Die Gemeinde Gottes - Was sie ist und was sie nicht ist

D. S. Warner

KAPITEL 1
Was ist die Gemeinde Gottes?

In dem neuen Testament unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi finden wir 109 mal die Worte Gemeinde und Gemeinden, die immer von dem Wort "ekklesia" übersetzt wurden. Dieses Wort wäre besser mit Versammlung übersetzt worden, und in Verbindung mit den biblischen Eigenschaften sollte es heißen: "die Versammlung Gottes", "die Versammlung der Erstgeborenen" usw., um ihren göttlichen Urheber zu bezeichnen. Und, "die Versammlung, die zu Antiochien war", "die Versammlung Gottes zu Korinth", "die Versammlung in Asien", "die Versammlung in Galatien", usw., um die verschiedenen geographischen Orte der Versammlungen Gottes zu bezeichnen. Ob wir nun das Wort Gemeinde gebrauchen, wie es üblich ist, oder das Wort Versammlung, wie es richtiger wäre, so lasst uns dem Begriff nur die Bedeutung geben, die mit dem Wort Gottes übereinstimmt. Einen biblischen Begriff zu gebrauchen, der aber nicht im biblischen Sinne angewandt wird, bedeutet die Schrift zu verdrehen.
Was ist denn die biblische Erklärung des Wortes "Gemeinde"? Antwort: "Und hat alle Dinge unter seine Füße getan und hat ihn gesetzt zum Haupt der Gemeinde über alles, welche da ist sein Leib, nämlich die Fülle des, der alles in allen erfüllt." Eph 1,22.23.
"Und er ist das Haupt des Leibes, nämlich der Gemeinde; er, welcher ist der Anfang und der Erstgeborene von den Toten, auf dass er in allen Dingen den Vorrang habe." Kol 1,18. "Nun freue ich mich in meinem Leiden, das ich für euch leide, und erstatte an meinem Fleisch, was noch mangelt an Trübsalen in Christo, für seinen Leib, welcher ist die Gemeinde." Kol 1,24.
Die Gemeinde ist der Leib Christi und schließt als solcher notwendigerweise alle seine Glieder mit ein. Irgendeine organisierte religiöse Körperschaft, die nicht den Leib Christi in Wirklichkeit darstellt, die Gemeinde Gottes zu nennen, heißt die Wahrheit verdrehen. Keine Sekte oder religiöse Gemeinschaft, von Menschen erbaut, enthält den ganzen Leib Christi; deshalb ist keine Sekte die Gemeinde Gottes. Als ehrliche Menschen, die durch das Wort Gottes gerichtet zu werden erwarten, lasst uns nie etwas anderes mit dem Namen "Gemeinde Gottes" bezeichnen, als den einen Leib Christi, die Gesamtheit der Erlösten aller Zeiten und Orte. Die Schrift erkennt nur dieses allein als die Gemeinde an, doch müssen wir noch auf einen anderen Unterschied aufmerksam machen. Wir reden von der Gemeinde an bestimmten oder örtlichen Gemeinden, z. B. die Gemeinde zu Ephesus, Korinth und Laodizea. In diesen Fällen ist es zu verstehen, dass die Gemeinde Gottes an dem betreffenden Orte alle wahrhaft Erlösten einschließt, die zu der Zeit daselbst wohnhaft sein mögen und in Christo leben und wandeln. Keine bloße Namenchristen, welch ein Bekenntnis sie auch führen, gehören zur Gemeinde Gottes. Darum ist wiederum keine der Sekten die Gemeinde Gottes, weil dieselben alle mehr oder weniger derartige Leute in sich bergen. Wir erkennen hieraus einen Unterschied zwischen einer Sekte und der Gemeinde Gottes. Die letztere schließt alle Erlösten in sich und keine Sünder; bei einer Sekte ist dieses jedoch nicht der Fall.

KAPITEL 2
Wer ist der Gründer der Gemeinde?

Wir lesen, Abraham "wartete auf eine Stadt, die einen Gründer hat, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist." Hebr 11,10. Der Apostel sagte zu den bekehrten Hebräern in Kapitel 12,22-24: "Sondern ihr seid gekommen zu dem Berge Zion und zu der Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, und zu der Menge vieler tausend Engel und zu der Gemeinde der Erstgeborenen, die im Himmel angeschrieben sind, und zu Gott, dem Richter über alle, und zu den Geistern der vollendeten Gerechten, und zu dem Mittler des neuen Testaments, Jesus, und zu dem Blut der Besprengung, das da besser redet denn das Abels."
In diesem Evangeliums-Zeitalter sind wir zur Stadt, deren Gründer und Erbauer Gott ist, gekommen, und diese Stadt ist die Gemeinde der Erstgeborenen. Christus - "Gott geoffenbart im Fleisch" - ist der Gründer und Erbauer der Gemeinde. "Dieser aber ist größerer Ehre wert denn Mose, soviel größere Ehre denn das Haus der hat, der es bereitete. Denn ein jeglich Haus wird von jemand bereitet; der aber alles bereitet hat, das ist Gott." Hebr 3,3-4. "Zu weiden die Gemeinde Gottes, welche er durch sein eigen Blut erworben hat." Apg 20,28. "Ihr Männer, liebet eure Weiber, gleichwie Christus auch geliebt hat die Gemeinde und hat sich selbst für sie gegeben, auf dass er sie heiligte, und hat sie gereinigt durch das Wasserbad im Wort, auf dass er sie sich selbst darstellte als eine Gemeinde, die herrlich sei, die nicht habe einen Flecken oder Runzel oder des etwas, sondern dass sie heilig sei und unsträflich." Eph 5,25-27. "Auf diesen Felsen will ich bauen meine Gemeinde, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen." Matth 16,18. Alle diese Schriftstellen zeigen klar und deutlich, dass Christus die Gemeinde erkauft, gegründet und erbaut hat. Dieses ist ein klarer und positiver Beweis, dass irgendeine Institution oder Einrichtung, die Menschen gegründet oder erbaut haben, nicht die "Gemeinde Gottes" sein kann.

KAPITEL 3
Wann wurde die Gemeinde gegründet?

Die letzte Stelle, die wir oben angeführt haben, zeigt an, dass ihre Erbauung noch in der Zukunft lag.
Nun lesen wir aber in 1Kor 3,9: "Ihr seid Gottes Ackerwerk und Gottes Bau." "Erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau ineinander gefügt wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herrn, auf welchem auch ihr mit erbaut werdet zu einer Behausung Gottes im Geist." Eph 2,20-22.
"Und auch ihr, als die lebendigen Steine, bauet euch zum geistlichen Hause und zum heiligen Priestertum, zu opfern geistliche Opfer, die Gott angenehm sind durch Jesum Christum." 1Petr. 2,5.
Im Jahre zweiunddreißig sprach Jesus: "Ich will meine Gemeinde bauen." Anno 59 und später sagten die Apostel: "Ihr seid … Gottes Bau." "Erbaut zum geistlichen Hause." Folglich wurde sie innerhalb dieses Zeitraumes erbaut. Es ist wahr, dass die Gemeinde unter dem Wirken Johannes des Täufers und dem Wirken Jesu und seiner Apostel vor dem Pfingstfest ihren Anfang nahm, denn viele glaubten, gingen ein in das Reich und bildeten das Material zur Gemeinde. Aber die Ausgießung des Heiligen Geistes am Pfingsttage war der Zeitpunkt, wo aus dem vorhandenen Material die Gemeinde gebaut und geordnet wurde, wie wir in 1Kor 12,6.11-13.18-24 sehen. Die Gemeinde, gegründet und vorbereitet während Christus auf Erden war, wurde erst recht zusammengefügt und erbaut bei der Ausgießung des Heiligen Geistes am Pfingsttage. Dieses war die Zeit der Gründung der Gemeinde Gottes, folglich ist jede religiöse Körperschaft, die seit jener Zeit ins Dasein getreten ist, nicht die Gemeinde Gottes, sondern eine Tochter der Verwirrung, eine unzeitige Geburt, eine menschliche Erfindung. Dies schließt den Katholizismus und alle protestantischen Sekten ein.

