Kein Leichenwagen, keine Leiche und kein Geleit zum Friedhof. Die Überreste sind verbrannt worden. Die Asche wurde mit Beton vermischt und zu einem künstlichen Riff verarbeitet, das dann ins Meer gesetzt wurde. Einer dieser „Friedhöfe“ ist das Neptune Memorial Reef vor der Küste Floridas. Korallen und andere Lebewesen des Meeres entstehen auf diesen, sich zwölf Meter unter dem Meeresspiegel befindlichen, Stücken, welche die Asche von ungefähr 200 Menschen enthalten. Dies wird als ökologische Bestattungsmethode angepriesen.

Mit der raschen Zunahme an Feuerbestattungen im Vergleich zur traditionellen Beisetzung heutzutage sind solche Erfindungen aufgekommen. Es gibt mittlerweile Unternehmen, die verschiedene Möglichkeiten für die eingeäscherten Überreste anbieten: aus einem Teil der Asche wird ein synthetischer Diamant hergestellt, der dann in ein Schmuckstück eingearbeitet wird; die Asche wird mit Farbe vermischt, aus welcher dann ein Gemälde angefertigt wird; ein Teil der Asche wird in ein Medaillon gelegt, das als Aschen-Schmuckstück getragen wird; sie wird in einem wissenschaftlichen Satelliten in den Weltraum geschickt; sogar Feuerwerkskörper werden daraus hergestellt!

Ist dies nicht erniedrigend für die Heiligkeit und den Wert der menschlichen Schöpfung? „Denn leben wir, so leben wir dem Herrn … ob wir nun leben oder sterben, wir gehören dem Herrn.“ (Röm 14:8). Unser Körper und unsere Seele gehören dem Herrn, unserem Schöpfer. „Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des in euch wohnenden Heiligen Geistes ist, den ihr von Gott empfangen habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid teuer erkauft; darum verherrlicht Gott in eurem Leib und in eurem Geist, die Gott gehören!“ (1Kor 6:19-20).

Jedes Leben erlebt in dieser Welt einen Sonnenaufgang und einen Sonnenuntergang. „Und so gewiss es den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben.“ „Alles ist aus dem Staub geworden, und alles kehrt auch wieder zum Staub zurück.“ (Pred 3:20). Ja, wir sterben. Der Geist kehrt dann zu Gott zurück, der ihn gegeben hat (Pred 12:6-7), aber der Leib bleibt zurück. Hast du den Willen Gottes bezüglich der Bestattung des Leibes ernstlich erwogen? Da der Leib Gott gehört, stellt sich die Frage, wie man Ihn beim Tod in seinem Leib verherrlichen kann.

The Interpreter’s Dictionary of the Bible erklärt: „Die richtige Bestattung der Toten war ein sehr wichtiges Thema für die Menschen im Alten Orient. Dies wird sowohl durch das wiederholte Verweisen auf Bestattungen in der Bibel und anderer alter Schriften bestätigt, wie auch durch die Existenz Tausender Gräber, die moderne Archäologen in den biblischen Ländern ausgegraben haben.“
Großer Respekt und Sorgfalt wurde den Leibern der Verstorbenen gewidmet. Der Leichnam wurde zunächst gewaschen (Apg 9:37), dann gesalbt (Mk 16:1), zusammen mit wohlriechenden Gewürzen in leinene Tücher gewickelt (Joh 19:40) und schließlich wurden die Gliedmaßen gebunden und das Angesicht mit einem Schweißtuch umhüllt (Joh 11:44).

Die erste aufgezeichnete geschäftliche Abwicklung ist die von Abrahams Erwerb einer Grabstätte: „Nimm von mir das Geld, das ich dir für den Acker gebe, so will ich meine Tote dort begraben.“ (1Mo 23:13). Hier sehen wir, wie Abraham Vorkehrungen für die Beerdigung seiner Lieben trifft. Es wird gesagt, dass die Beerdigung Sarahs die erste ist, die in der Bibel festgehalten wurde (1Mo 23:19-20). Derselbe Acker erhielt später die Überreste von Abraham (1Mo 25:9-10), Isaak, Rebekka, Lea (49:30-32) und Jakob (50:13). David und Salomo wurden in der Stadt Davids begraben (1Kö 2:10; 11:43).

