Das zweite Kommen Christi

Es ist eine unumstrittene Tatsache, dass die Gemeinde darauf hingewiesen wird, die Wiederkunft Christi am Himmel als bevorstehendes großes Ereignis zu betrachten. Nirgends werden wir belehrt ein vor- oder nachmilleniales Reich auf Erden zu suchen.

Es gibt nur eine persönliche Wiederkunft Christi

"Wir bitten euch aber, Brüder, wegen der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus" (2Thess 2:1). "Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!" (1Thess 5:23). " … den der Herr Jesus … vernichten wird durch die Erscheinung seiner Ankunft" (2Thess 2:8). " … indem wir die glückliche Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Heilandes Jesus Christus erwarten" (Tit 2:13). "So wird auch der Christus, nachdem er einmal geopfert worden ist, um vieler Sünden zu tragen, zum zweiten Male ohne Beziehung zur Sünde denen zum Heil erscheinen, die ihn erwarten" (Hebr 9:28). "Habt nun Geduld, Brüder, bis zur Ankunft des Herrn … Habt auch ihr Geduld, stärkt eure Herzen! Denn die Ankunft des Herrn ist nahe gekommen" (Jak 5:7-8). Manche Lehrer vertreten drei zukünftige Wiederkünfte des Herrn, doch die vorhergehenden Schriftstellen - und viele mehr - weisen uns auf eine einmalige Wiederkunft, die am Ende dieser Welt stattfinden wird.

Die Art und Weise Seines Kommens

Sichtbar: "Und als er dies gesagt hatte, wurde er vor ihren Blicken emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie gespannt zum Himmel schauten, wie er auffuhr, siehe, da standen zwei Männer in weißen Kleidern bei ihnen, die auch sprachen: Männer von Galiläa, was steht ihr und seht hinauf zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen worden ist, wird so kommen, wie ihr ihn habt hingehen sehen in den Himmel" (Apg 1:9-11).

Das ist deutlich. "Dieser Jesus … wird so kommen" wie Er hinaufgefahren ist. Er war leibhaftig und sichtbar aufgefahren. Sie sahen Ihn aufsteigen und "eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg". "So" wird Er auch vom Himmel hinabkommen. "Siehe, er kommt mit den Wolken, und jedes Auge wird ihn sehen, auch die, welche ihn durchstochen haben, und wehklagen werden seinetwegen alle Stämme der Erde" (Offb 1:7). " … ihr werdet den Sohn des Menschen sitzen sehen zur Rechten der Macht und kommen mit den Wolken des Himmels" (Mark 16:62).

Unerwartet: "Siehe, ich komme wie ein Dieb. Glückselig, der wacht" (Offb 16:15). "Es wird aber der Tag des Herrn kommen wie ein Dieb in der Nacht" (2Petr 3:10). "Denn ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn so kommt wie ein Dieb in der Nacht. Wenn sie sagen: Friede und Sicherheit! Dann kommt ein plötzliches Verderben über sie … und sie werden nicht entfliehen" (1Thess 5:2-3). "Hütet euch aber, dass eure Herzen nicht etwa beschwert werden durch Völlerei und Trunkenheit und Lebenssorgen und jener Tag plötzlich über euch hereinbricht wie ein Fallstrick! Denn er wird über alle kommen, die auf dem ganzen Erdboden ansässig sind. Wacht nun und betet zu aller Zeit, dass ihr im Stande seid, diesem allem, was geschehen soll, zu entfliehen und vor dem Sohn des Menschen zu stehen!" (Luk 21:34-35). "Aber wie die Tage Noahs waren, so wird auch die Ankunft des Sohnes des Menschen sein. Denn wie sie in jenen Tagen vor der Flut waren: sie aßen und tranken, sie heirateten und verheirateten bis zu dem Tag, da Noah in die Arche ging und sie es nicht erkannten, bis die Flut kam und alle wegraffte, so wird auch die Ankunft des Sohnes des Menschen sein" (Matth 24:37-39).

Dies ist unmissverständlich. Das Kommen Christi ist ein großes, erhabenes und bevorstehendes Ereignis auf das die Gemeinde warten soll; sie soll dafür bereit sein. Der Tag und die Stunde sind nur dem Vater bekannt. Wenn die Himmel zerreißen werden und Seine Gegenwart enthüllt wird, wird diese Welt in dem Zustand Gomorras sein, gleich wie in vorsintflutlicher Zeit. Die Millionen dieser Erde werden dem Schlaf der fleischlichen Sicherheit verfallen sein und Tausende werden von einer tausendjährigen Herrlichkeit träumen. Oh, die Überraschung und Enttäuschung der Massen an jenem großen Tag! Seit Grundlegung der Welt wird es nicht solch einen Tag gegeben haben wie diesen, der in seiner Überraschung und seinem Schrecken über die Millionen einbrechen wird.