KAPITEL 4
Wer ist ihr Fundament?

"Darum spricht der Herr Herr: Siehe, ich lege in Zion einen Grundstein, einen bewährten Stein, einen köstlichen Eckstein, der wohl gegründet ist. Wer glaubt, der flieht nicht." Jes 28,16.
"Denn wo ist ein Gott außer dem Herrn, oder ein Hort außer unserem Gott?" Ps 18,32.
"Einen andern Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus." 1Kor. 3,11.
"Erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau ineinander gefügt wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herrn." Eph 2,20-21.
Wir ersehen aus diesen Schriftstellen, dass Jesus Christus der Grund- oder Eckstein oder die Grundlage der Gemeinde ist. Er selber sagte: "Auf diesen Felsen will ich bauen meine Gemeinde, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen." Petrus hatte zuvor das Bekenntnis abgelegt, dass Jesus Christus der Sohn des lebendigen Gottes sei, und auf dieses Bekenntnis hin sagte Jesus, dass er auf diesen Felsen - Jesus Christus - den Sohn des lebendigen Gottes - seine Gemeinde bauen würde. Wiewohl wir aus Eph 2,20-21 ersehen, dass die Apostel Grundsteine waren, so wissen wir doch, dass Jesus Christus die unterliegende Grundlage oder der Eckstein ist, denn "einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus." 1Kor 3,11. Dadurch, dass die Apostel zuerst erwählt und vom Heiligen Geiste getrieben wurden, das Neue Testament zu schreiben, waren sie Grundsteine und nahmen eine verbindende Stellung zwischen dem Felsen Christus und dem ganzen Gebäude ein. (Offb 21,14).
Christus ist jedoch der einzige Felsen, worauf die Gemeinde ruht. Nur ein Bau kann auf einer Grundlage stehen. Jesus Christus baute seine Gemeinde auf sich selbst. Alle später gegründeten Organisationen haben Jesus Christus nicht zur Grundlage und müssen untergehen.

KAPITEL 5
Wer ist das Haupt der Gemeinde?

""Und hat alle Dinge unter seine Füße getan und hat ihn (Christus) gesetzt zum Haupt der Gemeinde über alles." Eph 1,22.
"Lasset uns aber rechtschaffen sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem, der das Haupt ist, Christus, von welchem aus der ganze Leib zusammengefügt ist und ein Glied am andern hanget durch alle Gelenke, dadurch eins dem andern Handreichung tut nach dem Werk eines jeglichen Gliedes in seinem Maße und macht, dass der Leib wächst zu seiner selbst Besserung, und das alles in der Liebe." Eph 4,15-16.
"Denn der Mann ist des Weibes Haupt, gleichwie auch Christus das Haupt ist der Gemeinde, und er ist seines Leibes Heiland. Aber wie nun die Gemeinde ist Christo untertan, also auch die Weiber ihren Männern in allen Dingen." Eph 5,23-24.
"Und er ist das Haupt des Leibes, nämlich der Gemeinde; er, welcher ist der Anfang und der Erstgeborene von den Toten, auf dass er in allen Dingen den Vorrang habe." Kol 1,18.
"Lasset euch niemand das Ziel verrücken, der nach eigener Wahl einhergeht in Demut und Geistlichkeit der Engel, davon er nie etwas gesehen hat, und ist ohne Ursache aufgeblasen in seinem fleischlichen Sinn und hält sich nicht an dem Haupt, aus welchem der ganze Leib durch Gelenke und Fugen Handreichung empfängt und zusammengehalten wird und also wächst zur göttlichen Größe." Kol 2,18-19.
Das Haupt einer Institution ist auch der Gesetzgeber. "Denn der Herr ist unser Meister, der Herr ist unser König; der hilft uns!" Jes 33,22.
"Es ist ein einiger Gesetzgeber, der kann selig machen und verdammen."
Alle Organisationen, die ihre eigenen Gesetze, Glaubensbekenntnisse, Katechismen und Arbeitssysteme entwerfen und verlassen, halten sich nicht am Haupte, Christo. Ihre gesetzgebenden Synoden und Generalkonferenzen setzen den göttlichen Gesetzgeber beiseite, maßen sich an, den Platz Christi einzunehmen und setzen sich hin an Gottes Statt, sind also nicht Christi Gemeinde, die ihm untertan ist.
Da es nur ein Haupt gibt, so kann es auch nur einen Leib geben.

KAPITEL 6
Wie gelangt man in die Gemeinde?

"Da sprach Jesus wieder zu ihnen: Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen. Ich bin die Tür; so jemand durch mich eingeht, der wird selig werden, und wird ein und aus gehen und Weide finden." Joh 10,7.9.
"Ich weiß deine Werke. Siehe, ich habe vor dir gegeben eine offene Tür, und niemand kann sie zuschließen; denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort behalten und hast meinen Namen nicht verleugnet." Offb 3,8.
"Denn durch ihn haben wir den Zugang alle beide in einem Geiste zum Vater" Eph 2,18.
Diese Stellen zeigen uns, dass Christus die Tür zur Gemeinde ist, dass Erlösung der Eingang durch sie ist, und dass es eine Tür ist, die beständig offen steht und die niemand zuschließen kann. Christus ist nicht die Tür zu irgendeiner Sekte, deshalb ist keine Sekte die Gemeinde Gottes. Die Heilserfahrung macht niemanden zu einem Glied von irgendeiner Sekte auf Erden, deshalb sind Sekten nicht die Gemeinde Gottes. Jede Sekte hat eine Tür für sich, eine besondere Art der Gliederaufnahme, und diese Tür wird geöffnet und geschlossen von Menschen; deshalb sind sie nicht wie die Tür der Gemeinde Gottes, welche niemand öffnen noch zuschließen kann. Die Sekten sind folglich nicht seine Gemeinde.

KAPITEL 7
Wer nimmt die Glieder in die Gemeinde auf?

"Und sie waren täglich und stets beieinander einmütig im Tempel und brachen das Brot hin und her in Häusern, nahmen die Speise und lobten Gott mit Freuden und einfältigem Herzen und hatten Gnade bei dem ganzen Volk. Der Herr aber tat hinzu täglich, die da selig wurden, zu der Gemeinde." Apg 2,46-47.
"Nun aber hat Gott die Glieder gesetzt, ein jegliches sonderlich am Leibe, wie er gewollt hat." 1Kor 12,18.
"Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leibe getauft, wir seien Juden oder Griechen, Knechte oder Freie, und sind alle zu einem Geiste getränkt." 1Kor 12,13.
Hier wird das Einfügen der Glieder in den Leib oder das Hinzutun derselben zur Gemeinde, Gott, Christo und dem Heiligen Geiste zugeschrieben.
Weil aber Gott nur den einen Leib seines Sohnes anerkennt, fügt er niemals Menschen einer Sekte hinzu. Diesen Platz finden sie aus eigener Wahl, irregeleitet durch Menschensatzungen. Deshalb ist keine Sekte Gottes Gemeinde.

KAPITEL 8
Wer sind die Glieder der Gemeinde?

