Menno Simon war kein Mennonit

Menno Simons schreibt

... über die Buße

Siehe, lieber Leser, die Buße, welche wir lehren, besteht darin, dass wir dem alten, gottlosen Wesen absterben und nicht mehr nach den Lüsten der Sünde leben, sondern handeln, wie David es tat. Als er seines Ehebruchs und der Volkszählung halber von dem Propheten gestraft wurde, weinte er bitterlich, rief zu Gott, ließ ab von dem Bösen und verübte solche gottlosen Gräuel nicht wieder. Petrus versündigte sich einmal sehr schwer und danach nicht wieder. Matthäus kehrte nach seiner Berufung nicht wieder zu seiner alten Lebensweise zurück. Zachäus und die Sünderin hatten nie wieder Gemeinschaft mit den unreinen Werken der Finsternis. Zachäus leistete denjenigen Rückerstattung, die er übervorteilt hatte und gab den Armen und Elenden die Hälfte seiner Güter.

Dies sind die Früchte, welche der Buße, die dem Herrn angenehm ist, würdig sind. Eine solche Buße lehren wir und keine andere; nämlich dass sich niemand der Gnade Gottes, der Vergebung von seinen Sünden und des Verdienstes Christi rühmen kann oder mag, es sei denn, dass die Früchte einer wahren Buße in seinem Leben zu finden sind. Es reicht nicht aus, zu sagen, wir sind „Abrahams Kinder“. Dies würde heißen, dass wir zwar Christen genannt werden; wir müssen jedoch auch Abrahams Werke tun (Joh 8:39). Unser Wandel muss wie der aller wahrhaftigen Kinder Gottes sein, denen des Herrn Wort auferlegt und befohlen ist, wie Johannes schreibt: „Wenn wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben, und doch in der Finsternis wandeln, so lügen wir und tun nicht die Wahrheit; wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde.“ (1Joh 1:6-7).


... über die neue Geburt

Es liegt auch in der Natur derer, welche in Gott sind, nicht zu sündigen, wie Johannes sagt: „Wer in ihm bleibt, der sündigt nicht; wer sündigt, der hat ihn nicht gesehen und nicht erkannt. Kinder, lasst euch von niemand verführen! Wer die Gerechtigkeit übt, der ist gerecht, gleichwie er gerecht ist. Wer die Sünde tut, der ist aus dem Teufel; denn der Teufel sündigt von Anfang an. Dazu ist der Sohn Gottes erschienen, dass er die Werke des Teufels zerstöre. Jeder, der aus Gott geboren ist, tut nicht Sünde; denn sein Same bleibt in ihm, und er kann nicht sündigen, weil er aus Gott geboren ist.“ (1Joh 3:6-9).

Deshalb ermahne und bitte ich euch, die Natur der neuen Geburt gründlich zu betrachten und zu untersuchen, was sie wirklich ist – die göttliche Natur und das göttliche Ebenbild; von wem sie kommt – von Gott; woher sie kommt – aus dem Himmel; und was durch sie erlangt wird – das ewige Leben. Denn ohne die neue Geburt ist alles, was wir tun, lediglich die Natur des irdischen Adams – Sünde, Boshaftigkeit, Blindheit, Übertretung, Teufel und ewiger Tod (ich beziehe mich auf solche, die sich in der Reife ihres Lebens befinden). In jedem jedoch, der von Neuem geboren wurde, ist alles Gott Wohlgefällige, Weisheit, Güte, Licht, Gerechtigkeit, Wahrheit, Frieden, Geist, Christus, Gott und das ewige Leben. Deshalb spricht die ewige Wahrheit, Jesus Christus, in deutlichen Worten, dass wir Buße tun und von Neuem geboren werden müssen, wenn wir ins Himmelreich kommen wollen (Mt 18, Joh 3). Denn die erste Geburt ist auf Erden, sie ist irdisch und der Erde zugeneigt, aber die zweite Geburt ist aus dem Himmel, sie ist himmlisch und dem Himmel zugeneigt (Joh 3). Somit kann man sagen, dass die Geburt auf Erden irdisch gesinnt macht und die Geburt aus dem Himmel himmlisch gesinnt.


... über das sich selber Sterben

Möge der Gott aller Gnade … uns solche Herzen, Gesinnungen und Gemüter geben, dass wir uns selbst durch den wahren Glauben sterben mögen, uns selbst verleugnen und entsagen, dass wir Anteil an der ersten Auferstehung haben würden, von welcher gesprochen wurde; eine Auferstehung, die nicht bei der leiblichen Auferstehung der Toten stattfindet, wie es in der anderen Auferstehung der Fall sein wird, am letzten Tag. Diese Auferstehung besteht darin, sich selbst zu sterben, dem sündigen Leib abzusterben und ihn zu begraben, indem man ihn ablegt und dem alten Leben stirbt und zu einem neuen, göttlichen Wandel und frommen Leben aufersteht. Amen.


