Wein und die Bibel

Hat Jesus Wasser in berauschenden Wein verwandelt? Hat Er beim Abendmahl alkoholischen Wein ausgeteilt? Wofür sprechen die Beweise? Die Bibel spricht über dieses Thema sehr deutlich. Und historische Berichte sind genauso deutlich, was die Zubereitung, Aufbewahrung und den Gebrauch des Weines betrifft.

Erwäge diesen Bericht (1820) von William Patton. Der Begriff "Alkoholiker" wird nicht verwendet. Er gebraucht den biblischen Ausdruck "Trunkenbold". Die Bibel sieht Trunkenheit nicht als eine Krankheit an, sondern als Sünde. Der Trunkenbold wird in der Schrift zusammen mit den Dieben, Lügnern, Erpressern, Mördern usw. erwähnt, als solcher, der Gefahr läuft, durch Gottes Gericht in die Hölle zu kommen, es sei denn, er tut Buße (Gal 5:19-21; 1Kor 6:9-10). Gott wird niemals eine Person der Hölle übergeben, weil sie krank ist. Deswegen sind die Angelegenheit der Trunkenheit, und das, was zur Trunkenheit führt, eine sehr ernste Sache. Hier ist sein Bericht:

Ich habe festgestellt, dass alle Bibelstellen, in denen Wein oder Trinken erwähnt werden, in drei Kategorien eingeteilt werden können: a) wo der Wein lediglich erwähnt wird, b) wo von ihm als von der Ursache des Elends und dem Sinnbild des ewigen Zornes Gottes die Rede ist, c) wo er im Zusammenhang mit Getreide ein Segen ist.

Ich begann mich zu fragen, ob die Bibel auf zwei Arten von Wein hinweist. Solches ist in der Tat der Fall. Ich teilte meine Entdeckung mit Professor Seixas, einem angesehenen hebräischen Lehrer. Er nahm mein Manuskript, und ein paar Tage später gab er es mit folgender Erklärung zurück: "Dein Urteil ist gerechtfertigt. Es wird in der Tat deutlich, dass es zwei Arten von Wein gibt." Ich habe seitdem viel von anderen gelernt, die zu derselben Schlussfolgerung gekommen sind. Ich stieß auf viel Widerstand von denen, die glauben, dass immer von alkoholischem Wein die Rede ist, wenn die Bibel von Wein spricht, allerdings sind hier einige betrachtenswerte Erklärungen:

Dr. Ure sagt in seinem Wörterbuch der Geisteswissenschaften: "Frisch gepressten Traubensaft, der noch nicht begonnen hat zu gären, nennt man Most, und in der Umgangssprache Neuen Wein."

Rees Enzyklopädie: "Süßer Wein ist das, was noch nicht fermentiert oder gegärt ist."

Noah Webster: "Wein - der gegärte Saft der Trauben … Most - Wein, aus der Traube gepresst, aber nicht gegärt."

Smith's Wörterbuch zur Bibel: "Der Wein wurde manchmal in seinem ungegärten Zustand aufbewahrt und als Most getrunken … Sehr wahrscheinlich wurde Neuer Wein im Zustand von Most erhalten, indem man ihn in Krüge oder Flaschen goss und dann in der Erde vergrub."

Diese Experten machen deutlich, dass es unter den Menschen des Altertums tatsächlich zwei Arten von Wein gab, den gegärten und den ungegärten.

Gärung

Die Gesetze der Gärung sind feste Gesetze, die immer in derselben Weise ablaufen und immer und überall dieselben Bedingungen erfordern. In Lardners Enzyklopädie heißt es:

"1. Es muss Saccharinsubstanz (Zucker) und Gluten (Hefe) vorhanden sein.
2. Die Temperatur sollte weder unter 10 C noch über 23 C betragen.
3. Der Saft muss eine gewisse Konsistenz haben. Dicker Sirup wird keine weinartige Gärung durchlaufen. Zu viel Zucker ist für den Prozess ungünstig, und auf der anderen Seite, zu wenig Zucker, oder aber zu viel Wasser, ergibt einen zu geringen Anteil an Saccharin, um einen haltbaren Likör zu produzieren. Auf Grund des geringen alkoholischen Prozentsatzes wird die weinartige Gärung mit großer Wahrscheinlichkeit zu Essig werden.
4. Die Menge an Hefe oder Ferment muss auch gut abgestimmt sein. Zu viel oder zu wenig wird die Gärung erschweren und verhindern."