Wie gewöhnlich wird Geschäftigkeit und Vergnügen die Sinne der Menschen ausfüllen bis der vorhergehende Tag zu Neige geht. Die Sonne wird in ihrer bisherigen Majestät auf- und wieder untergegangen sein. Myriaden werden sich zur Ruhe begeben haben, von künftigen Jahren des Reichtums und Glückes träumen, doch der laute "Schall der Posaune Gottes" wird sie wecken, um niemals wieder einzuschlafen, und erhobenen Blickes werden sie die Himmel in Flammen aufgehen sehen. Die Visionen der Weltlich-Gesinnten werden im Lichte der Ewigkeit und durch den verzweifelten Schrei: "Der Richter ist da!" aufgelöst werden. Der Geizhals, der sein Gold zählt, wird von panischem Schrecken ergriffen durch die Totenglocke, die ihm die Wertlosigkeit des Goldes ankündet. Seine unbezahlbare Seele, die sich nach einer geplatzten Seifenblase ausstreckte, ist auf immer verloren. Der zaudernde Zweifler, der von Barmherzigkeit nach Jahren des Weltvergnügen träumte, wird bestürzt feststellen, dass der Tag der Gnade vorüber ist. Der geschäftige Kaufmann, der lechzend dem Ziel des Reichtums zustrebte, ohne einen Gedanken an Gott oder die Ewigkeit zu verschwenden, wird mit Schrecken erfüllt werden, wenn seine trügerischen Illusionen im grellen Schein der lodernden Himmel und in der Katastrophe einer zerstörten Welt untergehen. Die "Demasse", die Ihn aus Liebe zur Welt verlassen haben, die "Judasse", die Ihn verraten haben und alle Abtrünnigen und Gotteslästerer, die Seinen Namen verachtet und Sein Blut mit Füßen getreten haben, werden entgeistert dastehen, wenn der Tag Seines Zorns auf sie hereinbrechen wird.

Es war ein Tag des Zorns als die Flut auf die entartete Welt hereinbrach und den überstürzten Millionen ein gemeinsames Grab bereitete. Dieser Tag wird jedoch alle anderen übertreffen, denn an diesem Tag wird die Zeit ihren Lauf vollendet haben, allgemeine Vergeltung wird zugesprochen werden und Gott selbst wird erscheinen, um Rache zu üben an denen, die Ihn nicht kennen, und Er wird die Erde in eine Feuerbrunst einhüllen.

Im gesamten Neuen Testament werden die ernstesten Warnungen an die Gemeinde gerichtet, für dieses große und schreckliche Ereignis bereit zu sein. "Wacht also! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt. Deshalb seid auch ihr bereit! Denn in der Stunde, in der ihr es nicht meint, kommt der Sohn des Menschen" (Matth 24: 42.44). Währenddem den Massen das Kommen Christi eine Überraschung sein wird, "erwartet und beschleunigt" Seine treue Gemeinde "die Ankunft des Tages Gottes". "Ihr aber, Brüder, seid nicht in Finsternis, dass euch der Tag wie ein Dieb ergreife; denn ihr alle seid Söhne des Lichtes und Söhne des Tages; wir gehören nicht der Nacht und nicht der Finsternis. Also lasst uns nun nicht schlafen wie die übrigen, sondern wachen und nüchtern sein!" (1Thess 5:4-6).

Mit Seinen Heiligen: " … wird auch Gott ebenso die Entschlafenen durch Jesus mit ihm bringen" (1Thess 4:14). " … bei der Ankunft unseres Herrn Jesus mit allen seinen Heiligen" (1Thess 3:13). An jenem Tag werden ihre Geister wiederkehren und die auferstandenen Leiber aufs Neue beleben.

Mit einem Befehlsruf: "Denn der Herr selbst wird beim Befehlsruf, bei der Stimme eines Erzengels und bei dem Schall der Posaune Gottes herabkommen vom Himmel" (1Thess 4:16).

