Merkmale wahrhaft Bekehrter

Biblisch Bekehrte sind solche, die "aus dem Geist geboren" sind. Ihr Leben zeugt von der elektrisierenden Natur ihrer Geburt. Sie unterscheiden sich von den oberflächlichen, gefälschten Bekenntnissen, die weit und breit im überfluss vorhanden sind, wie ein starker, edler Mann von einer Schaufensterpuppe. Eine biblische Gemeinde und Predigerschaft bringen ganz natürlich unerschütterliche Bekehrte als Sprösslinge hervor.
Gefälschte Bekehrte schrecken vor bibelgemäßen Prüfungen zurück, jene aber heißen sie willkommen und zeichnen sich immer durch folgende Merkmale aus:

Sie sind reumütige Bekehrte. Reue ist der erste Schritt zum Aufstieg, der in den Tempel der Rechtfertigung führt. Ohne diesen Schritt kommt niemand hinein. Die Hoffnung eines bekennenden Christen, der dies nicht getan hat, ist eine vernichtende Täuschung. "Wer die Sünde tut, der ist aus dem Teufel." (1Joh 3:8) und "Jeder, der aus Gott geboren ist, tut nicht Sünde." (1Joh 3:9) sind göttliche Aussagen, die häufig auf taube Ohren stoßen. Dennoch sind sie ernsthaft und erschreckend wahr. Sie entlarven Millionen vom Teufel Betrogene, die die nominellen Kirchen überfüllen. "Vielmehr erweist sich Gott als wahrhaftig, jeder Mensch aber als Lügner." Eine Reue, die an einer einzigen Sünde festhält, ist ein Betrug. Biblisch Bekehrte bestätigten die Echtheit ihrer Reue durch das Verbrennen ihrer schlechten Bücher, auch wenn es sie Tausende kostete. Wenn Menschen aufrichtig von aller Sünde Buße tun, nehmen sie solche Opfer gerne in Kauf. Aufrichtige Reue befürwortet Wiedergutmachung und vollständige Reformation des Lebens und Charakters.

Sie bekennen ihre Sünden. Es "drang ihnen durchs Herz", anstatt dass ihnen lediglich "der Kopf juckte" - als sie das schreckliche Unrecht der Sünde gegen sich selbst, gegen andere und vor allem gegen Gott erkannten, bekannten sie, in heftigen Schmerzen aufschreiend, ihren verlorenen Zustand und die Notwendigkeit eines Erlösers. Alle wahrhaft Bekehrten haben eine vergleichbare Erfahrung gemacht. Ein aufrichtiges Bekenntnis gibt alles zu, demütigt sich vollkommen, verzichtet auf alle Entschuldigungen und Selbstrechtfertigungen und liefert sich restlos dem unverdienten Erbarmen Gottes aus.

Sie sind umgewandelte Bekehrte. Bei ihnen ist das Alte vergangen und alles ist neu geworden. Alle alten Freunde, alten Bücher, alten Gedanken, alten Gewohnheiten und alten Vergnügungen haben Platz gemacht für neue Lieder, neue Gedanken, neue Freunde und neue Verbindungen. Bekennende Bekehrte, in denen keine solcher Veränderungen stattgefunden haben, mühen sich unter einer schrecklichen Täuschung ab.

Sie sind "Ich weiß"-Bekehrte, die keine "Ich hoffe "-, "Ich denke"-, "Ich nehme an"-, "Vielleicht"-Täuschung haben, sondern sie wissen, dass ihr Name im Buch des Lebens eingetragen wurde. Eine Gewissheit, die weder Menschen noch Teufel ihnen nehmen können.

Bekehrte haben ein Zeugnis vom Geist. Gottes Geist bezeugt ihrem Geist, dass sie Kinder Gottes sind. Ihr Wissen darüber ist nicht abhängig von der Tatsache ihrer Reue, ihres Glaubens, ihrer Gefühle, ihrer Werke, ihres Lebens oder was andere Menschen darüber sagen. Der Geist, der diese Veränderung wirkte, versichert ihnen die Vollständigkeit und Wirklichkeit derselben. Diese gottgegebene Gewissheit besitzend, können weder böse Menschen noch Teufel ihnen das Bewusstsein ihrer göttlichen Sohnschaft streitig machen. Wenn jemand dieses Zeugnis nie erhalten hat, ist es, weil das Werk nicht vollständig ist, denn Gott hat Gefallen daran, es so augenblicklich, wie Er dazu fähig ist, zu verleihen. Jemand, der sich ohne einen Rechtsanspruch auf sein Eigentum oder ohne einen Schlüssel zu seinen Schätzen zufrieden gibt, ist ein Philosoph, im Vergleich zu dem, der teilnahmslos über seine Seele ist, während dieser Zeuge seine Rechtfertigung nicht bestätigt hat.

