Versündigt euch nicht an dem Knaben

„Versündigt euch nicht an dem Knaben!“ (1Mo 42:22).

Gott, der in Seinem Wort kundtat: „Alle Seelen gehören mir“, hat jeder Mutter und jedem Vater etwas Gewaltiges anvertraut: die unbezahlbaren Seelen ihrer Kinder. Folglich werden Eltern vor dem Richterstuhl Christi für ihre Kinder zur Verantwortung gezogen werden. Im Lichte dieser Tatsache wenden wir uns nachdrücklich zu allererst an alle unbekehrten Mütter und Väter: „Versündigt euch nicht an dem Knaben!“ Warum sollten euren Kindern göttliche Eltern vorenthalten werden – ein Vater, dessen heiliges Vorbild sie zu Gott führt, eine kniende Mutter, deren Gebete ihr Leben für immer verändert? Wie? Kümmerst du dich nicht um das ewige Schicksal deiner Kleinen? Soll es ihr Los sein, auf ewig verloren zu gehen, in der Hölle gepeinigt, von Gott getrennt, von Finsternis und Dunkelheit für immer verschlungen zu sein, weinend und jammernd, ihre Zungen vor Schmerz zerbeißend, nie erlöschenden Durst leidend und eine Ewigkeit mit Satan und seinem schrecklichen Heer verbringend – all dieses, zum größten Teil aufgrund deines schändlichen Lebens und Vorbildes? Rührt sich da nicht etwas tief in deinem Innern? Soll von dir gesagt werden: „Diejenigen, die ihnen das Leben schenkten, übergeben sie dem Tod“?

Väter, hört, was die Bibel bezüglich eurer von Gott gegebenen Verantwortung lehrt: „Und ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern zieht sie auf in der Zucht und Ermahnung des Herrn.“ (Eph 6:4). Damit ist gemeint, dass ihr eure Kinder für den Himmel erziehen müsst! Es ist eine Aufgabe, die viel umfangreicher ist als nur die Haushaltsrechnungen zu bezahlen, hungrige Münder zu füttern oder selbst jeden Sonntag die Familie zur Versammlung zu fahren. Wenn es euer ernstes Verlangen ist, dass eure Kinder zum Himmel gehen sollen, müsst ihr es auch tun! Ihr müsst eure Lieblingssünde aufgeben, eure Genugtuung des Fleisches, euren Ungehorsam und euer Aufschieben! Versündigt euch nicht an euren Kindern, indem ihr ihnen das Reich Gottes verschließt, denn „ihr selbst geht nicht hinein, und die hinein wollen, die lasst ihr nicht hinein“! (Mt 23:13).

Mütter, es ergeht ein Ruf an euch, sorgfältig über die Seelen eurer Kinder zu wachen, das drohende Übel zu sehen, das sie befällt, und mutig auszuschreiten, um Satans Pläne und Anschläge zu vereiteln. In 1Mo 21:9-10 lesen wir, dass „Sarah sah, dass der Sohn der Hagar, der ägyptischen Magd, den sie dem Abraham geboren hatte, Mutwillen trieb. Da sprach sie zu Abraham: Treibe diese Magd hinaus mit ihrem Sohn; denn der Sohn dieser Magd soll nicht erben mit meinem Sohn Isaak!“ Diese Welt braucht mehr sehende Sarahs, die über die häuslichen Pflichten des Kochens, Nähens und Putzens hinaus sehen; die den unermesslichen Wert der Seelen ihrer Kinder sehen, und die ihren Teil tun werden, um sie vor dem Bösen zu bewahren.

