Hütet euch vor den Götzen!

"Kinder, hütet euch vor den Götzen! Amen." (1Joh 5:21).

Diese Warnung gilt für uns genauso wie für diejenigen, an die Johannes schrieb. Wir stehen in der Tat weder in der Gefahr, uns vor Götzen niederzuwerfen, noch uns an gröberen Formen des Götzendienstes zu beteiligen. Und dennoch mögen wir in keiner geringeren Gefahr stehen als jene, an die Johannes schrieb, indem wir unsere Zuneigung anderen Dingen widmen, die den Platz des wahren Gottes einnehmen, weil wir ihnen unsere Zeit und Zuneigung schenken, die eigentlich Ihm gebühren.

Es ist möglich, dass wir unsere Kinder mit solch einer Anhänglichkeit lieben, dass der wahre Gott erfolgreich aus dem Herzen verdrängt wird. Die Welt - ihren Wohlstand, ihre Vergnügungen und Auszeichnungen - können wir in einem Maße ergeben lieben, wie es sogar ein Götzenanbeter kaum seinen Götzen gegenüber tun würde; und all die Zeit, die er sich zur Verrichtung seiner Anbetung in einem Götzentempel nimmt, mögen wir mit gleicher Hingabe dem Dienste der Welt widmen.

Götzendienst wird überall auf der Welt praktiziert, sowohl in nominellen christlichen Ländern, als auch unter den Heiden; in Familien, die keinen anderen Gott außer dem Wohlstand und der Mode anerkennen, und in den Herzen von Massen Individueller, die den Gedanken, an einem heidnischen Altar anzubeten, verabscheuen würden. Ja, er ist sogar in den Herzen vieler zu finden, die vorgeben, den wahren Gott zu kennen und ein Erbe des Himmels zu sein.

Gott sollte den ersten Platz in unseren Zuneigungen einnehmen. Die Liebe zu allem anderen sollte der Liebe zu Ihm streng unterordnet sein. Er sollte in unseren Herzen regieren, und in unseren Kleiderschränken, in unseren Familien und an dem Ort der öffentlichen Anbetung Anerkennung finden. Ihm sollte man sich zu jeder Zeit als einem solchen unterwerfen, der das volle Recht hat, über uns zu verfügen und uns zu leiten. Seinem Willen, den Er uns durch Sein Wort, durch Seine Vorsorge und durch Seinen Geist kund werden lässt, sollte Gehorsam geleistet werden. Er sollte so geliebt werden, dass wir willig wären, uns von dem, was wir am meisten lieben, ohne Einwand zu trennen, wenn Er es von uns nimmt. Und demzufolge werden wir seinen Gesandten, "den Engel des Todes" voller Freude und Triumph willkommen heißen, wenn Er kommen wird, um uns in Seine Gegenwart abzurufen.

Möge Gott allen, die diese Betrachtung des Briefes des "geliebten Jüngers" lesen, diese unschätzbare Segnung und Ehre gewähren.

Albert Barnes