Sie sind aufrichtige Bekehrte. Wenn sie jemand Unrecht zugefügt haben, sind sie gewillt, es vierfältig wiederzuerstatten. Wiedergutmachung nach dem Maß der Fähigkeit ist eines der Kennzeichen echter Reue. Tränen des Bedauerns sind vergeblich, wenn sie auf Hände fallen, die gestohlenes Gut umschlungen halten. Verleugnete alte Schulden verurteilen Tausende. Wenn ein Mensch sich weigert, ein Unrecht in seiner Reichweite wiedergutzumachen, verriegelt er seiner eigenen Seele die Tür des Erbarmens.

Sie sind treue Bekehrte. Sie sind nicht den kirchlichen (Sekten-) Komitees und weltlichen Methoden der abgefallenen Kirchen treu sondern Christus, lieben Ihn, halten Seine Gebote, und tun das, was in Seinen Augen wohlgefällig ist. Sie sind lebendige Bestätigungen der Wahrhaftigkeit des göttlichen Ausspruchs, dass "jeder, der aus Gott geboren ist, nicht sündigt". Mit ewiger Treue haben sie sich dem Sohn Gottes, dem Wort Gottes, dem Geist Gottes und der Gemeinde Gottes verschrieben.

Sie sind seelensuchende Bekehrte. Eine der ersten Ranken, die von einer Rebe eines wahrhaft Bekehrten schießt, ist das Verlangen, andere gerettet zu sehen. Dieses Verlangen treibt zu ernstem Bemühen und Gebet an, andere zu erwecken und zum Heiland zu führen. Dies führt zum Fasten und zu persönlichen Warnungen, Einladungen und dem Verteilen von Büchern, Traktaten und Zeitschriften, die dazu bestimmt sind, zu einer Erfahrung der Erlösung zu führen. Bekenner, die blind sind für die Gefahr derer, die um sie herum sind, und keine Anstrengungen machen, sie zu retten, beweisen damit definitiv, dass sie selbst nicht gerechtfertigt sind.

Sie sind weltfremde Bekehrte. Sie können nicht anders sein, denn Gottes Wort sagt, dass "wenn jemand die Welt lieb hat, … die Liebe des Vaters nicht in ihm" ist. Sie haben ihrem Prunk, ihrer Herrlichkeit und allem lüsternen Verlangen nach demselben entsagt, sodass sie diesen weder folgen noch von ihnen geleitet werden. Weltliche Fandangos und Bruderschaften innerhalb oder außerhalb der "Gemeinde" haben für sie ihren Reiz verloren, denn ihnen ist ein heller Morgenstern aufgegangen, der alle geringeren Lichter verblassen lässt. Der weltlich gesonnene Bekehrte ist immer ein gefälschter Bekehrter. Weltlichkeit ist geistlicher Verrat und weltliche Gemeinden sind des Teufels Gemeinden, weltliche Prediger sind seine Diener und weltliche Bekenner seine Mitglieder.

Sie sind das Produkt einer lebendigen Gemeinde. Eine kalte, tote, formelle Gemeinde wird Bekehrte zu Tode erstarren lassen. Säuglinge, seien sie auch noch so gesund geboren, würden auf einem Eisberg bald umkommen. Eine Mutter, die Kinder nicht liebt, ist auch nicht im Stande, sie zu bemuttern. Die "Gemeinde", die mehr darum bemüht ist, ihre Reihen mit weltlich Gesinnten zu füllen, die ihren sozialen Einfluss und ihr Geld mitbringen, anstatt mit Seelen, die aus Gott geboren sind, kann auch keine geistlichen Kinder haben. Viele der modernen Erweckungsberichte sollten lauten: "Einhundert Bastarde geboren" anstatt "Einhundert Bekehrungen". Wenn ihre Bekehrten nicht aus Gott geboren sind, und dennoch - wie in vielen Fällen - annehmen, es zu sein, und dies bekennen, ist es eine Erweckung von Betrug und Heuchelei anstatt von wahrer Religion. Genau wie damals tragen wahrhaft Bekehrte auch heute noch die Merkmale einer göttlichen und himmlischen Geburt.

Sie sind in Gott, dem Vater. " … an die Gemeinde … in Gott, dem Vater … " (1Th 1:1). Biblische Rechtfertigung nimmt die Seele aus der Welt heraus und macht sie zu einer lebendigen Rebe des wahren Weinstocks. Der, welcher nicht in Gott ist, ist in der Welt. Die Dreschmaschine der überführung und Bekehrung trennt die Seele vom Stroh der Sünde und der Welt und lagert sie sicher im Kornspeicher der rechtfertigenden Gnade Gottes.

