Die Autorität des Wortes Gottes

Gottes Wort steht auf ewig fest in den Himmeln.“ (Ps 119:89). Diese Aussage schließt jedes Jota des göttlichen Zeugnisses mit ein. Wenn die Autorität des Wortes nicht völlig und radikal angenommen wird, verliert der Zweck des Christentums allen Wert. In anderen Worten: Es ist unmöglich, ein Christ zu sein, und eine große Schmach, den christlichen Glauben zu bekennen, wenn die Wahrheiten der Bibel nicht fest und vorbehaltlos durch bedingungslosen Glauben ergriffen werden.

Schon die Vorstellung des allmächtigen Gottes verachtet den gebildetsten menschlichen Verstand. Um irgendwelche Segnungen des Evangeliums zu empfangen, müssen menschliche Logik und Verstand sowie das hochgeschätzte „kritische Denken“ dieser Welt gänzlich abgelehnt werden.

Wie kann es sein, dass Menschen – oder vielmehr Würmer – die mit einem begrenzten Verstand versehen sind, sich wagen, die ewigen Werke und Gebote ihres Schöpfers zu verstehen, zu kritisieren und sogar zu verleugnen? Liegt es nicht daran, dass jene alte Schlange immer noch mit der alten Verlockung: „Ihr werdet sein wie Gott“, vor ihren von der Erde verblendeten Augen herumfuchtelt? Mit fortschreitender Zeit erleben wir ein zunehmendes Verleugnen der absoluten Autorität der Bibel – Gottes irrtumslosem und unfehlbarem geschriebenen Wort. Atheisten und Agnostiker standen lange Zeit für das Verleugnen der Bibel.

Diesen wurde später von sogenannten liberalen Christen nachgeeifert, die dem Wort ein wenig Wahrheit zugestanden, sich aber weigerten, das zu glauben, was ihr Verstand nicht ergreifen konnte. Jetzt hat dieses Phänomen der Bosheit sogar „fundamentalistische Christen“ vergiftet. Die meisten von diesen glauben nicht, dass sogar einfache und grundlegende Gebote Gottes in diesem Leben praktisch umsetzbar sind, während manche einen gotteslästerlichen Glauben an einen evolutionären Schöpfungsprozess akzeptiert haben. Die Bibel enthält Symbole, aber das Verleugnen der buchstäblichen biblischen Berichte und die Pflicht des Menschen, biblische Gebote buchstäblich zu befolgen, schließt jegliche Rechtmäßigkeit des Christentums aus.

Wer, in der religiösen Welt heutzutage, glaubt noch an Jesu ausdrückliches Gebot: „Geh hin und sündige nicht mehr“? Scharen derer, die an die Erschaffung der Welt in sechs buchstäblichen Tagen glauben, behaupten, dass es unmöglich für ein Kind Gottes sei, ohne Sünde zu leben. Menschliche Überlegungen haben göttliche Gebote zu idealistischen Vorschlägen herabgesetzt.

Auf ähnliche Weise ermahnt Gottes Wort eindringlich zur vollkommenen Einheit der Heiligen Gottes und sieht nur einen Leib der Gläubigen vor. Die meisten religiösen Bekenner, die mit dieser Wahrheit konfrontiert werden, reagieren mit strotzender Ablehnung. Dies ist ein erstklassiges Beispiel von begrenzten Gesinnungen, die fortlaufende inter- und intrakonfessionelle Streitigkeiten gewohnt sind, und nicht begreifen können, wie die Gesinnung Christi das Trachten des Fleisches völlig ersetzen kann, so dass Einheit heute möglich ist. Außerdem fühlt sich ihr persönliches Ego durch den voraussichtlichen Verlust persönlicher Identität bedroht, würde es „in einen Leib hinein getauft“ werden (1Kor 12:13).

