An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen

"An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Liest man etwa von Dornen Trauben oder von Disteln Feigen? So bringt jeder gute Baum gute Früchte, aber der faule Baum bringt schlechte Früchte. Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, noch kann ein fauler Baum gute Früchte bringen. Jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Deshalb, an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen." (Mt 7:16-20).

Gepriesen sei Jesus! Wie gütig Er doch ist, dass Er alltägliche Dinge gebraucht, um uns geistliche Lektionen zu lehren. Ansonsten gäbe es viel Raum für verschiedene Auslegungen über das, was Er sagte. Aber Er ist deutlich und präzise, und somit besteht kein Missverständnis über das, was Er gemeint hat.

Hier zeigt Er uns das Merkmal derer, die wahre Religion bekennen und derer, die falschen Propheten folgen. Damit wir nicht durch die Vielzahl derer verwirrt werden, die den Namen Christi bekennen, und derjenigen, die Seine wahren Jünger sind, gibt Er uns einen einfachen Test: "An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen." Früchte - was durch ihre Erfahrung produziert wird; Erkennungsmerkmale, die ein unverkennbares Zeugnis über die Art der Person ablegen, die sie wirklich ist. Niemand braucht irregeleitet zu werden. Niemand braucht sich im Unklaren darüber zu sein, welches die richtige Gemeinde ist oder wer die wahren Kinder Gottes sind. Den Beweis finden wir in ihren Früchten.

Unter den bekennenden Gläubigen unserer Tage herrscht eine weitverbreitete (und ich möchte hinzufügen, eigentlich ungöttliche) Einstellung, die uns das Recht, welches Jesus uns gab, nämlich die Frucht zu prüfen, streitig machen möchte. "Richtet nicht!", bellen sie und verdrehen die Worte Jesu zu etwas, was sie niemals aussagen sollten. Nein, derselbe Jesus, der von heuchlerischem Richten (Mt 7:1-5) abgeraten hat, macht uns zu Richtern, indem Er uns mit dem Früchte-Test ausrüstet.

Offensichtlich zeigt Er damit, dass Er Wert darauf legt, dass wir gerechtes Urteil fällen. Seine Worte sind hart: " … ihr [werdet] sie erkennen." Ebenso zweifellos wie wir erkennen, dass wir lebendige und verständige Menschen sind, können wir eine Person an ihren Früchten erkennen.

Jesus weiß um die Natur der Dinge Bescheid. Er war bei der Schöpfung gegenwärtig und sprach die gesegneten Worte: "Die Erde lasse Gras hervorsprossen, Kraut, das Samen hervorbringt, Fruchtbäume, die auf der Erde Früchte tragen nach ihrer Art, in denen ihr Same ist! Und es geschah so … .Und Gott sah, dass es gut war." (1Mo 1:11-12). Auf diese Weise legte Jesus am Anfang die Natur der Dinge fest. Die Erbinformation, welche Er in das Wesen der Samen sprach, hält sie davon ab, irgendetwas anderes zu produzieren, als das, wozu sie ausersehen waren.

Kein Wunder also, dass Christus den Vergleich der Frucht gebraucht, die etwas hervorbringt, während Er uns in Kenntnis darüber setzt, wie man einen wahren Christen vom falschen unterscheidet. Kein Wunder, dass Er uns scheinbar offensichtliche Fragen stellt. "Liest man etwa von Dornen Trauben oder von Disteln Feigen?" Die Natur selbst lehrt uns die Antwort. Und der Schöpfer bringt es auf den Punkt: "Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen." Er kann es nicht, weil nichts in seiner Natur ist, das ihn dazu veranlasst. Eine Weinrebe kann nicht Dornen erzeugen; ihr Schöpfer hat es nicht in ihren genetischen Code geschrieben.
So verhält es sich auch mit dem Christen, dem wahren Anbeter Gottes. Er ist von neuem geboren worden (Joh 3:3). Er hat den neuen Menschen angezogen, der nach Gott geschaffen ist in wahrhaftiger Gerechtigkeit und Heiligkeit (Eph 4:24). Er hat die kostbaren und größten Verheißungen der Erlösung erhalten, wodurch es ihm ermöglicht wurde, ein Teilhaber der göttlichen Natur zu werden, der Natur seines Schöpfers (2Petr 1:4). Er ist eine neue Schöpfung. Sein altes, sündiges Leben ist vergangen und alles an ihm ist neu geworden (2Kor 5:17). Alles. Seine Einstellung, seine Verhaltensweise, seine Kleidung, seine Ansichten, seine Hoffnung, seine Wünsche, seine Gewohnheiten, und vieles mehr! Alles hat sich durch die Macht dessen verändert, der die Natur der Dinge geschaffen hat und sie versteht.