... über das Wort Gottes

O Leser! Wie wenig denkt ihr über das Wort des Herrn nach, welches euch so sehr empfohlen ist und wie wenig beachtet ihr eure armen Seelen, welche mit einem solch hohen Preis erkauft wurden, um ewiglich mit Gott im Himmel leben zu können oder um mit dem Teufel den ewigen Tod in der Hölle zu sterben. Denkt ihr, meine Freunde, dass der Herr ein Schwärmer oder dass Sein Wort eine Fabel ist? Keinesfalls! Kein Buchstabe dessen, was Er gesagt hat, wird zu Boden fallen. Es ist höchste Zeit für dich zu bedenken, dass Gottes Verheißung der Gnade nicht dem Unbußfertigen und nicht Wiedergeborenen, sondern dem Bußfertigen und Wiedergeborenen gegeben ist.


... über den Glauben

Dies, sage ich, ist unsere grundlegende Lehre und wird es auch durch die Gnade Gottes immer bleiben; denn wir wissen gewiss und bekennen, dass dies das unbesiegbare Wort und die Wahrheit des Herrn ist. Deshalb bezeugen wir vor euch und vor der ganzen Welt, dass wir nicht mit jenen übereinstimmen, die einen geschichtlichen, toten Glauben lehren, ohne Veränderung des Herzens, ohne Geist, Kraft und Frucht.


... über die Gemeinde

Genauso wie es Adam und Eva nur einmal gab, nur einen Noah und eine Arche … so gibt es auch nur eine Gemeinde Christi, welche der Leib, die Stadt, der Tempel, das Haus und die Braut Christi ist; sie hat nur ein Evangelium, einen Glauben und eine Taufe … sie wandelt auf ein und demselben Weg und führt ein frommes und unsträfliches Leben, wie die Schrift es lehrt.

Alle, die nicht das wahre, unverfälschte Wort Gottes haben, den wahren, lebendigen Glauben … in der Kraft und im Geist, sondern auf dem breiten Weg des Fleisches wandeln, befinden sich nicht in der Gemeinschaft und Gemeinde Christi. Hier gelten weder Name noch Bekenntnis; wir müssen in Christus sein und Christus in uns; wir müssen durch Seinen Geist bewegt sein und in jeder Hinsicht in Seinem heiligen Wort bleiben, ansonsten haben wir keinen Gott.

Solche, die eins sind mit Christus im Geist, in der Liebe und im Leben; die das lehren, was von Christus geboten wurde, nämlich Buße und das friedliche Evangelium der Gnade, welches Er selbst von Gott empfangen hat und worin Er die ganze Welt unterwies; all jene, die es hören, ihm glauben, es bewahren und in wahrer Furcht erfüllen, sind die Gemeinde Christi, die wahrhaft gläubige, christliche Gemeinde, der Leib und die Braut Christi, die Arche des Herrn, der Berg und das Paradies, das Haus, das Volk, die Stadt und der Tempel Gottes, die geistliche Eva, Fleisch von Christi Fleisch und Gebein von Seinem Gebein, Kinder Gottes, das auserwählte Geschlecht, der geistliche Same Abrahams, Kinder der Verheißung, Zweige und Bäume der Gerechtigkeit, Schafe der himmlischen Weide, Könige und Priester, ein heiliges Volk, das Gott allein gehört. Davon abgesehen sind sie erwählt, die Macht dessen zu verkünden, welcher sie aus der Finsternis berufen hat zu Seinem wunderbaren Licht.

Sie sind Seine auserwählten geliebten Brüder und Schwestern, die mit Ihm sind, von oben geboren, aus einem Vater (Joh 1:13). Sie sind Seine aufrichtig geliebten Kinder, die aus dem Samen Seines heiligen Wortes geboren sind; sie sind Seine heilige, fleckenlose und reine Braut, mit der Er sich in Seiner großen Liebe vermählt hat.


... über falsche Religion

Hüte dich vor falscher Lehre, vor aller Uneinigkeit, Streit und Zwietracht und halte dich ohne zu wanken an den Geist, an das Wort und an das Beispiel Christi, wenn du nicht betrogen werden willst! Denn jeder Geist, der nicht vom Geist, Wort und Beispiel Christi zufriedengestellt wird, wird sich nicht nach diesem richten … er ist nicht aus Gott, sondern der Geist des Antichristen, welcher dich wieder berauben will des frommen und kostbaren Lichtes der dir offenbarten Wahrheit, welches uns armen Kindern in diesen gräulichen Tagen erschienen ist; er möchte dich unter dem Anschein der Schrift erneut auf die krummen Wege des Todes führen.

Wenn ihr der Leib Christi seid, warum zerstört ihr Seine heiligen Glieder? Wenn ihr Kinder Gottes seid, warum trampelt ihr auf euren Brüdern herum? Wenn ihr die Diener Christi seid, warum tut ihr dann nicht die Dinge, die Er geboten hat? Wenn ihr die Braut Christi seid, warum hört ihr Seine heilige Stimme nicht? Wenn ihr wahrhaft von Neuem geboren seid, wo ist dann eure Frucht … eure neue Geburt, euer Tod gegenüber der Sünde, euer tadelloses Leben, euer gutes Gewissen, euer christlicher Leib, in welchen ihr getauft wurdet und euer Christus, den ihr angezogen habt?