Keine dieser Personen wurde eingeäschert. Johannes der Täufer wurde nicht eingeäschert. Lazarus wurde nicht eingeäschert und Jesus wurde ganz bestimmt nicht eingeäschert.

Die folgenden Verweise aus dem Alten Testament zeigen, dass die Beseitigung eines Leibes durch Einäscherung lediglich als ein Urteil besonderer Strafe und Warnung vorgeschrieben wurde:

Josua 7:15 bezeugt einen der seltenen Fälle der Leichenverbrennung und sie geschah als ein Urteil von Verachtung, was eine schwere Strafe bedeutete: „Und wer [durchs Los] im Besitz des Gebannten erfunden wird, den soll man mit Feuer verbrennen samt allem, was er hat, weil er den Bund des Herrn übertreten und eine Schandtat in Israel begangen hat!“ Dies bedeutet nicht, dass sie lebendig verbrannt wurden. Vers 25 macht es sehr deutlich, dass Achan zuerst zu Tode gesteinigt wurde und anschließend wurde sein Leib verbrannt.

3Mo 21:9: „Und wenn die Tochter eines Priesters sich durch Unzucht entweiht, so entweiht sie ihren Vater; sie soll mit Feuer verbrannt werden!“

3Mo 20:14: „Wenn ein Mann eine Frau nimmt und ihre Mutter dazu, so ist das eine Schandtat; man soll ihn samt den beiden Frauen mit Feuer verbrennen, damit keine solche Schandtat unter euch sei.“

Wie im Fall Achans bezieht sich dies zweifellos nicht auf irgendwelche, die lebendig verbrannt wurden, sondern auf die Beseitigung der Leiber durch Einäscherung als ein Zeichen der Warnung für ganz Israel. Die Feuerbestattung war eindeutig eine äußerste Schande, die Gottes Verachtung für Sünde zeigte.
The New Bible Dictionary erklärt: „Feuerbestattung war NIEMALS ein jüdischer Brauch.“ Die Erdbestattung des Menschen entwickelte sich aus dem Glauben, dass die Toten wiederauferstehen. Gleich einem Samen wird ein Leib in die Erde gepflanzt, um die Wiedergeburt am Jüngsten Gericht zu erwarten.

New Catholic Encyclopedia: „Während der morgenzeitlichen Verfolgungen wurden die Leiber von Märtyrern manchmal von ihren Verfolgern verbrannt und die Asche als ein Zeichen der Verachtung verstreut. Die Katakomben bestätigen die Mühe der ersten Christen, um die Leiber ihrer Märtyrer wieder zu erlangen und ihnen eine ehrenhafte Beerdigung zu gewähren.“

Die Jüdische Mischna (niedergeschriebenes mündliches Gesetz um 220 n.Chr.) verbietet die Einäscherung als Götzendienst (A.Z.I. 3). Zweifellos ergab sich dieses Urteil aus dem Wissen über die heidnischen Bräuche jener Zeit.

Das Heidentum und die Totenbestattung
The New Catholic Encyclopedia erwähnt diesen heidnischen Brauch unter den Azteken, den Hindus und den Buddhisten: „Die Azteken waren die ersten, die die Verbrennung von Leichen in Mittelamerika einführten, und von dort breitete es sich nach Norden aus. Indien wurde, sogar schon vor dem Buddhismus, das klassische Land der Feuerbestattung … Wie die Verbrennung der Leiche Buddhas von seinen Nachfolgern es bezeugt, wurde die Leichenverbrennung vom Anfang des Buddhismus an praktiziert. Mit der Ausbreitung des Buddhismus als einer universalen Religion verbreitete sich auch die Einäscherung in die Länder des Fernen Ostens.“

The Encyclopedia Americana: „Während des ersten Jahrtausends v. Chr. wurden in den meisten italienischen und griechischen Städten sowohl die Feuer- als auch die Erdbestattung praktiziert und aufgrund des Einflusses der Griechen und Etrusker wurde die Einäscherung von den Römern übernommen. Sie galt unter den Aristokraten des gesamten Römischen Reiches als modisch und war die Bestattungsweise der Cäsaren.“

„Laut Cicero galt in Rom die Beisetzung (Beerdigung) als die eher veraltete Zeremonie, während die meist geehrten Bürger in der Regel eingeäschert wurden – besonders solche aus der Oberklasse und Mitglieder der königlichen Familien.“

Hinduismus
The Americana berichtet, dass die Feuerbestattung zu allererst in Indien flächendeckend praktiziert wurde, wo der Brauch zusammen mit dem Hinduismus während des zweiten Jahrtausends vor Christus eingeführt worden sein mag. Dort war es schon immer die vorherrschende hinduistische Beerdigungsform gewesen und wenn irgend möglich wird die Asche zeremoniell in den Ganges gestreut.

