Die zwei Zeugen aus Offenbarung 11

Offb 11:3: "Und ich werde meinen zwei Zeugen Vollmacht geben, und sie werden 1260 Tage weissagen, mit Sacktuch bekleidet.
V. 4: Diese sind die zwei ölbäume und die zwei Leuchter, die vor dem Herrn der Erde stehen.

Offenbarung Kapitel 11 stellt dem Leser die zwei Zeugen vor. Damit niemand sie lediglich für menschliche Vermittler hält, weist Gott uns auf Sacharja 4 hin, wo wir von den zwei ölbäumen lesen, die das Goldöl von sich ausfließen lassen, um den Leuchter (die Gemeinde) zu versorgen. Kein menschliches Mittel wird hier in den Symbolen dargestellt. In Vers 14 heißt es weiter: "Dies sind die beiden Gesalbten, die bei dem Herrn der ganzen Erde stehen." Nun ist die Gemeinde eine göttliche Einrichtung und kann nur von Gott versorgt und regiert werden. Somit sind Seine zwei Vikare auf Erden oder Seine zwei Zeugen das Wort und der Geist. Dass das Wort und der Geist als Zeugen verstanden werden, ist mit vielen Schriftstellen zu belegen, wie z.B. Joh 5:39: "Ihr erforscht die Schriften … und sie sind es, die von mir zeugen." "Der Geist selbst bezeugt." (Röm 8:16). Beim Erwecken von Seelen, beim Gewähren des geistlichen Lebens durch die Wiedergeburt und im Bereitstellen all dessen, was die Gemeinde bedarf, wirken der Geist und das Wort immer in Verbindung miteinander.

In der morgenzeitlichen Gemeinde hatten diese zwei Zeugen freien Lauf unter dem Volk Gottes und leiteten es in allen Dingen. Dennoch führt Offb 11 diese zwei Zeugen an, mit Sacktuch bekleidet, welches sie in einem Zustand der Trauer darstellt. Die Geschichte zeigt, dass es nach einer gewissen Zeitspanne einen großen Abfall gab, der sich zum päpstlichen System entwickelte, worin Menschenherrschaft eingeführt wurde. Somit wurde dem Wort und dem Geist kein Raum gewährt, zu wirken, wie sie es wünschten. Demzufolge wurden Seelen verfinstert, während die zwei Zeugen die Zustände betrauerten.

V. 5: Und wenn jemand ihnen schaden will, so geht Feuer aus ihrem Mund und verzehrt ihre Feinde; und wenn jemand ihnen schaden will, muss er ebenso getötet werden.
V. 6: Diese haben die Macht, den Himmel zu verschließen, damit während der Tage ihrer Weissagung kein Regen falle; und sie haben Gewalt über die Wasser, sie in Blut zu verwandeln und die Erde zu schlagen mit jeder Plage, sooft sie nur wollen.

Wie kann der Mensch "ihnen schaden"? Indem er ihre Handlungsweisen nicht beachtet und es ihnen nicht erlaubt, der entscheidende Einfluss seines Lebens zu sein. Die Zeugen trachten danach, Seelen zu retten und sie auf dem richtigen Pfad sicher zum Himmel zu führen. Ihnen zu widerstehen führt lediglich dazu, dass man sich selbst schadet. Fortwährender Eigensinn wird die Zeugen dazu zwingen, Gericht auszuüben. Sie können "den Himmel verschließen". über solche, die nicht auf den Herrn hören, heißt es: "Und dein Himmel, der über deinem Haupt ist, wird Erz sein." (5Mo 28:23). Solche werden Gottes Segensgüsse nicht empfangen. Sie "haben Gewalt über die Wasser, sie in Blut zu verwandeln". Wasser stellen manchmal religiöse Erfahrungen dar: "Wer an mich glaubt … aus seinem Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen." (Joh 7:38). Blut kann Schuld bedeuten, denn das Blut Christi wird entweder Erlösung oder Schuld für uns bewirken. Wenn sich jemand des Betrübens der zwei Zeugen schuldig macht, kann er sogar das verlieren, was er einst zu haben schien.

