Radikales Christentum

Hingabe und Eifer schwinden in diesen letzten Tagen überall. Viele "Kirchen" haben sogar nur noch am Sonntagmorgen Gottesdienst. Zur selben Zeit gedeiht die Vergnügungsindustrie. Gott wurde beiseite gelegt, während jeder seinen Vergnügungen nachgeht. Sechs oder sieben Tage die Woche kaufen Scharen von Menschen Lottoscheine, Tabak, Alkohol und Filme. Jede Woche verbringen sie Stunden damit, im Internet zu surfen.

Auf einer weltweiten Skala betrachtet, ist das "Christentum" lauwarm. Es ist nicht normal, Gott über das angenehme Maß an Bequemlichkeit hinaus zu suchen. Danach zu ringen, überdurchschnittlich zu sein, wird als stolz betrachtet. Radikal zu sein, wird für unnötig gehalten. Aber Golgatha war nicht angenehm, normal oder lauwarm. Wie können wir in unserem Dienst und unserer Hingabe Ihm gegenüber noch lässig und oberflächlich sein, nachdem Er für uns solche Extreme auf sich nahm?

Manche Menschen sagen, wir sollten uns in die Gesellschaft integrieren und nicht auffallen. Wo bleibt die Trennung von der Welt? Können Schafe sich unter Wölfe mischen? Sie passen einfach nicht rein. Von den Tiefen unseres inneren Wesens bis hin zu unserer Kleidung sind wir Licht und sie sind Finsternis. Licht fällt in der Finsternis immer auf - es kann sich nicht vermischen. Die Kinder Israel konnten nicht anders als in der Wüste aufzufallen. Das geordnete Lager mit der sich fortbewegenden Feuersäule muss ein erstaunlicher Anblick gewesen sein. Auf der ganzen Welt gab es kein anderes Lager wie dieses.

In Offb 3 lässt Gott uns wissen, dass Er Lauheit hasst. Wir müssen in unserer Liebe und Ergebenheit Gott gegenüber inbrünstig sein. Welcher Ehemann würde jemals für seine Frau nur das tun, worum sie ausdrücklich gebeten hat? Liebe ist extrem und wird einen dazu veranlassen, über das Erwartete hinauszugehen.

Das Gesetz Moses ließ Freiraum für freiwillige Opfergaben von solchen, die dem Herrn einfach etwas geben wollten, das Er nicht ausdrücklich verlangt hatte. Gehörst du zu denjenigen, die Gott Opfer und Lob darbringen, wenn es nicht verlangt wird, oder musst du mit Zaum und Geschirr umhergeführt werden wie das Pferd (Ps 32:9)?

Lasst uns die Beispiele von Levi und Jonadab betrachten und sehen, wie Gott sie für ihre Radikalität segnete. "Und ihr sollt erkennen, dass ich euch dieses Gebot gesandt habe, damit mein Bund mit Levi bestehe! spricht der Herr der Heerscharen. Mein Bund mit ihm war Leben und Friede, und ich verlieh ihm beides, damit er [mich] fürchtete, und er fürchtete mich auch und hatte Ehrfurcht vor meinem Namen. Das Gesetz der Wahrheit war in seinem Mund, und nichts Verkehrtes wurde auf seinen Lippen gefunden; er wandelte mit mir in Frieden und Aufrichtigkeit, und viele brachte er zur Umkehr von der Missetat. Denn die Lippen des Priesters sollen die Erkenntnis bewahren, und aus seinem Mund soll man das Gesetz erfragen; denn er ist ein Bote des Herrn der Heerscharen. Ihr aber seid vom Weg abgewichen; ihr seid schuld, dass viele im Gesetz zu Fall gekommen sind, ihr habt den Bund mit Levi missbraucht! spricht der Herr der Heerscharen." (Mal 2:4-8).

