Der Geist des Kompromisses

Mit der Verkündigung des vollen Evangeliums Christi durch D. S. Warner und andere Prediger der Gemeinde Gottes zur Zeit der Reformation des Abendlichts, die ungefähr 1880 begann, befasste sich das Wort Gottes auch mit dem Thema der Kleidung der Christen.

Zunächst würde man meinen, dass das Thema der Kleidung von geringer Bedeutung oder vielmehr von überhaupt keiner Bedeutung ist, doch durch sorgfältiges Lesen der Schriftstellen, die zu diesem Thema an die Christen gerichtet sind, stellen wir fest, dass uns die heilige Inspiration in Bezug auf dieses Thema uns nicht selbst überlassen hat, sondern genaue Anweisungen darüber gibt, was wir tragen bzw. nicht tragen sollen.

Dementsprechend lesen wir 1Pt 3:3-5 und 1Tim 2:8-10, und außerdem lesen wir: „Und passt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern lasst euch in eurem Wesen verwandeln durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist.“ (Röm 12:2).

Und wiederum: „Deshalb legt ab alle Unsauberkeit und alles Überfließen von Schlechtigkeit, und empfangt mit Sanftmut das eingepflanzte Wort, das eure Seelen zu erretten vermag.“ (Jak 1:21).

Die ersten zwei angeführten Textstellen untersagen den Christen nicht nur ausdrücklich das Tragen von Gold, Perlen oder kostbarer Kleidung, sondern gebieten, sich gemäß ihrem Bekenntnis, nämlich der Heiligkeit, zu kleiden, indem sie zum Ausdruck bringen, dass der Christ „eines sanften und stillen Geistes“ sein muss und dass auch seine Kleidung bescheiden sein soll. Wenn nun ihr Geist und Wesen sanft, still, heilig und demütig sind, wie die ihres Herrn und Meisters, so sollen sie sich auch Christus gemäß kleiden, zumal sie Ihn bekennen.

Die zwei zuletzt erwähnten Schriftstellen untersagen es uns als Christen, uns der Welt anzupassen, und ermahnen uns, „alles Überfließen von Schlechtigkeit“ abzulegen. Römer 12:2 mag sich mehr auf den Geist und die Weisheit der Welt beziehen, und nimmt dennoch ebenfalls Bezug auf die törichten Moden und Gebräuche, die instinktiv aus deren Geist und Weisheit entspringen; und wenn wir nun jemals beweisen sollen, was der „gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes“ ist, um Ihm dadurch in allen Dingen zu gefallen, dann müssen wir damit aufhören, uns der Welt anzupassen.

Das Ablegen alles Überflüssigen ist in unserem christlichen Leben und Wandel äußerst notwendig. Überflüssig ist alles, was übertrieben, unnötig oder unnütz ist, und das zur Schau oder zum Schmuck getragen oder genutzt wird, um dem Auge zu gefallen und die Begierde des Fleisches oder den Hochmut des Lebens zu stillen; die Schrift sagt aber: „Die aber Christus angehören, die haben das Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Lüsten.“ (Gal 5:24).

Weil wir nun sehen, dass die Schrift gegen solche Dinge ist, können wir in der Tat behaupten, dass die Heiligen Gottes Spitzen, Stickereien, Seide, Satin, Plüsch und andere erlesenen Güter nicht tragen sollten; auch keine ausgefallenen Westen, Krawatten, Seidenstrümpfe, extravagante Taschenuhren oder irgendwelche auffällige oder grelle Bekleidung, sondern das, was den „Heiligen geziemt“. Außerdem muss aller Schmuck wie Ringe, Ohrringe, Ketten, Armbänder, goldene Uhren, Stecknadeln oder irgendetwas, das zur Schau oder Verzierung getragen wird, um Jesu willen weggelassen werden.

Gerne unterlassen wir es, Dinge zu tragen, die uns der Welt näher bringen, aber weder nützlich noch notwendig sind. Ein Kragen, der groß genug ist und von einem solchen Material, dass er unsere Jacke vom Nackenschweiß schützt, scheint eine Sache der Zweckmäßigkeit, Wirtschaftlichkeit, des Komforts und der Sauberkeit zu sein; dies kann jedoch nicht von einer Krawatte gesagt werden, die im Allgemeinen von der Welt als eine Unumgänglichkeit angesehen wird, aber keinen anderen Zweck erfüllt, als dass sie dem äußeren Schein dient. Es entspricht dem Worte Gottes, dass wir sauber und ordentlich sein sollen; sollten wir aber die weltliche Beurteilung zu unserem Maßstab der Ordentlichkeit machen, wo würden wir dann hinkommen?