Das Israel Gottes

Premillennialisten (Anhänger der Lehre vom Tausendjährigen Reich) haben ein großes Interesse an dem buchstäblichen Israel. Nachrichten aus dem Mittleren Osten erfüllen sie mit großer Besorgnis. Zu ihnen muss ich sagen: "Es ist Zeit, sich vom alttestamentlichen Bund zu verabschieden, Leute." Israel als ein bevorzugtes Volk, Jerusalem als eine heilige Stadt, der Tempel des alten Testaments mit all den Verordnungen und Brandopfern, die zu ihm gehörten … wurden am Kreuz abgeschafft und sind für immer weggetan! All diese Formen haben in Christus ihre Erfüllung gefunden und werden geistlich auf Seine neutestamentliche Gemeinde angewendet. Hört bitte mit dem Lesen erfundener Endzeit-Bücher auf, die heute so populär sind, und fangt an die Bibel zu studieren, besonders die Bücher Hebräer und Galater, um wirkliches Verständnis diesbezüglich zu erlangen.

Lasst uns einmal folgende Worte von Charles E. Brown betrachten: "Wenn die irdischen Juden nicht aus dem Hause Israel sind, wer dann? Lasst Paulus antworten. An die bekehrten Heiden von Philippi schreibend, sagt er: 'Denn wir sind die Beschneidung, die wir im Geist Gottes dienen und uns in Christus Jesus rühmen und nicht auf Fleisch vertrauen' (Phil 3:3). Wenn doch unsere premillennialistischen Brüder weniger Glauben in die Herrlichkeit des natürlichen Volkes Israel setzen würden!

Gegenüber den ehemaligen Heiden von Kolossäa hebt er die heute einzig gültige Beschneidung hervor: 'In ihm seid ihr auch beschnitten worden mit einer Beschneidung, die nicht mit Händen geschehen ist … in der Beschneidung des Christus' (Kol. 2:11). Wenn die jüdische Beschneidung keine Gültigkeit mehr hat und wenn die heidnischen Menschen von Philippi und Kolossäa mit der Beschneidung des Christus beschnitten worden sind - was unbedingt seine Rechtskräftigkeit hat - folgert man nicht daraus, dass die zum Christentum Bekehrten zum wahren Israel Gottes werden?

In welch bodenlose Tiefe des Irrtums kann ein Mensch nur fallen! Könnte irgendetwas weniger Verführerisches als der "Premillennialismus" einen christlichen Menschen dazu bewegen, den Juden oder jemand anderen irgendeine andere Alternative anzubieten, als Jesus, den Herrn und Erlöser jetzt anzunehmen? Nirgends im Neuen Testament findet man eine Stelle, die Juden vor die Wahl stellt, entweder Jesus anzunehmen oder aber an den altertümlichen Hoffnungen der Väter festzuhalten. Stattdessen lehrten die Apostel: 'Und es ist in keinem anderen das Heil; denn auch kein anderer Name unter dem Himmel [nicht einmal der berühmte Name von Zion] ist den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden müssen.' Apg 4:12. Solch eine Lehre bringt uns zum Erschaudern, weil wir um die guten Menschen fürchten, die wir lieben und respektieren, die sich aber selbst gegenüber den gewichtigen Worten des Paulus verschließen, die er an die Verfechter und Prediger des Judentums im ersten Jahrhundert richtete: 'Wenn aber auch wir oder ein Engel aus dem Himmel euch etwas als Evangelium entgegen dem verkündigten, was wir euch als Evangelium verkündigt haben: Er sei verflucht!' Gal 1:8."

Falsche Propheten haben den Verstand der lieben Seelen ernstlich vernebelt, sonst wären sie nicht auf diesen millennialen Seitenpfad in die Irre geführt worden. Die Bibel ist äußerst deutlich - Christen sind "das Israel Gottes" (Gal 6:15-16), der Samen des Abraham (Gal 3:28-29).

Röm 2:28-29 "Deswegen sage ich euch: Das Reich Gottes [ihre Herrschaft als Gottes besonderes Volk] wird von euch weggenommen und einer Nation gegeben werden, die seine Früchte bringen wird." Petrus erklärt die "Nation", die künftig so gesegnet sein wird, als Gottes "heilige Nation", die Gemeinde (1Petr 2:7-10).

Ein Premillennialist schrieb: "Schlüssel zu diesem ganzen prophetischen Plan ist das Wiederherstellen von Israel als einen nationalen Staat in Palästina. Ohne Israel fällt der ganze Plan auseinander." Und er fällt tatsächlich auseinander, wenn er von der Schrift auf die Probe gestellt wird. Die einzige Hoffnung des buchstäblichen Israel ist dieselbe Hoffnung, die allen angeboten wird - die Erlösung durch Jesus Christus an diesem gegenwärtigen Evangeliumstag. Es wird kein zukünftiges Zeitalter geben, denn wenn Jesus in den Wolken erscheint, wird alle Welt zum letzten Gericht gerufen und die Erde zerstört werden.

Susan Mutch