Die Krise

Das 15. Kapitel aus "Birth of a Reformation"
von A. L. Byers

Vorwort

Das Buch "Birth of a Reformation" (zu deutsch: Geburt einer Reformation) von A. L. Byers, ist eine Biographie über das Leben und Wirken von D. S. Warner (25. Juni 1842 - 12. Dez. 1895) und erschien, erstmals, im Jahre 1921. Br. Byers Wunsch war es, durch die Herausgabe dieses Buches zukünftigen Generationen die Gelegenheit zu geben, ein vorbildliches Leben christlicher Ergebenheit und Nützlichkeit kennenzulernen, und ein Beispiel von der Treue Gottes gegenüber denen, die ihm völlig vertrauen, festzuhalten. Das hier wiedergegebene Kapitel gibt uns einen Einblick in einen besonderen Abschnitt des Lebens von Bruder Warner. Es gibt einen kleinen Einblick in die Schwierigkeiten am Anfang der Reformation und zeigt die vielseitigen Anläufe des Feindes, die alle das Ziel verfolgten, die Reformen zu verhindern, die Gott zum großen Teil durch Seinen Knecht, D. S. Warner, durchführen wollte.

Hundert Jahre nach Bruder Warners Tod befindet sich das Volk Gottes wieder in der Zerstreuung (Hes. 34) und der Kampf, den es schon damals zu kämpfen galt, ist aufs neue entbrannt. Der Ruf "Gehet aus ihr hinaus, mein Volk, damit ihr nicht an ihren Sünden teilhabt und damit ihr nicht von ihren Plagen empfangt" (Offb. 18:4) hat an Aktualität nichts eingebüßt. Neu ist, dass das Volk Gottes heute in vielen Richtungen der sogenannten "Gemeinde Gottes" gefangen gehalten wird - in Gemeinden, die sich auf die "letzte Reformation" und auf die "alten Brüder" berufen, inzwischen aber weder den Geist noch das Leben der Heiligen der Abendzeit kennen und wenig, manchmal nicht einmal mehr den biblischen Namen, mit denen gemeinsam haben, auf die man sich beruft. Der Name "Gemeinde Gottes" beruhigt viele und sie sehen nicht ein, warum ein neuerliches "Ausgehen" notwendig ist.

Es ist unser Wunsch, dass der Heilige Geist diesen Auszug gebraucht, um dem Leser die geistlichen Ereignisse der heutigen Zeit im Lichte der Geschehnisse zur Zeit des "Abendlichts" zu zeigen und um die Augen zu öffnen für das Sammeln und Wiederherstellen Seines Volkes, mit dem Gott bereits begonnen hat.

Die Herausgeber

Die Zeit der Erfüllung des prophetischen Wortes, in der die Gemeinde zu ihrem normalen Zustand der Einheit und Heiligkeit wiederhergestellt werden sollte, war gekommen. Das Volk Gottes, das in verschiedenen religösen Benennungen zerstreut war, sollte dort nicht länger bleiben, denn das konnte nicht der ideale Zustand der Gemeinde sein; auch konnte dieses nicht ihr endgültiger Zustand, in dem Christus Seine Braut empfängt, sein. Für sie sollte ein besserer Tag anbrechen. Von der römischen Nacht zum Licht der Rechtfertigung durch den Glauben zu gelangen, welches protestantische Sekten seit der Reformation des 16. Jahrhunderts besaßen, war schon ein großer Schritt aufwärts. Auch war die Wesleyanische Reformation, die Licht über völlige Heiligkeit brachte, ein Voranschreiten der Wahrheit, in ihrem etappenweisen Marsch, dem Ende der Zeit entgegen. Es fehlte aber noch ein Schritt, noch eine Reformation, die die Gemeinde zu der Fülle ihrer Herrlichkeit bringen und ihre Einheit und Solidarität sichtbar machen würde.

Es wäre zu erwarten gewesen, dass die Heiligkeitsbewegung, die in den sechziger und siebziger Jahren (des 19. Jh.) entstand, dieses bewirkt hätte, aber sie erwies sich lediglich als ein näher kommen. Wahre Heiligkeit zerstört in der Tat die Elemente des Sektentums und verbietet eine andauernde Trennung unter Christen. Die Heiligkeitsbewegung, als solche, besaß Heiligkeit letztlich nur als nominellen Gegenstand, denn obwohl sektierische Trennungen bedauert wurden, so unternahm sie nichts, solchen entgegen zu wirken. Heiligkeit war für sie lediglich ein Thema, das gelehrt und erfahren werden sollte, dann aber gab sie sich damit zufrieden, so gut wie möglich in den Sekten zurecht zu kommen. Seid vierzig Jahren (gerechnet ab 1880) war die Heiligkeitsbewegung nun unter den Sekten verstreut und hatte wenig oder gar nichts dazu beigetragen, dass Gottes Volk wieder zur Einheit gelangte, denn sie war diesem Problem stets ausgewichen.

Christliche Einheit kann weder innerhalb der Sekten noch durch eine Anerkennung derer, die den Sekten angehören, zustande kommen. Sie kann nur außerhalb und frei von den Sekten, durch Gehorsam gegen Gott und durch die Auflösung jeder sektierischen Verbindung, zustande kommen. Wahre christliche Einheit lässt sich mit Sektentum nicht vereinbaren, und dem Ausgehen aus den Sekten wird durch den Sektengeist widerstanden werden, was Verfolgung nach sich ziehen wird. Daher gibt es für das Volk Gottes, welches Licht über die wahre Gemeinde empfangen hat, nur einen Weg, und der ist, sich von menschlichen Institutionen loszulösen und allein in Christus zu bleiben, selbst wenn es dadurch zum Feind der sogenannten Kirchen wird. Für diejenigen, die als erste aus den Sekten ausgingen, gab es keine Gruppe von Herausgerufenen Heiligen, zu der sie hinzugetan werden konnten. Das musste für diese unweigerlich zu einer Krise führen. Als diese Ereignisse sich aber immer weiter entwickelten, stellten sie nichts anders als eine Reformation dar. So aber führt der Geist Gottes. Da man gegenüber denjenigen, die aus den Sekten ausgehen, feindselig gestimmt ist, wurde notwendigerweise auch der Geist des Herrn zum Feind der Sekten. Er ist es, der in der Tat Sein Volk aus den Sekten herausführt. Aber die Zeit war gekommen. Das geistliche Volk suchte und sehnte sich nach einer Entwicklung, durch die es nicht länger in sektierische Gruppen zerteilt sein brauchte. Niemand redete ihnen dieses ein. Die Erwartung dieser Ereignisse wurde in ihnen durch den Geist, der in ihnen war, geweckt. Es fehlte nur jemand, der die Posaune des Herrn bläst, jemand, der die Führung übernimmt und einen entschiedenen Stand gegen die Sünde der Trennung einnimmt, jemand, durch den Gott rufen konnte, "gehet aus ihr hinaus, mein Volk, damit ihr nicht an ihren Sünden teilhabt und damit ihr nicht von ihren Plagen empfangt." Offb. 18:4.

Gott hatte sich mit Bruder Warner gerade solch ein Instrument zubereitet. Er besaß den Geist eines Reformators. Er scheute sich nicht, die Gerichte Gottes zu verkündigen. Sein Predigtamt war von einer bestimmten Botschaft gekennzeichnet, welche die Bürde Gottes für die Reinheit und Einheit Seiner Gemeinde darstellte. Wenn man auf den Dienst Bruder Warners zurückschaut, dann scheint es - wie der Schreiber bereits angedeutet hat - als ob die Verbindung zur Gemeinde Gottes (Winebrenner, die vorgab außer der Bibel kein Glaubensbekenntnis zu haben und daher beanspruchte die wahre Gemeinde Gottes zu sein) bei Bruder Warner zweifellos dazu diente, bei ihm das wahre Gemeindeideal zu unterstreichen und seine Laufbahn auf den richtigen Kurs zu steuern. Und dass er von der Ohio ältestenschaft abgelehnt wurde, weil er Heiligkeit predigte, ließ ihn erkennen, dass dieser Körper nicht das war, was er vorgab zu sein, sondern letztlich auch nur eine menschlich regierte Institution, eine weitere Sekte unter vielen. Das Licht, dass er bereits über die Gemeinde empfangen hatte, verbot ihm, sich wieder mit ihnen zu vereinigen. Daher hatte die sogenannte Gemeinde Gottes ihm die richtige Vorstellung der Gemeinde vermittelt, und die Heiligkeitsbewegung ließ ihn erkennen, auf welchem Weg Gott eine reine Gemeinde hervorbringen würde, nämlich auf dem Weg der Heiligkeit. Auf diese Weise führte ihn die göttliche Hand und rüstete ihn für das Werk, zu dem er berufen wurde, aus.

Wir können es nur ahnen, was es für ihn bedeutete, sich alleine auf die Seite Gottes zu stellen und die göttlichen Gerichte wider die abgefallenen Religionen seiner Zeit zu verkünden, das übel der Konfessionen zu verurteilen, und gleichzeitig in dieser selben Richtung eine Zeitschrift herauszugeben. Dass diese Arbeit verachtet wurde, und dass Satan alles unternahm, sie in den ersten Anfängen zu zerstören darf uns nicht wundern. Seine Niedrigkeit und scheinbare Bedeutungslosigkeit sahen dem weltlich Gesinnten nicht gerade einladend aus. Aber die tiefe Geistlichkeit und die göttlichen Bezeugungen, die diese Arbeit charakterisierten, waren für solche, die imstande waren, die Wahrheit geistlich zu unterscheiden, ausreichende Bestätigung. Da war etwas, das zum Ausdruck brachte: "Dieses Werk ist von Gott." Man spürte eine gewisse geistliche Freiheit, Liebe und christliche Gemeinschaft und diejenigen, die nur auf die Eingabe des Heiligen Geistes achtgaben, wurden davon überzeugt, dass dieses wirklich die Wahrheit ist.

Aber Bruder Warner stand nicht alleine. Gott hatte Sich Tausende in Israel übriggelassen, die ihre Kniee nicht länger vor Baal beugten. Von diesen empfing er Ermutigung und Unterstützung, obwohl es etliche Jahre den Anschein hatte, dass dieses Werk nicht aus dem Schmelztiegel der Prüfung herauskommen sollte. Dieser Spur seiner Schwierigkeiten und seines Kummers, aber auch seiner Siege, bis das Werk hier auf Erden völlig gefestigt wurde, wollen wir nachgehen.

Aus dem, was wir von Bruder Warners früheren Ansichten und Einstellungen erkennen können, sehen wir, dass er nie einen Parteigeist besaß. Er war nicht ein Sektierer. Von seinem frühesten Dienst an erkannte er, dass die Liebe und die Gemeinschaft, die unter Gottes Volk existiert, das überragende Band der christlichen Einheit ist. Als er sich nach seiner Bekehrung mit der Frage beschäftigte, welcher Kirche er sich anschließen sollte, sehen wir ihn umherschauen nach einer Gemeinde, die die wahre Gemeinde Gottes darstellte. Da die Nachfolger Winebrenners den richtigen Namen hatten und, wie es ihm schien, auch die richtige Lehre, wurde er zu dieser Konfession geführt. Mit dem unzureichenden Licht, dass er damals besaß, versäumte er es wahrscheinlich zu erkennen, dass hier menschliche Herrschaft regierte, anstelle des Heiligen Geistes, der die göttliche, theokratische Regierung in der wahren Gemeinde Gottes charakterisiert. Er entdeckte allerdings den Widerstreit dieser menschlichen Herrschaft mit dem freien, unabhängigen Hang zum Heiligen Geist, durch den er sich lieber leiten ließ. Aber er ertrug es geduldig im Glauben, dass er in der wahren Gemeinde war. Es dauerte Jahre, bis es ihm deutlich wurde, dass der Leib, zu dem er gehörte, auch nur eine Sekte war.

Es kam durch das Gelangen zum biblischen Maßstab der Heiligkeit, dass er allmählich in die Wahrheit betreffs der Gemeinde und der Sekten geführt wurde. Im Anfang des Jahres 1878 schieb er: "Der Herr hat mir gezeigt, dass Heiligkeit niemals auf dem Boden des Sektentums, umwuchert von menschlichen Glaubensbekenntnissen und Parteinamen, gedeihen kann, und Er gab mir einen neuen Auftrag, Heiligkeit mit aller Wahrheit zusammenzufügen und die apostolische Gemeinde des lebendigen Gottes zu bauen." Bald darauf empfing er Licht über die Schrift, in welcher ihm offenbart wurde, dass die Gemeinde in der Abendzeit zu ihrer morgenzeitlichen Herrlichkeit wiederhergestellt werden sollte. Das Kapitel über die Geistliche Erschütterung, das seinem Buch entnommen wurde, zeigt deutlich, dass, als er dieses Kapitel schrieb (1879), er gesehen hat, dass Gott eine reine Gemeinde herausführen wird. Er veröffentlichte dieses im Jahre 1880, und von diesem Datum an können wir auch die gegenwärtige Epoche der Gemeinde rechnen.

Wir sollten nicht vergessen, dass er zu diesem Zeitpunkt noch mit der Northern Indiana Eldership (ältestenschaft) verbunden war. Da sich diese Gruppe aber bereits von der alten ältestenschaft getrennt hatte, weil sie auf einer biblischen Grundlage bleiben wollte, glaubte er aufrichtig, dass dieser Leib die wahre Gemeinde war, denn das behauptete sie auch zu sein. Folglich war er bereits im Herzen vom Sektentum gelöst, und hatte Gemeinschaft mit einer Körperschaft, die vorgab, die Gemeinde Gottes zu sein. Im Herald of Gospel Freedom, im letzten Jahr seines Bestehens (1880), als es bereits vollständig unter der Leitung von Bruder Warner war, wurden bereits Heiligkeit und die Grundsätze der einen, wahren Gemeinde gelehrt. Eines seiner erklärten Ziele war "die Einheit aller wahrhaft Gläubigen im Geist Gottes und auf der Grundlage des inspirierten Worts". Wegen unzureichendem Licht über die Regierung der wahren Gemeinde, sah er nur langsam, dass auch die neue ältestenschaft eine von Menschen regierte Gruppe war. Als das Licht über die Regierung durch den Heiligen Geist kam, betrachtete er die Elemente menschlicher Regierung in der ältestenschaft als Widersprüche, die beseitigt werden müssten. Wir müssen daher zugestehen, dass er während dieser Zeit, im Grunde, frei vom Sektentum war.

