Humanistische Diktatur

"Gerechtigkeit erhöht eine Nation, aber Sünde ist die Schande der Völker." (Spr 14:34)

Die Welt, wie sie uns bekannt ist, befindet sich im äußersten Chaos. Sie hat ein widerliches Toben der Selbstzerstörung eingeschlagen. Staatsregierungen auf dem ganzen Erdenrund widmen sich einer zwingenden Ansicht von Humanismus und Säkularismus. Diese Bewegung untergräbt die Fundamente der Gesellschaft und entzieht ihr den Lebenssaft. Absolute moralische Zerstörung ist das unvermeidbare Resultat. Ein schockierendes charakteristisches Merkmal dieses Phänomens ist, dass "zivilisierte" westliche Nationen ihren Posten als Anführer dieses Feldzuges eingenommen haben.

Schwerlich lässt sich für diese Katastrophe ein besseres Beispiel finden als in den noch ganz frischen Ereignissen betreffs der Gemeinde Gottes in Deutschland. Nachdem fünf Monate auf eine Entscheidung des Regierungspräsidiums Stuttgart, Baden-Württemberg - Abteilung Schule und Bildung, hinsichtlich eines Antrags auf staatliche Anerkennung für unsere Private Christliche Schule gewartet wurde, erhielten wir am 9. Februar 2010 eine schockierende Ablehnung unseres Antrags. Diese Ablehnung kam trotz der Tatsache, dass unsere Schule bereits 13 Jahre lang stillschweigend von der Regierung geduldet und sehr erfolgreich geführt worden war. Die Schulabgänger unserer Schule absolvierten die staatlichen Abschlussprüfungen mit Auszeichnung und machten nahtlose übergänge in die Berufswelt.

Erschreckende Diskriminierung der Religion und Leugnung der Religionsfreiheit bildeten die Hauptbürde des Schreibens. Es war ein himmelschreiender Angriff auf das, den Kindern rechtmäßig zustehende, Anrecht auf Sicherheit und Erfolg durch die Führung ihrer Eltern (denen sie schließlich anvertraut wurden) und die Führung Gottes, ihres Schöpfers. Aus dem Brief geht ein alarmierender Drang nach staatlicher Kontrolle über unsere Kinder hervor, um sie gewaltsam aus dem von Gott bestimmten Einflussbereich der Eltern zu reißen und sie in eine "Selbstabhängigkeit" zu versetzen, der sie als Kinder keineswegs gewachsen sind. Schließlich gibt es keine einzige Regierung auf Erden - wie kompetent und leistungsstark sie auch sein mag - die über die Fähigkeit verfügt, Kinder zu gebären. Außerdem hat es unter all den Milliarden dieser Erde noch kein Kind gegeben, welches im Stande war, selbstständig und erfolgreich über seinen Lebenslauf zu entscheiden. Dies führt uns zur logischen und grundlegenden Schlussfolgerung, dass Eltern dazu bestimmt sind, über die Angelegenheiten ihrer Kinder zu verwalten, bis diese in der Lage sind, es selber zu tun. Dem Ablehnungsbrief von Seiten des Regierungspräsidiums zufolge hemmt der Gehorsam, den wir von unseren Kindern fordern, die Entwicklung ihrer Individualität und persönlichen Identität. Indem die Gesellschaft mit dieser Denkweise getränkt wird, werden Kinder dazu angespornt, ihre Eltern, Lehrer und Mitmenschen im Allgemeinen geringschätzig und respektlos zu behandeln. Das gleiche trifft auf Werte und Richtlinien zu, die als unumgängliche Bausteine für eine erfolgreiche Zivilisation dienen. Gehorsam ist in der Tat die einzige Präventivmaßnahme gegen Anarchie und Revolution.

Indem sie den freien Lauf des biblischen Glaubens und dessen Ausübung hemmen, fördern Regierungsbeamte tatkräftig ideologische Nötigung. Während Deutschland ein erstklassiges Beispiel für antireligiöse Zivilisation (genauer gesagt Unmenschlichkeit) ist, fällt die gesamte Welt einer Bewegung der Säkularisierung der Gesellschaft zum Opfer und schließt Gott aus den Schulen, den Heimen und dem Leben der Menschheit im Allgemeinen aus.

Es ist geradezu lächerlich, dass Beamte des Bildungswesens die Haartracht und Kleidung unserer Schüler (die noch vor einem Jahrhundert normal waren) als Argumente erwähnten, um das Recht auf eine private Schule zu verweigern! Was die Absurdität dieser Begründung unterstreicht, ist dass es Schülern an deutschen öffentlichen Schulen erlaubt ist, in den absonderlichsten Frisuren und Haarfärbungen und in den überspanntesten Moden zu erscheinen, die man sich nur vorstellen kann.

Täglich sind die Schüler öffentlicher Schulen auf Grund der Kleidung ihrer Mitschüler (oder vielmehr auf Grund des Mangels derselben), auf Grund der Themen und Inhalte ihrer Lehrbücher und auf Grund des allgemeinen Mangels an moralischen Werten der sexuellen Ausbeutung ausgesetzt.