Sie sind wahren Predigern eine Quelle der Freude. "Wir danken Gott allezeit für euch alle … " (1Th 1:2). Die größte Last für biblische Hirten sind unbekehrte "Gemeindemitglieder". Sie können sich an ihnen nicht erfreuen, denn diese sind des Teufels wirksamste Barriere zur Förderung des Reiches Gottes. Wahrhaft bekehrte Seelen sind Quellen der Inspiration. Sie haben den Glauben, der sie zur Arbeit antreibt. Er ist die Triebfeder unaufhörlicher Wirksamkeit in Gott und für Gott. Der niederträchtige Ersatz weltlicher Werke, mit denen Satan dies in vorgetäuschten Bekennern nachahmt, ist eine seiner raffiniertesten Fallen. So durchlaufen betrogene Menschen endlose Runden weltlicher Aktivitäten und täuschen diese voller Arglist unter der Bezeichnung "Gemeindearbeit" vor. Aber Gott lässt sich nicht spotten und für solche Bekehrte gibt es keinen Raum in Seiner Gemeinde. Jahrmärkte, Feste, Kartenspielrunden und andere Programme der weltlichen Vergnügen in der Gemeinde sind Gott ein Anstoß und ein abscheulicher Gestank, den Er nicht dulden wird. Sie sind die kränklichen Nachkommen gefälschten Glaubens, eine verweste Leiche toter "Werke", die sich die Stelle der vom Geist inspirierten Wirksamkeit widerrechtlich aneignen.

Sie sind Nachfolger Jesu. Sie folgen anderen lediglich, wie diese Ihm folgen. "Und ihr seid unsere und des Herrn Nachahmer geworden … " (1Th 1:6). Sie loben nicht nur den Heiland und Seine Diener, sondern repräsentieren diese auch. Der Wille und das Wohlgefallen Jesu bedeutet ihnen mehr als die Ehre, die Freude und der Wohlstand der ganzen Welt. Sie würden nirgendwo hingehen, wo Jesus und Seine wahrhaften Prediger nicht hingehen könnten. Dieser Grundsatz bewahrt uns vor Zirkussen, gottlosen Logen, kirchlichen Fandangos, Tänzen, Kneipen, Theatern und ähnlichen Orten des übels. Viele Menschen sind wie ein Wegweiser, sie weisen den richtigen Weg, aber gehen ihn selbst nicht. Sie geben Wahrheit vor, handeln aber widersprüchlich.

Sie erregen und erdulden Verfolgung. Weil sie nicht von der Welt sind, hasst sie die Welt. Sie entsagen ganz und gar der Welt, so dass die Welt im Gegenzug ihnen entsagt und sie verurteilt. Eine Rechtfertigung, die solch eine Verfolgung nicht herausfordert, ist nicht von Gott. Eine Bekehrung, die keine Verfolgung um Christi willen erdulden kann, muss sich wiederum einer Bekehrung unterziehen. Die Thessalonicher nahmen "das Wort unter viel Bedrängnis" auf und alle, die es wirklich aufnehmen, müssen sich auf ähnliche Erlebnisse einstellen. Rechtfertigung gibt Gnade, Verfolgung zu ertragen, und die Taufe mit dem Heiligen Geist befähigt, darin zu frohlocken und sich überaus zu freuen. Diejenigen, die keines von beiden können, sind nicht Kinder Gottes.

Sie sind freudige Bekehrte. Die Geburt des Geistes bringt immer die Freude des Geistes mit sich. Eine freudlose Religion ist eine christ- und hoffnungslose Religion. Freude ist keine Voraussetzung zur Erlösung, aber eine unvermeidliche Folge derselben. Obgleich leidend, frohlocken sie darin. Das erste Werk bringt den frohlockenden Isaak ins Herz hinein, das zweite vertreibt den spottenden Ismael und befähigt, Gefängnismauern durch Lobgesänge und Jubelschall zu erschüttern. Wie anders als die gedrückte, bedauernswerte Scheinheiligkeit unechter Bekenner! Welch ein Kontrast zu der oberflächlichen, weltlichen, fleischlichen Fröhlichkeit, mit der blinde Liebhaber der Weltlichkeit versuchen, wahre Fröhlichkeit zu ersetzen! Die Eine ist ein Strom, rein und unerschöpflich, deren Quelle Gott selbst ist. Die Andere ist Oberflächenwasser, welches aus dem Sumpf der Sünde heraussickert, bald verdampft und für immer verschwunden ist.