Plötzlich: "Denn wir der Blitz ausfährt von Osten und bis nach Westen leuchtet, so wird die Ankunft des Sohnes des Menschen sein" (Matth 24:27). "So wacht nun … damit er nicht, wenn er plötzlich kommt euch schlafend finde" (Mark 13:35-36). "Ja, ich komme bald (engl. Üs.: plötzlich). Amen, komm, Herr Jesus!" (Offb 22:20).

Der Zweck Seines Kommens

I. Die allgemeine oder universale Auferstehung aller Toten

Es werden Millionen von Menschen, gute und schlechte, auf dieser Erde leben, wenn Christus wiederkommt. Diese, sagt Paulus, werden den Tod nicht schmecken, sondern "werden … alle verwandelt werden, in einem Nu, in einem Augenblick, bei der letzten Posaune; denn posaunen wird es, und die Toten werden auferweckt werden, unvergänglich sein, und wir werden verwandelt werden" (1Kor 15:51-52). Es kann niemand leugnen, dass der Apostel hier von einer Auferweckung spricht, welche die Gemeinde einschließt und dass der Posaunenschall, welcher sie ruft, die "letzte Posaune" genannt wird. Daher müssen wir verstehen, dass alle Toten, sowohl Gerechte als auch Ungerechte, zu diesem Zeitpunkt hervorkommen werden, denn wie könnte ein anderer Posaunenschall die Ungerechten tausend Jahre nach dem die "letzte Posaune" erschallen ist, rufen? Das ist absurd. Die Ausdrucksweise ist einfach. "Denn posaunen wird es (die letzte Posaune), und die Toten werden auferweckt werden … und wir (die Lebenden) werden verwandelt werden."

"Wir wollen euch aber, Brüder, nicht in Unkenntnis lassen über die Entschlafenen, damit ihr nicht betrübt seid wie die übrigen, die keine Hoffnung haben. Denn wenn wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, wird auch Gott ebenso die Entschlafenen durch Jesus mit ihm bringen. Denn dies sagen wir euch in einem Wort des Herrn, dass wir, die Lebenden, die übrigbleiben bis zur Ankunft des Herrn, den Entschlafenen keineswegs zuvorkommen werden. Denn der Herr selbst wird beim Befehlsruf, bei der Stimme eines Erzengels und bei dem Schall der Posaune Gottes herabkommen vom Himmel, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen; danach werden wir, die Lebenden, die übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft; und so werden wir allezeit beim Herrn sein" (1Thess 4:13-17).

Hier wird uns deutlich gesagt, dass die Auferstehung der Toten zum gleichen Zeitpunkt stattfindet, wenn "der Herr selbst … beim Befehlsruf … bei dem Schall der Posaune Gottes herabkommen [wird] vom Himmel" - beim Schall der letzten Posaune. Die Folge der Auferstehung ist ebenso deutlich angesagt. All "die Lebenden, die übrigbleiben bis zur Ankunft des Herrn, [werden] den Entschlafenen keineswegs zuvorkommen. Denn … die Toten in Christus werden zuerst auferstehen." Conybeare und Howson übersetzen hier wie folgt: "Wir, die am Leben bleiben und die Ankunft des Herrn miterleben, werden nicht vor den Verstorbenen in Seine Gegenwart treten." Das ist klar und eindeutig. Die Heiligen, die auf Erden leben wenn Christus wiederkommt, werden den verstorbenen Gerechten nicht zuvorkommen. Sie werden erst auferstehen ehe wir in die Gegenwart des Herrn treten werden. Nach diesem werden wir "zugleich mit ihnen" entrückt werden und allezeit bei dem Herrn sein.

Der Grund, warum die Bösen in dieser Schriftstelle nicht erwähnt werden, ist, weil der Apostel hier die Hoffnung der Gemeinde behandelt. Wenn aber der Herr am Himmel bei einem Befehlsruf erscheinen wird, werden nicht nur die im Herrn Verstorbenen Seine Stimme vernehmen, sondern die Bösen werden zur gleichen Zeit hervorkommen. "Es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören und hervorkommen werden: die das Gute getan haben zur Auferstehung des Lebens, die aber das Böse verübt haben zur Auferstehung des Gerichts" (Joh 5:28-29). Diese Schriftstelle macht endgültig die Theorie zunichte, nach der zwischen der Auferstehung der Gerechten und der der Ungerechten ein Zwischenraum von tausend Jahren liegt.

