Der allmächtige Gott

„Kannst du die Tiefe Gottes ergründen oder zur Vollkommenheit des Allmächtigen gelangen? Sie ist himmelhoch – was willst du tun? tiefer als das Totenreich – was kannst du wissen?“ (Hi 11:7-8).

Sollte ich dir die Ungeheuer der Tiefe beschreiben, wie Gott selbst es für Hiob tat? Den großen Blauwal, dessen Zunge so viel wiegt wie ein Elefant, dessen Herz die Größe eines Autos hat, und einige seiner Blutgefäße, sagt man, breit genug seien, dass ein Mensch darin schwimmen könne.

Sollten wir den Makrokosmos erforschen? Wir könnten es jedoch nicht. Die Bewegungen der Himmelskörper, der gewaltige Galaktische Tanz, der bloße Maßstab des Universums sind zu groß und zu wunderbar für Worte. In der Tat sind sie zu wunderbar für das Sehvermögen oder das Erlebnis. Der Mensch hat noch nicht einmal die Fähigkeit, sie zu sehen, geschweige denn sie alle zu erklären. Soweit wir das sagen können, scheinen sie grenzenlos. Sie sind ein Hinweis für uns, dass wir nichtig sind, wie ein Dunst.

Oder sollten wir unsere Konzentration lieber etwas zuspitzen? Hinab, selbst über die Welt des Unsichtbaren hinaus, hinab in das Quantenreich der atomaren Teilchen, wo die Maßstäbe sogar noch erstaunlicher sind als auf dem kosmischen Niveau; zu solch einem mikroskopischen Maßstab, so extrem klein, dass sich sogar die Gesetze der Physik ändern. Eine Welt fast gänzlich leeren Raumes, aber unproportionierter Dichten, starker Kräfte und höchster Geschwindigkeiten. Wir sehen Adler im Flug, Niagara Fälle, Hubble Bilder, das menschliche Genom. Wir sehen Wunder, WUNDER!

Sogar Seine unsichtbaren Eigenschaften, Seine ewige Macht und Gottheit sind deutlich in dem Gemachten zu erkennen, damit die Menschheit keine Entschuldigung hat. Gott hat all diese Dinge durch reine Weisheit gemacht. Wir haben Sehenswürdigkeiten besichtigt, die uns den Atem rauben, uns einen Schauer über den Rücken laufen lassen, unseren Verstand verwirren.

Und dennoch sagt Hiob: „Siehe, das sind die Umrisse seiner Wege; wie leise ist das Wort, das wir davon vernehmen! Aber den Donner seiner Macht – wer versteht ihn?“ (Hi 26:14).

Die ganze Majestät der Schöpfung – die Energie der Atome, die Einzigartigkeit der Zellen, die Feinheiten des Ökosystems, die Unermesslichkeit des Raumes, die Kraft der Sonnen – diese sind das leise Wort, das wir von Ihm vernehmen. Dies sind nur „die Umrisse seiner Wege“. „Ein Flüstern“ heißt es im Hebräischen, dem „Donner seiner Macht“ entgegengestellt. Diese materielle Welt ist ein Entwurf, ein grober Umriss Seines Verstandes. Die Schöpfung ist ein göttlicher Wink. Der allmächtige Gott hat die Schöpfung endlich gemacht. Aber Er hat die Ewigkeit in die Herzen der Menschen gelegt. Bedenke nachfolgendes Schriftwort: „Denn Gott, der dem Licht gebot, aus der Finsternis hervorzuleuchten, er hat es auch in unseren Herzen licht werden lassen.“ (2Kor 4:6).

Stell dir diesen ersten schöpferischen Moment vor, als Gott sprach und die Elemente durch Seinen Befehl in einem Sturm von Energie, Farben und Herrlichkeit ins Dasein gedonnert wurden. (Dein Schöpfer möchte dies in deinem Inneren machen, das Chaos in Ordnung bringen, aus der Finsternis Licht werden lassen. Du kannst eine neue geistliche Schöpfung sein.)

Und welch feierliche Gedanken bemächtigen sich unser, wenn wir in Betracht ziehen, dass diese ganze Schöpfung sich eines Tages zusammenrollen wird wie ein Gewand? Und wenn der Vorhang dieser rohen Substanz davongeflohen ist, wird unsere unsterbliche Seele bleiben, bloßgestellt vor Ihm, mit dem wir es zu tun haben. Kein Versteck wird an dem Tag gefunden werden! Wir alle werden das allmächtige Angesicht sehen. In dieser Welt erwecken gewaltige Schluchten und Supernovae in uns ehrfürchtiges Staunen. Wenn wir in den Sternenhimmel starren, bekommen wir ein unbehagliches Gefühl von Schwindel und Ewigkeit. Aber dies ist nur ein Flüstern, wie Hiob sagte, von der Gegenwart, in der wir alle am letzten großen Tag stehen werden. Vor dem Angesicht wird selbst die Schöpfung fliehen, Ehrentitel und Prunk werden fliehen, Vorwand und Entschuldigung werden fliehen, und du wirst bleiben, um nach den im Fleisch vollbrachten Werken gerichtet zu werden.

Den Gerechten wird ewiges Leben in Seiner Gegenwart gewährt werden. Er wird all Seine schöpferische Fähigkeit in Kraft setzen, um sie mit Zuneigung zu überfluten; in einem Maß, das neue Körper erfordern wird. Dauerhaft werden Freuden und Wunder ihrer sein, welche die scheinbaren Schätze der materiellen Welt in den Schatten stellen werden.

Aber dem Bösen, dem Reuelosen, dem Zögernden wird Verdammnis zuteilwerden. Eine Ewigkeit unter dem vollen Gewicht der zu Recht zornigen Allmacht. v Jedes Knie wird sich an jenem Tag beugen. Jedes Knie wird sich beugen und jede Zunge wird Gott bekennen. Die Wahl ist dem Einzelnen überlassen, zu entscheiden, wann er sich beugen will. Er kann sich jetzt, zur rechten Zeit, beugen, ehrfürchtig erstaunt durch die Schöpfung Gottes, umworben von der Liebe Gottes, ermutigt durch die Gnade Gottes. Oder er kann sich vor dem großen weißen Thron beugen – bezwungen, zerschmettert.

Wir sagen mit dem Psalmisten: „Sprecht zu Gott: Wie furchtgebietend sind deine Werke! Wegen der Größe deiner Macht schmeicheln dir deine Feinde. Alle Welt wird dich anbeten und dir lobsingen, sie wird deinem Namen lobsingen! (Sela.)“ (Ps 66:3-4).

– Br. Benjamin Hartlieb