Wenn, wie wir gesehen haben, Buße und Glaube zum Eingang in die Gemeinde nötig sind, so folgt daraus, dass niemand in "der Gemeinde" ist, der nicht das Heil in Christo besitzt. Die Gemeinde ist eine Familie im Himmel und auf Erden und hat ihren Namen vom Vater. Wir lassen hier Eph 3,14 nach der Van Eß übersetzung folgen: "Deswegen beuge ich meine Knie vor dem Vater unseres Herrn Jesu Christ; von welchem die ganze Familie im Himmel und auf Erden den Namen führt." Diese Familie ist der Haushalt Gottes (Eph 2,19), in welchen sie auf die Weise hineingelangten, wie Paulus in dem vorhergehenden Teil des Kapitels beschrieben hat: "Da wir tot waren in Sünden, hat er uns samt Christo lebendig gemacht,… und hat uns samt ihm auferweckt und samt ihm in das himmlische Wesen gesetzt in Christo Jesu." Vers 5-6. In anderen Worten: Alle, die sich in der Gemeinde befinden, sind wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. Im Kolosserbriefe, Kapitel 1, wo Paulus die Gemeinde als Leib Christi hinstellt, sagt er: "Danksaget dem Vater, der uns (die Glieder am Leibe Christi) tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht; welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes." Kol 1,12-13. Ferner lesen wir: "Wer Sünde tut, der ist vom Teufel; denn der Teufel sündigt von Anfang. Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre. Wer aus Gott geboren ist, der tut nicht Sünde, denn sein Same bleibt bei ihm; und kann nicht sündigen, denn er ist von Gott geboren. Daran wird's offenbar, welche die Kinder Gottes und die Kinder des Teufels sind. Wer nicht recht tut, der ist nicht von Gott und wer nicht seinen Bruder lieb hat." Der heilige Apostel wiederholt dies mit Nachdruck: "Wir wissen, dass, wer von Gott geboren ist, der sündigt nicht; sondern wer von Gott geboren ist, der bewahrt sich, und der Arge wird ihn nicht antasten." 1Joh. 5:18. In der Gemeinde Gottes gibt es keine Sünder; aber alle Sekten sind mehr oder weniger voll von Sündern. Deshalb ist keine Sekte die Gemeinde Gottes

KAPITEL 9
Wer organisiert die Gemeinde?

Das Wort "organisieren" befindet sich nicht in der Schrift. Die Bedeutung dieses Wortes ist: Mit Organen versehen, in Teile einteilen, in Ordnung bringen oder einrichten.
Gottes Gemeinde ist mit Werkzeugen versehen, in Teile geteilt, eingerichtet, folglich ein organisiertes Gebäude. Aber wer richtet dasselbe ein? Wer versieht es mit Organen? Antwort: "Einem wird gegeben durch den Geist, zu reden von der Weisheit; dem andern wird gegeben, zu reden von der Erkenntnis nach demselben Geist; einem andern der Glaube in demselben Geist; einem andern die Gabe, gesund zu machen in demselben Geist; einem andern, Wunder zu tun; einem andern Weissagung; einem andern, Geister zu unterscheiden; einem andern mancherlei Sprachen; einem andern, die Sprachen auszulegen. Dies aber alles wirkt derselbe eine Geist und teilt einem jeglichen seines zu, nach dem er will." 1Kor 12,8-11.
"So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, unter welche euch der heilige Geist gesetzt hat zu Bischöfen, zu weiden die Gemeinde Gottes, welche er durch sein eigen Blut erworben hat." Apg 20,28.
"Nicht, dass wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu denken als von uns selber; sondern dass wir tüchtig sind, ist von Gott. Welcher auch uns tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des neuen Testaments, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig." 2Kor 3,5-6.
"Der hinunter gefahren ist, das ist derselbe, der aufgefahren ist über alle Himmel, auf dass er alles erfüllte. Und er hat etliche zu Aposteln gesetzt, etliche aber zu Propheten, etliche zu Evangelisten, etliche zu Hirten und Lehrern, dass die Heiligen zugerichtet werden zum Werk des Dienstes, dadurch der Leib Christi erbaut werde, bis dass wir alle hingelangen zu einerlei Glauben und Erkenntnis des Sohnes Gottes und ein vollkommener Mann werden, der da sei im Maße des vollkommenen Alters Christi." Eph 4,10-13.
Diese Stellen beweisen zur Genüge, dass Gott seine Gemeinde mit allen Organen versehen hat, nämlich mit allen nötigen Geistesgaben und Dienern. Das deckt die beiden ersten Bedeutungen des Wortes organisieren, aber wer trifft die ordnungsgemäßen Einrichtungen? "Nun aber hat Gott die Glieder gesetzt, ein jegliches sonderlich am Leibe, wie er gewollt hat. Denn die uns wohl anstehen, die bedürfen es nicht. Aber Gott hat den Leib also vermengt und dem dürftigen Glied am meisten Ehre gegeben, auf dass nicht eine Spaltung im Leibe sei, sondern die Glieder füreinander gleich sorgen." 1Kor 12,18.24-25.
Auch andere Schriftstellen zeigen uns die Harmonie, Einheit und Schönheit des Leibes Christi durch die Hand und den Geist Gottes; aber die angeführten genügen. Etwas jedoch wollen wir noch erwähnen, und das ist das Auflegen der Hände bei der Ordination von ältesten. Dass dies eine Handlung ist, die von der wahren Gemeinde ausgeübt werden soll, geben wir zu; aber das ist weder ein Organisieren der Gemeinde, noch ein Ordinieren von Seiten der Menschen. Gott ordiniert, indem er erwählt und mit Gaben ausrüstet, und seine Diener ordinieren im Sinne der Anerkennung des göttlichen Rufes, indem sie ihnen die Hände auflegen und über sie beten. (Apg 13,1-4)
Autoritäts-Erbfolge im Predigtamt ist ein abergläubiges Blendwerk durch die Macht des Drachen. Derjenige, den Gott von Sünden errettet, mit Kraft aus der Höhe tauft und durch seinen Heiligen Geist beauftragt, sein Werk zu betreiben, besitzt allein göttliche Autorität; dieselbe kommt direkt vom Himmel und nicht durch menschliche Vererbung.
Das Abstimmen für Beamte gehört ebenfalls zu babylonischer Formalität, weil Gott dabei nicht gegenwärtig ist und nicht alles in allem wirken kann, um jedem zuzuteilen, was er will.
Die Gemeinde wird vom Herrn organisiert, der alle Glieder in den Leib einfügt, wie es ihm gefällt. Er teilt die verschiedenen Gaben aus und beruft alle Glieder seines Leibes nach seiner eigenen Weisheit. Menschen mögen eine religiöse Körperschaft organisieren, aber sie können nie den Leib Christi, der die Gemeinde ist, irgendwie einrichten oder organisieren; denn Christus allein ist der Gründer und Einrichter seiner Gemeinde, und wer will sich nun anmaßen, in Christi Amt einzugreifen?
"Alle Menschen sind Narren mit ihrer Kunst, und alle Goldschmiede bestehen mit Schanden mit ihren Bildern; denn ihre Götzen sind Trügerei und haben kein Leben. Es ist eitel Nichts und verführerisches Werk; sie müssen umkommen, wenn sie heimgesucht werden. Aber also ist der nicht, der Jakobs Schatz ist; sondern der alle Dinge schafft, der ist's, und Israel ist sein Erbteil. Er heißt Herr Zebaoth." Jer 51,17-19.
Die Sekten-Gründer aber sind verwirrt, denn ihre Einrichtungen haben kein Leben. Was sie gründen, nennen sie eine Kirche; aber es ist eitel Täuschung und Irrtum. Gott ist der Urheber aller Dinge und der Baumeister seiner wahren Gemeinde, die Jesus mit seinem Blute erkaufte und vor dem Entstehen der ersten Sekte des Abfalls erbaut hat.
Der Baumeister eines Hauses richtet es auch ein. Aber sollten andere kommen und es in vier Teile zerteilen, und von einem jeden Teil die Grundlage entfernen, würde das Haus nicht dadurch in Trümmer gelegt werden? Angenommen also, wenn Gott durch sein reines Wort und seinen Geist vierhundert Seelen in einer Stadt von Sünden errettet, so würde er sie alle in den Leib Christi organisieren und vereinigen, welches dann also seine Gemeinde bildet. Sollten aber vier Prediger kommen, jeder eine Sekte repräsentierend, und nach ihren Regeln eine gleiche Anzahl dieser Bekehrten zu einer getrennten Gemeinschaft organisieren, so wäre das in der Tat nur ein Auflösen und Zerstören der Gemeinde. Also sehen wir, dass das Organisieren von Sekten Menschenwerk und Trennung der von Gott erbauten Gemeinde ist. Da nun die Gemeinde von Gott organisiert ist, ist es klar, dass alle so genannten "Kirchen", die von Menschen organisiert wurden, das authentische Siegel Gottes nicht haben und folglich nicht seine Gemeinde, sondern Sekten und Spaltungen sind.

