Das Zeichen Seines Kommens

Etwa zwei Jahrtausende sind vergangen, seitdem Gott in Menschengestalt von dieser Erde auffuhr, um zur Rechten des Vaters zu sitzen. Die Boten in weißen Kleidern proklamierten die wunderbare Kunde: "Jesus … wird in derselben Weise wiederkommen, wie ihr ihn habt in den Himmel auffahren sehen!" (Apg 1:10-11). Die Verheißung Seiner Wiederkunft steht, allem Spott zum Trotz, unerschüttert und wahrhaftig. Jesus Christus wird gewiss zum zweiten Mal erscheinen, um in flammendem Feuer an allen Sündern Vergeltung zu üben (2Th 1:7-8) und das Universum aufzulösen. Das Ereignis des zweiten und letzten Kommens Christi wird das ewige Schicksal jeder lebenden Person unwiderruflich besiegeln. Die Bedeutung des letzten großen Tages kann nicht genug betont werden.

Die Schrift verkündet deutlich, dass niemand den Tag noch die Stunde Seiner Wiederkunft kennt. Alle, die dieses voraussagen, tun es in direktem Widerspruch zum Worte Gottes. Wie dem auch sei, die Schrift spricht davon, "die Zeit [zu] verstehen", und zu erkennen, dass Sein Kommen nahe ist. Gott will nicht, dass jemand verloren gehe. In liebevollem Erbarmen hat "er sich selbst nicht unbezeugt gelassen". Aus inniger Besorgnis um das ewige Wohlergehen Seiner Schöpfung gibt Gott ein Zeichen Seiner Wiederkunft. Der Zweck dieses Zeichens, wie der vieler physischer Zeichen, ist das zu verkündigen, was nach ihm folgt, und vor seinem unmittelbar bevorstehenden Auftreten zu warnen.

Um eine wahrheitsgetreue Exegese von Matthäus 24 wiederzugeben, muss verstanden werden, dass die Jünger Christi im 3. Vers dieses Kapitels drei bestimmte Fragen stellten. Eine von diesen war: "Was wird das Zeichen deiner Wiederkunft … sein?" Jesus fährt dann im Verlauf des Kapitels damit fort, alle drei Fragen zu beantworten. In Vers 30 beginnt Er damit, das Zeichen Seiner Wiederkunft anzusprechen und sagt Sein tatsächliches Kommen und Erscheinen am letzten großen Tag voraus. Im 31. Vers enthüllt Er dann in explizitem Detail die Substanz des Zeichens selbst: "Und dann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen." Hier spricht es weder vom natürlichen Himmel noch vom himmlischen Wohnsitz Gottes, sondern vom geistlichen Reich, in dem geistliche Ereignisse stattfinden. Dieser "Himmel" ist synonym zu den "himmlischen Regionen" aus Eph 6:12, 2:6 und 3:10. Aus der Erscheinung des Zeichens im Himmel lässt sich seine geistliche Natur schließen, die von Menschen fleischlicher Gesinnung nicht erkennbar ist.

"Und er [Christus] wird seine Engel [griechisch: Botschafter] aussenden mit starkem Posaunenschall … " - die Evangeliumsbotschaft des Erwachens, der Warnung und des Alarms (Jes 58:1). Diese Gott gesandten Botschafter (Seine Prediger) werden dann damit fortfahren, die Auserwählten des Herrn, nämlich all Seine erlösten Kinder, in Eins zu sammeln (Joh 11:52). Indem die Schrift sagt: "Von einem Ende des [geistlichen] Himmels bis zum anderen", deutet sie die Universalität dieses Sammelns an (Eph 1:10).

Gott hätte zulassen können, dass diese böse, in Schlummer eingehüllte, Welt fortfährt, in ihren Sünden zu schlafen, um erst beim Schall der letzten Posaune voller Schrecken zu erwachen. Allerdings wird zu dem Zeitpunkt jede Hoffnung auf Reue vollkommen ausgeschlossen sein. Gott beabsichtigte, dass mittels der durchdringenden Wucht wahrhaftigen Predigens und der daraus resultierenden Vereinigung aller Heiligen, die teilnahmslosen Menschenmengen erkennen sollten, dass Seine furchterregende Wiederkunft "nahe vor der Türe ist". Auf Grund dieser Erkenntnis sollten sie, durch die überführende Kraft des Heiligen Geistes, auf ihre Knie fallen und um Vergebung der Sünden bitten, bevor jener Tag sie in ihrer Ungerechtigkeit überraschen und verdammen würde.