Christus sagte ausdrücklich, dass alle, die in den Gräbern sind, Gute und Böse, Seine Stimme hören werden und zu gleicher "Stunde" hervorkommen werden. Daniel, als er mit prophetischem Blick in die Zukunft schaute, erblickte diese universale Auferstehung und beschrieb sie wie folgt: "Und viele von denen, die im Land des Staubes schlafen, werden aufwachen: die einen zu ewigem Leben und die anderen zur Schande, zu ewigem Abscheu" (Dan 12:2). Dieser Text wird in der Young's Literal Translation folgendermaßen wiedergegeben: "Und die Menge derer die im Staube der Erde schlafen, werden auferwecken, manche zu immer-dauerndem Leben, andere zur Schande, zu immer-dauerndem Abscheu". Hier wird wiederum gelehrt, dass die Menge der Toten - Gerechte und Ungerechte - am Jüngsten Tag hervorkommen werden.

Als Paulus sich vor Felix verantworten musste, behauptete er unerschrocken, dass es "eine Auferstehung der Gerechten wie der Ungerechten sein wird" (Apg 24:15). Wie viele Auferstehungen? Eine Auferstehung. Wen schließt diese Auferstehung ein? Beide, die Gerechten und die Ungerechten. So bestimmt lehrt es das unveränderliche Wort der Wahrheit. Könnte noch deutlicher ausgedrückt werden, dass es nur eine Auferstehung gibt für beide, Gerechte und Ungerechte?

Der Schreiber der Offenbarung sagt, dass wenn Er in den Wolken kommen wird, Ihn jedes Auge sehen wird, auch die, die Ihn durchstochen haben (Offb 1:7). Das ist ein klarer Beweis dafür, dass beide Klassen der Menschheit zu der Zeit auferstehen werden. Dagegen kann kein Einspruch erhoben werden. "Und ich sah einen großen weißen Thron und den, der darauf saß, vor dessen Angesicht die Erde entfloh und der Himmel und keine Stätte wurde für sie gefunden. Und ich sah die Toten, die Großen und die Kleinen, vor dem Thron stehen, und Bücher wurden geöffnet; und ein anderes Buch wurde geöffnet, welches das des Lebens ist. Und die Toten wurden gerichtet nach dem, was in den Büchern geschrieben war, nach ihren Werken. Und das Meer gab die Toten, die in ihm waren, und der Tod und Hades gaben die Toten, die in ihnen waren, und sie wurden gerichtet, ein jeder nach seinen Werken. Und der Tod und der Hades wurden in den Feuersee geworfen. Dies ist der zweite Tod, der Feuersee. Und wenn jemand nicht geschrieben gefunden wurde in dem Buch des Lebens, so wurde er in den Feuersee geworfen" (Offb 20:11-15).

Hier sehen wir wiederum, wie alle Toten vom Land und vom Meer hervorkommen, und das sich diesem sofort anschließende Gericht, die Scheidung der Gerechten und Bösen. " … und wenn jemand nicht geschrieben gefunden wurde in dem Buch des Leben, so wurde er in den Feuersee geworfen." Das deutet unmissverständlich darauf hin, dass an jenem großen Prüfungstag manche im Buch des Leben gefunden werden und andere nicht. "Er wird auferstehen in der Auferstehung am letzten Tag" (Joh 11:24). Wer - außer solche, die durch Betrug verblendet worden sind - kann hier nicht erkennen, dass in diesen Schriftstellen nur von einer Auferstehung die Rede ist, "die Auferstehung der Toten" - aller Toten; und dass diese Auferstehung "am letzten Tag" stattfinden wird?

"Denn wie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden. Jeder aber in seiner eigenen Ordnung: der Erstling, Christus; sodann die, welche Christus gehören bei seiner Ankunft; dann das Ende, wenn er das Reich dem Gott und Vater übergibt; wenn er alle Herrschaft und alle Gewalt und Macht weggetan hat. Denn er muss herrschen, bis er alle Feinde unter seine Füße gelegt hat" (1Kor 15:22-25). Dieser Text und klar und eindeutig. (1) Das gesamte Geschlecht Adams wird von den Toten auferstehen. (2) Dies wird bei der Wiederkunft Christi stattfinden. (3) Darauf folgt das Ende. Wortwörtlich: "Dann das Ende." Die Verfechter des Tausendjährigen Reiches behaupten, dass nach der Auferstehung derer, die in Christus sind, ein Reich aufgerichtet wird, in dem Christus mit Seinen Heiligen tausend Jahre regieren wird. Dann folgt die Auferstehung der Ungerechten. Darauf wird in diesem Text aber auf keinerlei Weise hingewiesen. Ganz im Gegenteil. Mit der Auferstehung derer, die in Christus sind, kommt das Ende. "Dann das Ende, wenn er das Reich dem Gott und Vater übergibt" (und nicht aufrichtet). "Dann das Ende" - das Ende der Zeit, das Ende der Bewährung, das Ende dieser Welt.