Wir sprechen von dieser Zeit als von der Krise, weil er einen solch mutigen, kompromisslosen Stand gegen die Sekten einnahm und sowohl Heiligkeit wie auch die Grundsätze der Gemeinde mit solcher Gründlichkeit lehrte, dass es schien, als ob er jedes satanische Element, das bis dahin unter dem Deckmantel eines falschen Bekenntnisses schlummerte, wach rüttelte. Menschen hatten die Wahl, entweder die Wahrheit anzunehmen oder der Finsternis zu verfallen. Für ihn bedeutete es, dass alte Bekanntschaften abgebrochen wurden und er auf einer neuen Linie Gemeinschaft pflegte, Verfolgungen, und dass er allem, was einem Reformator sonst noch widerfahren konnte, ausgesetzt wurde. Wie in den Tagen des Apostel Paulus die Predigt von der Auferstehung und das Nicht-Anerkennen der Beschneidung das ärgernis des Kreuzes ausmachten, so waren es in dieser Zeit das Verkündigen des biblischen Maßstabes der Heiligkeit und das Sich-Lossagen von allen Sekten. Wir werden mehrere Auszüge aus den früheren Ausgaben der Trumpet wiedergeben, die uns einen Einblick in die Lehre geben, die vertreten wurde. In der Ausgabe vom 01. März 1881 lesen wir folgendes:

DIE REBEN

Wo findet man in der Bibel den Gedanken, dass Sekten Reben darstellen? "Zu welcher Rebe der Gemeinde gehören Sie?”, ist ein verbreiteter Ausdruck in dieser Zeit der antibiblischen Sprache und Praxis. Warum lesen Menschen ihre Bibeln nicht besser und erkennen, dass jeder einzelne Gläubige eine Rebe an Christus ist - Joh. 15:5. Wäre eine ganze Sekte eine Rebe, dann wäre der Einzelne eine Unterrebe. Aber, dadurch wäre der Gläubige abhängig von einer Sekte, um Verbindung mit dem Herrn und Leben zu empfangen. Das erscheint uns zu riskant - ich ziehe es vor, direkt mit Christus verbunden zu sein. Es gibt nur einen Weg, mit dem Gleichnis Jesu vom Weinstock und den Reben, die Sekten als Reben darzustellen. Und das ist, sich vorzustellen, dass die Reben zwar alle direkt am Weinstock hängen, aber eng zusammen gepresst und in mehrere Bündel gebunden werden. So zusammen gebündelt würden sie den Anschein haben, dass sie eine Rebe sind. Aber beim genaueren Hinschauen würde sich doch herausstellen, dass sie aus mehreren Reben bestehen, eine jede mit dem Weinstock verbunden, außer dass sich auch darunter eine gute Anzahl toter Zweige befinden, die wegen dieser unnatürlichen Einengung abgestorben und vom Stamm abgefault sind.

Wir meinen, dass es die große Aufgabe des Schwertes des reinen Evangeliums ist, alle diese seelentötenden Bande zu durchschneiden, damit der Vater die einzelnen Reben beschneiden kann, und damit sie sich alle in ihrer natürlichen Position aufrichten können - um zu leben, zu wachsen und Früchte der Heiligkeit zu tragen.

Sein Bericht, wie er dazu geführt wurde, seine Verbindung mit der Heiligkeitsbewegung abzubrechen, die er mehr und mehr als mildere Form des Sektentums erkannte, wird uns in einem Leitartikel zum 01. Juni 1881 gegeben.

AUF DASS IHR JEDES JOCH ZERBRECHT

Samstag, 22. April, die Hand des Herrn lag schwer auf meiner Seele, hatte kein Verlangen, mit irgend jemanden zu reden, als allein mit Gott. Schließlich, in der Gesellschaft von zwei Brüdern, gingen wir in das Haus des Herrn zu Hardinsburg, Ind., und stellten uns unter das erforschende Auge Gottes, als mir der Geist des Herrn den Widerspruch deutlich machte, einerseits Sekten abzulehnen und gleichzeitig einer Gesellschaft anzugehören, die auf die Anerkennung von Sekten beruht. Wir versprachen Gott, uns von allen solchen Bündnissen zu lösen. Aber da uns das Werk der Heiligkeit am Herzen lag, nahmen wir noch an der Versammlung in Terre Haute teil, und bemühten uns, dass die Klausel, die Sekten billigte, aus der Satzung gestrichen werde. Ihr Inhalt, betreffs örtlicher Vereinigungen lautet wie folgt: "Sie soll sich zusammensetzten aus Mitgliedern unterschiedlicher christlicher Organisationen und ist bemüht, mit all diesen Kreisen in Harmonie zusammenzuarbeiten.” Wir haben folgenden Ersatz vorgeschlagen: "Sie soll sich an allen Orten aus wahren Christen zusammensetzen, und bestrebt sein, mit diesen zusammenzuarbeiten.” Es war unsere Ansicht, dass Gemeinschaft und Zusammenarbeit keine Person oder Wahrheit, die in Christus Jesus ist, ausschließen sollte, und dass wir nicht gezwungen werden dürfen, uns vor irgend etwas zu beugen, dass weder in noch von Christus Jesus ist. Uns wurde ausdrücklich die Mitgliedschaft abgesprochen, mit der Begründung, dass wir keiner Sekte angehörten. Und nun möchten wir allen bekannt machen, dass wir mit allen Christen, als solches, im Retten von Seelen zusammenarbeiten wollen - aber für immer TRENNEN wir uns von jedem Organismus, der Sekten und Benennungen im Leibe Christi stützt und fördert.

In derselben Ausgabe (01. Juni) befasst er sich mit einer Stellungnahme von T. K. Doty, dem Editor des Christian Harvester. Wir geben diesen Aufsatz und zwei weitere hier wieder, um seine Argumentation in der Frage der Gemeinde und den Sekten zu zeigen.

REELES AUSGEHEN

"Wahrscheinlich bezeichnet dieses die Lehre, aus allen Sekten auszugehen, und der Gemeinde Christi keine sichtbare Organisation zu geben.” - Christian Harvester Ich möchte den Editor des Harverster fragen, ob menschliche Sekten zur sichtbaren Organisation Christi erforderlich sind? Die oben wiedergegebene Frage scheint solches anzudeuten.

Wenn dem so ist, dann war die christliche Gemeinde hunderte von Jahren ohne sichtbare Organisation, bis die heutigen Sekten aufkamen. Und wenn die auf diese Weise dargebotene sichtbare Organisation eine notwendige Beigabe (Zusatz) zur Gemeinde ist, dann hat der Apostel Petrus einen Fehler gemacht, als er sagte, dass Gott uns bereits alles was "zum Leben und zur Gottseligkeit dient, geschenkt hat”.

Weiter, wenn die Bildung von Sekten der Gemeinde Christi eine sichtbare Organisation gibt, würde der Harverster bitte den Zeitpunkt in der Geschichte der Gemeinde nennen, wo dieses wichtige Ereignis stattfand?

War es, als die erste Sekte, nämlich die Römisch Katholische Sekte, am Anfang des Abfalls gebildet wurde? Gab sie Christi Gemeinde eine sichtbare Organisation? Wenn ja, wozu sich dann noch weiter um Organisation bemühen?

Wir nehmen an, dass der Harverster nicht behauptet, dass diese korrupte Hierarchie Christi Gemeinde darstellt. Damit war eine Sekte gebildet, und Christi Gemeinde noch immer nicht sichtbar organisiert.

Von ihr stammt die Kirche Englands. Sie behauptet, mit Christi Gemeinde identisch zu sein. Gibt der Harvester zu, dass diese Behauptung stimmt? Wenn nicht, dann muss er aber zugeben, dass eine zweite Sekte es nicht geschafft hat, Christi Gemeinde zu organisieren und darzustellen.

Weiter, von der alten Mutter der Sekten kam die lutherische Sekte und ihre Töchter - Enkeltöchter Roms - hervor. Haben irgendwelche von diesen die sichtbare Gemeinde Christi organisiert? Wenn ja, welche von ihnen?
Oder blieb es für John Wesley übrig, durch die Bildung der Methodist Episkopalen Sekte, Christi Gemeinde zu organisieren? Wenn diese Sekte wirklich Christi wahre Gemeinde ist, dann befindet sich der Editor des Harvester in einem hoffnungslosen Zustand, zumal er von dieser Gruppe abgeschnitten ist; aber wir nehmen an, dass er sich immer noch in Christi Gemeinde sah, als er von dieser großen Sekte abgeschnitten wurde. Daher war sie nicht identisch mit Christi Gemeinde, und ihre Organisation war letztlich auch nicht Christi Gemeinde.
Nun haben wir zwei Zweige Roms bis in die zweite Generation untersucht, ohne in diesen Benennungen Christi wahre Gemeinde zu finden, und müssen daher zur dritten Generation übergehen.

Ist irgendeine der Sekten, die von der Methodist Episkopalen Sekte abgezweigt ist, die Gemeinde Christi? Wenn ja, würde der Harverster sie uns nennen? Wir nehmen an, dass diejenige die er repräsentiert, Christi Gemeinde ist. Wenn ja, dann ist er bis vor kurzen außerhalb Christi Gemeinde gewesen. Wenn nicht, dann war das Gründen der Wesleyan Methodisten Sekte nicht die Organisation des Leibes Christi. Tatsächlich kann niemand, der Intelligenz besitzt, leugnen, dass keine Sekte auf Erden identisch mit Gottes Gemeinde ist. Aber mancher mag behaupten, dass alle Sekten zusammengenommen die wahre Gemeinde in ihrer sichtbaren Organisation darstellen. Wie kann man aber alle diese Körperschaften zu einer organisch sichtbaren Gemeinde Gottes zusammenzählen, wenn sie kein organisches Verhältnis zueinander haben? In welch schändlichem Licht präsentiert das Sektentum die Gemeinde! Sieht das nach einer göttlichen und von Oben geborenen Familie aus, die aus zahlreichen, rivalisierenden, neidischen, eigenständigen und gegensätzlichen Organen besteht? Oh, ich flehe euch an um Christi Willen, entehrt nicht Gott, indem ihr Seine Gemeinde mit babylonischem Wirrwarr verwechselt!

Anstatt dass Sekten der Gemeinde Christi eine sichtbare Organisation geben, beeinträchtigen und zerstören sie ihre sichtbare Organisation und Einheit. Ein auffallender Mangel an Identität zwischen der Mitgliedschaft der Gemeinde Gottes und menschlichen Sekten beweist überzeugend, dass keine einzelne Sekte, noch alle Sekten zusammen die göttliche Herde darstellen. Ihre Mauern sind überhaupt nicht die Mauern des Hauses Gottes, noch ihre Schwellen seine Schwellen. Viele befinden sich darin, die nie in Gottes Gemeinde eingegangen sind, und, Gott sei Dank, viele, die durch die Tür, Jesus Christus, eingegangen sind, haben sich nie irgendeine der Fraktionen, die nicht von Gott, sondern eine Folge der Sünde sind, angeschlossen.
Wenn nun die Merkmale der Sekten nicht mit den Merkmalen der Gemeinde Gottes identisch sind, dann sind auch die Sekten nicht mit der göttlichen Gemeinde identisch, und folglich ist deren Organisation auch nicht ihre Organisation.

Fragen Beantwortet
(15. August 1881)

Erstens: "Bildet das Element, das ausgegangen ist, die wahre Gemeinde Gottes?”
Antwort: Alle wahren Christen, im Himmel und auf Erden, bilden die wahre Gemeinde Gottes. Eph. 3:15.

Zweitens: "In welcher Hinsicht ist die abgesonderte, oder ausgegangene Gemeinde besser als die Wesleyan Methodist Gemeinde?”
Antwort: Diese Ausdrucksweise stellt antisektierische Christen in ein falsches Licht. Sie haben niemals so etwas wie eine neue Sekte vertreten, deren unterscheidendes Merkmal einfach darin besteht, dass man aus allen anderen Sekten ausgeht; einen solchen Eindruck lässt Ihre Frage entstehen, und er ist ein falscher. Die Christen, die als "Ausgegangene” gebrandmarkt werden, haben keine Kirche oder Sekte gegründet, noch haben sie es vor; aber im Gegensatz dazu, haben sie alle Sekten verlassen, um in der einen Gemeinde zu leben, die Christus gegründet hat und in die wir durch die Wiedergeburt eingefügt werden. Hunderte kennen diese Tatsache und trotzdem wird sie von ihnen verdreht. Die göttliche Gemeinde besteht ganz und gar aus "Herausgerufenen". Das Wort "ecclesia" (von dem wir die Worte "Kirche" und "Gemeinde" ableiten) bedeutet "Versammlung der Herausgerufenen", herausgerufen aus Welt, aus heidnischen Religionen und aus allem korrupten, falschen Christentum. Aber wenn auch das Ausgehen in dem Wort "Kirche" (Gemeinde) verkörpert wird, so kann sie noch nicht als die "herausgerufene Gemeinde” bezeichnet werden. Sie hat die Wassertaufe, aber sie ist nicht eine Baptisten-Gemeinde. Sie lehrt den Sabbat und die zweite Adventszeit, aber sie ist nicht die Sabbatisten- oder die Adventisten-Gemeinde. Alle ihre Mitglieder sind Brüder und einig, aber sie ist nicht die Gemeinde der Vereinten Brüder. Das Sündige an all diesem besteht darin, dass man eines der untergeordneten Elemente des Systems zu seinem Kernstück macht, statt Gott in Christus Jesus. Aber zurück zur Frage. Die Wesleyan Methodist Sekte ist eine organisierte Partei im Christentum, eine Absplitterung oder abgeschnittene Partei, und dieses wird in der Bibel verurteilt. "… damit keine Spaltung im Leib sei”. Der Ursprung aller solcher trennenden Fraktionen, ob sie für Paulus, Petrus oder Wesley sind, ist die fleischliche Gesinnung, wie es Gottes Wort lehrt, "die Folge der Sünde”, sagt der Harverster. Die Wesleyan Methodist Sekte ist menschlich, stückwerk und irdisch, und wird beim Kommen des Herrn gänzlich vernichtet werden, wie auch jede andere schismatische Partei. Die Gemeinde des lebendigen Gottes, an der die "Ausgegangenen” festhalten, bis zur Verwerfung aller menschlichen Organismen, wurde durch Jesus Christus erkauft, erbaut und geheiligt. Er ist ihr Haupt, ihre Tür und ihr Fundament. Sie ist "der Pfeiler und die Grundfeste der Wahrheit”, und wird in alle Ewigkeit bestehen. Das ist der Unterschied. […]

Viertens: "Worin übertrifft die Gemeinde der "Herausgerufenen” die Weslyanische, und worin offenbart sie ihre göttliche Herkunft?”
Antwort: Dieses ist, im Grunde genommen, eine Wiederholung der Frage, die oben beantwortet wurde. Wir haben oftmals gesagt: Warum befassen sich die Gegner der Heiligkeit nicht mit dem Maßstab der Lehre, die wir verkündigen und warum kämpfen sie nicht gegen die Inhalte dieser Lehre? Das tun sie nie. Abermals fragen wir, warum greifen die Verteidiger der Sekten nicht die Lehre der "Herausgerufenen” an? Sie lehren die eine wahre und katholische Gemeinde der Bibel - dieses kann nicht geleugnet werden, daher versuchen die Sektenanbeter ihre Sünde damit zu verstecken, in dem sie, alle Sekten zu verlassen, als falsch hinstellen. Verlasse Babylon, Bruder, und dann wirst du viel klarer sehen können.