KAPITEL 10
Wie viele Gemeinden hat Gott?

Jede Beschreibung der göttlichen Gemeinde zeigt an, dass es nur eine Gemeinde gibt. "Und ich habe noch andere Schafe (Heiden), die sind nicht aus diesem Stall (d. i. von den Juden). Und dieselben muss ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und wird eine Herde (Gemeinde) und ein Hirte werden." Joh 10,16.
Wir haben gesehen, dass Christus das Haupt des Leibes (der Gemeinde) ist. Da also nur ein Haupt vorhanden ist, so kann auch nur ein Leib vorhanden sein.
"Denn gleicherweise als wir in einem Leibe viele Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäft haben, also sind wir viele ein Leib in Christo, aber untereinander ist einer des andern Glied." Röm 12,4-5.
"Denn gleichwie ein Leib ist, und hat doch viele Glieder, alle Glieder aber des Leibes, wiewohl ihrer viel sind, doch ein Leib sind: also auch Christus. Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leibe getauft, wir seien Juden oder Griechen, Knechte oder Freie, und sind alle zu einem Geist getränkt. Nun aber sind der Glieder viele; aber der Leib ist einer." 1Kor 12,12-13.20.
"Denn er ist unser Friede, der aus beiden eines hat gemacht und hat abgebrochen den Zaun, der dazwischen war, indem er durch sein Fleisch wegnahm die Feindschaft, nämlich das Gesetz, so in Geboten gestellt war, auf dass er aus zweien einen neuen Menschen in ihm selber schüfe und Frieden machte, und dass er beide versöhnte mit Gott in einem Leibe durch das Kreuz und hat die Feindschaft getötet durch sich selbst." Eph 2,14-16.
"Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid auf einerlei Hoffnung eurer Berufung; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe; ein Gott und Vater unser aller, der da ist über euch allen und durch euch alle und in euch allen." Eph 4,4-6.
"Und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen seid in einem Leibe; und seid dankbar." Kol 3,15.
Diese Schriftstellen beweisen ausdrücklich, dass es nur eine wahre Gemeinde gibt, gerade wie es auch nur einen wahren Gott gibt. Da wir von Christo in einen Leib berufen sind, muss der Ruf, sich irgendeiner der verschiedenen religiösen Körperschaften anzuschließen, vom Widerchristen ausgehen.
Auch steht die Gemeinde in derselben Beziehung zum Herrn wie ein Weib zu ihrem Manne.
"Ich will mich mit dir verloben in Ewigkeit; ich will mich mit dir vertrauen in Gerechtigkeit und Gericht, in Gnade und Barmherzigkeit. Ja, im Glauben will ich mich mit dir verloben und du wirst den Herrn erkennen." Hosea 2,19-20.
"Also seid auch ihr, meine Brüder, getötet dem Gesetz durch den Leib Christi, dass ihr eines andern seid, nämlich des, der von den Toten auferweckt ist, auf dass wir Gott Frucht bringen." Röm 7,4. "Denn ich eifere um euch mit göttlichem Eifer; denn ich habe euch vertraut einem Manne, dass ich eine reine Jungfrau Christo zubrächte." 2Kor 11,2. "Wer die Braut hat, der ist der Bräutigam." Joh 3,29
"Denn der dich gemacht hat, ist dein Mann - Herr Zebaoth heißt sein Name -, und dein Erlöser, der Heilige in Israel, der aller Welt Gott genannt wird." Jes 54,5.
Der Gedanke, dass Christus mehr als ein Weib (Gemeinde) hätte, steht im Widerspruch zu der Bibel und ist eine Verleumdung des Sohnes Gottes.
"Der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden." Eph 3,15.
"So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Bürger mit den Heiligen und Gottes Hausgenossen." Eph 2,19.
Aus diesen und anderen Schriftstellen ersehen wir, dass die Gemeinde Gottes die Familie oder der Haushalt Gottes ist. Es gibt nur einen Gott und Vater unser aller und folglich nur eine Familie, die alle Erlösten einschließt. Keine der vielen Sekten bildet die Gemeinde Gottes.

KAPITEL 11
Ist in der Bibel nicht von mehr, als von nur einer Gemeinde, die Rede?

Das Wort "Gemeinde" kommt häufig in der Mehrzahl vor, hat aber niemals Bezug auf Sekten oder Benennungen. Wenn von mehr als einer Gemeinde die Rede ist, so ist es immer die eine Gemeinde des lebendigen Gottes, aber an verschiedenen Orten.
"So hatte nun die Gemeinde Frieden durch ganz Judäa und Galiläa und Samarien und baute sich." Apg 9,31. "Und zogen wieder gen Lystra und Ikonien und Antiochien,.. und ordneten ihnen hin und her älteste in den Gemeinden." Apg 14,21.23.
"Er zog aber durch Syrien und Zilizien und stärkte die Gemeinden." Apg 15,41.
"Welche haben für mein Leben ihren Hals dargegeben, welchen nicht allein ich danke, sondern alle Gemeinden unter den Heiden." Röm 16,4.
"Gleichwie ich die Gemeinden lehre." 1Kor 4,17.
"Und also schaffe ich's in allen Gemeinden." 1Kor 7,17.
"Wie ich den Gemeinden in Galatien geordnet habe." 1Kor 16,1.
"Es grüßen euch also die Gemeinden in Asien." 1Kor 16,19.
"Durch alle Gemeinden." 2Kor 8,18.
Wir sehen, wenn von "Gemeinden" die Rede ist, wird jedes Mal dieselbe Gemeinde Gottes in verschiedenen Städten oder in einem oder mehreren Ländern bezeichnet. Aber wir finden nicht die leiseste Andeutung von mehr als einer Gemeinde in ein und derselben Stadt. Wenn der Apostel Paulus von Gemeinden an verschiedenen Orten redet, so sagt er: "So schaffe ich es in allen Gemeinden." Man kann leicht sehen, wenn diese neu- testamentlichen Gemeinden verschiedene Sekten gewesen wären, wie wir sie heute haben, so hätte der Apostel nicht allen Befehle erteilen können. Ein Bischof der Methodisten kann den Vereinigten Brüdern, Lutheranern, Presbyterianern und anderen nichts vorschreiben. Er besitzt keine Gerichtsbarkeit über diese. Es besteht also ein himmelweiter Unterschied zwischen den biblischen Gemeinden und den Sekten. Die ersten sind alle eins in Christo; die letzten sind alle unabhängige, getrennte Teile. Mehrere Sekten können in einer Stadt sein, aber Gott hat nur eine Gemeinde, die an verschiedenen Orten vertreten ist. Wir lesen in Apg 13,1: "Zu Antiochien in der Gemeinde." "Der Gemeinde Gottes in Korinth." 1Kor 1,2. "Der Gemeinde Gottes zu Thessalonich." 1Thess 1,1. "Sende es zu den Gemeinden in Asien: gen Ephesus und gen Smyrna und gen Pergamus und gen Thyatira und gen Sardes und gen Philadelphia und gen Laodizea." Offb 1,11. Wir sehen hieraus, dass es nur eine Gemeinde in einer Stadt gab; aber sieben verschiedene Sekten können heutzutage in einer Stadt von geringer Größe gefunden werden. Alle in Christo Erlösten bilden an irgendeinem Ort die Gemeinde Gottes. Daraus ist zu schließen, dass eine Mehrzahl von getrennten Körpern an ein und demselben Ort nicht Gottes Gemeinde, sondern babylonische Verwirrung darstellt.

