Nicht Kinder der leibeigenen Magd

Da der „erste“ oder „alte“ Bund – das Gesetz – der das Einhalten des siebenten Tages auferlegte, aufgehoben wurde und am Kreuz endete, und der „neue“ und „bessere“ Bund seinen Platz eingenommen hat – was finden wir dann im Neuen Testament vor? Nicht ein Gebot darüber, den Sabbat des ehemaligen Bundes einzuhalten; nicht eine Drohung gegen jemanden, weil er an diesem Tag arbeitet. Während immer wieder lange Listen von Sünden erwähnt werden, die jede Art des Ungehorsams abdecken, wird das Brechen des Sabbats nicht einmal erwähnt.

In seinen 14 Briefen erwähnt Paulus den Sabbat nur einmal, wobei er zeigt, dass dieser aufgehoben und ans Kreuz geheftet wurde (Kol 2:14-17). In den Briefen von Jakobus, Petrus, Johannes und Judas ist das Wort „Sabbat“ nicht zu finden.

Vergleiche dies mit der Literatur der Adventisten und nimm den Gegensatz zur Kenntnis! Sie sprechen und schreiben mehr über den Sabbat als über irgendein anderes Thema. Er ist das Leben ihres Systems. Das vierte Gebot vom „Dienst des Todes“ kann nirgends im Neuen Testament gefunden werden.

Wir sind weder Juden noch Adventisten, sondern Christen des Neuen Testaments unter der Wahrheit, die durch Jesus Christus kam. Da es im neuen Bund, der unsere Glaubensregel ist, kein Gebot gibt, den siebten Tag einzuhalten, sind wir dazu nicht verpflichtet.

Um ein solches Gebot zu finden, müssen Menschen zurück zum Gesetz gehen. Den Sabbat zu halten, weil das Gesetz Moses ihn vorschrieb, ist als ob wir unseren Nacken unter „das Joch der Knechtschaft“ legen, um „Kinder der [leibeigenen] Magd“ (Gal 4:21-31) zu werden. Aber wir, die wir zur Freiheit des Evangeliums berufen worden sind, sind „nicht Kinder der [leibeigenen] Magd, sondern der Freien“.

Mit großartiger Beweisführung wird argumentiert, dass der Ausdruck „Sabbat“ 59-mal im Neuen Testament vorkomme und sich jedes Mal auf den siebten Tag beziehe, und dass folglich der siebte Tag der Sabbat des Neuen Testaments sein müsse. Aber dasselbe Argument würde alle Zeremonien aus dem Gesetz Moses unter das Evangelium einschließen. Lasst uns ihre Argumentation prüfen! Das Passahfest wird im Neuen Testament 28-mal erwähnt und bezieht sich immer auf das Fest, das von den Juden gehalten wird; folglich muss dieses Fest eine Verordnung des Neuen Testaments sein. Die Beschneidung ist 59-mal im Neuen Testament zu finden; folglich muss sie laut adventistischer Begründung immer noch aktuell sein. Dies ist eine schwache Argumentation. Dass die Feste, die Opfer, das Passahfest, die Sabbate, die Beschneidung usw. aus dem Gesetz Moses im Neuen Testament häufig erwähnt werden, ist kein Beweis dafür, dass sie immer noch gültig sind für das Volk Gottes!

H. M. Riggle