Das Gerüst gibt nach
01. November 1881

Wäre die Sache nicht so ernst, so wäre es wirklich amüsant zu sehen, wieviele sich mit der Frage der organisierten Trennungen im Christentum abmühen. Sie geben zu, dass diese ein übel sind, prophezeien ihr Ende, und dann, indem sie von den Folgen ihres Eingeständnisses davonschleichen, eilen sie zu ihrer Verteidigung und erheben ein Geschrei gegen diejenigen, die mit dem Evangelium von Gott gegen ihren Schutzwall stürmen. L. Hawkin vom Banner of Holiness gibt zu, dass Christus die geistliche und organische Einheit aller Gläubigen gewollt hat, und dass ein fortgeschrittenes Maß von Heiligkeit diese trennenden Mauern zerstören würde; aber dann, als ob er vor ihrem Zerfall erschrickt, bittet er, sie gegenwärtig zu dulden. Der Harverster fügt hinzu: "Dann lasst uns jedes Zeichen von wirklicher Einheit als vom Herrn begrüßen, und, als Mitarbeiter der Heiligkeit, nicht ängstlich sein, wenn die provisorischen Stützen der Konfessionen zu bröckeln beginnen.”

Damit wurde zugegeben, dass das Sektentum künstlich aufrecht erhalten wird. Dieses erinnert uns an eine Broschüre, die wir vor einigen Jahren gelesen haben, welche sektierische Organisationen verteidigte. Der Schreiber bekannte, dass die Konfessionen nicht das wahre "Haus Gottes, das ist die Gemeinde des lebendigen Gottes” sind, aber dass sie das notwendige Gerüst für das Errichten des Hauses sind und, dass wenn das Haus fertiggestellt sein wird, auch alle Gerüste abgebaut werden. Nun, im Blick darauf, dass der Herr bald erscheinen wird, ziehen wir es vor, erst gar nicht auf solche wackeligen, morschen Gerüste zu steigen, die dazu bestimmt sind, bald einzustürzen um mit all dem Schutt teuflischer Erfindungen verzehrt zu werden. Von uns aus kann das sektierische Gerüst sofort fallen; denn wir sind direkt in das Haus Gottes eingefügt worden, und haben nichts zu verlieren oder zu fürchten. Aber viele sind nicht für diese Katastrophe bereit. Obwohl sie den Zerfall dieser mittelalterlichen Strukturen befürchten und kommen sehen, so weigern sie sich, diese zu verlassen. Bebend sitzen sie auf ihrer hochtrabenden, schmalen Methodisten-, Baptisten-, Vereinigte Brüder- oder Presbyteraner-Bohle, und versuchen, sich gleichzeitig mit einer Hand an den Mauern der Gemeinde Gottes festzuhalten. Man kann es immer erkennen, ob jemand auf eines dieser Gerüste vertraut, oder ob er allein auf Christus, dem sicheren Fundament, baut. Wenn auf dem letzteren, dann hat er nichts zu fürchten; wenn aber auf dem ersteren, dann wird er mit Sicherheit Einhalt gebieten, wenn er die wahren Priester Gottes die Posaune um diese Mauern blasen sieht. Solche meinen immer wieder, dass die Zeit noch nicht gekommen ist, Sekten und Konfessionen abzuschaffen. "Oh! nein! stoße noch nicht gegen das Gerüst; sei Vorsichtig dort unten! Lehne dich bitte nicht ans Gerüst, die Gefahr besteht, dass es zusammenfällt!”

Ein lieber Prediger nahm uns im letzten Sommer auf der Lagerversammlung in Alvan, Illinois, zur Seite und erkundigte sich über unsere Ansichten. Wir sagten ihm natürlich, dass wir an keine andere Gemeinde als allein an den Leib Christi glaubten usw. Er unterstützte alles, was wir vertraten, aber, unwillig seine erhabene Bohle zu verlassen, bat er uns demutsvoll, nicht so hart gegenüber diese zu sein. Armer Mensch! Wir meinen, dass jeder von diesen wackeligen Angelegenheiten herabsteigen sollte; Gott hat ihr Fallen angekündigt: "Gefallen, gefallen ist Babylon, die Große, und ist eine Behausung von Dämonen geworden und ein Gefängnis jedes unreinen und gehassten Vogels. Und ich hörte eine andere Stimme aus dem Himmel sagen: Geht aus ihr hinaus, mein Volk, damit ihr nicht an ihren Sünden teilhabt und damit ihr nicht von ihren Plagen empfangt.” Offb. 18:2.4. "Dann lasst uns jedes Zeichen von wirklicher Einheit als vom Herrn begrüßen, und, als Mitarbeiter der Heiligkeit, nicht ängstlich sein, wenn die provisorischen Stützen der Konfessionen zu bröckeln beginnen.” Das ist guter Rat, aber handelt Bruder Doty danach? Akzeptiert er als vom Herrn diejenigen, die der Geist Gottes aus all den abgeschnittenen Parteien, die das Volk Gottes trennen, herausgeführt hat, und die sich in der "einen Herde” dem Leib Christi befinden? Oder hat er nicht sein Bestes getan, sie als solche darzustellen die "keine Gemeinde”, "keine Organisation” lehren, und die eine neue Sekte bauen, usw.? Wie kann man einerseits behaupten, dass Sekten ohne Grundlage des Wortes Gottes und eine "Folge von Sünde im Gläubigenkreis sind”, und dazu eine Hoffnung für die Einheit der Gläubigen haben, wenn man andrerseits mit all den populären Heiligkeits-Zeitschriften denjenigen widersteht, die alle unbiblischen Trennungen verlassen haben? Wie vereinbart es sich, zu behaupten: "Wir wollen kein -ismus Evangelium”, und gleichzeitig an dem Evangelium des Weslyan Methodismus zu hängen und den Harverster damit vollzustopfen?

Es musste früher oder später dahin kommen, dass sich Bruder Warner von der Northern Indiana Eldership (ältestenschaft) trennte. Bei der Versammlung der ältesten, die im Oktober 1881 in Beaver Dam, Kosciusko County, Ind. zusammenkam, schlug er einige Maßnahmen vor, durch die die Gruppe in der Frage der Regierung, mit der Bibel völliger übereinstimmen würde. Man schenkte ihm aber kein Gehör, und als man seine Reformen ablehnte, wurde ihm deutlich, wahrscheinlich zum ersten mal, dass die neue ältestenschaft entschlossen war, ihre menschliche Organisation beizubehalten, und sie somit eine Sekte war, von der er sich trennen musste. Und das tat er auch auf der Stelle. Dieses Ereignis legt aber nicht den Moment fest, wo er aus dem geistlichen Babylon austrat, wie es manche angenommen haben. Im Herzen war er bereits ausgegangen, und hatte auch schon gegen das Sektentum gepredigt. Er hatte lediglich irrtümlicherweise angenommen, dass die Northern Indiana Eldership of the Church of God keine Sekte sei, und dass er sich in ihr außerhalb von Sekten befinde. Daher war der Schritt in Beaver Dam, ein Sich-Freihalten von Babylon, ebensoviel wie ein Ausgehen. Es war das letztere nur in einem äußeren Sinn, und selbstverständlich unterstrich und verdeutlichte es den antisektierischen Stand, den er bereits früher eingenommen hatte.

Es waren auch andere in der ältestenversammlung anwesend, die seine Predigt gegen das geistliche Babylon gehört hatten, und die mit ihm denselben Schritt machten. Es waren David Leininger, William Ballenger und Frau, und F. Krause und Frau. Wir nennen ihre Namen und zeigen auch ihre Bilder, da sie diejenigen waren, die sich als erste von allen äußerlichen babylonischen Formen für frei erklärten.

Etwas ähnliches geschah in Michigan. Ungefähr um die Zeit, als die Northern Indiana Eldership ins Leben gerufen wurde, entstand in der Nähe von Pompeii, Gratiot County, Mich., die Northern Michigan Eldership of the Church of God (Nordmichigan ältestenschaft der Gemeinde Gottes). Diese Gruppe entstand, weil seine Mitglieder im Allgemeinen mit der alten ältestenschaft unzufrieden waren und von dieser isoliert wurden, denn sie billigten geheime Logen und schwelgten im Tabak. Im Herbst 1878 schlossen sich J.C. Fisher und seine Frau, Allie R. dieser neuen ältestenschaft an. Zu dieser Zeit hatten sie noch nicht von Br. Warner gehört. Im Frühjahr 1880 hatte J.C. Fisher Gelegenheit, Indiana geschäftlich zu besuchen, und es ergab sich, dass er dort Bruder Warner predigen hörte und die Lehre von der Heiligkeit akzeptierte und die Erfahrung erlangte. Im darauf folgenden Herbst riefen die Fishers Bruder Warner, zu ihnen nach Michigan zu kommen, um dort Heiligkeit zu predigen. Es war zu diesem Zeitpunkt, dass Allie R. sowohl ihre übergabe als auch die Erfahrung der Heiligung machte.
(Anmerkung: Sie erzählt, dass ihre übergabe im Hause eines gewissen ältesten Walker geschah, und dass in Bruder Warner solche Kraft und göttliche Kundgebung waren, während er für sie betete, dass Walker und seine Frau aus Furcht in ein anderes Zimmer flüchteten, wo man ihn in einer Ecke kauernd fand. Bruder Warner berichtet über diese Reise und erwähnt eine Versammlung in der Nähe von Lacey's Lake (in Eaton oder Baary County) wie folgt: "Freute mich, an diesem Ort Menschen zu treffen, die von verschiedenen Konfessionen ausgegangen sind, menschliche Glaubensbekenntnisse und Sekten ignorieren und bestrebt sind, in der Einigkeit des Geistes zu wandeln.”)

Ein Jahr später, kurz vor der jährlichen Versammlung der ältestenschaft (Oktober 1881), begannen die Fishers, zusammen mit anderen in Carson City, dem Wohnort der Fishers, eine Heiligkeitsversammlung zu halten, an der auch Bruder Warner wieder teilnahm, und erwarteten, dass die ältestenschaft Heiligkeit annehmen würde, um somit ihren Anspruch, die wahre Gemeinde zu sein, zu erfüllen. Diese war gleich nach der Versammlung in Indiana, in der sich Bruder Warner von der Northern Indiana Eldership trennte. Die Lage war ähnlich wie in Indiana. Bruder Warner hatte über die wahre Gemeinde gepredigt und ihre göttliche Regierung dargestellt. Und die Heiligen aus Michigan hofften, dass die ältestenschaft Heiligkeit akzeptieren und vielleicht auch alle menschliche Maschinerie zur Seite tun würde, um dadurch die Voraussetzungen einer wahren Gemeinde zu erfüllen. Hierin wurden sie aber enttäuscht. Ehe die Heiligkeitsversammlung zu Ende war, zeigte die ältestenschaft ihren Widerstand. Daraufhin verließen die Fishers und eine gute Anzahl anderer, insgesamt fast zwanzig Personen, die ältestenschaft.

Um ihre Position und Absicht in einer eindeutigen Form auszudrücken, beschlossen die Heiligen in Michigan folgende Resolutionen:
Da wir in den gefährlichen Zeiten der letzten Tage leben, die Zeit, in der Michael für die Errettung der wahren Heiligen unseres Gottes eintritt (Dan. 12:1), die beschwerlichen Zeiten, in denen das wahre Haus Gottes wieder gebaut wird, beschließen wir:
Erstens, dass wir bestrebt sein werden, durch alle Gnade von Gott heilig, gerecht und gottselig in Christus Jesus zu leben, wartend und eilend auf die Zukunft des Herrn, der, so glauben wir, vor der Tür steht.
Zweitens, dass wir uns keiner Gruppe oder Organisation als nur der Gemeinde Gottes anschließen, erkauft durch das Blut Christi, organisiert durch den Heiligen Geist, regiert durch die Bibel. Und so der Herr will, wollen wir eine jährliche Versammlung aller Heiligen, die durch die göttliche Vorsehung zusammentreffen, durchführen, zur Anbetung Gottes, zur Belehrung und gegenseitigen Erbauung, und zur Abwicklung solcher Geschäfte, auf die uns der Heilige Geist aufmerksam macht und in deren Ausführung er uns leitet.
Drittens, dass wir die Handhabung der Predigerlizenzen ignorieren und abschaffen, da weder Gebot noch Vorbild in der Bibel zu finden ist, und dass wir "an den Früchten erkannt” werden wollen und nicht durch Ausweise.
Viertens, dass wir solche nicht anerkennen noch mit ihnen Gemeinschaft pflegen werden, die zu uns kommen und vorgeben, Prediger zu sein, deren Leben aber keine Gottseligkeit aufweist und deren Lehre nicht die des Wortes Gottes ist.
Fünftens, dass wir solche als Glieder mit uns in dem einen Leibe Christi anerkennen und mit ihnen Gemeinschaft pflegen werden, die wahrhaftig wiedergeboren und aufrichtige Heilige sind, die Gott dienen in allem Licht, das sie haben, und dass wir alle lieben Kinder Gottes dringend bitten, die Schlingen und das Joch menschlicher Parteien zu verlassen und alleine in der "einen Herde” Christi, auf der Bibel und in der Einheit des Geistes zu stehen.

Es sollte beachtet werden, dass obwohl sie das übel der menschlichen Maschinerie in der Gemeinde erkannten, sie selbst zu dieser Zeit noch keine vollständige Erkenntnis darüber hatten, wie die göttliche Regierung sein würde. Sie überlegten, ob sie, losgelöst von allen menschlichen Organisationen, eine neue ältestenschaft bilden sollten oder ob sie überhaupt etwas bei neuem Vorgehen, beizutragen hatten. Zu dieser Zeit wurde der Schwester Fisher eine Vision gegeben. Sie und andere waren dabei, aus Steinhaufen, die um sie herum lagen, einen Turm zu bauen. Das Fundament war bereits gelegt und sie waren mit dem Aufbau beschäftigt, und ihre Arbeit bestand darin, die Steine zu polieren und passend für den Turm zu machen. Die polierten Steine waren kristallklar. Man fragte sie, wo sie denn solche schönen Steine hernahmen. Sie antworteten, dass es einfach solche Steine seien, die man überall finden konnte. Der Eckstein war ebenfalls vollkommen klar, hatte aber einen blutroten Fleck in der Mitte, der leuchtete und er warf Lichtstrahlen wie Streifen von Blut durch den ganzen Turm.

Diese Vision erschien ihr sehr wunderbar. Sie erwachte zum vollen Bewusstsein und sagte: "Herr, was bedeutet das?” Er antwortete: "Das ist meine Gemeinde.” Augenblicklich wurde sie an die Schriftstellen in 1. Kor. 3:11-18; Eph. 2:20-22 und 1.Kor. 3:9 erinnert. Dann verstand sie, dass Gott die Gemeinde organisiert, und dass die Menschen dabei Gottes Mitarbeiter sind, und dass sie Ihn führen und vorarbeiten lassen, und dass Jesus das Haupt des Leibes ist*.

(*Diese Vision ist der sehr ähnlich, die im Hirt des Hermas, aus dem zweiten Jahrhundert, erwähnt wird. Es ist ein bemerkenswertes Zusammentreffen, dass, obwohl Schwester Fisher noch nie von der Vision im Hirt des Hermas gehört hatte, sie und ihr Mann einen Satz Bücher, genannt die Apostolischen Väter, bestellt hatten (unter denen auch der Hirt des Hermas zu finden ist). An dem Tag, als sie ihre Vision bekam, trafen die Bücher ein, wurden ausgepackt, und als ihr Mann eines nahm, öffnete er es genau an der Stelle an der die Vision im Hirt des Hermas erwähnt wird. Sie waren überrascht, festzustellen, dass ihre Vision dort wiedergegeben und auf die Gemeinde gedeutet wurde.)