KAPITEL 12
Lehrt die Bibel die Einheit aller Gläubigen?

Ja. "Heiliger Vater, erhalte sie in deinem Namen, die du mir gegeben hast, dass sie eins seien gleichwie wir. Dieweil ich bei ihnen war in der Welt, erhielt ich sie in deinem Namen." Joh 17,11-12.
"Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, so durch ihr Wort an mich glauben werden, auf dass sie alle eins seien, gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir; dass auch sie in uns eins seien, auf dass die Welt glaube, du habest mich gesandt. Und ich habe ihnen gegeben die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, dass sie eins seien, gleichwie wir eins sind, ich in ihnen, und du in mir, auf dass sie vollkommen seien in eins und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und liebest sie, gleichwie du mich liebst." Joh 17,20-23.
"Ich ermahne euch aber, liebe Brüder, durch den Namen unsers Herrn Jesu Christi, dass ihr allzumal einerlei Rede führet und lasset nicht Spaltungen unter euch sein, sondern haltet fest aneinander in einem Sinne und in einerlei Meinung." 1Kor 1,10.
"Denn ihr seid allzumal einer in Christo Jesu." Gal 3,28.
"Wandelt nur würdig dem Evangelium Christi, auf dass, ob ich komme und sehe euch oder abwesend von euch höre, ihr stehet in einem Geist und einer Seele und samt uns kämpfet für den Glauben des Evangeliums." Phil 1,27
"So erfüllet meine Freude, dass ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und einhellig seid." Phil 2,2.
"Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, dass ihr einerlei gesinnt seid untereinander nach Jesu Christo, auf dass ihr einmütig mit einem Munde lobet Gott und den Vater unseres Herrn Jesu Christi." Röm 15,5-6.
"Die Menge aber der Gläubigen war ein Herz und eine Seele." Apg 4,32.
Kann jemand diese Beschreibung betrachten, ohne den gewaltigen Unterschied zwischen der Gemeinde Gottes und dem dunklen Gemälde heutiger Sektenverwirrung zu sehen? Siehe, sie sind nicht eines Sinnes, nicht eines Urteils, nicht eins dem Namen nach, nicht eins im Glaubensbekenntnis; sie sind nicht eines Herzens, noch einer Seele, noch eines Geistes, noch eines Glaubens, aber im allgemeinen sind sie eins im Widerspruch gegen wahres biblisches Heil. Wie Gott die Erbauer des Turms zu Babel verwirrte, dass sie sich trennten und verschiedene Sprachen erhielten, so sandte er auch seine Zornesblitze auf Rom, die Mutter der Huren, und schlug von ihr mehrere hundert Bruchstücke ab, von welchen ein jedes seine eigene Mundart redet.
Die Gemeinde, die mit dem menschlichen Leibe verglichen wird, soll nur einen Mund haben, was vollkommene Harmonie in allen Lehren bedeutet. Wenn wir zugeben würden, dass die große Zahl der Sekten "die Gemeinde Gottes" darstellte, dann wäre ein menschliches Ungeheuer mit über sechs-hundert Mäulern, von denen eines gegen das andere redete, notwendig, um die Gemeinde sinnbildlich darzustellen. Weil aber der Leib Christi nur einen Mund hat, der dieselben Dinge redet, so ist es klar, dass die Verwirrung der Sekten-Zungen nicht die Sprache seiner Gemeinde ist.

KAPITEL 13
Was ist die Basis der Einheit?

1. "Allzumal einer in Christo Jesu." Gal 3,28.
"Also sind wir auch viele ein Leib in Christo." Röm 12,5.
Da es demnach nur einen Leib in Christo gibt, so folgt daraus, dass die vielen getrennten Körperschaften nicht in Christo sind. Da wir alle eins sind in Christo Jesu, so würden wir durch einen Anschluss an irgend etwas anderem, als an Christum, uns der Sektiererei schuldig machen.
2. Gott hat seiner Gemeinde selbst den Namen gegeben, nämlich: "Gemeinde Gottes" (Apg 20,28; 1Kor 1,2; 2Kor 1,1; 1Kor 1,10.32), wie es auch in Jesaja prophezeit war, dass des Herrn Mund den Namen nennen würde. "Du sollst mit einem neuen Namen genannt werden, welchen des Herrn Mund nennen wird." Jes 62,2. "Der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißt." Eph 3,15. "Von welchem die ganze Familie im Himmel und auf Erden den Namen führt." (Van Eß Bibel).
Der Name "die Gemeinde Gottes", wurde durch den Mund des Herrn gegeben und stammt von Gott her. Die Apostel ehrten das Gebet Christi und bewahrten der Gemeinde den Namen Gottes.
"Zu weiden die Gemeinde Gottes, welche er durch sein eigen Blut erworben hat." Apg 20,28.
"Der Gemeinde Gottes zu Korinth." 1Kor 1,1 und 2Kor 1,1.
"Gebet kein ärgernis weder den Juden noch den Griechen noch der Gemeinde Gottes." 1Kor 10,32.
"dass wir solche Weise nicht haben, die Gemeinde Gottes auch nicht." 1Kor 11,16.
"Oder verachtet ihr die Gemeinde Gottes?" 1Kor 11,22.
"dass ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe." 1Kor 15,9.
"Wie ich über die Maßen die Gemeinde Gottes verfolgte und sie verstörte." Gal 1,13.
"Denn ihr seid Nachfolger geworden, liebe Brüder, der Gemeinden Gottes in Judäa in Christo Jesu." 1Thess. 2,14.
"Also dass wir uns rühmen unter den Gemeinden Gottes." 2Thess 1,4.
"So aber jemand seinem eigenen Hause nicht weiß vorzustehen, wie wird er die Gemeinde Gottes versorgen?" 1Tim 3,5.
"Solches schreibe ich dir und hoffe, bald zu dir zu kommen; so ich aber verzöge, dass du wissest, wie du wandeln sollst in dem Hause Gottes, welches ist die Gemeinde des lebendigen Gottes, ein Pfeiler und eine Grundfeste der Wahrheit." 1Tim 3,14-15.
Hier haben wir zwölf Beispiele des Namens: "Gemeinde Gottes." Diese entsprechen dem hohenpriesterlichen Gebet Jesu; und der Name "Gemeinde Gottes" ist der einzig richtige.
Aber weil es nur eine Gemeinde gab, war es nötig, in jedem Falle den vollen Namen anzugeben, und darum lesen wir: "Die Gemeinde" oder "die Gemeinde" an diesem oder jenem Orte.
Wir hören eine Stimme aus Babylon rufen: "Der Name ist von keiner Bedeutung." Dies ist eine falsche Aussage: Durch den Namen "Gemeinde Gottes" wird Gott als Gründer und Eigentümer der Gemeinde geehrt. Würde ein Name, der nicht angibt, ob Gott, die Menschen oder der Teufel die Gemeinde gründete und nun Eigentümer derselben ist, Gott in gleichem Maße ehren? Ein falscher Name ist ausreichend, die Familie Gottes zu zertrennen und zu verwirren. Deshalb bat Christus den Vater, sie in seinem Namen zu erhalten, damit sie alle eins seien, wie er und der Vater eins sind. Folglich begehen alle Leute, die sich irgendeiner religiösen Benennung anschließen, die Sünde der Spaltung oder Sektiererei.
3. "Ich habe ihnen dein Wort gegeben." Dieses sagte Christus in seinem Gebet für unsere vollkommene Einheit. Ein anderes Glaubensbekenntnis aufzudrängen oder zu unterschreiben, heißt Sekten gründen, und sich solchen anzuschließen, bedeutet Spaltungen oder Trennungen anrichten. Dies ist eine Sünde gegen Christus und seinen Leib, die Gemeinde.
Es wird behauptet, dass die organisierten, religiösen Körperschaften notwendig sind, um die Welt zu bekehren. Aber Jesus betete, dass alle seine Jünger eins seien, wie er und der Vater, damit die Welt glaube.
O, ihr, die ihr Spaltungen anrichtet und befürwortet, Gott spricht: "Eure Wege sind nicht meine Wege und eure Gedanken sind nicht meine Gedanken!"