Sie haben keine Götzen. Es spielt keine Rolle, ob der Götze das Ich, die Ehefrau, das Kind, der Ruf, das Geld, die Kleidung oder der Ruhm ist, oder ob er aus Holz oder Stein ist. Er muss entthront werden, ehe Christus inthronisiert werden kann. Diese raffinierte Sünde umgarnt im Geheimen viel mehr als berauschende Getränke. Männer und Frauen, die sich des derbsten Herzensgötzendienstes schuldig machen, posieren als Anbeter des wahren Gottes. Sie ergötzen sich am Gesang gottloser Chöre und werden von beliebten Predigern unterhalten, und wagen es, im Angesicht der Allmacht Gottes mit solchen Beleidigungen der Anbetung zu prahlen.

Sie sind bibellesende Bekehrte. Die Beröer forschten in der Schrift und unterwarfen sich derselben. Sie ließen es nicht zu, dass ein "So spricht der Herr" durch ein menschliches Wort ersetzt wurde. Ein echter Christ begrüßt jegliches Licht, das aus dem Worte hervorleuchtet - wie immer die Folgen auch sein mögen. Es wäre irrsinnig, die Gefühle, Vorstellungen oder gar menschlichen Rat und Hilfe an diesen Platz zu stellen. Sie forschten in der Schrift. Manche lesen sie, manche studieren sie, und andere forschen in ihr. Es gibt kein unfehlbareres Merkmal der Fadenscheinigkeit vieler bekennender Bekehrter als diesen Mangel an Liebe zum Worte Gottes. Menschen, die unbiblische Gewohnheiten und keine Liebe zum Forschen in der Bibel haben, mögen religiöse Bekenner sein, jedoch in keiner Weise eine Erlösung besitzen.

Sie sind gehorsame Bekehrte. Jesus sprach: "Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort befolgen … " (Joh 14:23). Tausende betrogener Bekenner haben die Dreistigkeit zu behaupten, dass "niemand ohne Sünde leben kann". Warum sagen sie das? Offensichtlich, weil sie schuldig sind. Durch dieses bekunden sie, dass sie vollkommene Fremdlinge der Wiedergeburt sind. Man wird und bleibt ein Kind Gottes durch den Glauben und den Gehorsam, und durch Unglauben und Ungehorsam hört man auf, eins zu sein, und kehrt zur "Macht der Sünde und des Satans" zurück. Eines der gewissen Merkmale eines ungerechtfertigten Lebens ist eine Erfahrung, die dennoch Sünde beherbergt, und dazu neigt, deren Existenz durch die Notwendigkeit derselben zu entschuldigen.

Sie sind hungrige Bekehrte. Die geistliche Geburt bringt immer geistliche Sicht, Aktivität und Hunger mit sich. Biblisch Bekehrte verlangt es ständig nach Heiligkeit. "Nach Gerechtigkeit hungern und dürsten" sie. Die Erlösung, die sie in der Rechtfertigung erlebten, ist ihnen so süß, dass sie nach mehr von derselben dürsten. Sobald sie ein impulsiver Petrus, ein praktischer Paulus oder ein weiser Aquila auf ihr Vorrecht, mit dem Heiligen Geist und Feuer getauft zu werden, aufmerksam macht, damit ihre Seele vollkommen geheiligt und völlig befreit wird, ergreifen sie begierig den Segensspender und den Segen. Das Begehren nach der heiligenden Taufe des Geistes ist der normale Appetit all derer, die vom Geist geboren sind. Folglich ist das Fehlen dieses Appetits ein Zeichen für das Ausbleiben der Wiedergeburt. Demjenigen, dem es an geistlichem Appetit mangelt, mangelt es an geistlichem Leben. Leichen haben keinen Hunger.

Leser, dies sind einige der neutestamentlichen Merkmale aller, die vom Geist geboren sind. Satan wirbt Scharen zur Hölle an, die sich einbilden, bekehrt zu sein, obwohl es ihnen an diesen eindeutig dargestellten neutestamentlichen Anforderungen mangelt. Die Kirchenmitgliedschaft, die Taufe, eine offizielle Position, eine vergangene Erfahrung, gefälschtes Glück und Sicherheit oder gegenwärtige Anmaßung werden nichts nützen, wenn diese Früchte fehlen. Wenn du in falscher Sicherheit schläfst, anstatt erweckt zu werden, ist deine Gefahr doppelt so groß. Eile zu Christus! Faste! Bete! Tue Buße! Bekenne! Mache wieder gut! Ergib dich! Glaube! Das Gericht droht! Die Hölle warnt! Der Himmel winkt dir zu! Die Ewigkeit naht! "Werdet doch wirklich nüchtern und sündigt nicht! Denn etliche haben keine Erkenntnis Gottes; das sage ich euch zur Beschämung." (1Kor 15:34).

Martin Wells Knapp (Ein Auszug)