Sie lernten es bald, sich vom Geist Gottes leiten zu lassen, und stellten fest, dass sie in Sachen der Regierung, wie auch in jeder anderen Hinsicht, in Christus alles besaßen, was sie brauchten. Jetzt, da sie sich ihrer Freiheit von aller Knechtschaft, in der sie so lange gebunden waren, bewusst wurden und sich allein auf die Seite Gottes gestellt hatten, segnete sie Gott durch den Heiligen Geist, der auf ihnen und ihren Versammlungen in einer bemerkenswerten Weise ruhte. Die Freude des Herrn war ihr Teil und befriedigte sie. Auf diese Weise nahm die Reformation eine vollständige Form an. Das Licht begann sich auszubreiten und das Werk befestigte sich an verschiedenen Orten. Eine Schwester Harris, die in der Nähe von Bangor wohnte, im südwestlichen Teil Michigans, wurde im Juli 1882 nach Grabiot County gerufen, um an der Beerdigung ihrer Nichte teilzunehmen. Dort hörte sie J.C. Fisher predigen und lud ihn ein, in ihren Teil des Staates zu kommen. Er ging im folgenden Oktober und hielt Versammlungen ab, die sehr erfolgreich waren und eine Anzahl Seelen wurde gerettet. Im folgenden Jahr gegann man, dort eine jährliche Lagerversammlung abzuhalten. Sie findet noch immer statt, obwohl sie jetzt seit 1892 sieben Meilen (11 km) nördlich, in Grand Junction, durchgeführt wird. So wurde dieser Teil des Staates eine der ersten Gegenden, wo sich die Reformation befestigte, und Grand Junction wurde zu einem späteren Zeitpunkt für mehrere Jahre der Sitz der Druckerei.

Dass Gott in ähnlicher Weise in anderen Teilen der Welt wirkte, kann aus einem Brief aus England ersehen werden, der im Christian Harvester erschien und in der Gospel Trumpet zitiert wurde:

Wohlstand der Seele außerhalb der Pferche
Wir entnehmen das Folgende einem Brief im Christian Harvester, von E. Morgan, Maidstone, England: "Wir haben eine Anzahl Leute, die sich der Heiligkeit erfreuen, Männer und Frauen, alt und jung, die keiner Sekte angehören. Sie haben in ihrer Mitte die Gegenwart des Heiligen Geistes in viel reicherem und kraftvollerem Maße, als ihre Freunde in den Kirchen. Dieses scheint anzudeuten, dass sich der Herr ein Heer zubereitet, das Sein Werk ausführen wird, und völlige Liebe wird die vereinigende Kraft sein, die sie in Einem erhält.” Es sollte uns gar nicht wundern, dass diejenigen, die Gott gehorcht haben und aus allen menschlichen Sekten ausgegangen sind, ein größeres Maß göttlicher Gnade und des Geistes haben sollten, da sie frei von aller Unterdrückung und Interdikte sind, von denen wir so viel in allen unseren Heiligkeits-Zeitschriften lesen. Ja, Gott richtet ein heiliges Heer auf , das befreit in Christus steht, gefesselt alleine durch die Wahrheit und die Liebe Gottes. Aus dem Vorhergehenden, wie auch aus den Zeugnissen von hunderten in diesem Land, sehen wir, dass die Behauptung, das Verlassen der Sekten habe den geistlichen Tod zur Folge, eine grundlose Lüge ist. Das Resultat war stets das Gegenteil, bis auf wenige Fälle, in denen Seelen durch höllisches Wüten und von betrügerischen, verfolgendenden Geistern der Sekten überwältigt wurden, welches große Empörung hervorgerufen hat.

Bruder Warners Trennung von der Northern Indiana Elder- ship wurde Gegenstand der Kommentare seiner zeitge-nössischen Schriftleiter und noch anderer. Seine Antwort auf einen Brief zu seinem Ausgehen, wird hier wiedergegeben:

Ein lieber Bruder schreibt uns folgendes: "Ich meine Du hast falsch gehandelt, indem du die Gemeinde verlassen hast, und dennoch segnet Gott dich und die Trumpet…”

Solches Gerede, "die Gemeinde verlassen und trotzdem unter dem Segen Gottes stehen”, ist babylonisches Wirrwarr. Es gibt absolut keinen Weg, weder unter dem Himmel noch unter den Menschen, auf dem wir die Gemeinde verlassen können, außer dass wir aufhören durch den Glauben in Christus zu leben und ihm gehorsam zu leisten, oder in Sünde zu fallen und darin zu beharren; in einem solchen Fall kann und wird Gott der Seele seinen Segen nicht mehr wie zuvor schenken. Denn, als gewisse Prediger in Ohio veröffentlichten, dass ich die Gemeinde verlassen habe (das ist falsch, denn sie selbst haben mich aus ihrer Synagoge geworfen wegen des Verbrechens, dass ich wirkliche, erfahrungsgemäße Heiligkeit gepredigt habe), haben sie deutlich gemacht, dass das, was sie als "Gemeinde Gottes” anbeten, in Wirklichkeit nur ein Menschenwerk ist, in das sie Mitglieder aufnehmen und von "Beitritten” berichten, die durch einen anderen Prozess als durch Wiedergeburt zustande kommen, obschon diese doch der einzige Weg ist, der Gemeinde Gottes beizutreten. Und wenn Menschen davon sprechen, dass wir die Gemeinde verlassen haben als wir uns im letzten Herbst von einer menschlichen Körperschaft, genannt die "Northern Indiana Eldership” zurückzogen, dann bringen sie zum Ausdruck, dass sie des Teufels Nachahmungen noch immer anerkennen. Sie nennen das eine Gemeinde, welche nicht der biblischen Beschreibung entspricht. O wie schwer ist es, die Mahlzeichen des Tieres und die Zahl seines Namens loszuwerden!

Die Bibel spricht von den Gemeinden Gottes in Galatien, in Achaja, in Asien, usw. aber wir lesen von keinen nördlichen, südlichen, östlichen oder westlichen ältestenschaften der Gemeinde Gottes der Galater, Achajer oder Asiaten. Seht, dieses Ding - Northern Indiana Eldership of the Church of God - ist zu lang um brauchbar zu sein, und so ergreifen wir einfach das Breitbeil des Wortes Gottes und hacken es in zwei Stücke, zwischen den Wörtchen "of” und "the”, und werfen das erste Teil zu den "Maulwürfen und Fledermäusen”, nach dem Wort des Propheten. Danach bleibt die wahre Gemeinde Gottes übrig, welche der Leib Christi ist, "die Fülle dessen, der alles in allen erfüllt”. Ehre sei Gott und dem Lamm, "wir sind in ihm zur Fülle gebracht”. Wenn noch andere das Exzidieren dieses unbrauchbaren Anhängsels zulassen würden, dann entstünde ein ziemliches Vaccum für den Empfang dieser "Fülle”. Der Begriff "ältestenschaft” ist in diesem Fall in sich ein Widerspruch und ein verdrehen des Wortes Gottes. Der Apostel Paulus spricht vom Händeauflegen der ältestenschaft. Daher akzeptiere ich das Wort "ältestenschaft” als einen biblischen Begriff. Aber worin liegt seine offensichtliche Bedeutung? Einfach die ältesten einer Ortsgemeinde, oder in einem Bezirk oder Land, wie auch immer der Fall sein mag. Den Begriff auf eine organisierte Körperschaft anzuwenden, ist ein Missbrauch des Wortes, eine Verdrehung eines der Worte der Heiligen Schrift. Es beinhaltet einen Widerspruch, und behauptet eine Unwahrheit, denn die Körperschaft, auf die es angewandt wird, besteht nicht nur aus ältesten, sondern aus Brüdern und Schwestern, einigen ältesten, und schließt ohne Zweifel etliche Sünder und Abgefallene ein; daher wandelt der Gebrauch dieses Wortes die göttliche Wahrheit in eine Lüge. Diese "neue ältestenschaft”, wie sie auch oft genannt wird, ist, wie jede andere neue Gruppe die nicht mit dem Leibe Christi identisch ist, eine Rivalin (Konkurrentin) des Leibes Christi und dient als ein Werkzeug des Teufels, den Parteiengeist und den sektiererischen Fanatismus zu erzeugen. Nichts liegt der fleischlichen Gesinnung näher, als neben der herrlichen Gemeinde der Erstgeborenen etwas anderes aufrichten zu wollen.

Der Grund liegt auf der Hand. Christus erbaute seine Gemeinde, fügt die Glieder hinzu, und speit die Unwürdigen aus. Er ist das Haupt seines Leibes, der Gemeinde, die einzige wirklich regierende Macht, mit ausnahme da, wo er es vorzieht seinen Willen durch einzelne Glieder auszuführen. Folglich lässt dieses den Aspiranten, solche die etwas menschlich Erbautes darstellen möchten, damit sie die Ehre bekommen und Herren der Werke ihrer Hände werden, keinen Raum. Es ist wie Schwester M'Creery in ihrer Geschichte des Ursprungs der Freien Methodisten schreibt - in den sechs Jahren als sie sich damit begnügten mit einfältigem Auge zu arbeiten, Gott seine Gemeinden bauen zu lassen und alle Ehre zu empfangen, da war noch der Geist Gottes in großer Kraft unter ihnen, um Seelen zu retten, denn sie hatten kein Gebilde zu versorgen. Aber nachdem sie den Freien-Methodisten-Götzen aufgerichtet hatten, dann hieß es nur noch, "Hau ruck, Freier Methodismus!” Und da sie aufhörten ausschließlich für die Gerechtigkeit, den Frieden und die Freude im Heiligen Geist in dem Reich Gottes zu arbeiten, gründeten sie eine neue Sekte die sie "unsere Gemeinde” nannten, sahen sie mit doppeltem Auge und verloren die wirkliche Kraft Gottes. Nach unserer Zusammenkunft im letzten Herbst forderte man uns auf, uns hinter den Parteiengeist zu stellen, und das Hinzufügen einer neuen Sekten zu den mehreren hunderte bereits bestehenden Labyrinthen Babylons zu entschuldigen. Man nannte sie "Northern Indiana Eldership of the Church of God, gegen geheime Logen”. Als ob die Gemeinde die Christus selbst gründete, nicht gegen geheime Logen ist, und es daher notwendig wäre zu diesem Zweck eine neue Gruppe ins Leben zu rufen. Jede Sekte auf dieser Erde ist eine Beleidigung Gottes, und sogar ihre Gründung macht deutlich, dass sie nicht völlig in Christus ist, und sich daraus "die Notwendigkeit" ergab, wie B.T. Roberts sagt, eine neue Sekte zu organisieren.

Der Neujahrsgruß der Trumpet, zu Beginn des zweiten Jahres, enthält einen interessanten Ton:

Neujahrs Gruß
Allen, die diese Trumpet lesen und besonders all denen, die die Wahrheit lieben, senden wir einen brüderlichen Gruß, ein "Frohes neues Jahr”, und ein herzliches "Gott segne Euch”. Unser Herz überfließt voll Liebe und Dankbarkeit gegenüber Gott und all seinen geliebten Heiligen für alle Segnungen und Barmherzigkeit des abgelaufenen Jahres. Teuer geschätzte Freunde und Förderer der Trumpet und Liebhaber der von vielen gehassten Wahrheit, wir sind glücklich von diesem Wachtturm Zions aus berichten zu können, dass wir nichts als Erfolg, Sieg und Herrlichkeit sehen. Ein geliebter Vater in Israel aus New York teilte uns kürzlich seine unbeschreibbare Dankbarkeit mit nachdem er zum ersten mal eine Trumpet sah, und erwähnte, dass er versucht habe in Chicago auch eine Trumpet zu gründen. Er sagte jedoch, "Es fand sich niemand mit genügendem Interesse für die Wahrheit, der auch ausreichende Mittel hätte dieses Projekt ins Leben zu rufen.” Nun, Ehre sei Gott. Er hat das Schwache und Mittellose erwählt, ein Werk voran zutreiben, das nach menschlichem Ermessen in dieser Sekten-liebenden und götzendienerischen Zeit nicht ohne erhebliches Kapital und auf freiwiliger Basis vollbracht werden kann - das wunderbare Werk Gottes. "Zittern ist den Heuchlern” gekommen und die Propheten Babylons sind verblüfft. G.D. Watson hat die Vorhersagen und fleischlichen Gebete Tausender zum Ausdruck gebracht, als er durch ein antichristliches Blatt behauptete, "Dem Bruder Warner wird es auf dieser Art und Weise nicht gelingen”. Das ist doch nichts anderes, als ein Schlag gegen Jesus Christus! Im Grunde genommen wird dem Sohn Gottes gesagt: "Der Versuch, Gottes Gemeinde, angesichts des Wohlstandes unserer Kirchen, zu bauen, muss fehlschlagen. O, diese Anhänger Babylons, wenn sie es könnten, dann würden sie die Gemeinde, die Christus vor achtzehnhundert Jahren gründete, auslöschen, um die Ehre ihrer "großen methodistischen Kirche”, die erst vor weniger als einhundertfünfzig Jahren gegründet wurde, zu vermehren!
Nun, Bruder Warner mag in mancher Hinsicht versagt haben, aber keiner, der die Trumpet liest, kann leugnen, dass Gott und Wahrheit überaus herrlich gesiegt haben. Auch die Trumpet hat sich, durch die von Gott anerkannten Wahrheiten die sie verkündigt, als wunderbarer Erfolg erwiesen, ungeachtet der verschiedenen Maßnahmen die der Teufel ergriffen hat, ihr den Weg zu sperren. Ein weiteres armes, getünchtes Grab hatte die Frechheit, mit einem teuflischen glucksen zu sagen, "Wir werden die Trumpet zermalmen” und "dem Bruder Warner alle Abonnenten nehmen”. Als in dieser Stadt einem gewissen Herrn jene Spreu- und Babyseifen-Zeitschrift angeboten wurde, sagte dieser, "Wenn es euch mit dieser Zeitschrift gelingt, wird es nicht die Trumpet ruinieren?” Darauf erhielt er die Antwort: "Das Wollen wir ja gerade erreichen”. Dieses erzählte er einem Bruder und fügte hinzu, er glaube nicht, dass in einem solchem Blatt viel Heiligkeit zu finden ist, und lehnte die Zeitschrift ab. Und dennoch ist M. L. Haney, der auf der Jacksonville Konferenz als der "Patriarch der Heiligkeit im Westen” und auch an allen anderen Orten heilig gesprochen wurde, so blind, dass er zweimal angedeutet habe, jenes Unternehmen könnte von Gott sein, was er mit den Worten einräumte, "Wenn Eure Zeitschrift von Gott ist”. Fast alle angeblichen Heiligkeits-Zeitschriften haben kübelweise Wasser herbeigetragen, auf den Altar der göttlichen Wahrheit gegossen und den Graben umher gefüllt. Aber in diesem Test zwischen der Trumpet und den Propheten der Sekten wird Gott nur noch mehr verherrlicht. Preist seinen Namen!