KAPITEL 14
Was ist das Band der Einheit?

Antwort: Die Liebe. "über alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit." Kol 3,14.
"Vertraget einer den andern in der Liebe und seid fleißig, zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens." Eph 4,2-3.
"Lasset uns aber rechtschaffen sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem, der das Haupt ist, Christus, von welchem aus der ganze Leib (die eine ungetrennte Gemeinde) zusammengefügt ist und ein Glied am andern hanget durch alle Gelenke, dadurch eins dem andern Handreichung tut nach dem Werk eines jeglichen Gliedes in seinem Maße und macht, dass der Leib wächst zu seiner selbst Besserung, und das alles in der Liebe." Eph 4,15-16.
"Auf dass ihre Herzen ermahnt und zusammengefasst werden in der Liebe und zu allem Reichtum des gewissen Verständnisses, zu erkennen das Geheimnis Gottes, des Vaters und Christi." Kol 2,2.
"Wer will uns scheiden von der Liebe Gottes? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Schwert?
Wie geschrieben steht: "Um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag; wir sind geachtet wie Schlachtschafe."
Aber in dem allem überwinden wir weit um des willen, der uns geliebt hat.
Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch keine andere Kreatur mag uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserm Herrn." Röm 8,35-39.

KAPITEL 15
Welche Erfahrung vervollkommnet unsere Einheit?

Antwort: Völlige Heiligung oder Vollkommenheit.
Als Christus betreffs der Einheit der Jünger betete, bat er auch zugleich für die Heiligung derselben und für die Heiligung aller derer, die durch ihr Wort an ihn glauben würden, was auch uns mit einschließt. "Und ich habe ihnen gegeben die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, dass sie eins seien, gleichwie wir eins sind. Ich in ihnen und du in mir, auf dass sie vollkommen seien in eins." Joh 17,22-23. Heiligung und Vollkommenheit beziehen sich auf dieselbe Erfahrung, welche alle Kinder Gottes eins macht. "Sintemal sie alle von einem kommen, beide, der da heiligt und die da geheiligt werden. Darum schämt er sich auch nicht, sie Brüder zu heißen." Heb 2,11.
"Er hat etliche zu Aposteln gesetzt, etliche aber zu Propheten, etliche zu Evangelisten, etliche zu Hirten und Lehrern, dass die Heiligen zugerichtet werden zum Werk des Dienstes, dadurch der Leib Christi erbaut werde, bis dass wir alle hinankommen zu einerlei Glauben und Erkenntnis des Sohnes Gottes und ein vollkommener Mann werden, der da sei im Maße des vollkommenen Alters Christi." Eph 4,11-13.
Die Erlösung des Herrn, die uns für den Himmel tüchtig macht, macht uns auch eins auf Erden. Eine Religion der Zertrennung oder Spaltung führt die Seelen irre. Eine Hauptaufgabe der Prediger Gottes ist die "Vollendung der Heiligen." Eph 4,12. (Elbf. Bibel). Sobald sie vollkommen sind in der Heiligung und Liebe, so kommen sie auch zur Einheit des Glaubens, der einst den Heiligen übergeben wurde. Das Blut Jesu Christi macht nicht allein rein von aller Sünde und Ungerechtigkeit, sondern es entfernt auch alle Irrlehren. Der Tröster leitet in alle Wahrheit, was die Entfernung alles Irrtums einschließt. Es ist wahr, dass die Reinigung von Irrtümern nicht ebenso schnell und augenblicklich geschieht, wie die von der Sünde. Aber die, welche reines Herzens sind, haben vollkommene Gemeinschaft, auch wenn noch nicht alle früheren sich angeeigneten Irrtümer verschwunden sind. Es gibt darum keinen wirklichen Grund zur Trennung und Spaltung als Sünde. Das Schreien gegen Sekten und Spaltungen, wenn man nicht zuerst selber völlig geheiligt ist und die Leute in dieses köstliche Paradies heiliger Liebe einführen will, ist daher nichts anderes, als Verwirrung über Verwirrung anzurichten. Alle Anstrengungen, auf eine andere Weise, als die der göttlichen Heiligung, Einheit zu erzielen, sind gerade so, als wenn man krumme Stücke kalten Eisens zusammenzuschweißen suchte. Je mehr Schläge, desto mehr Krümmungen und Unebenheiten. Wirft man sie aber in einen Schmelzofen und setzt sie glühender Hitze aus, so werden sie bald ihre kalte, steife, gekrümmte und unebene Beschaffenheit verlieren und zu einer Masse zusammenfließen. Das ist Gottes Weise, sein Volk zu vereinigen, nämlich im Feuerofen des Heiligen Geistes. Alles Herumflicken und alles Einigen durch Einstellung von Glaubenssatzungen und Bekenntnisformeln ist Zeitverschwendung. Eine jede solche Bestrebung hat immer nur die Gestaltung eines neuen Sektenkalbes zur Folge gehabt, das die Leute anbeten und worüber sie streiten konnten. Freiheit von Sünde verbindet alle in Liebe, aber alle nur aufgebauschten Vereinigungen sind Bündel, die nur zum Verbrennen zusammengebunden werden. Das biblische Heil ist alles, was nötig ist. Besitzt man dieses, so wird beides, Einheit des Herzens und der Seele, sowie Harmonie im äußerlichen Gottesdienst und Leben als Resultat oder Frucht des Geistes von selbst nachfolgen. Wenn wir von einem Geist in einen Leib getauft und von der Fülle des göttlichen Geistes getränkt worden sind, so verursacht es uns keine Mühe, Gott im Geist und in der Wahrheit anzubeten. Denn solche kennen die Wahrheit und die Wahrheit macht sie frei.
äußerliche Formen werden auf dem Gebiet biblischer Heiligung nicht zum Prüfstein der Gemeinschaft gemacht; denn heilige Menschen urteilen nicht nach dem Schein, sondern richten ein rechtes Gericht. "So wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde." 1Joh 1,7. Die Gemeinschaft wird durch Gottes Geist erzeugt (Phil 2,1) und da, wo Reinheit der Herzen existiert. Es ist die bewusste Vereinigung und das Zusammenfließen der Herzen, die ein und denselben Geist besitzen, nämlich den Heiligen Geist.
Der eine mag schon in alle Wahrheit geleitet sein, der andere noch nicht. Es ist die Pflicht solcher, die die Wahrheit wissen, andere, die sie noch nicht kennen, in Sanftmut zu belehren. Dieselbe Unwissenheit über diese oder jene Wahrheit zerstört die Gemeinschaft nicht; aber Widerstand gegen die Wahrheit zerstört sie. Wir brauchen die Irrtümer der Menschen nicht zu billigen, müssen ihnen aber um so mehr Liebe und Gemeinschaft erzeigen, und zwar so lange, als kein Beweis vorliegt, dass sie ihre falschen Lehren eigensinnig beibehalten wollen, oder dass sie ihr Heil verloren haben. Ist dies der Fall, so hat die Gemeinschaft ein Ende, aber Liebe und Güte bleiben, und man fährt fort, sich treulich um ihr Seelenheil zu bemühen. Wegen irgendeines Irrtums in der Lehre die Gemeinschaft aufzuheben, wäre blinder Eifer. Sich aber damit zufrieden zu geben, dass eben alle verschiedene Meinungen haben und Wahrheit und Irrtum gleich verteilt seien, ist Babylons verworrene Art und Weise. Die Wahrheit zu wissen, ist unser Vorrecht, sie zu lehren, unsere Pflicht; aber dass wir Gemeinschaft pflegen mit denen, die reines und redlichen Herzens sind, ist eine selbstverständliche und unwillkürliche Sache. Sekten sind fleischlichen Ursprungs; nichts aber als völlige Heiligung zerstört den fleischlichen Sinn und entfernt dadurch alle Sektiererei. Das Feuer der Liebe Gottes bringt alle Herzen, die davon ergriffen werden, in übereinstimmung und zum völligen und einheitlichen Gehorsam unter die volle Wahrheit; es treibt aber auch alle hinweg, die sich weigern, geläutert zu werden, um dadurch das Gebiet heiliger Gemeinschaft zu erreichen.