Bald wird Christus Seinen Vermittlerthron für den Richterthron tauschen. Dann bleibt der Welt kein Fürsprecher mehr, kein Heiland, keine Gelegenheit mehr zum Heil. Der Erlösungsplan wird dann abgeschlossen sein. Das Opfer für die Sünde wurde gebracht; das Evangelium wurde unter allen Nationen bekannt gemacht; Christus erscheint in den Wolken; Gericht wird gehalten und ewige Strafe oder ewige Belohnung wird jedem zugeteilt; Christus übergibt dem Vater das Reich. 1Kor 15:22-28 macht der Ketzerei des Tausendjährigen Reichs ein Garaus, denn anstatt dass Christus ein Reich aufrichtet, heißt es definitiv, dass Er das Reich, das Ihm jetzt gehört und in dem Er jetzt herrscht, "übergeben" wird. Die Zusammenfassung der vorhergehenden Schriftstellen lehrt folgendes:

1. Es wird eine buchstäbliche Auferstehung aus buchstäblichen Gräbern stattfinden.

2. Diese Auferstehung wird in dem Augenblick stattfinden, wenn Christus wiederkommt.

3. Sie wird eine universale Auferstehung sein. "Alle, die in den Gräbern sind, hören seine Stimme."

4. Weil sie universal ist, schließt sie beide Klassen der Menschheit ein - "die das Gute getan haben und die das Böse getan haben".

Da es nun bewiesen worden ist, dass die universale Auferstehung aller Toten in demselben Augenblick der Wiederkunft Christi stattfinden wird, wollen wir nun nachweisen, dass das Gericht umgehend darauf folgt.

II. Das allgemeine Gericht, die Belohnung der Gerechten, die Strafe der Ungerechten

" … die dem Rechenschaft geben werden, der bereit ist, Lebende und Tode zu richten" (1Petr 4:5). "Und er hat uns befohlen, dem Volk zu predigen und eindringlich zu bezeugen, dass er der von Gott verordnete Richter der Lebenden und der Toten ist" (Apg 10:42). Wann wird dieses Gericht stattfinden? "Ich bezeuge eindringlich vor Gott und Christus Jesus, der Lebende und Tote richten wird, und bei seiner Erscheinung und seinem Reich. Fortan liegt mir bereit der Siegeskranz der Gerechtigkeit, den der Herr, der gerechte Richter, mir als Belohnung geben wird an jenem Tag: nicht allein aber mir, sondern auch allen, die sein Erscheinen liebgewonnen haben" (2Tim 4:1.8).

Gott sei Dank für dieses klare Zeugnis. Anstatt ein Tausendjähriges Reich aufzustellen wird eindeutig zum Ausdruck gebracht, dass Christus die Lebenden (die, welche eben verwandelt worden sind) und die Toten (die eben aus den Gräbern auferstanden sind) bei Seiner Erscheinung richten wird und dass der Apostel, sowie alle, die Sein Erscheinen liebgewonnen haben, gekrönt werden.

"So verurteilt nichts vor der Zeit, bis der Herr kommt, der auch das Verborgene der Finsternis ans Licht bringen und Absichten der Herzen offenbaren wird! Und dann wird jedem sein Lob werden von Gott" (1Kor 4:5). "Denn was wird es einem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewönne, aber sein Leben einbüßte? Oder was wird ein Mensch als Lösegeld geben für sein Leben? Denn der Sohn des Menschen wird kommen in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln, und dann wird er einem jeden vergelten nach seinem Tun" (Matth 16:26-27). "Nach deiner Störrigkeit und deinem unbußfertigen Herzen aber häufst du dir selbst Zorn auf für den Tag des Zorns und der Offenbarung des gerechten Gerichtes Gottes, der einem jeden vergelten wird nach seinen Werken" (Röm 2:5-6). "Siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir, um einem jeden zu vergelten, wie sein Werk ist. Wer unrecht tut, tue noch unrecht, und der Unreine verunreinige sich noch, und der Gerechte übe noch Gerechtigkeit, und der Heilige heilige sich noch!" (Offb 22:12-11).