Die Trumpet hat mehr als einmal bewiesen, dass sich der Teufel irrt. In aller Liebe empfehlen wir all jenen Zeitschriften und Predigern, die es sich zur Gewohnheit gemacht haben den Menschen zu sagen, dass das "Verlassen der Sekten unweigerlich mit dem geistlichen Tod endet”, die Trumpet zu lesen, dann ihren Mund zu halten, und auf zu hören wider die Wahrheit zu lügen. Es gibt kein Sekten-stützendes Blatt im Land, dass in solch starker Aufstellung von klarer, bestimmter Heiligkeit, von der Kraft des Heiligen Geistes, von wunder wirkendem Glauben und von fruchtbarem Leben zeugt. Darüber hinaus haben wir solch eine Fülle von lebendigen und glühenden Berichten und Erfahrungen, dass wir nicht Platz genug haben alle zu veröffentlichen, und fast alle haben es uns erspart Euch zu sagen, dass sie sich nicht mehr im Lager der religiösen Splitterparteien befinden. Wir haben zahlreiche Bekundungen der Wertschätzung veröffentlicht, weil sie, durch ihre große Begeisterung für die Wahrheiten der Trumpet, verbunden mit kräftigem, geistlichen Leben und Brauchbarkeit in Christus, alle diejenigen als verdreht und als geistlich Erkrankt verurteilen, die die Speise, die wir veröffentlichen, ablehnen. Für die Ersten ist die Trumpet eine himmlische Musik, für die letzteren aber ist sie ein störender Ton, denn ihre Ohren sind nicht genügend beschnitten worden, um heilsame Lehre ertragen zu können. Die Trumpet hat gezeigt, dass Gott einen Kampf gegen des Teufels stärkster, letzter und verwegensten Festung führen kann.

Gott hat unsere Gebete in bemerkenswerter Weise gehört und beantwortet. Zwar nicht immer wie wir es erwartet haben, aber weit besser als wir es uns vorstellen konnten. Im vergangenen Frühjahr haben wir gebetet, dass Gott uns eine schnellere Druckmaschine schenken möchte, aber der Ofen der Prüfung, durch den er uns geführt hat, war für unsere Seele besser als hundert Druckmaschinen und zehntausend Abonnenten. Ehre sei dem Gott Daniels und der Hebräer! O, welche Lektionen haben wir im Salz und im Feuer der Schule Christi gelernt! Lieber würden wir den Hebel am alten Handdrucker noch vierzig Jahre lang ziehen, als auf die im Ofen geschenkten Visionen von Gott, von seiner Gemeinde und von den großen Greueln des Sektentums zu verzichten. Wir danken allen Förderern der Trumpet für die Mittel, die sie der Sache des Herrn zur Verfügung gestellt haben und für die vielen geschätzten Beiträge, die uns auf Grund der Inspiration durch den Heiligen Geist geschickt wurden. Ihr habt zum großen Teil die Trumpet zu dem gemacht, was sie ist, und durch euren anhaltenden Dienst der Liebe und euren Opfern um Christi Willen, werdet ihr die Trumpet weiterhin verbessern, vergrößern und den Kreis ihres Einflusses erweitern helfen. Wir gehen davon aus, dass die eigentliche Belastungsprobe der Trumpet hinter uns liegt. Gott hat das Werk unserer Hände befestigt. Unsere Auflage steigt ständig. Wir haben von jeder Ausgabe sechszehnhundert Exemplare gedruckt, dieses mal 1.650, und es bleiben keine 50 Trumpets übrig wenn wir mit dem Versand fertig sind. Die Nachfrage nach Probeexemplaren und zu Zwecken der Gewinnung von neuen Abonnenten nimmt ständig zu.

Babylon und all ihren Begleiterscheinungen versprechen wir nichts als Feuer, Schwert, Hammer und vernichtende Salven aus dem Arsenal des Wortes Gottes. Wir haben vor, durch die Gnade Gottes, Sünde und Sünder, wie noch nie zuvor, in Angriff zu nehmen. Manche haben uns zu verstehen gegeben, dass wir beim Zurechtweisen der Kirchensündern zu persönlich gewesen sind. Aber wir schämen uns vor Gott und bereuen, dass wir noch zu milde waren und zu wenig Rückrat zeigten. Und nun geben wir allen Heuchlern, sowie allen, die vor Gott nicht aufrecht gewandelt haben, zeitige Warnung, dass, wenn ihr nicht Buße tut und eure Sünde öffentlich bekennt, der Herr von uns erwartet, so weit es uns bekannt sein wird, einen jeden vor allen bloß zu stellen und zurechtzuweisen. Wir kennen niemanden nach dem Fleisch und suchen auch niemandem zu gefallen. Gott kann diese Zeitschrift nur solange gebrauchen, wie wir bestrebt sind alleine ihm zu gefallen, sonst wird die Trumpet mit Sicherheit eingestellt. Gott genügt uns. "Mir wird nichts mangeln”. "Darum bin ich nicht zuschanden geworden, darum habe ich mein Gesicht hart wie Kieselstein gemacht. Ich habe erkannt, dass ich nicht beschämt werde” (Jes. 50:7).

Auch wenn es unsere Pflicht ist, alle äußere Sünde zu strafen, so bleibt es im Vordergrund, dass alle Reform im Herzen beginnen muss und dieses kann nur Gott ändern. Innere Umwandlung ist nur durch den Glauben möglich, und dieser muss in der biblischen Reihenfolge zur Vergebung und Annahme des Sünders, und zur völligen Heiligung des Gläubigen, klar vorhanden sein. Wir bedauern, dass manche es versuchen, den Sekten-Eisberg mit dem Hammer des Wortes zu zerschlagen, aber ohne Anwendung des schmelzenden Feuers des Heiligen Geistes. Wer Menschen auf irgendeiner anderen Art und Weise aus den Sekten holt, und nicht indem er sie zu Christus zwecks Reinigung des Herzens und zum Empfang des Heiligen Geistes führt, welches die Seele aus allen Sekten und in die Wahrheit führt, der wirbt sich ein Heer an, dass einen fleischlichen Kreuzzug gegen Babylon führen wird. Das wird nicht viel Gutes bringen, und hat in manchen Fällen den Weg versperrt und Gottes Wahrheit mehr aufgehalten als ihr genützt. Die biblische Erfahrung der völligen Heiligung ist das wahre Ziel der Versöhnung Christi und seines Blutvergießens. Vollkommene Heiligkeit zerstört Sekten und Konfessionen, so wie der Frost vor einer Junisonne schwindet und die Förderung wahrer Heiligkeit ist das einzige Heilmittel gegen Trennungen und jede andere Form der Sünde unter bekennenden Christen. Daher wird die Gospel Trumpet weiterhin die Schönheit der Heiligkeit preisen und die Macht des Blutes Christi verkündigen, das echte Heiligkeit und vollkommene Herzens Reinheit zu geben vermag. Wir bitten um die Zusammenarbeit und Gebete aller wahren Heiligen Gottes, die die Freiheit des Christus Jesus, unseres Heilandes, liebhaben.

Die Wahrheiten der Reformation wurden hauptsächlich durch die Gospel Trumpet verbreitet, und in vielen Teilen des Landes fanden sich solche, die ihre Lehren herzlich begrüßten. Aus der Trumpet, Anfang 1882, entnehmen wir einige Auszüge der Korrespondenz, die an Br. Warner adressiert wurde:

Mir gefällt die Trumpet sehr gut; hoffe, dass sie lange, laut und klar ertönt, um das Volk zurück zu den alten Pfaden, dem guten Weg, zurückzurufen. Ja, es ist wahrlich der gute Weg, der gerade und schmale Weg, der neue und lebendige Weg, der erhabene und heilige Weg. Ich werde die Trumpet solange abonnieren wie sie sich an die Bibel hält. Dein Bruder, geläutert und geprüft, E.B.B.

Er erhält alle die ihm vertrauen. Ich bete zu Gott, dass die Zeit bald kommen möchte, wo alle Christen in Christus, dem lebendigen Haupt, vereint sein werden, alle Trennung verwerfen und nur Christus als ihr Haupt anerkennen, und deren Namen im Himmel, im Buch Gottes, eingetragen sind. Möge der Herr alle Heiligen segnen. Möge er dich, Schwester Warner segnen, dafür, dass Du auf einen Teil des Hauses verzichtest, damit die Gospel Trumpet weiter gedruckt werden kann. O, wir können die Trumpet nicht aufgeben! O, dass ich etwas tun könnte! Ich werde tun was ich kann, um euch behilflich zu sein. Die Trumpet muss weiter laufen. Anbei, das Scherflein der Witwe. L.B.

Wir sind uns fremd, noch haben wir einander gesehen und dennoch kennen wir uns durch den Geist der uns gegeben ist. Ich freue mich, dass ihr genügend Gnade besitzt die Gospel Trumpet ohne sichtbare Mittel weiter zu führen. Wer überwindet, der wird alles ererben. Der Herr wird Euch in der Arbeit nicht verlassen. Er wird Euch helfen durchzuhalten. Gerne schicke ich euch einen Dollar und würde gerne mehr schicken, wenn ich es jetzt könnte. Ich habe keine Liebe zu den Sekten in meiner Seele. L.M.

Erfolg kröne euren Dienst der Liebe im Reich Gottes und in der Geduld Jesu. Möge das Sektentum wanken und bis auf seinen Grund zusammenfallen, und Herrlichkeit und Einheit Gottes Reich des Friedens und der Gerechtigkeit erfüllen. T.F.D.

Gott gebe, dass die Posaune des Heils ihren bestimmten Ton weiterhin erschallen lässt, bis Babylon durch die Kraft Gottes und die Wahrheit gestürzt wird. Frau L.L. und ältester J.M. Gott segne euch reichlich. Amen. In meinem Herzen stehe ich hinter euch, den ganzen Willen Gottes zu tun, ungeachtet der großen und kleinen Menschen, Fanatiker oder Teufel. Ich habe zwei Ausgaben der Trumpet erhalten. Die Haltung, die darin zum Ausdruck gebracht wird, ist auch die meinige und war es schon seid fünfzehn Jahren. Meine Frau steht hinter mir. Lasst die Trumpet lauter und lauter ertönen, bis die Mauern des sektiererischen Jerichos fallen. J.C.A.

Je tiefer ich in Christus gelange, je besser verstehe ich die Lehre, die Bruder Warner vertritt. Und je mehr ich mich mit der frühen Geschichte der "Freunde” beschäftige und mit ihrer Lehre vertraut werde und sie verstehe, je größer erscheint mir die ähnlichkeit zwischen den beiden. Er (Br. Warner) besteht nicht weniger als jene auf völlige Absonderung von jeder Form der Weltlichkeit. F.W.

Gott segne dich und die Deinen und das große und herrliche Werk, dass Du unternommen hast. Wir möchten Dir helfen, die reine Wahrheit des Evangeliums, ohne -ismus oder menschliche Mauern, zu verbreiten. Der Herr führe den Tag schnell herbei wo sie alle fallen, um nie wieder aufzustehen. Ehre sei Gott! Der Deinige, erlöst. J.L.K.

In der Ausgabe vom 16. Januar 1882 antwortet Bruder Warner auf einige kritische Beurteilungen seiner zeitgenössischen Schriftleiter.
An unsere Zeitgenossen
"Modernes Ausgehen, oder, besser gesagt, anti-Gemeindetum.” Das Vereinen des Volkes Gottes in einer selbst ausgewählten, kirchlichen Gemeinschaft macht uns nicht unbedingt zu Sektierern.” - Gospel Banner

In aller Liebe bitten wir unseren guten Bruder Benneman, uns zu sagen, wer diese "anti-Gemeinde” Menschen sind, von denen er spricht. Gib uns die Adresse irgendeines Menschen, der Gottseligkeit bekennt, und der weder an eine Gemeinde glaubt noch in einer Gemeinde Mitgliedschaft beansprucht.

Zweitens. Ist der Leib Christi keine Gemeinde?
Drittens. Wenn es irgendeinen anderen Weg gibt, in die Gemeinde zu gelangen, außer durch Christus und durch den Heiligen Geist - wenn die Gemeinde etwas ist, wo Menschen die Tür öffnen und Mitglieder aufnehmen - dann gibt uns dafür bitte ein "so spricht der Herr”.
Viertens. Wenn uns das Vereinen mit einer Partei oder Sekte, des angeblichen Volkes Gottes, nicht zu Sektierern macht, warum sollte dann die Verbindung zu einer Freimaurer-Loge jemanden zum Freimauerer machen?
Fünftens. Wenn jemand in Christus ist, ist er dann nicht in der Gemeinde und ist er nicht bereits mit allen anderen, die im Herrn sind, verbunden?

Pure Religion wähnt sich sehr klug, wenn es die "Ausgegangenen” mit "allen anderen Sekten” einstuft, wodurch sie im Grunde genommen zugibt, dass diese ebenso gut sind wie die anderen. Dann aber sagt sie, dass ein guter "Ausgegangener” folgende Eigenschaften haben sollte:
1. Die Person muss "aus einer Gemeinde hinausgeworfen” worden sein, das heißt natürlich aus einem der "anderen Sekten”, denn ein wenig nüchterne, objektive Betrachtung der Bibel wird jedem klar machen, dass solche äußerungen auf die wahre Gemeinde gar nicht zutreffen können, denn "der Herr aber tat täglich hinzu, die gerettet werden sollten (oder, die da selig wurden), zu der Gemeinde”, und "niemand (auch kein kirchliches Gericht) kann sie aus seiner Hand reißen”. Wenn die Schriftleiterin der Pure Religion nur halb so eifrig wäre zu erfahren was die Bibel lehrt, als wie sie ihren Witz zur Schau stellt, dann hätte sie ohne Zweifel gelernt, dass die Gemeinde nicht etwas ist, dass Menschen organisieren und in die sie Mitglieder aufnehmen, sondern "ein heiliger Tempel im Herrn”, "Gottes Ackerfeld, Gottes Bau”.