Diese Welt braucht Mütter, die bereits den Geist des Bösen sehen, der sich in Spielzeugen und Kinderkleidung versteckt hält. Du magst denken, dass dein Kleinkind diese Dinge nicht versteht, deswegen spielt es zu diesem Zeitpunkt wirklich keine Rolle, mit welchem Spielzeug es spielt oder welche Kleidung es trägt. Ach, wenn du aber die schrecklichen Geister sehen könntest, welche diese weltlichen Spielsachen und Kleidungsstücke (bei der Neugeborenengröße beginnend) begleiten, würdest du deine kleinen Kinder unverzüglich vor diesen vergiftenden Geistern schützen. Ein Schreiber bemerkte, dass Eltern ihre Kinder in solch einer Weise kleiden, wie sie selbst sich nicht kleiden würden. Dabei setzen sie den Maßstab herab, während „sie noch ein kleines Mädchen ist und nicht so altmodisch aussehen muss“, mit der Absicht, ihn später zu erheben. Der Schreiber wies auf die Gefahr hin, bis später zu warten, indem er die Erfahrung Rubens in 1Mo 37:22 anwandte, wo Ruben seinen Brüdern vorgeschlagen hatte, Josef in eine Grube zu werfen, damit er ihn [später] rausholen könnte, dann jedoch zur Grube zurückkehrte und sah, dass Josef nicht mehr da war! Eltern, bewahrt eure Kinder von Anfang an davor, in die „Grube der Welt“ zu fallen, damit ihr nicht in Rubens „Später-Klage“ einstimmen müsst: „Der Knabe ist verschwunden! Und ich, wo soll ich hin?“ Oh, das sind bittere, bittere Worte, ausgesprochen aufgrund eines großen Verlustes: der Verlust eines Kindes.

Warte nicht bis später, um deine Kinder in dem Weg zu erziehen, den sie gehen sollen. Erlaube ihnen nicht, „für sich selbst zu entscheiden“, sondern gebiete ihnen, den Weg des Herrn zu bewahren, wie Abraham es tat. Kontrolliere sie jetzt! Halte sie jetzt in den Schranken! Stampft dein Junge im Alter von zwei Jahren mit seinem Fuß, um seinen Willen durchzusetzen, wird er seinen Willen mit zwölf verlangen und mit 21 weiter nach seinem Lebensgrundsatz herrschen: „Ich zuerst!“ Dies ist die grundlegende Ursache eines elenden Lebens. Sollte dieser dann noch eine Ehefrau und Kinder haben, um dieses Elend zu teilen, könnten alle rechtmäßig mit ihren Fingern zurück auf dich zeigen, weil du weich und tolerant warst und bis später gewartet hast, die schmollende Lippe zurechtzuweisen, die anfangs so „niedlich“ aussah.

Mütter und Väter, der Feind hat es heimtückisch auf eure Kinder abgesehen. In dieser extrem kritischen Zeit müsst ihr – wie jemand es zum Ausdruck brachte – euren „kleinen Mose verbergen“. Ihr müsst euch mit dem Errichten eines Schutzwalls beeilen, um ihr junges Leben vor den umliegenden Gefahren zu schützen. Moses Eltern „sahen, dass er ein schönes Kind war“. Siehst du, wie kostbar deine Kinder sind? Dann musst du sie davor bewahren, dass ihre Gesinnung durch unauslöschbare Bilder eines Blickes auf den Zeitschriftenständer verdorben wird. Schütze sie vor den gefährlichen Einflüssen unerlöster Familienmitglieder und Nachbarn, vor öffentlichen Schulen, vor verderbenbringenden Büchern, vor geheimnistuerischen Unterhaltungen mit anderen Kindern und vor Übernachtungen bei anderen. Birg sie in deiner wachsamen Gegenwart! Erlaube ihnen nicht, im Geschäft eigenmächtig umherzugehen! Birg sie in deinen Gebeten! Birg sie in Jesu Namen, denn Er ist ein sicherer und „starker Turm“.

Ist es nicht ein sehr ernüchternder Gedanke, dass Kinder durch die Einflüsse derer, die sie umgeben, extrem beeindruckt werden? Die Sorglosigkeit und Unbeständigkeit einer Mutter, die Unaufmerksamkeit und Nachlässigkeit eines Vaters können das ganze Heim beeinträchtigen und viele kleine Füße dazu veranlassen, auf Abwege zu geraten. Wie ernst ist dir diese Angelegenheit? Väter, bedenkt doch, wie vorsichtig ihr mit der frisch gegossenen Betoneinfahrt umgeht, dass sie nicht beschädigt oder ruiniert wird; jedoch wird sie bald nicht mehr da sein. Mütter, wie sorgfältig behandelt ihr das neu bearbeitete Möbelstück; es wird sowieso bald verbrennen. Aber was habt ihr mit den unsterblichen Seelen eurer Kinder getan, die euch anvertraut wurden und die eines Tages auch wieder von euch gefordert werden? Was wirst du mit ihnen tun? Wirst du sie Gott wohlbehalten wiedergeben oder wirst du sie vernachlässigen und lebenslang die Schuld tragen (1Mo 43:9)? „Versündigt euch nicht an dem Knaben!“