Die Auffassung, dass ein Tausendjähriges Reich dem zweiten Kommen Christi folgen wird ist dadurch widerlegt. Wenn Jesus am Himmel erscheinen wird, dann wird das allgemeine Gericht stattfinden - die Belohnung der Gerechten und die ewige Verdammnis der Gottlosen. Wir wollen kurz die vorhergehenden Schriftstellen näher betrachten. Wie schon festgestellt, beweist 2Tim 4:1.8, dass Christus die Lebenden und Toten bei "Seiner Erscheinung" richten wird (nicht tausend Jahre später). An diesem Tag werden auch die Gerechten gekrönt werden. 1Kor 4:5 beweist ebenso, dass das Gericht stattfinden wird, wenn der Herr kommt und dass Er "das Verborgene der Finsternis ans Licht bringen" wird. Ja, lieber Leser, an jenem Tag wird Gott "jedes Werk, es sei gut oder böse, in ein Gericht über alles Verborgene bringen" (Pred 12:14). Und "dass die Menschen von jedem unnützen Wort, das sie reden werden, Rechenschaft geben müssen am Tag des Gerichts" (Matth 12:36).

Matth 16:26-27 ist eine niederschmetternde Warnung an alle, dass Christus in der Herrlichkeit Seines Vaters erscheinen wird "und dann (zu diesem Zeitpunkt) wird er einem jeden vergelten nach seinem Tun". Dann wird kein Entkommen der Sünde mehr möglich sein, sondern die Seele der Gottlosen wird auf immer verloren sein. Röm 2:5-6 ist eine ernste Warnung an Gottlose, die der Wahrheit widerstehen und Gottes Barmherzigkeit verachten. Solchen wird das Erscheinen Jesu Christi am Himmel ein Tag des Zorns sein, wenn Gott "einem jeden vergelten wird nach seinen Werken". Offb 22:11-12 bringt auch Beweis dafür, dass das Schicksal aller Menschen, ob rein oder unrein, in dem Augenblick, wenn der Herr erscheinen wird, besiegelt sein wird. Amen. Die Tatsache, dass alle - die Gerechten sowie die Ungerechten - zum gleichen Zeitpunkt gerichtet werden, macht die Lehre des Tausendjährigen Reichs zunichte. So lautet das klare Zeugnis der Schrift.

"Und ich sah die Toten, die Großen und die Kleinen, vor dem Thron stehen, und Bücher wurden geöffnet; und ein anderes Buch wurde geöffnet, welches das des Lebens ist. Und die Toten wurden gerichtet nach dem, was in den Büchern geschrieben war, nach ihren Werken. Und das Meer gab die Toten, die in ihm waren, und der Tod und der Hades gaben die Toten, die in ihnen waren, und sie wurden gerichtet, ein jeder nach seinen Werken. Und der Tod und der Hades wurden in den Feuersee geworfen. Dies ist der zweite Tod, der Feuersee. Und wenn jemand nicht geschrieben gefunden wurde in dem Buch des Lebens, so wurde er in den Feuersee geworfen" (Offb 20: 12-15). Hier wird die Art und Weise des Gerichts geschildert.

Erstens. Wenn Christus kommen wird, wird Er auf einem "großen weißen Thron" sitzen und die Toten werden vor Gott stehen. "Denn wir müssen alle vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden, damit jeder empfange, was er durch den Leib vollbracht, dementsprechend, was er getan hat, es sei Gutes oder Böses" (2Kor 5:10). "Wir werden alle vor den Richterstuhl Gottes gestellt werden. Also wird nun jeder von uns für sich selbst Gott Rechenschaft geben" (Röm 14:10-12). Gott sei Dank für den Hammer der Wahrheit, der alle falschen Lehren des Teufels zerstört. Oh, wie ist das Zeugnis der Schrift so unmissverständlich! Die Toten - alle Toten - kleine und große, gute und schlechte, werden alle an jenem großen Tag "vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden". Und dann, sagt der Apostel, "wird nun jeder von uns für sich selbst Gott Rechenschaft geben", "damit jeder empfange, was er durch den Leib vollbracht, dementsprechend, was er getan hat, es sei Gutes oder Böses". Was ein Mensch sät, das wird er auch ernten.

Zweitens. Bücher werden aufgetan und die Toten werden gerichtet werden, nach ihren Werken, die in den Büchern aufgezeichnet wurden.