An welche Schriftstellen glauben sogenannte Christen letztendlich? Es scheint vielmehr, als würde es den fleischlichen Konzeptionen und Fantasien der meisten sogenannten Christen gut passen, wenn Gott ihnen eine Schere, Korrekturflüssigkeit und einen Stift geben würde, mit denen Sein Wort offiziell abgeändert werden könnte. Weil Gott ihnen dieses verweigert, verdrehen die Menschen die Schrift zu ihrem eigenen Verderben. Der Teufel ist nicht darauf angewiesen, was allgemein unter „liberaler Ideologie“ verstanden wird. Er kennt die Wahrhaftigkeit der physischen Wunder der Bibel. Er gibt sich zufrieden, wenn er effektiv die größeren Wunder der Wirksamkeit des Blutes Christi, welche vollkommene Heiligkeit und christliche Einheit schaffen, untergraben kann, um dadurch die Seelen der Fundamentalisten zu verführen.

Dieser Geist, der charakteristisch für ein böses, ungläubiges Herz ist (Hebr 3:12), ist nicht neu. Tatsächlich geht er der Aufklärung und dem Darwinismus zeitlich voraus, ebenso den Bewegungen der Moderne und des Liberalismus des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, die so erfolgreich darin waren, die Autorität der Schrift zu untergraben. In den frühesten Tagen dieser Erde fragte der Teufel scharfsinnig: „Sollte Gott wirklich gesagt haben?“. Vor Tausenden von Jahren stellten die Kinder Israels die Allmacht Gottes in Frage, indem sie vermessen fragten: „Kann Gott uns wohl einen Tisch bereiten in der Wüste?“ (Ps 78:19). Indem sie Gott ihre eigene Auffassung Seiner Fähigkeiten auferlegten, verärgerten sie Ihn, begrenzten Ihn, und stachelten Seinen glühenden Zorn und Seine Ablehnung auf. Der gerechte Zacharias, dessen Glaube an Gottes Wort nur einen Augenblick nachließ, als er sagte: „Woran soll ich das erkennen?“, war neun Monate lang stumm. Dieser Vorfall zeigt Gottes sehr hohe Erwartungen an unser bedingungsloses Vertrauen in Sein Wort. Wie ein Prediger des Evangeliums sagte: „Es würde keinen Unterschied machen, wenn es in der Bibel hieße, dass Jona den Wal verschluckte, anstatt dass der Wal Jona verschluckte.“ Gott sagte es, und dabei bleibt es, ungeachtet der Überzeugungen des Menschen.

Der Grund dafür, dass die Lehre der Evolution zur Norm in den Schulen und Universitäten „christlicher“ Nationen geworden ist, ist die allmähliche Untergrabung der Autorität der heiligen Schrift in den Köpfen der Menschen, welche lange vor Darwins abscheulichem Werk begann.

Folglich bekunden wir, dass das Zweifeln an dem Zeugnis der Schrift ein Zweifeln an Gott selbst ist. Indem ein Abschnitt in Frage gestellt wird, wird die Wahrhaftigkeit der ganzen Bibel untergraben. Gott hat das Recht, unser bedingungsloses Vertrauen in Sein geschriebenes Wort, die Bibel, zu erwarten. Er hat dieses Recht, weil Er unser Schöpfer ist. Aber über all dies hinaus hat Gott auf wunderbare Weise bewiesen, dass Sein Wort wahr ist, und zwar in einem solchen Maß, dass unser Glaube an Sein Wort überhaupt nicht blind ist, sondern vollkommen vernünftig. Auf der anderen Seite wird Unvernunft durch das Anzweifeln des Wortes Gottes verkörpert.

Lasst uns das Beispiel des treuen Abraham betrachten, der „nicht an der Verheißung Gottes durch Unglauben [zweifelte], sondern … durch den Glauben [stark wurde], indem er Gott die Ehre gab und völlig überzeugt war, dass er das, was er verheißen hat, auch zu tun vermag.“ (Röm 4:20-21). Auch wir müssen „in den Fußstapfen des Glaubens, den unser Vater Abraham hatte“ wandeln (Röm 4:12)!

Br. Benjamin Tovstiga