Der weltliche Prediger

Ein Prediger ist ein Herold des Kreuzes. Ein Bote ist jemand, der diese von Gott gegebene Fähigkeit besitzt, damit Gott in allen Dingen verherrlicht werde.

Ein weltlicher Prediger ist ein Widerspruch in sich selbst, eine Absurdität oder Unvereinbarkeit auf geistlichem Gebiet, ein Außenseiter der Moral, ein Schandfleck auf dem Aushängeschild der Gemeinde, eine Prophezeiung seines eigenen Schicksals. überall weist die Schrift auf seinen schrecklichen Stand hin und warnt vor seiner gewaltigen Sündhaftigkeit.

Bileam äußerte eine der erhabensten Prophezeiungen der Schrift, und dennoch war er ein gewaltiger Verderber, und die Gier nach dem vergänglichen Gold war stärker als der erhabene Auftrag, die heilige Offenbarung kundzutun.

Gottes souveräner Wille hatte bestimmt, dass Korah eine Stellung unter dem auserwählten Priestertum haben sollte, aber eine unwiderstehliche Begierde peinigte ihn Tag und Nacht, bis er von seiner Begierde dermaßen getrieben wurde und sein lautstarker Protest gegen Mose, den Auserwählten Gottes, auf unverzügliche Vergeltung dessen, der alles nach dem Ratschluss Seines eigenen Willens laufen lässt, traf.

Jona wird befohlen, gegen Ninive zu prophezeien, aber in seiner weltlichen Betrachtung übertreffen die Beschwerden, die dies mit sich bringen würde, die Bewahrung des Allmächtigen; und eine Zeitlang muss er die unerhörte Wucht seiner dummen und enormen Entfremdung hinnehmen. Seine Lebensbeschreibung spiegelt sich immer wieder unter den Lebensbildern der Zeitgemäßen wider, die zwar den Ruf nach Ninive vernahmen, aber trotzdem nach Tarsis abfuhren, oder wie ein Demas zum Leiter einer "Silbergrube" wurden.

Während dem Untergang Israels hielten viele Ausschau nach dem heiligen Amt, um eines Brotstückes wegen. Eine Parallele findet man in den Menschen unserer Zeit, deren schlechter Erfolg in anderen Berufen oder deren angeborene Trägheit sie - um des Brotes willen - durch die Gleichgültigkeit der Türhüter in den Predigtdienst führte.

Zu allen Zeitaltern gab es die Selbstberufenen, die Tüncher mit Kalk, solche, die ihrer eigenen eingebildeten Größe Weihrauch schwenken, die oberflächlichen Aufnehmer der Ketzerei, die "Dreck-Zusammenscharrer", deren fortwährende Beschäftigung es ist, die Prioritäten einer gefallenen Welt zu berücksichtigen, die Verfechter einer antichristlichen Ordnung.

Im neutestamentlichen Zeitalter achtet man selbstverständlich Judas als den Inbegriff und die Verkörperung all dessen, was selbstsüchtig, weltlich und verwerflich ist. Es ist rechtlich, auf dem Prinzip der Einigkeit der Fleischlichkeit zu schließen, dass die Argumentationen des Judas, die letztendlich den bedeutungsvollsten Verrat aller Zeiten veranlassten, den gleichen Kurs verfolgten wie die Argumentationen eines jeden weltlich gesinnten Predigers zu späteren Zeiten.

In manchen Gemeinschaften sind praktisch alle Prediger weltlich. Jedes religiöse System, das auf einer gesuchten Rechtfertigung durch Werke basiert, und jede Religion, welche die Göttlichkeit unseres Herrn Jesus Christus leugnet, verdammt seine Prediger zur Weltlichkeit durch die Existenz ihrer Glaubensgrundsätze.