2. Die Schriftleiterin meint, dass ein guter "Ausgegangener” einen geringen Bestand an Religion, dafür aber "einen beachtlichen Bestand an Unwissenheit” besitzen sollte. Wir wollen annehmen, dass sie nicht bedacht hat, dass sie mit ihren Worten Männer wie Luther, Melanchton, Fox und Wesley, die in der Zeit, als sie sich von allen Sekten trennten, diese verurteilten und weder eine neue gründeten, noch sich einer bestehenden anschließen wollten, und ihre größte Kraft für Gott besaßen, als gnadenlos und als sehr beschränkt verwirft. The Good Way informierte uns kürzlich, dass Wesley nie vorhatte eine Sekte zu bilden. Was war er denn, wenn nicht ein "Ausgegangener”? Es ist eine unbestreitbare, dokumentierte Tatsache, dass er die unglücklichen Trennungen und Parteien im Christentum missbilligte. Es ist das übereinstimmende Zeugnis in der Geschichte der Reformationen, dass jedes Bemühen zur Reform durch eine viel größere Kraft und Bezeugung des Geistes Gottes begleitet wurde, als wie später offenbar wurde, wenn der Weg in einer Sekte gipfelte. Ich wage es zu behaupten, dass es keine Ausnahme zu dieser Feststellung gibt. In den zehn Jahren des Dienstes in der Benennung, die aus der Arbeit von J. Winebrenner und seinen Mitarbeitern hervorging, haben die alten Väter und Mütter immer wieder erwähnt, dass diese Körperschaft, nachdem sie den Namen einer weiteren religiösen Benennung angenommen hatte, nicht mehr eine solche göttliche Kraft aufweisen konnte, wie zuvor. Dasselbe gilt für den früheren Methodismus und in einer bemerkenswerten Weise auch für den Freien Methodismus. Lasst mich einige Auszüge aus der "Geschichte des Ursprungs des Freien Methodismus” von Schwester Sidney M'Creery wiedergeben. Schwester M'Creery und ihr Mann, Joseph M'Creery, waren mit B.T. Roberts und William Kendall von Anfang an in der großen Heiligkeits-Erweckung, die deren Trennung von der Methodist Episkopalen Sekte zur Folge hatte, eng verbunden. Daher bezeugt sie, was sie weiß und sagt aus, was sie erlebt hat. Sie gibt zu Protokoll, dass sie sechs Jahre frei von jedem Sektenjoch und wunderbar unter der Kraft Gottes gewirkt haben und gesegnet wurden, und dass von dem Moment an, da B. T. Roberts eine neue Sekte formte, die Herrlichkeit von den Nazarenern, wie sie genannt wurden, wich. Sie sagt: "B. T. Roberts behauptet in seiner Disziplin, dass die Freie Methodisten Organisation notwendig war. War sie es? Lasst die Hunderte zeugen, die so wunderbar und liebevoll miteinander in dem Heiligen Geist verbunden waren. Die Wahrheit ist diese: Da wo Menschen eingreifen, da verderben sie Gottes Volk und Werk. Solange man sich dieser geistlichen Gemeinschaft erfreute, herrschten Friede und Harmonie und das Werk der Bekehrung ging voran, die Heiligen jauchzten, der Sektenteufel wütete und Sünder zu Zion fürchteten sich und zitterten, wenn der geringste Heilige auf seinen Knien lag. B. T. Roberts kam mit einer Falle, indem er eine neue Bedingung für Gemeinschaft aufstellte. Er reiste weit und breit und predigte, dass sektiererische Gemeinschaft noch fehlte, und dass man ohne diese nicht weiter käme. In den meisten Fällen war man überrascht. Man prüfte sich und urteilte: Wir haben schon Gemeinschaft mit dem Vater, Sohn und Heiligen Geist, und haben heilige, geistliche Gemeinschaft mit den Heiligen und Gott hat uns immer wieder im Kampf mit den unheiligen Sekten Sieg geschenkt. Was kann uns da ein Sektenjoch noch bieten? Wir sind jetzt frei, überall im Namen Jesu zu predigen und zu lehren. Auf diese Weise bewahrten sich einige noch eine Zeit lang. O, welch ein Raub, welch einen Verrat, welch eine Misshandlung an diesem Werk Gottes, das so herrlich begonnen hat, und nun zum Aufbau einer fleischlichen, selbstsüchtigen Organisation dient. Das Sektenjoch wurde in jeder Versammlung, groß oder klein, vorgebracht und als "das Kreuz” dargestellt. Mein Mann war mit den Anordnungen Gottes zufrieden, ja, mehr als zufrieden. Er frohlockte und war überaus glücklich, das Gedeihen Zions in unserer Mitte zu sehen. Mit seinem Handeln hat B. T. R. zum Ausdruck gebracht: ‘Ich habe genug Schmach und Schande erduldet; Ich werde Israel zählen lassen und wir werden sein wie die anderen Völker', und dann begann man mit der Arbeit "unsere Gemeinde” zu bauen. Wie der Feind triumphierte! In allen Versammlungen wurde der Geist des Sekteneifers aufs äußerste gesteigert und somit die Schrift erfüllt, in der es heißt: "Welche die Wahrheit Gottes in die Lüge verwandelt und dem Geschöpf Verehrung und Dienst dargebracht haben statt dem Schöpfer, der gepriesen ist in Ewigkeit.” Und heute besitzt er (B. T. R.) nicht mehr Einfluss als irgendein anderer Sektenbischof, wo er doch einmal ein Schrecken der übeltäter und ein Lob der Rechtschaffenen war. Von dieser Zeit an, hörte der Kampf des Herrn auf und die Feinde frohlockten. Manche, die sich an die vorigen Zeiten der Freiheit und Kraft erinnern, fragen B. T. R., warum sich heute nicht mehr dieselbe Kraft wie früher offenbart. Er antwortet in dieser Weise: Gott gab dem Volk damals einen besonderen Segen für ein besonderes Werk. Sehr gut; aber warum nicht unter diesen besonderen Segnungen und in dem besonderen Werk weiter machen? Welch ein Unsinn, welch ein Widerspruch, noch eine Sekte aufzubauen um all die Variationen und Entwicklungsstadien der Vorgänger durchzumachen! Ist es in den Augen Gottes wohlgefällig, eine weitere Klasse von Abgefallenen zu produzieren? War es notwendig? Wo ich auch hinkomme, überall finde ich, dass bei den Freien Methodisten die Bürde in der Verkündigung den abgefallenen Mitgliedern gilt, wogegen früher, ehe sie sich formierten - als sie in der Ordnung standen, in die Gott sie gestellt hatte - jeder Mann, jede Frau und jedes Kind ein volles Tagespensum leisten konnte. An vielen Orten, die ich besuche, stelle ich fest, dass sie (die F. M.) fast, wenn nicht gänzlich, ausgestorben sind. Auf dem Missionsfeld geht die Arbeit eine Zeitlang gut voran, aber wenn sie dann mit der Proselytenmacherei beginnen und es zur "Notwendigkeit” machen diese in ihren Scheffel zu sammeln, dann überlässt sie der Herr ihrer selbst. Indem ich durch das Land ziehe, treffe ich oftmals diejenigen wieder, mit denen wir im Kampf des Herrn bekannt wurden, und sofort erwähnen sie die früheren Tage der Kraft und des Heils und sagen, "Heutigen Tages haben wir solche Versammlungen nicht mehr; ich würde einen weiten Weg machen um das Vorrecht wieder zu genießen.” Wir könnten die Zitate vermehren, aber diese werden genügen um die Tatsache zu zeigen, dass das Christentum durch die Bildung von Sekten zerstört wird. Es ist eine unleugbare Tatsache, dass solange Menschen als "Ausgegangene”, "ungelehrige Klötze” stigmatisiert wurden, Gott sie weit mehr gebrauchen konnte als nachdem sie plötzlich klug(?) wurden und anfingen Mauern um sich herum aufzurichten oder in eine von anderen errichteten Sektenpferchen eingetreten sind.

Der Vanguard nennt das Ausgehen aus Babylon "eine Art geistliche Tollkühnheit (Ausschlag)”; und Pure Religion und Gath Rimmon wähnen sich beide sehr klug und servieren es ihren Lesern. Möge der Herr solche Leichtfertigkeit vergeben. Sollten wir nicht lieber in Gottes Wort schauen und sehen was der Herr sagt, statt in solchen Witzeleien zu schwelgen? Lehrt Gottes Wort, dass es eine "geistliche Tollkühnheit (Ausschlag)” ist, alleine Christum anzugehören und alleine an ihm zu hängen, "das Haupt über alles der Gemeinde gegeben, die sein Leib ist, die Fülle dessen, der alles in allen erfüllt”? Litt Christus an geistlicher Tollkühnheit (Ausschlag) als er sagte, "und wird ein Hirte und eine Herde sein”? Hat Paulus daran gelitten, als er sagte "damit keine Spaltung im Leibe sei” - keine Methodisten-Spaltung, keine Weslyan-Spaltung, keine Freie-Methodisten-Spaltung, noch der United Brethern (Vereinigte Brüder); ja, keine Spaltung? Nun, Brüder, wenn ihr es wagen würdet die Schuppen von Euren Augen zu nehmen und die Heilige Bibel aufrichtig zu betrachten, dann müßtet ihr zugeben, dass jede einzige Sektenorganisation, die ihr Kirche nennt, Spaltungen sind, gerade das, was Gott verurteilt und verbietet. Es sei denn, dass ihr schändlich blind seid, so wisst ihr, dass dies die Wahrheit, die reine Wahrheit ist, und eure Verleumdungen und sarkastische Bemerkungen können die Wahrheit nicht aufheben noch euch schützen, wenn ihr durch dieselbe gerichtet werdet.

Es gibt noch andere, harte äußerungen wider den Felsen, auf dem ich stehe. Ich möchte nur, dass ihr wisst was ihr tut, und wenn ihr dann trotzdem gegen den Stachel ausschlagen wollt, dann bitte schön. Glaubt ihr, dass Christus eine Gemeinde des lebendigen Gottes erkauft und gegründet hat? Glaubt ihr, dass der "Leib Christi” die Gemeinde ist? Glaubt ihr, dass Christus die einzige Tür zu dieser Gemeinde ist, und "wenn jemand durch mich eingeht, so wird er errettet werden”? Glaubt ihr, dass der Heilige Geist die Glieder in den Leib, die Gemeinde, setzt? Glaubt ihr, dass "keine Spaltungen im Leib” sein sollten? Glaubt ihr, dass die Gläubigen "in eins vollendet seien”, und dass "vollkommene Heiligkeit Sekten und Benennungen vernichtet”? Glaubt ihr, dass "Parteiungen und ärgernisse entgegen der Lehre sind, die wir gelernt haben”? Glaubt ihr, dass Christen nicht "unter fremdartigen Joch mit Ungläubigen” gehen sollten?

Im Namen unseres Herrn Jesus Christus bitte ich, dass sich die Zeitschriften melden und mir sagen, welche dieser Punkte sie anfechten möchten. Und wenn ihr sie aber auch alle glaubt, wie es manche bereits getan haben, dann frage ich, was habt ihr dagegen wenn ich dieselben auch glaube? denn gerade das glaube ich. Der einzige Unterschied ist, ich handle meinem Glauben entsprechend, während ihr davon spricht, aber nicht danach handelt.

Ihr gebt zu, dass Gott nur eine Gemeinde hat, und doch haltet ihr es mir vor, wenn ich eure "Kirchen” nicht als von Gott anerkenne. Das ist göttliche Wahrheit welche ihr nicht leugnen könnt. Ihr sagt Sekten sind falsch, ratet aber den Kindern Gottes in dem Irrtum zu bleiben. Ich behaupte Sekten sind verkehrt, und sage daher, gehet aus von ihnen, wie der Herr sagt.
Männer, die sich zur Gottseligkeit bekennen, sollten in übereinstimmung mit ihrem Glauben handeln.

Wenn ihr glaubt, dass Christus gespalten ist, und dass es viele Herden gibt, viele Herren, vielen Glauben statt "eine Herde”, "einen Leib”, "einen Herrn”, und "einen Glauben”, dann könnt ihr in übereinstimmung mit eurem Glauben fortfahren die Gospel Trumpet zu bekämpfen. Ihr müsst aber die Konsequenzen eures Kampfes gegen Gottes Wort tragen. Und bedenkt, dass es euch am Tage des Gerichts nicht gut sein wird, die Wahrheiten, die ihr bekämpft, in ein falsches Licht gestellt zu haben. Ihr werdet euch vor dem Richterstuhl Gottes nicht entschuldigen können, dass ich "Anti-kirchentum,” "Anti-organisation,” usw. gelehrt habe.

Solltet ihr nicht wissen was die Trumpet lehrt, dann werdet ihr vor Gott schuldig sein, eine Sache bekämpft und übel beredet zu haben, die ihr nicht versteht. Ihr sollte stille sein, bis ihr wisst worüber ihr spricht.

Wenn ihr es wisst, was wir - ich und unsere Mitarbeiter - lehren, dann wisst ihr, dass jede Ausgabe der Trumpet eine Organisation lehrt, genau die Organisation die im Neuen Testament zur Schau gestellt wird, und ihr wisst, dass wir uns alle für die Gemeinde einsetzten und haben nie jemanden zugeredet sie zu verlassen. Aber wir ziehen es vor aus dem schlichten Wort Gottes zu lernen, was die Gemeinde ist und nicht von euren mittelalterlichen Glaubensbekenntnissen und verwirrten Sprachen. All diejenigen, die nun ihre Fersen wider Christus und seinen Leib, das ist die einzig wahre Gemeinde im Himmel und auf Erden, erhoben haben, taten es weil sie einen Sektengötzen im Herzen haben und die Wahrheit nicht annehmen wollen oder heilsame Lehre nicht ertragen können. Oder aber sie besitzen nicht den Mut, den Teufel in seiner Festung der Spaltungen anzugreifen. Was kümmert sich der Teufel um euren Lärm wider die "Sünde in den Sekten”, solange ihr ihm das best Mittel um Gottes Haus, sein Reich, zunichte zu machen zur Verfügung stellt - die Sünde der Sekten? Ihr tut mir in eurer bedauerlichen Verwirrung leid. Möge Gott euch Buße zur Erkenntnis der Wahrheit schenken.

Ein Leitartikel in der Ausgabe vom 25. Juli nimmt Stellung zu einem Einwand den der Editor des Sword erhob.

Das ist richtig
Bruder Dolan hat in seinem Sword (zu deutsch: Schwert) weit ausgeholt, indem er feststellt: "Das Sektentum ist vom Teufel, und das Anti-Sektentum ist vom Teufel.”
Amen. Das ist richtig. Ein "-ismus” Geist kann sich an jedem Grundsatz, falsch oder wahr, festklammern.
Es entstanden ebensoviele Sekten dadurch, dass man einen untergeordneten Punkt zum Kern eines christlichen Systems machte, wie dadurch, dass man sich um eine rein menschliche Tradition sammelte.

Ob man den Mond anbetet oder einen selbstgemachten Götzen, dass sind gleichwertige Beleidigungen Gottes. Und ob man einen biblischen Grundsatz anbetet oder eine Lehre der Teufel, auch da ist in den Augen Gottes kein Unterschied. Beides ist Götzendienst, weil Christus als Mittelpunkt durch etwas anderes, sei es etwas Untergeordnetes oder etwas Fremdes, ersetzt wird. Wenn Menschen an chronischer Schlagseite leiden, so dass sie gierig eine Zeitschrift überfliegen und sofort beiseite legen, wenn sie nichts über ihr Steckenpferd darin finden, sei es sektiererisch oder antisektiererisch, Sabbath oder Anti-sabbath, oder sonst etwas, ungeachtet der vielen guten, reinen Speise, der vielen seligen Gedanken über Jesus die darin enthalten sind, dann haben sie etwas anderes an Christi Stelle gestellt, und ihre Religion bewegt sich wie ein Mühlstein, dessen Achse sich dicht am äußeren Rand befindet und diagonal durch den Stein verläuft.

Wir hörten einmal einen Prediger der Disciples (zu deutsch: Jünger) sagen, dass jede Sekte, die etwas Wahrheit vertritt die von keiner anderen Sekte vertreten wird, berechtigt ist zu existieren. Dem nach darf es dann so viele Sekten geben wie es Wahrheiten in der Religion Christi gibt. Aber Gott duldet keine "Spaltungen in dem Leibe”. Alleine ein ausschließliches sich "am Haupt halten”, "Jesus allein sehen”, den "heiligen Schmuck” in "Lobliedern besingen” kann uns vor jedem -ismus bewahren.

