Identifiziert – Womit?

Identifikation ist für die meisten Menschen dieser Welt etwas Gängiges. Unser Bestreben ist es, dem Leser zu zeigen, dass es einen weitreichenderen Gebrauch des Wortes Identifikation gibt, als das, was uns durch die bloße Säkularisierung desselben bekannt ist. Es gibt eine Identität, durch welche unser Leben unauslöschlich charakterisiert sein sollte, wenngleich diese auch durch weltliche Ansichten und sogar von solchen, die sich abgesehen von ein paar lächerlichen Vorwänden „Christen“ nennen, verspottet und verhöhnt wird.

In Galater 6:17 heißt es: „Hinfort mache mir niemand weitere Mühe; denn ich trage die Malzeichen des Herrn Jesus an meinem Leib.“ Ohne Zweifel deutet hier der Apostel Paulus auf buchstäbliche, physische Male hin, die er selbst im Dienst des Herrn Jesus Christus erhalten hatte. Er wusste, was es bedeutete, mit dieser Art des Weges identifiziert zu werden, denn die Verfolgungen folgten seinem Leben untrennbar. Die Frage hat sich dir wahrscheinlich bereits in Gedanken gestellt; erlaube mir dennoch, sie in Worte zu fassen. Ist Identifikation mehr, als anderen zu beschreiben, wer ich bin?

Lasst uns diese Frage näher betrachten! Zu diesem Zeitpunkt sollte angemerkt werden, dass es in früheren Zeiten nicht als eine ungewöhnliche oder barbarische Praxis angesehen wurde, wenn der Besitzer eines Sklaven das, was er als sein Eigentum bezeichnete, mit einer Art Brandzeichen kennzeichnete, welches sich von den anderen unterschied und dennoch den meisten geläufig war. Dieser Prozess unterschied einen armen, unglücklichen Sklaven von jedem anderen, zumindest insoweit, dass er wusste, wem er seine Dienste zu erweisen hatte. Um jedoch dem Thema durch die an uns gerichtete Frage gerecht zu werden, werden wir es nicht unterlassen, auch Dinge aus unserer Zeit zu erwähnen, zu denen wir heutzutage Bezug haben.

Wir leben in einer Zeit, in welcher die Mehrheit der Weltbevölkerung sich selbst als „frei“ betrachtet. Frei von physischer Sklaverei? Vielleicht ja, und doch sind sie nicht frei im wahrsten Sinne des Wortes. Es gibt eine Sklaverei, wenngleich auch für viele verborgen, mit welcher das Gros der Menschheit wohl vertraut ist. Ihre Ketten sind vom Alter bereits ganz verrostet, jedoch bleibt jedes Glied undurchdringlich. Ihre Fesseln halten die stärksten Männer und machen ihre Flucht sinnlos und vergeblich. Sie forderten, fordern und werden auch weiterhin das Leben ihrer ahnungslosen Opfer fordern. Es ist einer Plage gleich, deren erkrankte und infizierte Hand sich geschickt über das ganze Land ausbreitet und ohne Ausnahme jeden Einzelnen, mit dem sie in Kontakt kommt, berührt, wobei sie danach trachtet, die gesamte Menschheit mit ununterbrochenem Eifer völlig zu verderben. Die Identität, mit welcher sie ihre Gefangenen kennzeichnet, ist grässlich anzusehen! Zerstörung und Elend sind ihre engsten Gefährten. Ihre Versprechen sind dem Ohr angenehm, doch bitter für die Seele.

Wir sprechen von der Knechtschaft der Sünde. Entspricht die soeben genannte Definition dem, womit du identifiziert werden möchtest oder wovon dein Leben gekennzeichnet sein soll? Es gibt nur zwei Identitäten. Du hast die Wahl, ob du ein Heiliger oder ein Sünder sein willst. Um es noch genauer auszudrücken: Wenn du es wählst, nicht mit Christus und den Aposteln identifiziert zu werden, wählst du durch deine Ablehnung automatisch das Gegenteil. In Wirklichkeit haben wir keine Wahl. Entweder sind wir für die Wahrheit oder dagegen. Lieber Leser, hüte dich vor dem Irrtum, dass es in jeder Situation neutralen Boden gibt. Dies ist eine selbstkreierte Erfindung des Menschen, sie ist nicht göttlichen Ursprungs. Es gab schon immer solche und wird sie wohl auch immer geben, die darum bemüht sind, mit Christus identifiziert zu sein, während sie Ihn vielmehr verleugnen.

Du stehst vor einer Entscheidung. Es liegt ganz alleine in deiner Macht zu wählen, wovon oder von wem dein Leben gekennzeichnet wird. Du kannst es wie Paulus erwählen, mit dem Christus von Golgatha identifiziert zu werden. Indem du es jedoch wählst, Ihn abzulehnen, wirst du zu Seinem Feind. Entweder ist Christus dein Herr oder die Sünde ist es. Du kannst nicht beides haben. Dennoch möchte der Schreiber es dir aufs Dringlichste nahelegen – selbst wenn Versprechen gebrochen und Enttäuschungen sich schwer über dein Leben zogen – so glauben wir dennoch, dass es Hoffnung gibt. Ja, Hoffnung! Hoffnung für alle Hoffnungslosen und Niedergeschlagenen, für alle Schwachen und von der Sünde Umhergeworfenen, für alle müden und einsamen Seelen, die sorglos am Rande ewiger Pein verweilen. Dir und all jenen rufen wir eindringlich und mit großem Mitgefühl zu: „WACHT AUF!“

Es gibt ein Werk, das Gott in diesen Tagen tut. Ein Werk, das damit endet, dass die Erlösten ihren lang ersehnten, ewigen Wohnsitz bei Christus im Himmel einnehmen. Gott sei Dank, eine Wiederherstellung zieht durch unser von der Sünde beherrschtes Land! Heime, die keine Heime sondern Höhlen des Lasters waren, in welchen Böses gor, wurden zu Orten der Reinheit und des Gebets und zu Zufluchtsstätten für jene Unglückseligen, welche von dem schäumenden Meer der Sünde hin- und hergerissen wurden. Solche, die einst mit großem Stolz erfüllt waren, die meinten, keusche und anständige Kleidung, Schamhaftigkeit und Zucht wären unter ihrer Würde, erlebten eine wunderbare Umwandlung sowohl ihres Charakters als auch in ihrer Kleidung. Kinder und junge Leute, die sich einst nach mehr als nur nach sündigen Freunden und Gewohnheiten sehnten, fanden in der Gemeinde Gottes mehr, als was sie sich je hätten vorstellen können! Die Gemeinde ist es, mit welcher sich der Apostel Paulus identifizierte und es ist die Gemeinde, mit welcher wir uns heute identifizieren! Sie ist weder verloren gegangen noch in der Dunkelheit verschwunden, auch ist sie nicht unsichtbar für diejenigen, die nach ihr suchen.

Hiermit und hiermit alleine sollten wir identifiziert sein. Nichts anderes in der Welt ist auch nur halb so wertvoll! Ich stimme mit dem Liederdichter überein: „Ich liebe dich, Gemeind‘ des Herrn!” Lieber Leser, wirst du nochmal über diese Frage nachdenken? Ist Identifikation mehr, als anderen zu beschreiben, wer ich bin? Ich sage: Ja, ein schallendes ja. Identifikation sagt nicht nur aus, wer ich bin, sondern auch wem ich angehöre. Ich gehöre Christus und Er ist mein. Was dich, lieber Leser, betrifft, können wir nur sagen: „Erwählt euch heute, wem ihr dienen wollt. Ich aber und mein Haus, wir wollen dem Herrn dienen.“