Drittens. Wer nicht im Buch des Lebens gefunden wurde, wurde in den Feuersee geworfen. Das lässt erkennen, dass bei dem letzten Verhör, manche im Buch des Lebens gefunden werden und andere nicht. " … bei der Offenbarung des Herrn Jesus vom Himmel her mit den Engeln seiner Macht, in flammendem Feuer. Dabei übt er Vergeltung an denen, die Gott nicht kennen, und an denen, die dem Evangelium unseres Herrn Jesus nicht gehorchen; sie werden Strafe leiden, ewiges Verderben vom Angesicht des Herrn und von der Herrlichkeit seiner Stärke, wenn er kommt, um an jenem Tag in seinen Heiligen verherrlicht und in allen denen bewundert zu werden, die geglaubt haben" (2Thess 1:7-10). Diese Schriftstelle bestätigt ebenfalls, dass die Gottlosen bestraft und die Gerechten belohnt werden "bei der Offenbarung des Herrn Jesus vom Himmel". Anstatt ein Reich und eine tausendjährige Herrschaft aufzurichten, damit die Millionen, die Seine Barmherzigkeit in diesem Leben verschmäht haben, sich noch bekehren könnten, kommt Er in flammendem Feuer und "übt Vergeltung an denen, die Gott nicht kennen, und an denen, die dem Evangelium unseres Herrn Jesus nicht gehorchten". Beachte, dieses soll dann stattfinden "wenn er kommt, um an jenem Tag in seinen Heiligen verherrlicht und in allen denen bewundert zu werden, die geglaubt haben". Somit wird die Belohnung der Gerechten und die Bestrafung der Gottlosen zum gleichen Zeitpunkt stattfinden, nämlich bei der Wiederkunft Christi. Darauf steht das Wort Gottes. Wer auch immer Gegensätzliches lehrt, widerspricht diesen, sowie auch allen anderen angeführten Schriftstellen.

An verschieden Stellen wird erwähnt, dass Christus "in Kraft und großer Herrlichkeit" kommen wird, in "der Herrlichkeit des Vaters". Die vorhergehende Schriftstelle ist Beweis dafür, dass diese Ehrfurcht gebietende Herrlichkeit die Gottlosen aus Seiner Gegenwart in die Flammen des ewigen Verderbens stürzen wird. Niemand kann sich der Gemeinschaft und Gesellschaft des Schöpfers erfreuen, der nicht schon in diesem Leben Seiner Natur und Heiligkeit teilhaftig geworden ist. Wie kann eine Seele, an der noch der leichteste Schmutz der Sünde haftet, hoffen an jenem schrecklichen Tag der Wiederkunft und des Gerichts vor Gott zu stehen? Oh, wie klar und ernst warnt Gott die Menschheit, im Hinblick auf jenen Tag, wenn alle in der Gegenwart Seiner Majestät und Herrlichkeit entweder stehen oder fallen werden! Kein Unheiliger vermag die Gegenwart Gottes und Seine göttliche Herrlichkeit zu ertragen.

"Ebenso auch, wie es geschah in den Tagen Lots: sie aßen, sie tranken, sie kauften, sie verkauften, sie pflanzten, sie bauten; an dem Tag aber, da Lot von Sodom hinausging, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und brachte alle um. Ebenso wird es an dem Tag sein, da der Sohn des Menschen geoffenbart wird" (Luk 17:28-30). Dieser Text braucht keine weitere Erklärung. "Denn wenn Gott … die alte Welt nicht verschonte, sondern nur Noah … als er die Flut über die Welt der Gottlosen brachte; und wenn er die Städte Sodom und Gomorra einäscherte und zur Zerstörung verurteilte und denen ein Beispiel setzt, die künftig gottlos sein würden … der Herr weiß … die Ungerechten aber aufzubewahren für den Tag des Gerichts, wenn sie bestraft werden" (2Petr 2:4-9).

Ist es nicht erstaunlich, dass Menschen angesichts solcher Schriftstellen derart betört werden, die Lehre zu verbreiten, dass Christus ein buchstäbliches Reich aufrichten wird, zur Bekehrung der Welt? Im Namen der Vernunft, wie können Menschen solcher Lehre Glauben schenken, wenn in der Bibel keine Schriftstelle dieses lehrt?