KAPITEL 16
Was ist eine Sekte?

In einem kleinen Traktat, betitelt: "Sekten", der von dem Gründer der Frei-Methodisten-Sekte, welcher seinen Namen als "Rev. B. T. Roberts" unterzeichnet, geschrieben wurde, gibt er folgende Erklärung:
"Das Wort Sekte, stammt aus dem Lateinischen "secare" und bedeutet abschneiden, trennen usw. "Section" ist von derselben Wurzel. Folglich ist eine Sekte ein Teil, welcher abgeschnitten oder abgetrennt wurde von dem Körper, an dem er sich befand. Eine christliche Sekte ist ein Teil des ganzen christlichen Körpers, der von ihm wegen irgendwelcher besonderen Lehren oder Grundsätze, die ausschließlich aufrechtgehalten oder besonders hervorgehoben werden, abgetrennt worden ist. Wir glauben, dass dies eine gute und verständliche Erklärung und Auslegung des Ausdruckes "Sekte" ist, so wie das Wort allgemein gebraucht wird von denen, welche die Bedeutung der Worte, die sie besitzen, verstehen."
Wir bekennen, dass dies eine wahre Auslegung und Erklärung des Wortes "Sekte" ist. Aber wenn ein Mann von Intelligenz einen so richtigen Begriff vom Worte "Sekte" gibt, und sie als abgetrennte Teile des Leibes Christi hinstellt, und dennoch solch eine Zersplitterung dieses einen Leibes rechtfertigt, damit er eine neue Sekte gründen kann, so ist dies ein Geheimnis der Bosheit. Er beweist deutlich, dass ein Sektierer, ein ketzerischer Mensch, verkehrt ist und sündigt (Tit 3,11). Solche Menschen schätzen das Wort Gottes geringer denn die Satzungen der Menschen.

KAPITEL 17
Was sagt die Bibel von Sekten?

"Warum schaust du dann den Räubern zu, schweigst wenn der Gottlose den verschlingt, der gerechter ist als er? Machst du doch die Menschen wie Fische des Meeres, wie die Kriechtiere, die keinen Herrscher haben. Sie alle holt er mit der Angel herauf, er schleppt sie mit seinem Fangnetz fort und sammelt sie ein in seinem Garn; darüber freut er sich und jubelt. Darum schlachtet er für sein Netz Schlachtopfer und lässt für sein Garn Rauchopfer aufsteigen, denn durch sie ist sein Anteil fett und feist seine Speise. Soll er darum sein Netz ausleeren, und zwar ständig, um Nationen ohne Mitleid hinzumorden?" Hab 1,13-17.
"Auf dass nicht eine Spaltung im Leibe sei, sondern die Glieder füreinander gleich sorgen." IKor 12,25. Sekten und Spaltungen bedeuten ein und dasselbe.
"Ich ermahne aber euch, liebe Brüder, dass ihr achtet auf die, die da Zertrennung und ärgernis anrichten neben der Lehre, die ihr gelernt habt, und weichet von ihnen. Denn solche dienen nicht dem Herrn Jesus Christus, sondern ihrem Bauche; und durch süße Worte und prächtige Reden verführen sie die unschuldigen Herzen." Röm 16,17-18.
"Einen ketzerischen Menschen meide, wenn er einmal und abermals ermahnt ist, und wisse, dass ein solcher verkehrt ist und sündigt, als der sich selbst verurteilt hat." Tit 3,10-11.
"Es waren aber auch falsche Propheten unter dem Volk, wie auch unter euch sein werden falsche Lehrer, die neben einführen werden verderbliche Sekten und verleugnen den Herrn, der sie erkauft hat, und werden über sich selbst herbeiführen eine schnelle Verdammnis. Und viele werden nachfolgen ihrem Verderben; um welcher willen wird der Weg der Wahrheit verlästert werden. Und durch Geiz mit erdichteten Worten werden sie an euch Gewinn suchen; welchen das Urteil von lange her nicht säumig ist, und ihre Verdammnis schläft nicht." 2Pet 2,1-3.
"Zum ersten, wenn ihr zusammenkommt in der Gemeinde, höre ich, es seien Spaltungen unter euch; und zum Teil glaube ich's. Denn es müssen Parteien unter euch sein, auf dass die, so rechtschaffen sind, offenbar unter euch werden." IKor 11,18-19. Paulus nannte die Korinther fleischlich, denn sie waren zu Spaltungen geneigt und sagten: "Ich bin paulisch, der andere aber: Ich bin apollisch." 1Kor 3,1-4. In Gal 5, 19-21 stellt der Apostel Uneinigkeit und Sektengeist (Van Eß Bibel) auf dieselbe Stufe mit Mördern und dem ganzen Katalog der Werke des Fleisches und erklärt, dass, die solches tun, nicht das Reich Gottes ererben werden.
Gott helfe den Menschen, seine Wahrheit zu erkennen, die Sekten zu meiden und völlig in Christo zu werden. Da Gottes Wort Sekten verwirft, so können sie seine Gemeinde nicht sein.

KAPITEL 18
Können wir Gottes Verordnungen auch frei von allen Sekten halten?

Das Neue Testament zeigt deutlich, dass Christus bestimmte Verordnungen (von vielen Sakramente genannt) eingesetzt hat, nämlich: die Taufe, die Fußwaschung der Heiligen untereinander (Joh 13) und das Mahl des Herrn. Aber wir brauchen uns keiner Sekte anzuschließen, um diese Verordnungen zu befolgen. Sie gehören keiner Sekte auf Erden an, sondern sind für den Leib Christi gegeben worden. Sektierer, die den Leib Christi nicht unterscheiden, sind nicht einmal befähigt, dieselben zu befolgen. Siehe 1Kor 11,27-29.

