Waren die Jünger bereits vor Pfingsten erlöst?

In der Ansicht mancher Menschen sind Verwirrungen darüber entstanden, ob die ersten Jünger erst zu Pfingsten erlöst wurden, oder es bereits vorher schon waren. Wer behauptet, dass man die Taufe des Heiligen Geistes gleich bei der Bekehrung empfängt, und dadurch das zweite Gnadenwerk für den Gläubigen leugnet, nötigt uns zu glauben, dass die Jünger vor dem Pfingsttag nicht erlöst waren. Wir brauchen betreffs dieses Themas nicht im Unklaren zu sein. Die Schrift sagt ganz deutlich aus, dass sie schon lange vor Pfingsten errettet waren.

Die Jünger waren in dem Reich
"Das Gesetz und die Propheten gehen bis auf Johannes; von da an wird die gute Botschaft vom Reich Gottes verkündigt, und jeder dringt mit Gewalt hinein." (Lk 16:16). Aus dem Munde Jesu wird uns deutlich gesagt, dass die Menschen bereits in das Reich Gottes eingedrungen waren. "Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes hineingehen." (Joh 3:5). Also gab es bereits viele, die seit der Zeit Johannes des Täufers bis zu der Zeit, da Jesus diese Worte sprach, durch die Wiedergeburt in das Reich eingegangen waren.

Die Jünger wurden ausgesandt, um Buße und das Reich Gottes zu predigen (Mk 6:12). Könnten sie das tun, wenn sie nicht umgewandelt gewesen wären oder einen Platz in diesem Reich eingenommen hätten? "Der Ackerbauer, der sich müht, muss als erster an den Früchten Anteil haben." (2Tim 2:6).

Die Jünger waren nicht von der Welt
Jesus sagte Seinen Jüngern deutlich, dass sie nicht von der Welt waren (Joh 15:19). War es deshalb, weil sie Ihm nachfolgten, Seine Wundertaten sahen, Seine Lehren hörten und dann hingingen, um Wunder zu wirken und das Evangelium zu verkünden? Ohne Zweifel hat Jesus heute viele "Nachfolger", die allerdings "von der Welt" sind.

Er sagte: "Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel hineinkommen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist. Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: Herr, Herr! Haben wir nicht durch deinen Namen geweissagt und durch deinen Namen Dämonen ausgetrieben und durch deinen Namen viele Wunderwerke getan? Und dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch niemals gekannt. Weicht von mir, ihr übeltäter!" (Mt 7:21-23). Aus welchem Grund waren Seine wahren Jünger also "nicht von der Welt"?

Paulus sprach zu den Ephesern: "Auch euch hat er auferweckt, die ihr tot wart in euren Vergehungen und Sünden, in denen ihr einst wandeltet gemäß dem Zeitlauf dieser Welt … " (Eph 2:1-2). Somit muss man nach der neutestamentlichen Verordnung, um den "nicht-weltlichen" Zustand zu erlangen, "auferweckt" (lebendig gemacht) werden. Wer würde noch bestreiten, dass es sich hier nicht um die Wiedergeburt handelt?

Die Jünger waren rein
Jesus sagte Seinen Jüngern deutlich, dass sie rein waren: "Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe." (Joh 15:3). Waren sie deshalb rein, weil Jesus zu ihnen geredet hatte? Nein. Er predigte zu vielen, die nicht rein waren und es nie wurden. Warum waren die Jünger anders? Weil sich ihr Hören mit dem Glauben verband. "So viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben." (Joh 1:12). Daher wurden sie nicht durch eine Gesetzeszeremonie rein, sondern durch den Glauben an das Evangelium.

Ich frage dich: Wodurch wurden Menschen in diesem neutestamentlichen Zeitalter rein? Durch den Glauben an das Evangelium. Deshalb hatten die Jünger die neutestamentliche Erlösung. Sie waren nicht anders als diejenigen, die heutzutage glauben.

Die Namen der Jünger waren im Himmel angeschrieben
Viele versuchen zu beweisen, dass die Jünger nicht erlöst sein konnten, wegen der offensichtlichen Fehler, die sie begingen, während Jesus auf Erden war. Ich frage dich: Was ist schlimmer, ihr Streit darüber, wer der Größte ist oder das Diskutieren der Korinther darüber, welchem Prediger sie gefolgt waren; der Mangel an Verständnis und der Unglaube der Jünger oder der, von Jakobus beschriebene, Missstand, wo die Reichen mehr angesehen wurden als die Armen? Sicherlich rechtfertigt das ihre Fehltritte nicht, aber zu sagen, dass die Jünger nicht erlöst waren, weil sie manche Fehler (nicht Sünde) machten, ist verkehrt.

Nun frage ich diejenigen, die behaupten, dass die Jünger auf Grund ihrer Fehler nicht erlöst sein konnten: Willst du sagen, dass der Herr seit Pfingsten Seine Kinder niemals erkennen ließ, dass sie etwas falsch beurteilt hatten oder dass sie eine größere Fülle an Gnade oder Erkenntnis erlangen sollten? Du wirst im Neuen Testament Beispiele dafür finden, dass die Apostel Briefe schrieben, um Probleme in dem Verständnis und Verhalten der Menschen zu beheben. Gleichzeitig sagst du aber nicht, dass die Empfänger der Briefe nicht erlöst waren. Aber lass die armen Jünger in ihrem Urteil fehlen und sie werden heutzutage von den Sektierern als unerlöst abgestempelt. Das ist ein äußerst ungerechtes Urteil über sie.

Jesus sprach zu Seinen Jüngern: "Freut euch aber, dass eure Namen in den Himmeln angeschrieben sind!" (Lk 10:20). Auch wenn sie manche Fehlurteile fällten, hatte Jesus eine höhere Meinung von ihnen als die Sektierer heutzutage und Er stufte ihre geistliche Erfahrung als eine himmlische ein.

Dies ist ein unwiderlegbarer Beweis dafür, dass die Jünger eindeutig vor dem Pfingsttag errettet waren. Sie hatten Buße getan, waren in dem Reich, waren nicht von der Welt, waren rein durch das Wort Gottes und ihre Namen standen in dem Lebensbuch des Lammes.

Br. Jere Thilmony