Unverkennbar gekleidet

Heiligkeit und Sünde sind polarisiert. Sie meiden einander und schließen sich gegenseitig aus. Der Unterschied zwischen einem Heiligen und einem Sünder ist von grenzenlosem Ausmaß. Gott hat uns durch Seinen Willen geschaffen (Offb 4:11) und alles, was wir tun, muss in erster Linie zu Seiner Ehre geschehen (1Kor 10:31).

Der Leib und der Geist des Menschen sind untrennbar miteinander verbunden. Auch wenn viele diese Tatsache heftig abstreiten, so ist ein menschlicher Geist noch nie von Gerechtigkeit regiert worden, während der Leib weltlichen und unanständigen Einflüssen unterworfen blieb. Gott gab sich noch nie mit der Unterstellung und Ergebenheit des menschlichen Geistes allein zufrieden, sondern gebietet: „Verherrlicht Gott in eurem Leib und in eurem Geist, die Gott gehören!“ (1Kor 6:20). Wann immer Gott von einer Person Besitz ergriffen hat, hat Er ihr Wesen revolutioniert (äußerlich und innerlich). Daher wird auch die Kleidung des Christen vom gemeinsamen Heil ausdrücklich beeinflusst. Lieber Leser, wenn du jetzt gerade denkst: „Kleidung ist nicht wichtig“, so bedenke bitte, dass dich das Lesen dieses Artikels in dem Fall nicht verärgern wird. Tatsache ist, dass die Kleidung für viele Menschen wichtiger ist, als sie gerne zugeben wollen.

„Und passt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern lasst euch in eurem Wesen verändern durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist.“ (Röm 12:2). Laut Strongs hebräischen und griechischen Wörterbüchern wird das Wort „anpassen“ als „ähnlich gestalten – das bedeutet, sich demselben Vorbild anpassen“ definiert. Diese sündige Welt hat ihre Art, an welche sie Anpassung fordert. Diese Art zeigt sich in der Kleidung und charakterisiert dieselbe.

Das äußere Erscheinungsbild nicht wiedergeborener religiöser Bekenner passt sich den Moden dieser Welt an und zeugt von ihrer inwendigen Verbindung mit dem Reich der Finsternis. Die meisten sogenannten Christen sind von ihrem nicht bekennenden Gegenüber nicht zu unterscheiden. Es ist nicht so, dass der Geschmack dieser religiösen Leute aus reinem Zufall mit dem der allgemeinen ungläubigen Bevölkerung übereinstimmt, sondern vielmehr dass die Geister, welche die Modeschöpfer und Verbraucher dieser Welt inspirieren, die Herzen und Fantasien der heutigen religiösen Welt in eisernem Griff haben. Gott, dessen Augen so rein sind, dass sie das Böse nicht ansehen können (Hab 1:13), verabscheut die Wege und Moden derer, die Seinen Namen entehren, dermaßen, dass Er möchte, dass Seine geliebten Kinder anders aussehen sollen als sie.

Außerdem steht Gott in Seiner Abscheu gegenüber der verdorbenen Kleidung und der daraus folgenden Identität dieser Welt nicht allein, denn Seine Kinder haben durch die Wiedergeburt Seine Einstellung geerbt. Deswegen teilen sie Seine Entrüstung über das, was die Welt als Kleiderordnung anerkennt und bekunden eifrig ihre Nicht-Befolgung, indem sie sich unverkennbar kleiden.

Das Gebot des Heiligen Geistes (niedergeschrieben vom Apostel Paulus) unterwirft sich keinen berechtigten Erklärungen, die seinen Geltungsbereich einschränken. Was nützt es letztendlich, sich der weltlichen Anpassung in einem Bereich zu enthalten, während man sich ihr in einem anderen hingibt? Während Keuschheit und Schlichtheit der Kleidung wesentlich sind, reiht sich die Unverkennbarkeit der Kleidung als unerlässliches Kennzeichen der Heiligkeit mit ein.

