Das verhärtete Herz des Pharao

Hat Gott das Herz des Pharao mit Härte erfüllt, wovon die Calvinisten uns so gerne überzeugen möchten? War er bedingungslos für das Verderben vorherbestimmt? Lasst uns diese Frage etwas näher betrachten.

Adam Clarke stellt fest: "Alle, die die Schriften mit Sorgfalt und Aufmerksamkeit gelesen haben, wissen nur zu gut, dass Gott dort häufig als jemand dargestellt wird,der nur das tut, was Er zulässt. Wenn also ein Mensch Seinen Geist betrübt und Seiner Gnade widerstanden hat, entzieht Er diesen Geist und diese Gnade von ihm , so dass er übermütig und anmaßend in der Sünde wird. Der Pharao verstockte sein eigenes Herz gegen Gott (2Mo 9:34) und Gott schlug ihn in gerechter Weise mit Blindheit, sodass er stur auf seine eigene Vernichtung zueilte … Er gehorchte dem Befehl, das Volk ziehen zu lassen, nicht sofort und das geschah, damit Gott eine größere Gelegenheit haben konnte, Seine Macht durch die sich häufenden Zeichen und Wunder zu offenbaren und auf diese Art und Weise sowohl die Herzen der Ägypter als auch der Israeliten von Seiner Allmacht und Gerechtigkeit zu beeindrucken.

Die ganze Vorgehensweise war wohlwollend berechnet, um beiden Nationen unendlich viel Gutes zu tun. Die Israeliten sollten damit zufrieden sein, dass sie den wahren Gott als ihren Beschützer hatten und auf diese Weise wurde ihr Glaube gestärkt. Die Ägypter sollten einsehen, dass ihre Götter nichts gegen den Gott Israels ausrichten konnten. Deshalb wurde ihre Abhängigkeit von ihnen notwendigerweise erschüttert. Diese großartigen Endresultate wären niemals zustande gekommen, wenn der Pharao sofort eingewilligt und das Volk hätte ziehen lassen.

Diese Erwägung allein löst schon das ganze Geheimnis und erklärt alles … Kein Aspekt in der Berichterstattung berechtigt uns zu glauben, dass Gott sein Herz gegen den Einfluss Seiner Gnade verhärtet hat, dass Er ihn also zur Sünde verleiten würde, damit Seine Gerechtigkeit ihn in die Hölle verbannen könnte. Eine solch schändliche, ungerechte Handlung würden wir kaum dem schlimmsten Menschen zumuten. Wer seinen Nächsten zu einer Straftat verleitet, um dann einen gerechtfertigten Vorwand zu haben, für den er ihn peinigen kann, oder aber wer ihn in solche Umstände zwingt, dass er ein Kapitalverbrechen nicht verhindern kann und ihn dann dafür erhängt, ist mit Recht der Abscheulichste aller Sterblichen.

Was muten wir nun dem Gott der Gerechtigkeit und der Barmherzigkeit zu? Können wir Ihm eine Verfügung zuschreiben, nach welcher Er beschlossen hat, dass Millionen von ungeborenen Seelen die Möglichkeit des Heils vorenthalten wird, wodurch sie notwendigerweise sündigen müssen? Dass sie ihre Herzen sogar gegen den Einfluss Seiner Gnade und Seines Geistes verhärten, damit Er einen rechtmäßigen Vorwand hat, sie der ewigen Verdammnis zu übergeben? … Weder die Gerechtigkeit noch die Souveränität Gottes werden hierdurch verherrlicht."

Dies würde dem Charakter Gottes nicht entsprechen, der "nicht will, dass irgendwelche verloren gehen, sondern dass alle zur Buße kommen". (2Petr 3:9).

Lasst uns das Wort Gottes in gerader Richtung schneiden. In Pharaos Fall handelt es sich eindeutig um ein geistliches Prinzip, wie der Kommentator es umrissen hat. "Ein Mann, der, oft zurechtgewiesen, den Nacken verhärtet, wird plötzlich zerschmettert werden ohne Heilung." (Spr 29:1).

Durch sein hartnäckiges Widerstehen gegen Gottes Warnungen verwarf der Pharao seine eigene Gnade und verhärtete dadurch sein eigenes Herz. Man kann den von Gott angebotenen Gnadenerweisen nicht wiederholt widerstehen, ohne die verhärtende Wirkung auf das Herz zu erfahren.

"Wenn aber Gott, obwohl er seinen Zorn erweisen und seine Macht kundtun wollte, mit vieler Langmut die Gefäße des Zorns ertragen hat, die zum Verderben zubereitet sind … " (Röm 9:22).

Gott erwies Langmut, indem Er dem Pharao erlaubte, die Plagen trotz seiner Halsstarrigkeit zu überleben. Pharao erwählte es selber, ein Gefäß des Zorns zu werden und stürzte sich so ins Verderben. Gott nutzte dieses einfach, um Seinen eigenen Namen zu verherrlichen. ?

Schw. Susan Mutch

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