Es ist eine ernste Sache, es mit den zwei Zeugen zu tun zu haben, und wir alle müssen uns mit ihnen auseinandersetzen.

V. 7: Und wenn sie ihr Zeugnis vollendet haben werden, wird das Tier, das aus dem Abgrund heraufsteigt, Krieg mit ihnen führen und wird sie überwinden und sie töten.
V. 8: Und ihr Leichnam wird auf der Straße der großen Stadt liegen …
V. 9: … drei Tage und einen halben und erlauben nicht, ihre Leichname ins Grab zu legen.
V. 10: Und die auf der Erde wohnen, freuen sich über sie und frohlocken und werden einander Geschenke senden, denn diese zwei Propheten quälten die auf der Erde Wohnenden.

Uns wird das Tier der falschen Religion gezeigt, das gegen Gottes Zeugen kämpft, indem es "sie tötet" oder es ihnen nicht erlaubt, die Leitung zu übernehmen. Dennoch lassen sie ihre Leiber auf der Straße der großen Stadt (Babylon - Offb 14:8) liegen, um ihre Schmach wegzunehmen. Sie wollen auch sagen können, dass sie die Bibel predigen und dass der Geist Gottes unter ihnen wirkt, damit ihre religiöse Form glaubwürdig erscheint.
Diese Zustände passen den falschen Religionsbekennern gerade gut, da sie froh sind, ein "Kirchen-Heim" zu finden, wo sie von den zwei Zeugen, welche die Sünde und alle Ungerechtigkeit tadeln, nicht gequält werden, was ihr fleischliches Leben schmerzlich einengen würde. Sie können bequem auf ihrer Kirchenbank bleiben, trotz ihres gottlosen Lebens.

Obwohl Gott derjenige ist, der den Menschen die Gaben gibt und die Glieder in der Gemeinde bestimmt (Eph 4:8.11; 1Kor 12:4.18), teilen sie sich in dieser großen Stadt selbst Gaben aus: Wir wählen dich als unseren Prediger. Sei du der Sonntagsschullehrer. Sei du der Gesangleiter usw. - Menschenherrschaft.

V. 11: Und nach den drei Tagen und einem halben kam der Geist des Lebens aus Gott in sie, und sie stellten sich auf ihre Füße; und große Furcht befiel die, welche sie schauten.
V. 12: Und sie hörten eine laute Stimme aus dem Himmel zu ihnen sagen: Steigt hier herauf! Und sie stiegen in den Himmel hinauf in der Wolke, und es schauten sie ihre Feinde.
V. 13: Und in jener Stunde geschah ein großes Erdbeben, und der zehnte Teil der Stadt fiel, und siebentausend Menschennamen wurden in dem Erdbeben getötet; und die übrigen gerieten in Furcht und gaben dem Gott des Himmels Ehre."

Diese sektiererischen Zustände herrschten die ersten 350 Jahre des Protestantismus (1530-1880), nach denen wir die zwei Zeugen erneut auf ihren Füßen stehen sehen, zum Schrecken der Sektenanhänger. Gott sei Dank für den Tag der Reformation der Gemeinde Gottes (die Zeit der 6. Posaune), als Gott Sein Volk aus der großen Stadt Babylon herausrief und sie zurück zu der einen biblischen Herde führte.

Den zwei Zeugen, die nun frei von der Gefangenschaft des Sektentums sind, wurde es ermöglicht, auf ihren Füßen zu stehen und in die Himmelswelt hinaufzusteigen (Eph 2:6), durch die Wolke von Zeugen (Hebr12:1) - nämlich die Menschen, die es ablehnten unterhalb des biblischen Maßstabes zu leben und dem Irrtum und geistlichen Tod zu folgen, die stattdessen in vollem Gehorsam gegenüber dem Wort und Geist lebten. Zu diesem Zeitpunkt stellte Gott die sichtbare, reine Gemeinde wieder her.