Die Leviten wurden nicht deshalb zu Priestern ordiniert, weil Gott Lose verteilte und Levi das richtige Los zog. Es lag ein Grund vor: "Er fürchtete mich." Levi fürchtete mehr als was üblich war. Er ging mit den göttlichen Dingen nicht lässig um. Er fürchtete Gott nicht nur selbst, sondern war auch erfolgreich darin, "viele … zur Umkehr von der Missetat" zu bringen oder sie ebenso die Furcht zu lehren. Gott zeichnete ihn dafür besonders aus. über Tausende von Jahren hatten seine Kinder einen Nutzen davon, dass er über das übliche hinausgegangen war. Sie hatten das Vorrecht, die Hohenpriester zu sein und in das Allerheiligste einzugehen und die Herrlichkeit Gottes zu schauen. Sie durften dabei sein, wenn die Kinder Israel all ihre Opfergaben brachten, um sie Gott darzubringen. Ich glaube, es waren großartige und herrliche Zeiten, wenn Gott sie segnete für das, was sie brachten und opferten. Ich glaube, dass zu bestimmten Zeiten die Tränen flossen und zu anderen Zeiten sehr frohlockt wurde. Die Leviten durften all das sehen.

Bist du um das geistliche Wohlergehen deiner Kinder besorgt? Sei wie Levi - fürchte Gott über die Norm!

In Jeremia 35 lesen wir von den Kindern Jonadabs, die den Geboten ihres Vaters, weder Wein zu trinken, noch Samen zu säen, noch Häuser zu bauen, gehorsam waren. Gott schalt sie dafür nicht, sondern segnete sie vielmehr in mächtiger Weise dafür, dass sie die Gebote ihres Vaters achteten. Die Menschen unserer Zeit würden gesagt haben: "Das steht nicht im Gesetz. Ich werde das nicht tun." Und der Segen wäre ihnen entgangen.

So mancher hat folgende Schriftstelle zitiert: " … Wenn jemand etwas zu diesen Dingen hinzufügt, so wird Gott ihm die Plagen zufügen, von denen in diesem Buch geschrieben steht … " (Offb 22:18) und versucht sich zu rechtfertigen, dass er von sich selber oder anderen nichts fordert, was nicht ausdrücklich im Wort geschrieben steht. Dies ist ein schwerwiegender Irrtum. Lasst uns die Worte des Apostels in Betracht ziehen: "Ich ermahne euch aber, ihr Brüder, nehmt das Wort der Ermahnung an; denn ich habe euch mit wenigen Worten geschrieben." (Hebr 13:22). Der Apostel forderte hier von den Heiligen, es jemandem zu erlauben, das geschriebene Wort auszubauen, um dadurch ihrem Verständnis von der Bürde und dem Geist des Briefes zu helfen. Wir müssen nicht nur den geschriebenen Geboten des Wortes Folge leisten, sondern genauso auch dem Geist und den Prinzipien, die festgelegt wurden. Es war für keinen der Apostel oder Propheten möglich, den ganzen Willen Gottes hinsichtlich all Seiner Kinder für alle Generationen niederzuschreiben. Wenn sie das gekonnt hätten, wäre es für Mose nicht nötig gewesen, Oberste über zehn, fünfzig, hundert und tausend zu bestimmen oder für die ernannten Richter, wie wir sie aus dem Buch der Richter kennen. Menschen hätten ihre Lage einfach in dem Gesetz nachschlagen und es für sich selbst lesen können. Ein Großteil der Arbeit säkularer Richter heutzutage besteht darin, die Gesetze des Landes auf die vielfältigen Situationen, mit denen sie konfrontiert werden, anzuwenden. Nicht jeder Fall ist schwarz-weiß. Sie fügen den Gesetzen nichts hinzu - sie wenden sie lediglich an. Genauso verhält es sich auch mit wahren Christen. Sie wenden das Wort auf alle Situationen jedes Lebensbereiches an.

In den zweitausend Jahren seitdem das Neue Testament geschrieben wurde, sind auf der ganzen Welt viele neue Wege der Sünde sowie neue Sitten und Bräuche aufgekommen. Manche sind offensichtlich, andere wiederum verworren. Du, lieber Leser, würdest gut daran tun, auf den Apostel zu hören und das Wort der Ermahnung von geistlichen Menschen unserer Tage zu ertragen. Nicht diejenigen, die Gott lieben, sind es, die ein Problem mit denen haben, die "über das geschriebene Wort hinausgehen". Es sind diejenigen, die sich selbst lieben und sich verurteilt fühlen, wenn wahre Christen ihre heuchlerischen Bekenntnisse offenbaren. Möge der Herr uns helfen, Ihn an erster Stelle zu lieben, und Ihm inmitten einer Welt von Menschen, die das Vergnügen mehr lieben als Gott, von ganzem Herzen zu dienen.

Br. Jere Thilmony