Der Hinduismus schreibt die Einäscherung vor, da er sie als das letzte der 16 Lebensrituale ansieht. Auch der Jainismus und der Sikhismus bevorzugen die Einäscherung. Der hinduistische Glaube über die Reinkarnation bildet die Grundlage ihres Brauches. Da Agni, ihr Gott des Feuers, als eine Verbindung zwischen Materie und Geist, zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren, und als Botschafter zwischen Menschen und Göttern gesehen wird, wurden tote Leiber durch Einäscherung beseitigt. Somit ist der tote Körper ein Opfer für Agni, verbunden mit einem ernsten Gebet, die Person zu reinigen und zu einem besseren und glücklicheren Leben zu führen.

In einer vedischen Hymne an Agni, den Gott des Feuers, heißt es: „Agni, verzehre diesen Leib nicht zu Asche, füge ihm weder Schmerzen zu noch verstreue seine Haut oder seine Gliedmaßen. Wenn der Leib recht verbrannt ist, übermittle den Geist zu den Vorfahren. Mögen die fünf Elemente mit ihren Grundformen verschmelzen.“

Es wird auch angenommen, dass die Verbrennung des Leibes ein Gefühl der Loslösung in dem gerade entkörperten Geist erzeugt, um ihn zum Übergang in sein nächstes Leben anzuspornen – welches ihrer Meinung nach das Leben eines Tieres oder Menschen sein mag – anstatt in der Nähe seines ehemaligen Körpers und seiner Angehörigen zu verweilen.

Heilige Männer und Kinder sind von dieser Beerdigungsform ausgenommen, da die Hindus glauben, dass Heilige bereits im Leben ein hohes Maß an Loslösung vom Körper erreicht haben sollten, und deshalb nicht verbrannt werden müssen. Sie werden im Lotussitz beerdigt. Von Kindern wird angenommen, dass sie viel weniger an den Körper gebunden sind.

Zur Feuerbestattung wird eine „Puja“ (rituelle Verehrung) abgehalten. Der heilige Text der Rigveda, eine der ältesten hinduistischen Schriften, beinhaltet viele Gedichte, welche sich auf die Feuerbestattung beziehen, die aussagen, dass Agni den toten Leib reinigen wird.

Der Hinduismus verpflichtet den nächsten männlichen Angehörigen (Sohn, Enkel, usw.) des Verstorbenen, die eingeäscherten Überreste in den heiligen Ganges zu tauchen, vorzugsweise in einer der heiligen Städte Indiens. Im Süden Indiens wird die Asche in den Kaveri gestreut, an einem Abschnitt, wo der Fluss von Osten nach Westen fließt, was das Leben eines Menschen vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang darstellt.

Unsere Missionare waren Zeugen solcher Leichenverbrennungen bei einer Hindustätte in Nepal.

Die morgenzeitlichen Christen missbilligten die Einäscherung
Das Christentum missbilligte die Einäscherung und versuchte, griechisch-römische heidnische Rituale abzuschaffen. Indem sich das Christentum ausbreitete und der Glaube an die Auferstehung die Menschen ergriff, fiel die Feuerbestattung in Ungnade. Mit dem 5. Jahrhundert hatte der Brauch der Einäscherung sich aus Europa praktisch verflüchtigt.

Doch in unserer Zeit stellen wir ein rasantes Wiederaufleben dieses Brauches fest. Für diejenigen, die ein Verständnis über die biblischen Prophetien haben, kommt dies nicht überraschend. Der Drache wurde gelöst. Offb 20:7-9 offenbart, dass der Geist des Heidentums kurz vor der endgültigen Wiederkunft Jesu Christi, um diese Welt zum Gericht zu rufen, erweckt werden wird. Dies wird durch zahlreiche Dinge deutlich; der heidnische Brauch der Einäscherung ist eines davon.