An jenem Tag, wenn die Toten gerichtet werden, kommt beides: der Zorn Gottes über die Gottlosen und Sein Lohn über die Heiligen; und dieses wird, wie schon vorher bewiesen worden ist, beim Kommen Christi stattfinden. "Wenn aber der Sohn des Menschen kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er auf seinem Thron der Herrlichkeit sitzen; und vor ihm werden versammelt werden alle Nationen, und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirte die Schafe von den Böcken scheidet. Und er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, die Böcke aber zur Linken. Dann wird der König zu denen zu seiner Rechten sagen: Kommt her, Gesegnete meines Vaters, erbt das Reich, das Euch bereitet ist von Grundlegung der Welt an … Dann wird er auch zu denen zur Linken sagen: Geht von mir, Verfluchte, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln … Und diese werden hingehen zur ewigen Strafe, die Gerechten aber in das ewige Leben" (Matth 25:31-46). Warum etwas in Schriftstellen hineinlegen, das nicht dort steht? Nirgendwo wird erwähnt, dass ein Reich aufgerichtet wird, in dem tausend Jahre regiert wird. Solcher Glaube entstammt nicht dem Glauben der Bibel. Im Gegenteil, wie lautet die klare Lehre Jesu? Eine endgültige und ewige Trennung der Gerechten und Gottlosen, eine Belohnung der Gerechten, und eine ewige Bestrafung der Gottlosen werden dann stattfinden, "wenn … der Sohn des Menschen kommen wird in seiner Herrlichkeit".

III. Die vollkommene Vernichtung der Erde

Sowohl das Alte wie auch das Neue Testament lehren, dass diese Erde ein Ende haben wird; dass sie schließlich aufhören wird zu existieren. "Du hast einst die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk. Sie werden umkommen, du aber bleibst" (Ps 102:25-26). "Erhebet zum Himmel eure Augen und blickt auf die Erde unten! Denn die Himmel werden wie Rauch zerfetzt werden, und die Erde wird zerfallen wie ein Kleid" (Jes 51:6). "Der Himmel und die Erde werden vergehen" (Matth 24: 35). Wie deutlich sind diese Aussagen! Dieser Ort, der Erde genannt wird, wird vergehen.

Wann wird dieses stattfinden? Antwort: "Und ich sah einen großen weißen Thron und den, der darauf saß, vor dessen Angesicht die Erde entfloh und der Himmel und keine Stätte wurde für sie gefunden. Und ich sah die Toten, die Großen und die Kleinen, vor dem Thron stehen … und die Toten wurden gerichtet" (Offb 10:11-15). Das ist deutlich. Die Wiederkunft Christi, das Hervorkommen der Toten vom Land und aus dem Meer, das Gericht und die Verdammnis der Gottlosen im Feuersee wird dann stattfinden, wenn diese Erde vergehen und "keine Stätte für sie gefunden" wird. Mögen alle Leser für diese Katastrophe bereit sein, denn so wahr wie Gott geredet hat, sie wird in Erfüllung gehen. Die "Himmel", von denen hier die Rede ist, sind die Himmel in der Luft.

Nun wollen wir die Art und Weise dieses Geschehens zur Kenntnis nehmen. "Die jetzigen Himmel und die jetzige Erde aber sind durch dasselbe Wort aufbewahrt und für das Feuer aufgehoben zum Tag des Gerichts und des Verderbens der gottlosen Menschen … Der Herr verzögert nicht die Verheißung, wie es einige für eine Verzögerung halten, sondern er ist langmütig euch gegenüber, da er nicht will, dass irgendwelche verloren gehen, sondern dass alle zur Buße kommen. Es wird aber der Tag des Herrn kommen wie ein Dieb; an ihm werden die Himmel mit gewaltigem Geräusch vergehen, die Elemente aber werden im Brand aufgelöst und die Erde und Werke auf ihr im Gericht erfunden werden. Da dies alles so aufgelöst wird, was für Leute müsst ihr dann sein in heiligem Wandel und Gottseligkeit, indem ihr die Ankunft des Tages Gottes erwartet und beschleunigt, um dessentwillen die Himmel in Feuer geraten und aufgelöst und die Elemente im Brand zerschmelzen werden! … Deshalb Geliebte, da ihr dies erwartet, befleißigt euch, unbefleckt und tadellos von ihm im Frieden befunden zu werden! Und seht in der Langmut unseres Herrn die Rettung" (2Petr 3:7-15).

Wie deutlich drückt die Schrift dies aus! Nicht nur werden die Werke der Erde aufgelöst werden, sondern die Erde selbst wird "im Gericht erfunden", "aufgelöst" werden und "im Brand zerschmelzen". Jener Tag des Feuers, der diese Erde vernichten wird, "der Tag des Gerichts und des Verderbens der gottlosen Menschen" wird der Tag des zweiten Kommens des Herrn sein.

H. M. Riggle (gekürzt)