Andere bestätigen diese Aussagen. Die unentbehrlichen Bedingungen für die weinartige Gärung sind die richtigen Anteile an Zucker, Hefe und Wasser bei einer Lufttemperatur von 10 C bis 23 C.

Folglich sehen wir, dass der Prozess der Gärung kein natürlicher ist. Chaptal, der bedeutende französische Chemiker, sagt: "Die Natur formt nie spirituose Liköre; sie lässt die Traube am Ast verrotten; aber es ist die [menschliche] Kunstfertigkeit, die den Saft in (alkoholischen) Wein umwandelt."

Aufbewahrte Früchte (Bevor es die Tiefkühlung gab)

Da Trauben und andere Früchte ein sehr wichtiger Bestandteil der Nahrung der Menschen im Altertum waren, erfanden sie gezwungenermaßen Methoden, um sie länger frisch zu erhalten. Josephus, der Historiker des ersten Jahrhunderts, erwähnt in "Der jüdische Krieg", Buch VII, Kap. VIII, Herodes Festung in Israel, genannt Masada: "Hier war Korn in großen Mengen gelagert, genug, um einer Armee das überleben für eine lange Zeit möglich zu machen. Ebenso gab es Wein und öl im übermaß, mit allen Arten von Gewürzen, Gemüse und haufenweise Datteln. Diese Produkte waren frisch und völlig ausgereift, und in keiner Weise minderwertiger als solche Früchte, die frisch eingekellert wurden, obwohl sie dort nahezu ein Jahrhundert eingelagert waren."

In einer Fußnote sagt William Whiston, der übersetzer: "Pliny (27-79 n. Chr.) und andere bestätigen dieses seltsame Paradox, dass Lebensmittelvorräte, aufbewahrt gegen Belagerungen, 104 Jahre lang haltbar geblieben sein sollen, wie auch Spanheim über diesen Ort schreibt."

Swinburn sagt: "Auch in Spanien kennt man das Geheimnis für die unversehrte und saftige Erhaltung der Trauben von einer Ernte zur nächsten."

E.C. Delevon berichtet, nachdem er in Florenz, Italien war: "Signor Pippine, einer der größten Weinhersteller, erzählte mir, dass er im Augenblick für den persönlichen Bedarf genug Trauben in seinem Lagerhaus habe, um noch vor der nächsten Ernte 100 Gallonen Wein herstellen zu können. Die Trauben stünden zu jeder Jahreszeit zur Verfügung, um eine beliebige Menge herzustellen. Nichts stünde im Wege, um die Rebenfrucht in Weinländern zu jeder Zeit frei von der Gärung aufzubewahren. Daraufhin wurde ein großer Korb Trauben zu meiner Unterkunft gebracht, die so köstlich waren und so frisch aussahen, als ob sie erst vor kurzem von der Rebe abgenommen wären, obwohl sie schon vor Monaten gelesen wurden."

Gärung verhindert

Professor Donovan erwähnt in seinem Schriftstück über häusliche Wirtschaft drei Methoden, durch die man jegliche Gärung verhindern kann:
"1. Traubensaft wird nicht gären, wenn er von jeglicher Luftzufuhr abgeschlossen wird.
2. Der Saft kann eingekocht werden, wobei das Wasser verdunstet. Die Substanz wird dann zu einem Sirup, der, wenn er sehr dickflüssig ist, nicht gären wird.
3. Die Herstellung von Alkohol wird unmöglich sein, wenn der Saft gefiltert und ihm somit sein Gluten oder seine Hefe entzogen sind." - Anti-Bacchus.
Ebenso wird der Saft, wenn er unter 7 C gehalten wird (entweder im Wasser oder unter der Erde), nicht gären.

Vier Methoden wurden von den Menschen im Altertum verwendet, um ihren neuen Wein von der Gärung abzuhalten:

Kochen und Eindicken

Bei diesem Vorgang wird das Wasser verdunstet, wodurch ein solch großer Anteil an Zucker übrig bleibt, dass die Gärung verhindert wird. "Durch Kochen verliert der Saft der reichhaltigsten Traube all seine Eignung für die Gärung und kann anschließend jahrelang, ohne sich weiter zu verändern, aufbewahrt werden." - Elemente der Chemie, Herman Boerhave.