Die Zeitschrift Life berichtete, dass bis 2017 jeder zweite Amerikaner die Feuerbestattung der Erdbestattung vorziehen wird und erklärt: „Historisch gesehen waren die USA eine überwiegend christliche Nation und das Christentum bevorzugt die Beerdigung aus einer Anzahl von Gründen. Aber die Amerikaner werden zunehmend säkularer und viele von uns identifizieren sich jetzt als Atheisten, Agnostiker oder sind – auch wenn wir uns als religiös betrachten – keinem bestimmten Glauben zugehörig. Diese Trennung von einer Religion mit Beziehungen zur traditionellen Beerdigung hat dazu geführt, dass mehr Amerikaner andere Möglichkeiten der Bestattung erwägen.“

Menschen kommen in der Tat immer weiter von Gott ab und werden säkularer und heidnischer in ihren Bräuchen, was auch die Beerdigungsriten einschließt.
Während viele unwissend über die heidnischen Wurzeln der Einäscherung sind und sie allein aus ökonomischen Gründen wählen mögen, sollte sie gewiss nicht von Christen erwählt werden. „Lernt nicht den Weg der Heiden“ (Jer 10:2), warnt die Bibel. Außerdem würde es aufgrund der biblischen Beispiele der Leichenverbrennung, die Gottes Zorn und Verachtung für Sünde andeuten, für Seine Kinder sicherlich nicht in Betracht gezogen werden.

Tertullian hielt die Einäscherung für ein Symbol des Höllenfeuers und Cyprian stellte sie dem Abfallen gleich.

Die Gemeinde begrub ihre Toten, indem die Leiber als Samen der Unsterblichkeit bis zum Jüngsten Gericht dem Schoße der Erde übergeben wurden.

Alle Toten werden auferweckt werden an jenem großen Auferstehungstag und sogar die zerstreute Asche derer, die verbrannt wurden, wird der Stimme des Allmächtigen folgen, wenn Er uns alle an diesem großen und schrecklichen Tag zum Gericht einberuft!

Die Hoffnung der Gerechten
In Schaffs Kirchengeschichte heißt es: „Die morgenzeitliche Gemeinde unterschied sich von den heidnischen und sogar von den jüdischen Ansichten durch eine heitere und hoffnungsvolle Anschauung des Todes, sowie durch das Verwerfen des Klagegeschreis, das Zerreißen von Gewändern und aller Zeichen übertriebener Trauer. Die Schrecken des Grabes wurden vom Licht der Auferstehung verdrängt und der Gedanke des Todes wurde in die Vorstellung eines friedlichen Schlummers umgesetzt.“

„Ich will euch aber, Brüder, nicht in Unwissenheit lassen über die Entschlafenen, damit ihr nicht traurig seid wie die anderen, die keine Hoffnung haben. Denn wenn wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die Entschlafenen durch Jesus mit ihm führen.“ (1Thes 4:13-14). Der Apostel Paulus gab auch kund, dass „das Sterben ein Gewinn“ sei.
Der Todestag eines Gläubigen, besonders wenn er ein Märtyrer war, wurde der Tag seiner himmlischen Geburt genannt. Cyprian (ca. 200-258 n.Chr., Bischof von Karthago) sagte: „Niemand sollte durch den Tod traurig gestimmt werden, da im Leben Arbeit und Gefahr sind, im Sterben jedoch Frieden und die Gewissheit der Auferstehung.“

Die Erlösung des Leibes
Das Christentum sorgt sowohl für die Erlösung des Leibes wie auch für die der Seele (Röm 8:23). Daher war der griechische und römische Brauch der Leichenverbrennung der christlichen Ansicht und der Heiligkeit des Leibes nach widerlich.

„Verwundert euch nicht darüber! Denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden, und sie werden hervorgehen: die das Gute getan haben, zur Auferstehung des Lebens; die aber das Böse getan haben, zur Auferstehung des Gerichts.“ (Joh 5:28-29)

„Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden zwar nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden, plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune; denn die Posaune wird erschallen, und die Toten werden auferweckt werden unverweslich, und wir werden verwandelt werden. Denn dieses Verwesliche muss Unverweslichkeit anziehen, und dieses Sterbliche muss Unsterblichkeit anziehen. Wenn aber dieses Verwesliche Unverweslichkeit anziehen und dieses Sterbliche Unsterblichkeit anziehen wird, dann wird das Wort erfüllt werden, das geschrieben steht: ‚Der Tod ist verschlungen in Sieg! Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg?‘“ (1Kor 15:51-55).