Der Apostel Johannes hatte das Prinzip der Frucht verstanden, als er seinen ersten Brief schrieb. "Jeder, der aus Gott geboren ist, tut nicht Sünde, denn sein Same bleibt in ihm; und er kann nicht sündigen, weil er aus Gott geboren ist." (1Joh 3:9).

Die Natur eines Christen kann nicht schlechte Früchte erzeugen, weil der Same des Glaubens und der Erlösung, der ihm bei der Bekehrung ins Herz gepflanzt wurde, keine geistliche Information enthält, um solche zu produzieren.

Die Sünde ist das Werk des Teufels und Jesus kam, um es zu zerstören (siehe Vers 8). Sünde ist dem Christen etwas Fremdes; etwas, das er in seinem Leben nicht mehr wiederholen kann, weil es durch den Schöpfer des Lebens zerstört wurde.

Die Natur lehrt uns diese Dinge. Jesus ruft dazu auf. Trotz dieser Tatsache mangelt es nicht an falschen Propheten, die anhand einiger missverstandener Bibelstellen eine Religion verbreiten, die Sünde gewähren lässt. Eine solche steht im völligen Widerspruch zu unserem Schöpfer. Entweder ist der Christ eine neue Kreatur oder er ist es nicht. Jemand mag sagen: "Wir können nicht anders, als mehr oder weniger zu sündigen oder zumindest gelegentlich." Ich sage: "Das ist schlechte Frucht." Und die Schrift sagt: "Jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen."

Jesus Christus hat Seine Nachfolger dazu bestimmt, gute Frucht zu bringen (Joh 15:16). Wenn Er es bestimmt hat, wer wagt dann zu sagen, dass es unmöglich sei?

Leute, die sagen es sei unmöglich, leben nach dem Fleisch und deshalb folgt ihnen geistlicher Tod (Röm 8:13). Aber die durch den Geist Geborenen töten gemäß ihrer neuen Natur die Handlungen ihres Leibes und vermögen durch Christus alles zu tun (Phil 4:13), was ein Herrschen über die Sünde in diesem Leben einschließt (Röm 5:21). Ohne Ihn können sie nichts tun (Joh 15:5), wenn sie jedoch in Ihm bleiben, sind sie Seiner Natur teilhaftig, und Sünde hat in dem Leben einer solchen Person keinen Raum mehr (1Joh 3:6). Sünde übt über den Christen keine Herrschaft mehr aus (Röm 6:14). Folglich wird dann im Leben eines Christen keine Sünde mehr zu beobachten sein. Sie wurde in seinem Herzen zerstört. Etwas, das es nicht länger gibt, kann sich selbst nicht offenbaren.

Wenn du einen Apfelkern pflanzen solltest, kannst du vernünftigerweise und zu Recht erwarten, dass ein Apfelbaum daraus entsprießen wird. Du würdest nicht erwarten, dass ein Brombeerstrauch erscheint. Gleichermaßen verhält es sich mit dem Christen. Der Same der Gerechtigkeit und der heiligen Weisheit von oben, der bei der Bekehrung in sein Herz gesät wurde, bewässert mit den Tränen der Buße, wird gute Frucht hervorbringen (Jak 3:18). "Denn wir sind sein Gebilde, in Christus Jesus geschaffen zu guten Werken, die Gott vorher bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen." (Eph 2:10). Ist Sünde ein gutes Werk? Wurde die Seele in Christus zum Sündigen erschaffen? Wie sollen Menschen die guten Werke eines Christen sehen und den Vater im Himmel verherrlichen, wenn diese Werke zur Sünde gehören? Im Lichte der Verheißungen Gottes macht eine "Du-musst-sündigen" Religion absolut keinen Sinn.

Wie ist deine Frucht? Erntet man von deinem religiösen Bekenntnis anstelle von Trauben Dornen? Der Schöpfer aller Dinge ist bereit, dir eine neue Natur zu geben.

Kein Wunder, dass das Wort Evangelium "Gute Nachricht" bedeutet! Welche Nachricht könnte besser sein als diejenige, dass die Sünde besiegt ist und du sie nicht länger in deinem Herz und Leben haben musst? Warum noch länger daran festhalten? Hat sie dir nicht genug Schmerz und Schande bereitet? Hat sie dir nicht schon lange genug das Lächeln Gottes über deinem Leben vorenthalten? Warum lässt du dich von falschen Propheten der Natur berauben, welche Christus dir zu geben begehrt? Stehe auf den Verheißungen Gottes und sei ein wahrer Christ!

Die Alternative ist das Feuer.
"Kinder, niemand verführe euch! Wer die Gerechtigkeit tut, ist gerecht, wie er gerecht ist. Wer die Sünde tut, ist aus dem Teufel … Hieran sind offenbar die Kinder Gottes und die Kinder des Teufels … " (1Joh 3:7.8.10). Ich denke nicht, dass Johannes einen deutlicheren Wortlaut hätte wählen können.

"An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen."

Br. Daniel Eichelberger