Indem wir auf die späten 30er und die frühen 40er Jahre des letzten Jahrhunderts zurückblicken, ergreift uns eine Furcht, wenn wir die absolute Kontrolle über eine Volksmenge betrachten. Wir erschaudern bei dem Gedanken an die unvorstellbare Gewalt einer Staatsmacht und sind über die schrecklichen Szenen der Gräueltaten entsetzt, die für Westeuropa kennzeichnend waren. Selbst Deutschland verschreit seine eigene Geschichte aus dieser Zeitperiode. Es ist von höchster Wichtigkeit zu erkennen, dass das Untergraben und die letztendliche Auslöschung von Religion und Religionsfreiheit den Schauplatz für diese Ereignisse schufen. Gerade diese ermöglichten eine Verfolgung der Religion und ihrer Bekenner. Genauer gesagt bahnten sie den Weg für die Erschaffung der Todeslager wie Auschwitz und Dachau. Genau dasselbe Religionsverbot lässt jetzt eine Wiederholung der Geschichte zu, welche dem Wesen nach der nationalsozialistischen Denkweise entspricht, allerdings in dem Deutschland von 2010! Der Religion entgegenzukommen, ist eine Grundvoraussetzung für die Stabilität der allgemeinen deutschen Gesellschaft, da Religion ein unumgänglicher und wesentlicher Bestandteil für die soziale Struktur Deutschlands ist. Die Erinnerungen an die 30er und 40er Jahre sollten als ein Mahnmal der Schande dastehen, bei deren Anblick eine Wiederholung der Geschehnisse für immer ausgeschlossen sein sollte.

Was ist mit dem grundlegenden Verständnis geschehen, dass eine Vielfältigkeit der Gesellschaft die nationale Macht unterstützt? Es liegt eine große Gefahr in der Homogenisierung der Gesellschaft - das Erfüllen der öffentlichkeit von einer einzigen, vorherrschenden und alles durchdringenden Denkweise. Das Regime eines Joseph Stalin und des kommunistischen Chinas sind Beispiele für das Umsetzen dieser Ideologie. Tatsache ist, dass diese berühmt-berüchtigten Regierungsformen sich in dem Ausüben derselben Ideale im heutigen Deutschland widerspiegeln.

In dieser neumodischen Gesellschaft versucht der Staat, Gott gegenüber einen Staatsstreich zu verüben. Atheismus und Humanismus sind weit verbreitet. Die daraus resultierende Unmoral ertränkt Kinder und Jugendliche in einem Strudel von Gewalt, moralischer Beschmutzung und heftiger Identitätskrisen. Schulen sind zu Schauplätzen täglicher Gewaltszenen bis hin zu blutigen Massakern geworden. Von Lehrern ist es allgemein bekannt, dass sie der nervlichen Abgespanntheit und dem geistigen Zustand totaler Erschöpfung erliegen (sofern sie die Schießereien an ihrer Schule überlebt haben sollten). Ein aktueller Artikel im "Stern" (Ausgabe Nr. 23; 28. Mai 2009) enthielt eine schockierende Reportage unter dem Titel "Kampfplatz Hauptschule".

Unter einer Ideologie relativer Werte kann es nichts geben, das wirklich verkehrt ist. Der säkularisierte, humanistische Staat bevorrechtigt unmündige Kinder dazu, durchweg alles in Frage zu stellen und zu kritisieren - selbst die elementaren, offensichtlichen Wahrheiten. Unter der Voraussetzung, dass alles offen zur Debatte und Kritik steht, ist kein rechtskräftiger Grund mehr vorhanden, um Völkermord, Abtreibung, Sterbehilfe oder sonst irgendein Töten von oder Eingreifen in ein Menschenleben als verrucht oder sogar unerwünscht abzustempeln. Gerade die Rahmenbedingungen der Relativierung von Werten und der Untergrabung biblischer Grundsätze dienten den Nazi-Führern so hervorragend dazu, Rassenvernichtung und andere abscheuliche Verbrechen auszuüben, währenddem sie als ehrenhafte Führer der deutschen Nation bewundert wurden.

Schlussfolgernd müssen wir einsehen, dass wir es hier mit einem grundlegenden, gewaltsamen Eingriff in die elementaren und lebenswichtigen Rechte zu tun haben. Religion und die Freiheit, dieselbe auszuüben, haben hiermit ihr Todesurteil erhalten. Die Zukunftserwartungen für Christen deuten auf eine Katastrophe hin. Dennoch ist unsere Konfrontation mit diesen antireligiösen Mächten nichts Neues. Als wahre Christen haben wir über Jahrhunderte hinweg den Angriffen der Regierungen und den Stürmen der Zeitalter standgehalten und haben dabei immer die Oberhand behalten. Wir werden auch weiterhin, bis ans Ende der Zeit, die Oberhand behalten, denn Gott führt Sein Volk allezeit zum Sieg.

Br. Benjamin Tovstiga