Liebig sagt: "Das natürliche Gesetz, welches organische Substanzen dazu bringt, in einen Zustand des Verfalls überzugehen, wird in allen Fällen durch das Erhitzen bis zum Siedepunkt vernichtet." Der Traubensaft siedet bei 100 C; Alkohol aber verdunstet bereits bei 77 C, was 23 Grad unter dem Siedepunkt ist. Wenn dann also etwaiger Anteil an Alkohol in dem Saft war, würde dieser Vorgang ihn austreiben. Auch all die Hefe, welche die Gärung verursachen würde, wird durch das Kochen vernichtet. Der offensichtliche Zweck vom Kochen des Saftes war also, ihn süß und tauglich zu erhalten für den Gebrauch während des Jahres. Das Kochen dauerte mehrere Stunden an, bis 1/4 oder sogar die Hälfte des Wassers verdampft war. Später, wenn der Wirt dann neuen Wein servieren wollte, wurde dem Sirup wieder Wasser beigemischt.

Manche der berühmten Opimian Weine, von Pliny erwähnt, hatten zwei Jahrhunderte nach ihrer Herstellung die Konsistenz von Honig. Professor Donovan sagt: "Um ihre Weine in jenen Zeitaltern zu erhalten, konzentrierten die Römer den Most oder den Traubensaft, aus dem sie gemacht waren, durch Verdunstung, entweder selbsttätig an der Luft oder über einem Feuer, und das so lange, bis sie sich als dick oder sirupartig erwiesen."

Horaz, 65 v. Chr. geboren, sagt: "Es gibt keinen süßeren Wein zum Trinken als Lesopian. Er ist wie Nektar und gleicht Ambrosia mehr als Wein. Er ist vollkommen harmlos und wird keinen Rausch verursachen." - Anti-Bacchus.

"Die Mishna sagt aus, dass die Juden die Gewohnheit hatten, gekochten Wein zu gebrauchen." - Kitto, Band II.

W.C. Brown, der zwischen 1792 und 1798 viel in Afrika, ägypten und Syrien umhergereist ist, stellte fest: "Die meisten syrischen Weine werden sofort, nachdem sie von der Traube gepresst worden sind, durch Kochen zubereitet, bis die Menge beträchtlich herabgesetzt ist. Dann werden sie in Krüge oder große Flaschen abgefüllt und für den Gebrauch aufbewahrt." Er fügt hinzu: "Es gibt Grund zu glauben, dass diese Methode des Kochens eine allgemeine Sitte unter den Menschen des Altertums war."

"Es ist zu beobachten, dass süße Säfte, die zu einer dicken Konsistenz eingekocht wurden, nicht nur in dem Zustand nicht gären, sondern auch dann nicht leicht zum Gären zu bringen sind, wenn man sie wieder mit der Menge an Wasser verdünnt, die sie während der Verdunstung verloren hatten." - Dr. med. Caspar Neuman, Professor der Chemie.

Filtrierung

Durch Filtrierung wird das Gluten oder die Hefe von dem Saft der Traube getrennt. Während der Saft durch die filtrierenden Gerätschaften fließt, bleibt das Gluten zurück. Durch diese Trennung ist die nötige Bedingung für die Gärung zerstört. Wenn die altertümlichen Schreiber von der Entfernung des "vim, vi, vires" sprachen (das ist die Potenz oder fermentierbare Wirkung des Weines), gebrauchten sie folgende starken Worte: eunuchrum, castatum, effaeminatum - so drückten sie die Vollständigkeit des Vorgangs aus, durch den jegliche Gärung zerstört wurde. Plutarch, 60 n. Chr. geboren, sagt in seinem Symposium: "Wein wird als alt oder kraftlos in seiner Wirkung angesehen, wenn er häufig gefiltert wird. Die Kraft oder den Geist so ausgeschlossen, reizt der Wein weder das Gehirn noch verseucht er den Verstand und die Leidenschaft, und ist somit viel angenehmer zum Trinken."

Wiederum sagt Pliny: "Weine wurden durch das Filtern als alt und kastriert, oder all ihrer Kraft entzogen, angesehen."