Ein Auszug aus dem Vanguard, in der Trumpet wiedergegeben, zeigt uns den geistlichen Zustand, in den mehrere führende Heiligkeits-Schriftleiter bereits abgeglitten waren, weil sie sich nicht von Gott haben weiterführen lassen.

Abgefallen
In der letzten Ausgabe des Banner sagt Bruder Brooks, (und seine Authorität als ältester Heiligkeits-Editor im Lande ist unumstritten) dass die Heiligkeitsbewegung an Aggressivität verloren hat, und da sie aufhört aggressiv zu sein, stirbt sie ab. An den meisten Orten verringern sich ihre Zahlen, und nur wenige kommen hinzu. Nun, er spricht die Wahrheit. Das Volk, das Heiligkeit bekennt, ist im allgemeinen von Gott abtrünnig geworden. Ein großer Anteil unter ihnen hatte ja auch schließlich nur eine wiederhergestellte, abtrünnige Erfahrung zu verlassen. Sie kamen zurück zu Gott und bezeichneten dies mit dem neuem Namen Heiligkeit, wie sie von oberflächlichen Lehrern belehrt wurden, damit diese ihre Berichte im Banner aufblähen konnten.

Die Hauptursache dieses schrecklichen Verfalls, der den Strom des Heils zur Erlösung der Welt um ein Jahrzehnt zurück gesetzt hat, liegt darin, dass die Schriftleiter und Evangelisten als solche abgefallen sind, anstatt mehr und mehr aggressiv gegen die Sünde in und außerhalb der Gemeinde vorzugehen, und besonders unter denen, die Heiligkeit bekennen… Bruder Brooks teilte mir mit, dass er entschiedene Wahrheit im Banner nicht aufnehmen könnte, ohne dass Bruder Haney und Bruder Kent und dergleichen Opportunisten gegen ihn schreiben und ihn anprangern würden. Aus diesem Grunde gab Bruder Brooks nach und verlor die Kraft des Heiligen Geistes. Bruder Isaiah Reid teilte Bruder Sherman mit, dass er in seinem Blatt nichts haben wollte, dass andeuten würde, dass etwas mit dem Heiligkeitsvolk nicht ganz stimmte. Er rechne damit, dass der Highway ihm im Alter eine (finanzielle) Unterstützung sein werde. Noch vor einem Jahr schrieb er, die Heiligkeitsarbeit braucht einzig und allein tausend Heizer. In diesem Jahr aber hat er sich bemüht das feurige, ausgegangene Volk zu bändigen, damit es die Eisenbahn nicht zerstört und anscheinend möchte er, dass die Eichen Basans mit einem kleinen Beil und nicht mit der Breitaxt gefällt werden. Am Widderhorn, am Treiberstachel und am antisektierischen, Philister-tötenden "Eselskinbacken” hat er anscheinend kein gefallen. Die Brüder Inskip und Macdonald stehen nicht recht in der Freimaurerfrage und sind kirchlich gesinnt. Sie besitzen nur noch einen Teil der Schale entschiedener, einzig wahrer Heiligkeit, aber der Geist ist zum größten Teil gewichen. Ihr mögt dieses als Fehlersuchen, als sauertöpfische Gottseligkeit oder was immer ihr wollt, bezeichnen, aber so sieht Gott eure Lage. Ihr müsst zugeben, dass sich eure ganze Gruppe davor fürchtet, glühend heiße Wahrheit kompromisslos an allen Orten zu verbreiten. Aus diesem Katalog grenzen wir lediglich Baker und Arnold von der Free Methodist, Warner von der Trumpet, Johnson vom Stumbling Stone (wenn er den Heiligen Geist besäße), und das Sword, und einige andere aus.

Nun, Brüder, Schriftleiter und Evangelisten, duldet das Wort der Ermahnung von einem "Eselskinnbacken”, pflügt den brachen Acker, tut die ersten Werke, verbrennt Haney's Kapitel über die Kleidung und beschließt nicht nur dagegen; begleicht Eure Schulden, oder bekennt Euch wenigstens dazu; hört auf solche Trödeleien, wie die Schriften von Bruder Bryant über die Heiligkeit der Gemeinde, zu veröffentlichen. Sucht nach und empfangt wieder den Heiligen Geist; und führt das Volk in das Land. - Vanguard.

Satanische Mächte reihten sich in jeder nur denkbaren Weise gegen das Werk der Reformation auf, nicht nur in den Mobs und der ungetarnten, professionellen Bosheit (wobei diese Form des Angriffs gewöhnlich durch das sektiererische Element aufgehetzt wurde), sondern auch durch Betrug - und zwar durch Lehrer und Schriftleiter die, um zu täuschen, in bestimmten Hauptfragen richtig standen, aber in anderen entscheidenden Punkten falsch waren. Ein Schreiber macht auf diese verderblichen Kräfte in der Trumpet aufmerksam. Eine verderbliche Irrlehre
von D. W. M'Laughlin

Zwischen wahrer Heiligkeit und Fanatismus, in all seinen Phasen, besteht eine ewige Feindschaft, und wer die Fülle des Heiligen Geistes besitzt, wird den Fanatismus in anderen erkennen können, ob im äußerlichen Handeln, im Verhalten oder, noch raffinierter, in Irrlehren. Der Geist und das Wort stimmen überein, und der Heilige Geist bewegt sich und handelt immer in Harmonie und nie im Widerspruch mit dem geschriebenen Wort.

Der Schreiber hat von Zeit zu Zeit während der letzten vier Jahre Ausgaben des Stumbling Stone erhalten, und obwohl darin viel Wahrheit über das übel des Sektentums zu finden ist, so hält man aber in hartnäckigem Widerspruch zur biblischen Ordnung an der verderblichen Irrlehre des Grafen Zinzendorf fest (der lehrte, dass Heiligung nicht auf die Wiedergeburt folgt). Folglich, von diesem Standpunkt betrachtet, ist die Heiligkeitsbewegung vom Teufel, und Christen, die ein zweites Gnadenwerk vertreten, sind solche denen das erste Gnadenwerk fehlt. Der Stumbling Stone scheint jede vorhandene Bewegung anzugreifen, sogar bis zur Heils Armee, sowohl als auch alle Heiligkeitsgemeinschaften und Gruppierungen, die völlige Heiligung vertreten. Auch die Position der Trumpet nennt er eine Heiligkeits-Trennung, weil der Schriftleiter einen Unterschied zwischen gerechtfertigte und geheiligte Gläubige macht.

Und er beabsichtigt Bruder Warners wackelige Rechtfertigungs-Strohlehmhütte über den Haufen zu werfen. Dadurch offenbart er, wie wenig er über den wirklichen Plan der Erlösung weiß. Er könnte eher davon reden, Gottes Wort über den Haufen zu werden, als zwei bestimmte Gnadenwerke, Rechtfertigung und Heiligung umzustoßen.…

Durch das oben Gesagte und ähnliche äußerungen offenbart der Schriftleiter des Stumbling Stone den Widerstand in seinem Herzen gegen die "zweite Gnade” im biblischen Heilsplan. Nun, meine ehrliche überzeugung ist, dass wenn sich ein "Ausgehen” quer gegen Heiligkeit, als eine bestimmte, auf die Vergebung folgende Erfahrung stellt, dann ist es sicherlich vom Teufel. Es ist eine Tatsache, dass völlig erlöste Menschen sofort die Fleischlichkeit in solchen Personen erkennen können, und erwartungsgemäß folgern sie, "wenn solche Geister die Früchte des Ausgehens sind, dann will ich nichts damit zu tun haben”. Daher ist dieses nachgemachte Anti-Heiligkeits-Ausgehen eine Tücke des Satans mit der er ehrliche Seelen davor abzuschrecken versucht, sich von den Sekten zu trennen und unter dem Druck unheiliger Körperschaften zu halten, welches oft in Kompromissen und in dem Verlust des Heiligen Geistes endet. Ein Ausgehen welches sich zur Aufgabe macht, die Sekten in einem nachtragenden Geist zu bekämpfen und alle verurteilt die nicht sofort ausgehen und solchen das Christentum abspricht, kann nicht von Gott sein. Lasst uns die Kinder Gottes zur wahren apostolischen Einheit führen, es aber nie versuchen sie aus Babylon zu treiben; und vor allen Dingen, lasst uns liebevoll bleiben und gütig mit den Personen umgehen, die unter dem verblendenden Einfluss einer sektiererischen Erziehung die Sünde des Sektentums und die wahre Gemeinde Gottes noch nicht sehen können.

Gesunde Lehre, in Verbindung mit dem Ausgehen, ist von äußerster Wichtigkeit. Falsche Lehrtheorien und übertriebene Ansichten verursachen der Sache, an der wir stehen, unsägliches Unheil.…

In der Ausgabe vom 01. Mai 1883, als die Trumpet noch in Cardington, Ohio gedruckt wurde, schreibt Bruder Warner wie das Werk an dem Ort gesichtet wurde.

Salz in Cardington
Die Sache Gottes wurde an diesem Ort fürchterlich gesichtet. Alle Mächte der Finsternis und das höllische Wüten Satans wurde auf die wenigen treuen, heiligen Geringen in diesem Ort losgelassen. Boshafte Sektenmitglieder brüsteten sich mit der Behauptung, dass die Sache hier ausgelöscht wurde. Ein Sohn Belials von den Methodisten, eingehüllt von Tabak und dem giftigen Rauch seiner Plage, rühmte sich in der weltlichen Presse, dass es ihm gelungen wäre Heiligkeit auszurotten. Ein Prediger der Quaker und seine Familie haben ihren Zungen, mit dem Niederträchtigen, Pöbelhaften und Profanen des Ortes, freien Lauf gelassen, indem sie gegen diesen Weg gesprochen haben. Aber preist Gott, der Teufel hat sich arg getäuscht. Einige Seelen wurden kürzlich untadelig in der Heiligkeit befestigt. Der Herr in seiner Kraft, ist mit uns; die Geborgenen haben jede Woche vier Versammlungen und Gott segnet uns in wunderbarer Weise.

In dem Kapitel über die Gospel Trumpet haben wir bereits auf die schwere Feuerprobe hingewiesen durch die Bruder Warner 1883, als die Druckerei noch in Bucyrus, Ohio war, zu gehen hatte. Eine Hauptversammlung der Heiligen wurde für Freitag, den 09. November angekündigt. Der Ort war Annapolis (jetzt Sulphur Springs genannt), sieben Meilen nordöstlich von Bucyrus. In Bruder Warners Aufruf zu dieser Hauptversammlung in Ohio schreibt er folgendes:

Wir erwarten eine große Anzahl der Heiligen des lebendigen Gottes von Van Wert, Paulding und Wood Counties, und einige aus dem östlichen Ohio. Und kommt auch ihr, Geliebte, von Pennsylvania. Kommt, ihr geheiligten Heerscharen des Herrn! Lasst uns im Namen unseres Erzhirten und alleinigen Hauptes und Führers gemeinsam zu Tisch gehen. Kommt, in der Kraft des Geistes. Kommt um die geistlichen Gaben zu entfachen und zu stärken. Kommt, um euch aneinander zu schärfen, wie das Eisen vom Eisen geschärft wird und damit der Glaube, der einmal den Heiligen übergeben wurde, zum biblischen Maßstab hin, in uns gefördert wird. Kommt, um eine vollkommenere übergabe zu machen. Kommt, o ihr Lahmen und Hinkenden und Blinden und Tauben, denn die Kraft des Herrn wird gegenwärtig sein, um alle zu heilen die an ihn glauben. Kommt, o ihr Leidenden, wirft Euch auf den mächtigen Gott und werdet heil. Kommt, arme Sünder, und empfangt Erettung an dem Tage seiner Macht. Kommt, o ihr armseligen und ungeratenen Christen und lasst eure Herzen in untadeliger Heiligkeit darstellen. Kommt, die ihr in der Knechtschaft der Sekten gefangenen gehalten werdet und lernt den Weg kennen, der aus der Wildnis zur Stadt führt, die auf einem Berg gebaut ist, die Fundamente hat und deren Baumeister und Schöpfer Gott ist. Kommt von nah und fern, wer immer die alten Pfade und den Frieden Jerusalems sucht. Kommt, denn Seine Geringen werden Euch willkommen heißen. Ja, der Geist und die Braut rufen, Komm, und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst.

Bestimmt hat er es nicht erwartet, als er diese Einladung und dieses mutige Versprechen solcher Segnungen für alle, die göttliche Gunst suchen würden, gab, dass auch der Satan in verschiedenen Formen der Täuschung kommen und es versuchen würde, die Reformationsbewegung in falsche Bahnen zu lenken und die Wahrheit mit Wolken des Irrtums und des Fanatismus zu umhüllen, damit Menschen sie nicht erkennen sollten. Die Versammlung begann am Freitagabend auf dem Land, in Conlay Bethel, in einiger Entfernung von Bucyrus. Der zweite Tag, Samstag, war als Fasttag vorgesehen. Der erste Konflikt entstand, als drei Männer von den Van Wert und Paulding Counties (Bezirke) Elemente des Fanatismus offenbarten, indem sie behaupteten, dass es falsch sei Kragen, Kragenknöpfe, Spitze, Brillen, usw. zu tragen und gaben zu, dass sie mit der Absicht zu der Versammlung gekommen sind, um Bruder Warner und die anderen Heiligen dahin zu bringen, diese Dinge abzulegen. Sie verursachten eine große Störung in der Versammlung, bis Bruder Warner ihnen endlich widerstand. Danach täuschten sie große Demut vor. Sie legten sich an drei Seiten auf dem Boden vor dem Tisch an dem Bruder Warner predigte und stöhnten und seufzten laut währenddem er predigte.