Wahre Christen, von denen alle in die einzige und ausschließliche Herde (die Gemeinde Gottes) gesammelt werden, scheuen sich davor, nicht nur als „ausgesprochene“ Kinder der Welt falsch identifiziert zu werden, sondern sogar als konservative Sektierer, die eine Form der Gottseligkeit haben, aber die sündenzerstörende, trennungauflösende Kraft des Evangeliums verleugnen. Wir mögen wohl zur Kenntnis nehmen, dass es möglich ist, sich (wenigstens bis zu einem bestimmten Maß) keusch und schlicht zu kleiden, und dennoch Mangel an dem wesentlichen Kennzeichen der Unverkennbarkeit zu haben. Wir, die Heiligen Gottes, die in der Fülle der göttlichen Offenbarung (Offb 10:7) leben, ziehen es mit Freuden vor, als die Gemeinde Gottes identifiziert zu werden. Wir tun dies nicht als Glieder einer Gemeinde inmitten von Gemeinden, sondern als Glieder der einen Familie im Himmel und auf Erden, die Zeit und Ewigkeit umfasst – das einzig legitime und funktionsfähige Werk Gottes auf dieser Erde. Wir haben keine Bedenken zuzugeben, dass dieses vom Heiligen Geist inspirierte Verlangen, so identifiziert zu werden, das Lager der Heiligen erfüllt, und somit eine Gleichförmigkeit der Kleidung innerhalb der Mauern der geliebten Stadt bewirkt.

Während der religiöse Pöbel die Luft mit einem Stimmengewirr von „Menschenherrschaft“, „Knechtschaft“ und „Kult“ erfüllt, möchten wir auf ein paar vernünftige Überlegungen hinweisen. Polizisten sind nicht dafür bekannt, Mitglieder eines Kultes zu sein, weil Tausende von ihnen es erwählt haben, dunkle Uniformen zu tragen (sogar in der Sommerhitze), die sie als Menschen identifizieren, die ihr Leben einer Karriere in der Gesetzesvollstreckung hingegeben haben. Wie oft hast du schon einen Harley-Davidson-Fahrer einen hellen Tweedanzug tragen gesehen? Werden sie als Kultmitglieder abgestempelt, weil sie schwarze Lederbekleidung tragen? Soldaten, Krankenschwestern, Flugbegleiter, Piloten, Athleten und viele andere unterwerfen sich selbst der Gleichförmigkeit und Unverkennbarkeit in ihrer Kleidung, um eine stolz gepflegte Identität zu wahren. Dieses Verhalten trifft bei ihren (bekennenden und nicht-bekennenden) Mitbürgern auf Zustimmung und sogar auf Bewunderung. Wir wollen als Christen und als nichts anderes bekannt sein. Genauer gesagt bestehen wir auf eine Kleidung, die uns effektiv als Christen kennzeichnet.

Natürlich fühlen sich solche, die Gottseligkeit bekennen und dennoch weltlich gekleidet sind, durch eine heilige Agenda wie diese geächtet, weil man sie niemals für „Christen“ halten würde, gemessen an der Kleidung, die sie tragen (sowie an fast allem, was sie sonst tun). Sie besitzen nicht die radikale Heiligkeit, Hingabe und „Jenseitigkeit“, die wir durch unsere Kleidung bezeugen, und ärgern sich darüber, dass ihre „Geistlichkeit“ der Legitimität beraubt wird.

Der Unterschied der Zusammensetzung verschiedener Elemente wird offensichtlich. Insbesondere, wenn beide Substanzen völlig gegensätzlich sind. Selbst die Bestandteile der physischen Schöpfung bieten uns Beweis dafür. Genauso verhält es sich auch geistlich. Das Licht gleicht nicht der Finsternis, noch die Kinder des Lichts den Kindern der Finsternis. Es besteht ein Unterschied zwischen dem, der Gott dient, und dem, der Gott nicht dient, und Gottes Kinder sind eifrig danach bestrebt, diesen Unterschied aufrechtzuerhalten und durch ihre Kleidung zu bekräftigen.

Br. Benjamin Tovstiga