Kapitän Treat schrieb 1845: "Als ich an der Südküste Italiens war, erkundigte ich mich speziell nach den geläufigsten Weinen und fand heraus, dass diejenigen, die als die Besten eingestuft wurden, die süßen und nicht berauschenden waren. Am häufigsten findet man in Sizilien den gekochten Traubensaft. Die Kalabrier bewahren ihre berauschenden und nicht berauschenden Weine getrennt voneinander auf. Durch Nachforschen fand ich heraus, dass unfermentierte Weine die höchste Wertschätzung hatten. Diese Weine wurden mit Wasser verdünnt getrunken. Große Mühe wurde in der Weinlesezeit an den Tag gelegt, um einen guten Bestand davon beiseitezulegen. Der Traubensaft wurde zwei oder dreimal gefiltert und dann in Flaschen abgefüllt, mancher wurde in Fässer gefüllt und unter der Erde vergraben, anderer im Wasser aufbewahrt (um die Gärung zu verhindern)." - Dr. Lees Werke, Band II.

Absetzen

[Bedeutet: Auf den Boden sinken oder fallen; sich setzen]
Das Gluten kann durch das Absetzen so wirksam von dem Saft getrennt werden, dass die Gärung verhindert wird. Das Gluten, das schwerer ist als der Saft, wird sich durch sein eigenes Gewicht auf dem Boden absetzen, wenn der Most für eine begrenzte Zeit von der Gärung abgehalten werden kann. Wenn der Saft bei einer Temperatur von unter 7 C gehalten wird, wird er nicht gären. Der kühl gehaltene Saft bringt das Gluten dazu, sich auf dem Boden abzusetzen und der Saft, wenn abgegossen und dadurch befreit von dem Gluten, kann nicht gären.

"Sie tauchen die Fässer sofort, nachdem sie gefüllt sind, ins Wasser, bis der Winter vorbei ist und der Wein die Eigenart erreicht hat, kalt zu sein." Kitto, II, 955; A.-B. 217; Smiths Antiquitäten. Unter 7 C gehalten, hat sich das Gluten auf dem Boden abgesetzt und somit wurde die Gärung verhindert.

Columella gibt folgende Anweisung: "Damit dein Most immer die ursprüngliche Süße beibehält, gehe folgendermaßen vor: Bevor du mit dem Pressen der Frucht beginnst, nimm den Most, der bereits von den Trauben geflossen ist, gieße ihn in eine neue Amphore [Gefäß], verschließe sie und beschmiere sie sehr vorsichtig mit Pech, damit kein Wasser eintritt; dann tauche sie in eine Zisterne oder in einen Teich von reinem, kalten Wasser und lass nicht zu, dass ein Teil der Amphore über dem Wasser bleibt. Nimm sie nach 40 Tagen heraus und er wird ein Jahr lang süß bleiben." Ohne Zweifel folgerte er, dass der reine Wein von dem Gluten, das sich auf dem Boden abgesetzt hatte, abgegossen werden sollte. Dieser Wein würde wiederum bis zum Gebrauch luftdicht verschlossen werden und kühl im Boden oder im Wasser aufbewahrt werden. Die Menschen des Altertums hatten unterirdische Keller, wo ihre Weine und andere Lebensmittel aufbewahrt wurden.

Ausräucherung

Dr. Ure stellt fest, dass die Gärung durch die Verwendung oder Beimischung von schwefelhaltigen Substanzen angehalten werden kann. Adams sagt in seinen Römischen Antiquitäten, indem er sich auf Pliny und andere stützt: "Die Römer räucherten ihre Weine mit den Schwefeldämpfen aus; ebenso mischten sie dem Most (dem frisch gepressten Saft) Eidotter und andere schwefelhaltige Substanzen bei."

In all diesen Auszügen nennen die Schreiber den Traubensaft Wein, ob gekocht, gefiltert, abgesetzt oder ausgeräuchert.

Wein mit Wasser

Es gibt eine Fülle von Beweisen, dass die Menschen der Antike ihre Weine mit Wasser mischten. Nicht weil sie so stark alkoholisch waren, sodass sie abgeschwächt werden mussten, sondern weil sie reichhaltige Sirupe waren. Sie mussten mit Wasser verdünnt werden, um trinkbar zu sein.

Laut Lightfoot wurde das Passahfest mit nichtalkoholischem Wein, vermischt mit Wasser, gefeiert. Jede Person, Mann, Frau und Kinder tranken vier Becher. Nach der Feier des Passahfestes mit Seinen Jüngern nahm Jesus das Brot und den Wein, der übrig geblieben war, und führte das Abendmahl ein. Wir glauben, dass der Wein hier reichhaltiger Sirup war, der mit Wasser verdünnt wurde. Diese Art von Wein erfüllte alle Ansprüche des Gesetzes, was das Säuern betrifft. Die tatsächliche Bedeutung von "Matsah" steht laut Dr. F.R. Lees für unfermentierte Dinge. Deshalb bezieht es sich nicht nur auf das Brot.