KAPITEL 19
Können wir uns zu Gottesdiensten versammeln, ohne einer Sekte angeschlossen zu sein?

Können denn die Kinder Gottes sich nicht anders als unter einem Sekten-Namen versammeln, um Gottesdienst zu pflegen? Gott sei Dank! Gott sei Dank! Wir finden keine Schwierigkeiten darin, uns außerhalb und frei von allen Sekten zu versammeln. Die Sektierer sind aber in der Tat so blind, dass sie meinen, heilige Menschen könnten nicht zusammenkommen, um Gott zu dienen und die Gnadenmittel zu genießen, ausgenommen sie vereinigen sich mit irgendeiner religiösen Körperschaft, gerade als ob alle Gnade in den Sekten und keine in Christo wäre.

KAPITEL 20
Wird die Gemeinde auch ohne eine sektische Strukturen sichtbar?

Eine andere Ausrede zugunsten der Sekten und Spaltungen ist die, dass die Gemeinde unsichtbar sein würde, wenn sie nicht in Sekten eingerichtet wäre. Dies ist ein anderer Aberglaube aus dem dunklen Zeitalter. Der Heilige Geist, der die Gemeinde einrichtet, ist in Wirklichkeit unsichtbar, aber seine Einrichtung ist sichtbar. Wie der unsichtbare Wind, welcher das Sinnbild des Geistes ist, sichtbare Wirkungen hervorbringt, so ist die Gemeinde Gottes eine sichtbare Wirkung seiner Macht. Sie besteht nur aus erlösten Menschen und ist eine Stadt auf einem Hügel, deren Licht nicht verborgen sein kann. Es bedarf durchaus keines Sekten-Gründers, um sie sichtbar zu machen. Paulus redete gewiss keine körperlosen Geister zu Korinth an, als er sagte: "Ihr aber seid Christi Leib und Glieder." Auch ist es nicht nur der verborgene Mensch des Herzens, der zur Gemeinde gehört, sondern: "Wisset ihr nicht, dass eure Leiber Christi Glieder sind?" 1. Kor. 6,15. Unsere physischen Körper werden nicht unsichtbar, wenn Gott uns in den Leib Christi setzt, und bleiben nicht unsichtbar, bis etwa ein Sekten-Erbauer daherkommt und uns zur Sichtbarkeit einrichtet. Nicht nur sind die Glieder der wahren Gemeinde sichtbar, sondern auch die Einrichtung selbst. Jede Gabe und jedes Amt, das in der Gemeinde vorhanden ist, wird sichtbar ausgeübt von allen Gliedern, und zwar durch die unsichtbare Wirkung Gottes, "der über allen, durch alle und in allen ist" und alles in allem wirkt.

KAPITEL 21
Müssen wir beim Verlassen einer Sekte eine neue Sekte gründen?

Dies ist die Schlussfrage und wir sind sehr dankbar gegen Gott, dass wir sie mit "nein" beantworten können. Gott verhüte, dass noch eine Hure "aus sündlichem Samen gezeugt und in Sünden empfangen wird". Wenn das so sein müsste, so wäre Sektiererei eine Sünde, von der es kein Entrinnen gäbe. Aber die Stimme vom Himmel spricht: "Gehet aus von ihr, mein Volk". Also gibt es einen Weg heraus, und der ist der Weg der Heiligkeit.
Sobald sich ein Sünder zu Gott bekehrt und aus dem Geist geboren wird, so wird er dadurch ein Glied der Gemeinde Gottes, aber er ist durchaus in keiner Sekte. Da kein Gebot in der Bibel steht, dass er sich irgendeiner Sekte anschließen soll, so kann er einfach dem Worte Gottes gehorchen, seine Erlösung bewahren, ohne sich jemals einer Sekte anzuschließen. Jeder Heilige kann dasselbe tun. Aber sollte sich eine Anzahl solcher Jünger Christi, durch falsche Lehren beeinflusst, irgend einer Sekte angeschlossen haben, hernach aber entdecken, dass sie betrogen sind, können sie denn nicht dem Betrug entsagen und aus der Sekte herauskommen, wie ihnen Gottes Wort gebietet und nur in der Gemeinde, dem Leib Christi bleiben, wo sie sich allein befanden, ehe sie durch die Sekte gefangen wurden? Diese Tatsache zu leugnen, wäre Widerspenstigkeit und grundverkehrt. Wenn aber Leute aus den Sekten herauskämen, sich vereinigten und ihr eigenes Bekenntnis aufstellen würden, so würden sie zu einer anderen Sekte werden. Aber "die Gemeinde des lebendigen Gottes" wird nicht auf diese Weise zustande gebracht, sondern sie ist die Folge davon, dass Männer und Frauen in Christo erlöst und deshalb im Herrn und durch den Herrn zusammengefügt und verbunden werden durch das Band der Vollkommenheit. Es handelt sich nicht darum, welche Einrichtung die praktischste für alle Christen sei, um sich darauf als eine einheitliche Grundlage zu vereinigen, sondern auf welchem Grund stehen alle Christen in Wirklichkeit und notwendigerweise? Dadurch, dass wir in Christo, seinem Leibe, bleiben, stehen wir auf demselben Grund, auf dem alle Christen im Himmel und auf Erden mit uns stehen. Wir sind Glieder am Leibe aller Gläubigen und nicht Glieder irgendeiner Sekte oder einer abgetrennten Partei. Wenn das Wort Gottes sagen würde: "Wir sind alle eins in der Methodistischen Gemeinde oder in irgendeiner anderen menschlichen Körperschaft, dann würden z.B. die Methodisten auf dem von Gott bestimmten Grund der Einheit stehen, und folglich wäre jeder andere Name und jede andere Sekte wegen der Sünde der Spaltung oder der Trennung verdammlich. Da aber das Wort uns befiehlt, nur in Christo allein zu bleiben, und es uns betrachtet als "eins in Christo Jesu", als "einen Leib in Christo", in dem wir bleiben, in welchem alle Christen bleiben müssen und in dessen Leib es keine Sünder gibt, so sind wir eins mit allen Heiligen und getrennt von allen Sündern und stehen vor Gott da, frei von der großen Sünde und Trennung und Sektiererei.

Weil nun jeder intelligente Leser der Bibel weiß, dass die protestantischen Sekten und der Katholizismus nicht die Gemeinde Gottes sind, dass jede Sekte Heilige und Sünder unter ein Joch bringt, was die Bibel verbietet, und selbst blindgläubige Kirchenanhänger zugeben, dass die "Kirchen" (Sekten) keinen Menschen selig machen können, und dass wir in ihm allein vollkommen sind, warum kann man denn dann nicht die Sekten aufgeben und nur in Christo und seinem Leib, der Gemeinde, bleiben? Da es im Himmel keine Sekten gibt noch geben wird, warum ihnen auf Erden anhangen? Warum der Weisheit Christi Schmach anlegen durch den Vorwurf, dass die Gemeinde, die er selbst gegründet, nicht praktisch und gut genug sei, dass jemand in diesen Zeiten eine bessere erfunden und gegründet habe, die man nun vorziehe? Im Namen Jesu Christo, dessen Wort uns bald richten wird, ermahnen wir alle Menschen, aller Sünde, allen Sekten und sektiererischen Gemeinschaften zu entfliehen und allein ihre Zuflucht zu Jesu Christo zu nehmen und in seine Gemeinde zu flüchten, die "ein Pfeiler und eine Grundfeste der Wahrheit ist". Amen.