Die ernste Tatsache ist, dass wir gegenwärtig in der unmittelbaren Erfüllung von Matthäus 24:31 leben und Zeugen derselben sind. Gott hat sich eine himmlische Predigerschaft bereitgestellt, die den göttlichen Auftrag hat, auszugehen und Gottes Gerichte über alle Ungerechtigkeit zu proklamieren, einschließlich der Sünde religiösen Sektentums. Es scheint, dass nichts anderes mehr zur Unehre des Namens Gottes beigetragen hat als sogenannte Gemeinden - geteilt und zersplittert, ohne die entfernteste Ähnlichkeit mit der einen "Gemeinde, die herrlich sei, sodass sie weder Flecken noch Runzeln noch etwas Ähnliches habe" (Eph 5:27). Schweren Herzens flehte Christus voll Inbrunst zum Vater: " … dass sie alle eins seien … damit die Welt glaube … " (Joh 17:21). Oh, welch eine ergreifende Bitte! Jesus wusste, dass die Welt das Sammeln und die Einheit des Volkes Gottes sehen musste, um von ihren Sünden Buße zu tun.

Voller Ehrfurcht stehen wir da und sehen, wie Gott sich Seiner Boten bedient, indem Er "einen aus [jeder] Stadt und zwei aus [jeder] Familie" nimmt und nach Zion bringt (Jer 3:14)! Unsere Herzen sind in freudiger Erregung beim Schall der großen Posaune, welche die entsetzliche Stille des Abfalls und Kompromisses durchbrochen hat. Mit feierlicher Überzeugung erkennen wir, dass Gott wiederkommt, ja, sehr bald wiederkommt. Wir beobachten das Zeichen Seiner Wiederkunft mit zunehmender Dringlichkeit, da das Zeichen klarer Beweis dafür ist, dass wir am äußersten Ende des Endes leben. Die Botschaft der Stunde lautet : "Siehe, der Bräutigam kommt!" Was immer wir noch erstreben wollen für unsere eigene Seele oder die Seelen anderer, muss schnell getan werden, denn das Zeichen verkündet, dass Er nahe ist.

Das Zeichen muss Gottes Wiederkunft vorausgehen, da es am letzten großen Tag keine Gelegenheit für seine Erfüllung geben wird. An jenem Tag werden die Boten die Heiligen nicht ausfindig machen und sammeln müssen, da sie "entrückt werden" von wo auch immer sie sind "zur Begegnung mit dem Herrn, in der Luft" (1Th 4:17). Bei der Wiederkunft Christi werden der buchstäbliche Himmel und die Erde in Flammen aufgehen und somit Zeit und Ort für ein Sammeln an jenem Tag auslöschen (2Pt 3:12). Das Sammeln findet JETZT statt!

Wir sind Zeugen einer ansehnlichen Reihe von irrtümlichen Annahmen und fehlgeleiteten Erwartungen hinsichtlich der Zeichen. Selbst als Jesus auf dieser Erde wandelte, forderten fleischlich gesinnte Menschen, obgleich sehr religiös, Zeichen von Ihm, der selbst das "Zeichen, dem widersprochen wird", war. Es ist verblüffend, dass in dem Kapitel, das dem Bericht der Speisung der Viertausend unmittelbar folgt, die Pharisäer und Sadduzäer nach einem Zeichen verlangten (Mt 16:1)! Welch ein Nachweis enormer geistlicher Geistesarmut - vorsätzlicher Geistesarmut. Ehe Jesus davonging, sie "zeichenlos" zurücklassend, verhieß Er ihnen ein Zeichen: das Zeichen Jonas. Das Zeichen, das Gott den Niniviten gab, war das eines Menschen, der ihre Straßen auf- und abging und das Gericht Gottes predigte (Mt 12:41; Lk 11:30). Für die Juden, die ein Zeichen forderten, hatte Paulus nur eine Antwort: die Verkündigung (1Kor 1:22-23). Ähnlicherweise sind das Verkündigen des ewigen Evangeliums und seine Auswirkungen das Zeichen, das Gott sich jetzt erwählt hat, um die Menschen von der Wirklichkeit Seiner baldigen Wiederkunft zu überzeugen. Diejenigen, die unzufrieden nach "anderen" Zeichen ausschauen, würden nicht glauben, "wenn einer aus den Toten auferstände" (Lk 16:31). Jesus nannte diejenigen, die das offensichtliche Zeichen ablehnten und ein anderes verlangten, boshafte und ehebrecherische Heuchler.

Lieber Leser, kannst du die Zeichen der Zeit nicht wahrnehmen? Könnte irgendetwas möglicherweise spektakulärer sein als das gegenwärtige Wirken Gottes, nämlich das Sammeln Seines Volkes und die Wiederherstellung Seiner Gemeinde? Wenn auch aus keinem anderen Grund bitten wir dich doch inständig: Glaube, "um der Werke willen"!

Br. Benjamin Tovstiga