O, wie angemessen war die Offenbarung des heiligen Johannes, als er die babylonische Frau berauscht vom Blut der Heiligen und vom Blut der Zeugen Jesu sah (Offb 17:6).

Die ganze Welt ist durchtränkt mit jeglicher Art von Boshaftigkeit. Falsche Lehre, Götzendienst, Unglaube, Zügellosigkeit, Schande und Gotteslästerung sind auf dem Vormarsch. Sie wird weder getadelt noch zurechtgewiesen. Sie hasst alle, die jene voll aufrichtiger Liebe und auf Kosten ihrer Güter und ihres Lebens, mit Freuden aus ihren bösen und unmäßigen Leben befreien wollen, um ihnen den Weg des Friedens zu zeigen und sie darauf zu führen und wenn möglich, ihre Seelen zu retten.


Menno Simons war kein Mennonit

Menno Simons wusste, was es bedeutet, eine äußere Form von Religiosität zu haben, da er in seinen früheren Jahren ein Römisch-katholischer Priester war. Dann kam eine Erweckung:

„Ich erkannte meinen Zustand nicht, solange ich von deinem Geist nicht darauf hingewiesen wurde. Ich dachte, ich sei ein Christ, aber als ich mich selbst recht prüfte, sah ich ein, dass ich ziemlich irdisch, fleischlich und ohne dein Wort war. O, lieber Herr, ich erkannte mich selbst nicht bis ich mich in deinem Wort betrachtete. Dann lernte ich mit Paulus meine Blindheit, Blöße, Unreinheit und verderbte Natur kennen und dass nichts Gutes in mir war.“

Viele Mennoniten heutzutage denken, sie seien Christen – auf Grund ihrer Traditionen, durch das in-die-Kirche-gehen, durch eine bestimmte Form von „Taufe“ (einige mennonitische Gruppen benutzen ihre „Taufe“ als ein Ritual, um sich der „Kirche“ anzuschließen und als Voraussetzung fürs Heiraten. Ohne Zweifel wäre die Anzahl der Mitglieder weit niedriger, wenn dies nicht der Fall wäre!).

In vielen „konservativen“ mennonitischen Splittergruppen hat man keine Vorstellung mehr von einer neuen Geburt und einer wahren Herzenserfahrung mit Gott. Gott täglich im Gebet zu suchen und Sein Wort zu lesen, ist vielen fremd. Tatsächlich wird das Bibellesen sogar von einigen untersagt (das erinnert an die römischen Priester aus alter Zeit!). Sie sehen weder ihre „Blindheit, Blöße, Unreinheit und verderbte Natur“, noch dass ihre Religion vergeblich ist.

Menno Simons wurde von all diesem befreit, indem er in den Schriften forschte; dadurch gelangte er zu seiner Herzenserfahrung mit Gott. Wenn wir das dunkle Zeitalter in Betracht ziehen, in dem er lebte, besaß er ein erstaunliches Verständnis des Wortes Gottes, welches das Gesetz und der Maßstab seines Lebens war. Nach diesem lebte er und nach diesem kämpfte er den guten Kampf gegen die feindseligen, blinden, fälschlichen Religiösen jenes abgefallenen Zeitalters.

Er war in der Tat ein helles Licht. Aber dieses Licht erfassen die meisten mennonitischen Gruppierungen heutzutage nicht, noch verstehen sie den Geist und die Lehre des Mannes, nach dem sie sich benennen. Ohne Zweifel gibt es dort noch einige aufrichtige, suchende Seelen; einige mögen wahrhaft errettet sein, aber im Allgemeinen scheint nur wenig Licht in diese dunklen Käfige. Die Altkolonier beispielsweise sind mit ihrer Unwissenheit und ihrem Aberglauben genauso verblendet wie der Käfig des Papsttums, dem Menno Simons entfloh. Welch eine Ironie, dass derselbe Geist, den Menno Simons unter Lebensgefahr bekämpft hatte, nun bei einigen Mennoniten wirkt. Gleich der Römisch-katholischen Kirche vergangener Zeiten widerstehen und lästern sie die Gemeinde Gottes. Aber er wäre auf „unserer Seite“ gewesen!

Menno Simons und die Mennoniten wären gleicherweise schockiert, wenn sie einander begegneten. Er würde protestieren, wenn er herausfände, dass sie nach seinem Namen benannt sind; in erster Linie, weil dies unbiblisch ist und außerdem, weil sie eine Fehldarstellung dessen sind, wofür er sich einsetzte. Er brach aus einer religiösen Form heraus, die keine Kraft hatte und von Natur aus antichristlich war. Und nun würde er sich diesem wieder gegenüber sehen. Einige Gruppen sind besät mit Ehebruch, Trunkenheit, Unzucht und allen Arten von Bösem. Und während ihre Jugend sich auf den Straßen betrinkt und Unzucht treibt, warnen sie jeden, sich von denen fernzuhalten, die die Früchte der Heiligkeit aufweisen, und die „Menno Simons auf der Fährte bleiben“.

Nein, Menno Simons war kein Mennonit und die Mennoniten folgen Menno Simons nicht.