Klassifizierung von Weinen

Der aufmerksame Bibelleser wird feststellen, dass in einer Anzahl von Fällen der Wein einfach erwähnt wird, ohne dass seine Wesensart näher beschrieben wird. Er wird eine andere Klasse wahrnehmen, die unmissverständlich das schlechte Wesen des Getränks bezeichnet. Es gibt auch eine dritte Klasse, dessen Wesen deutlich als gut ernannt wird.

Schlechter Wein

Diese Klasse von Texten bezieht sich auf Weine:
1. als Ursache von Rausch. Dies ist unumstritten.
2. als Ursache von Gewalt und Leid (Spr 4:17; 23:29-30).
3. als Ursache von Selbstsicherheit und falscher Religion (Jes 28:7; 56:12; Hab 2:5).
4. die giftig und schädlich sind (Spr 23:31).
5. indem es die verurteilt, die dem Trinken gewidmet sind (Jes 5:22; 1Kor 6:10).
6. als das Sinnbild der Strafe und des ewigen Ruins (Ps 60:3; 75:8; Jes 51:17; Jer 25:15; Offb 14:10; 16:19).

Guter Wein

Ich wende mich nun zu einer anderen Klasse von Texten, die wohlwollend über einen Wein sprechen, dessen Wesen gut ist und der als Segen empfohlen wird.
1. Er wird am Altar dargebracht, als ein Opfer für Gott (4Mo 18:12; Neh 10:37.39; 13:5.12).
2. Er wird eingeordnet unter den Segnungen, dem Trost, den Notwendigkeiten des Lebens (1Mo 27:28; 5Mo 7:13; 11:14; Jes 65:8; Joe 4:18).
3. Er ist die Verkörperung geistlicher Segnungen (Jes 55:1; Ps 104:15).
4. Er ist das Symbol des Blutes der Sühnung, durch die wir die Vergebung der Sünden und ewige Seligkeit erlangen (Mt 26:26-28; 1Kor 10:16).

An all den Stellen, wo guter Wein genannt wird, ist weder ein Warnhinweis noch Andeutung von Gefahr vorhanden, auch keine Anspielung von Missbilligung, sondern immer von entschiedener Zustimmung.

Wie kühn und stark ist der Kontrast: Der eine die Ursache des Rausches, der Gewalt und des Leids; der andere der Anlass des Trostes und des Friedens. Der eine die Ursache von falscher Religion und Selbstzerstörung; der andere das aufrichtige Opfer der Frömmigkeit auf dem Altar Gottes. Der eine das Symbol des göttlichen Zornes; der andere das Symbol geistlicher Segnungen. Der eine die Verkörperung der ewigen Verdammnis; der andere die Verkörperung der ewigen Erlösung.

"Die Unterscheidung in der Qualität zwischen dem guten und dem schlechten Wein ist so deutlich wie zwischen guten und schlechten Menschen oder guten und schlechten Geistern; auf der einen Seite wird vor ihm ständig wie vor Gift gewarnt, sowohl buchstäblich als auch symbolisch, während er auf der anderen Seite als erfrischend und harmlos empfohlen wird, was bei alkoholischem Wein niemals der Fall ist." - Lees Anhang.

Kann es sein, dass diese Segnungen und Flüche sich auf dasselbe Getränk beziehen, und zwar auf einen berauschenden Likör? Dr. Nott: "Kann eine Sache, in einem Stadium, sowohl gut als auch schlecht sein; ein Symbol des Zorns, und ein Symbol des Erbarmens; eine Sache, nach der man sich ausstreckt, und eine Sache, die gemieden wird? Mit Sicherheit nicht. Ist die Bibel dann in sich selbst unbeständig? Keinesfalls!"

Professor M. Stuart sagt: "Mein endgültiges Fazit lautet wie folgt: Wann immer die Schrift von Wein als einem Trost, einer Segnung oder einem Trankopfer für Gott spricht, und ihn mit Gegenständen wie Getreide und öl gleichstellt, steht er ausschließlich für den Wein, welcher keinen Alkohol enthielt, der eine schädliche Wirkung haben könnte. Wo immer sie ihn verurteilt und mit Trunkenheit und Feiernden verbindet, kann er nur für alkoholischen und berauschenden Wein stehen."