Am Samstagabend wurde die Versammlung in einen Saal in Annapolis verlegt. Hier trat ihnen ein anderes Element entgegen. L. H. Johnson, der in Toledo die Zeitschrift Stumbling Stone druckte, traf ein und noch bevor der Abendgottesdienst beginnen konnte, bestieg er einen Wagen und begann seine falsche Lehre zu predigen. Er verwarf die Verordnungen des Neuen Testaments und lehnte Heiligung, als ein zweites Werk der Gnade, ab, obwohl er auch eine anti-sektierische Linie vertrat. Sehr gedreißt drängte er sich mit seiner Tirade gegen den wahren Weg der Versammlung auf, was er hauptsächlich am Sonntag tat. Um diesen irreführenden und trügerischen Elementen zu entkommen, zogen sich die Heiligen am Sonntagabend in eine private Wohnung zurück, wo sie sich frei fühlten von der mit Teufeln durchdrungenen Atmosphäre. Hier fand während der Nacht eine siegreiche Versammlung statt - bis um 5.00 Uhr morgens. Am nächsten Tag, Montag, fand um 13.00 Uhr eine Versammlung in einer anderen Privatwohnung statt. Diesmal erschienen die trügerischen Elemente und bemühten sich die Oberhand zu gewinnen. Die Heiligen, die nach der Schrift keine Gemeinschaft mit den Teufeln pflegen dürfen, zogen sich in ein anderes Zimmer zurück, wo die Versammlung friedlich weiter lief. Eine Schwester wagte es, in dem Raum mit den falschen Lehrern zu bleiben. Plötzlich wurde sie von den schrecklichen Mächten der Finsternis ergriffen und wähnte sich verloren. Einer Schwester, die zu ihr kam, sagte sie: "O, ich fühle mich so unwohl; führe mich zu Altar!” Sie wurde in die Räume geführt, wo sich die Heiligen befanden und beugte sich am Altar, wo sie sich kurz darauf entsetzlich benahm. Sie zuckte und schrie, "Ich habe einen Teufel; bleibt weg von mir!” Ihr Gesicht verfinsterte sich und verzog sich in furchtbaren Verzerrungen, ihre Augen starrten, ihre Zunge schnellte, wie die einer Schlange, und wenn sich jemand ihr nahte, dann fauchte und kratze sie wütend. Man legte ihr die Hände auf und sie wurde plötzlich frei und wieder vernünftig. Dies war nur eine von vielen bemerkenswerten Kundgebungen. Die Versammlung endete am Dienstagabend, und im großen Ganzen siegte Gott, aber es war eine anstrengende Zeit. Bruder Warner widmete eine ganze Seite der Trumpet um über diese Versammlung zu berichten. Wir zitieren aus dem ersten Teil seines Berichts:

Noch nie standen wir vor der Aufgabe, über eine Versammlung zu berichten die all unsere Schilderungskraft übersteigt. Jetzt können wir besser verstehen was Johannes meinte, als er sagte "wenn alle (Dinge) einzeln niedergeschrieben würden, so würde, scheint mir, selbst die Welt die geschriebenen Bücher nicht fassen.” Ein umfassender Bericht von der Versammlung würde einen ziemlichen Band füllen. Schon länger hatten wir empfunden, dass die Versammlung von ungewöhnlichem Interesse sein würde. Als wir von Zeit zu Zeit von der Absicht der Heiligen, zu kommen, erfuhren, ergoss sich der Geist Gottes in solcher Weise auf unsere Seele, dass wir, während wir durch die Straßen gingen, das Preisen Gottes nicht unterdrücken konnten. Und ihr Kommen war, als ob sich der Himmel zur Erde herab beugt. Am Freitag drängten sie unsere kleine Behausung fast den ganzen Tag, und am Abend gingen wir alle zum Conlay Bethel, wo die Versammlung eröffnet wurde. Seid der ersten Versammlung in Michigan, wo Satan gelöst wurde und ein fürchterlicher Kampf entstand, der zur Folge hatte, dass er hinausgeworfen wurde, waren alle weiteren Versammlungen der geheiligten und freien Heiligen Gottes, an denen wir teilgenommen haben, mit großer Einigkeit und Frieden gesegnet. Und zu dieser Versammlung hatte sich solch ein Heer gemeldet, von dem wir wussten, dass alle eines Sinnes und eines Herzen, in der Wahrheit und dem Geist Christi, sind, und von denen die meisten sich noch nie zuvor getroffen hatten, so dass wir eine Versammlung erwartet haben, die ein Vorgeschmack des Himmels sein würde. Wie neigen wir doch dazu zu vergessen, dass wir noch immer auf dem Schlachtfeld sind, und dass Satan für eine kleine Zeit los ist, und großen Zorn hat, denn er weiß, dass er wenig Zeit hat! In der allerersten Versammlung spürten wir, dass auch Satan seine Engel da versammelt hat, wo sich die Söhne Gottes versammelten um den Gott der Bibel anzubeten (Hiob 1:6).

Gewissen Brüdern und Schwestern wurden zuvor durch Visionen manche Dinge gezeigt, die in dieser Versammlung geschehen sind. Der Herr stand auf der Seite seiner Heiligen und verteidigte die Rechtmäßigkeit seiner Sache indem er sich zu den Versammlungen bekannte und sich im geistlichen Bewußtsein offenbarte. äußerlich, natürlich, hatte die Versammlung den Anschein von einem Durcheinander, aber Bruder Warner hat gelernt, in allem das Gute zu sehen. Indem er sich zu einem späterer Zeit auf die Versammlung bezog, sagte er:

Das durch göttliche Vorsehung bestimmte Zusammentreffen der Kinder des Lichts und der Mächte der Finsternis ist zu einem großen Segen für die Kinder Gottes geworden, denn es hat deutlich ans Licht gebracht, wer auf welcher Seite steht.

Die Versammlung in Bucyrus war nicht das einzige Gefecht mit jenen Mächten, die sich zu diesem Zeitpunkt versammelt hatten um der Reformation, die Bruder Warner und die Trumpet begonnen hatten, zu widerstehen und sie zu Grunde zu richten. Andere Werkzeuge sollten sich dem Ringen anschließen, und ein weiterer, ungeheurerer Kampf sollte bald folgen. Es gab zwei prominente Lehrer der Heiligkeit, die mit Bruder Warners Haltung in der Sektenfrage nicht übereinstimmten. Diese waren gegen das Ausgehen aus den Benennungen. R. S. Stockwell war ein junger Prediger, der bereits in den Versammlungen mitgeholfen hatte und den beide, Bruder Warner und Schwester Warner, liebten und achteten, der aber in sich selbst groß wurde und verführt wurde und eine verderbliche Lehre aufbrachte, die Lehre des ehelichen Zölibats. Er vertrat, dass der geschlechtliche Verkehr fleischlich sei; dass wenn eine Person völlig gereinigt war, die Liebe zu seinem/seiner Ehegatten/in nicht anders sei, als die Liebe zu jedem anderen Menschen; insbesondere, wenn Mann und Frau nicht in Harmonie lebten, sei es sehr verkehrt, ein eheliches Verhältnis zu führen oder einander mehr zu sein als einem anderen; dass sie für einen anderen, mit dem sie harmonierten, mehr Liebe hätten, als für den eignen Ehepartner, usw. Dieses zu erlangen sei eine vorgeschrittene Erfahrung, eine Art drittes Werk der Gnade.

Schwester Warner war eine großartige Frau und war ihrem Mann eine treue Gefährtin. Sie hatte ihren Teil der mühsamen Pflichten ihrer evangelistischen Laufbahn würdig getragen. Jedoch begann irgendeine Störung ihre Gemeinschaft zu beeinflussen. Bruder Warner erwähnt es wie folgt in seinen Meditationen:

Flecke von Aussatz, rätselhafte Keime,
Erschienen ganz plötzlich, im trauten Heime.
Die heil'ge Gemeinschaft sie störten sehr bald,
Und lösten die Fäden der Lieb', ohne Halt,
Die einst unsere Herzen und Seelen verband' -
Gleichgesinnt, eins im Fleisch: im sel'gen Ehestand.

Wahrscheinlich wäre dieses eine vorübergehende Angelegenheit gewesen, hätten sich nicht trügerische Mächte vereint, ihre Gesinnung zu verdrehen, wodurch sie sich ihrem Manne entfremdete. Sie stammte aus einer wohlhabenden Familie und es ist möglich, dass der Kontrast zu einem Leben, dass mehr oder weniger allen physischen Komfort entbehrte, ihr zu dieser Zeit zu schaffen machte und sie für den Gedanken empfänglich machte, dass die Trumpet, in den Händen eines anderen, vielleicht erfolgreicher geführt werden könnte. Es waren auch solche da, die sie gerne übernommen hätten und auch die Mittel dafür besaßen. Unter der Belehrung von Stockwell bemühte sie sich, sich für das "dritte Werk” zu weihen, und unter seinem, auf sie versessenen Einfluss nutzte der Feind ihren geistigen Zustand aus und sie kam in die Gemeinschaft von Geistern, die das Werk, dass der Herr durch sie und ihren Mann ausführte, bekämpften. Die "fliegende Rolle”, die bereits Botschaften des Heils zu Tausenden brachte, würde selbstverständlich, einmal in den Händen dieser Feinde, seine Mission beenden. Eine Liga babylonischer Geister, obwohl unterschiedlich im Charakter, die aus Elementen freier Liebe, anti-Verordnung, anti-zweites Werk und anti-Ausgehen bestand, hatte sich gegen Bruder Warner vereint.

Während einer Versammlung, die in Bucyrus in einer privaten Wohnung stattfand, hielt Stockwell, der sich bereits eine päpstliche Autorität anmaßte, etwa eine Stunde lang eine flammende Rede, die wie ein sich anbahnendes Gewitter auf Bruder Warner loszubrechen drohte. Es ereigneten sich seltsame Kundgebungen in dieser Versammlung. Auf einem Sessel lag eine Frau mit fürchterlichem Aussehen. Ihr Angesicht war verzerrt, ihre Augen waren eingefallen und sie stöhnte vor sich hin. Ein Mann ließ mit verdrehten Gliedern und finsterem Blick erkennen, dass auch er das Opfer des Angriffs einer übernatürlichen Macht, an seinem Leib, war. Stockwell behauptete, dass diese göttlichen Beweise darauf hin deuteten, dass jemand in Ordnung gebracht werden müsste. Wer das sei, dass würde der Herr anzeigen. Jeder begann sich zu fragen, "Herr, bin ich es?” Bruder Warner hatte den Herrn um Weisheit gebeten und ihm wurde gezeigt, dass er nach einer Leidensprüfung Gott selbst zur Weisheit nehmen würde. Jetzt, da sich seine Frau auf die Seite der anderen stellte, die ihm vorwarfen, nicht mehr recht zu stehen und weil er bereit war, eher sich selbst als seine Frau im Irrtum zu sehen, empfand er, dass sie vielleicht recht hatten in der Behauptung, der Mangel liege bei ihm. In seinem sehnlichstem Eifer vor Gott recht erfunden zu werden und die selige Gemeinschaft in seiner Familie wiederhergestellt zu wissen, fiel er den anderen zum Opfer. Und er beugte sich ihnen.

Zum Bittsteller wurd' er erniedrigt, in jenem Höllenlabyrinth.
Und böser Geister stolze Blicke, starrend auf ihn gerichtet sind.

Seine Kritiker versammelten sich um ihn und warteten mit quälendem Stöhnen, während Stockwell in Bruder Warners übergabe forschte und fragte, ob er bereit wäre die Gospel Trumpet zu verkaufen. Sie sagten, sie empfinden, dass solches Gottes Wille sei und wenn er nicht im Stande sei dieses zu sehen, dann sollte er so klug sein und auf ihr Urteil hin handeln und seine Seele würde dadurch gesegnet werden. Bruder Warner willigte ein, hielt sich aber eine Bedingung vor - wenn Gott es verbieten sollte, eher der Handel abgeschlossen ist und es ihm anders zeigen, dann würde er selbstverständlich Gott gehorchen. Sie sagten, "Nein, das "wenn” musst du weglassen!” Schließlich überredeten sie ihn, auch die Bedingung fallen zu lassen. Die Qualen derer, die, so behaupteten sie, seinetwegen stöhnten, hörte auf und wich teuflischem Gelächter, da sie annahmen, dass Gottes "fliegende Rolle” gewonnen war. Dieses war die Krise, die über seine Seele kam; dieses der Preis, den er für seine Entscheidung, kompromisslos die Wahrheit zu predigen, zu zahlen hatte; die Wahrheit, welche die Ränge der Hölle erschüttern und in der Welt eine Reformation wirken sollte. Die Gegenmächte hatten es geschafft, seine Zustimmung zur Aufgabe der Trumpet zu bekommen und der Vermutung nachzugeben, dass er nicht mehr recht stehe. Aber die versprochenen Segnungen seiner Seele blieben aus; im Gegenteil, er wurde in geistliche Finsternis gestürzt. Er hatte sein heiliges, anvertrautes Gut geschwächt und abgegeben. Welch eine leidensvolle Nacht folgte darauf! Erst mit dem Morgen, der die Schrecken der Nacht vertrieb, kam geistliche Erleuchtung und anschließender Sieg. Seine eigentliche Enttäuschung brachte die Vernunft wieder auf den Thron und verwandelte die Situation. Der Herr brach den satanischen Bann, füllte seine Seele mit Frieden und ließ ihn die teuflischen Mächte erkennen, die danach trachteten seine Seele zu zerstören. Er ging in das kleine Arbeitszimmer der Druckerei, beugte sich in Dankbarkeit, erneuerte seinen Bund und ging ganz in seinem Gott auf. Fortan würde er den Herrn zur Weisheit nehmen gegen alle Beeinflussung der Menschen oder der Teufel, in Lichtgestalt der Engel.

Nun aber wurde ihm bewusst, dass ihm die Treue zu Gott seinen teuren Ehepartner kosten würde. Darin sollte dann die Phase des nachklingenden Leides bestehen. Etwa eine Woche lang schwankte der Kampf zwischen Sieg und den Angriffen der Hölle. Der Morgen brachte scheinbare Entlastung, und Satan's Heere flohen, um in den Schatten des Abends ihren Kampf wieder aufzunehmen und sich um ihn zu lagern. Seine Kraft wurde erschöpft. Er betete um einen Freund, wenn es noch einen gab, der ihn erquicken möchte. Gott hielt sich einen Bruder, einen John N. Slagle, bereit, der Bruder Warner vor einer bevorstehenden Schwierigkeit schon gewarnt hatte. Dieser Bruder kam und nahm ihn in sein Heim, welches sieben Meilen ausserhalb der Stadt gelegen war, wo er, trotz des wütenden Sturmes, einen süßen Schlaf und eine Ruhepause fand. Das Gedicht Meditationen auf der Prärie ist eine rührende Beschreibung dieser Erfahrungen. Was dieser demütige Knecht Gottes in jener Feuerprobe durchzumachen hatte, das kann nur Einer wissen. Während einer langen, schlaflosen Nacht, aufgrund brennenden Fiebers und innerlichem Schmerz, wurde ein Teil seines Haares plötzlich grau. Wen wundert es, dass die Trumpet in dieser Periode manchmal verspätet zu den Lesern gelangte, oder dass sie vier Monate lang gar nicht erschien! Wiederholt bemühte sich Bruder Warner seine ihm abgewandte Frau wieder zu gewinnen. Sie hatten ein Kind, einen dreijährigen Jungen. Er fürchtete auch, dass er auch von seinem Kind getrennt werde, aber es schien, dass die Zuneigung der Mutter gleichwohl für Ehegatten und Kind für immer verflogen war. Sie schrieb ihrem Mann, dass er ihretwegen kommen und das Kind holen könnte.

Der Zug, der mich dem Kinde nähertrug,
Fuhr an dem Tage gar nicht schnell genug.
Dann war's soweit - und in dem Angesicht zu sehen ist,
Dass ihm an elterlicher Lieb' gebricht.
Drei Tage flehten wir mit Bitten, Ringen,
Dass Gott das Herz der Frau mög' dahin bringen,
Noch mal in zarter Liebe sich zu regen.
Doch der Strom, dem glücklich' Heime einst zum Segen,
Erstarret ist durch Eiseskälte.
Ich suchte das Gespräch, s'blieb ungewährt.
Zuletzt bat ich, dass wir zusammen geh'n
Dort außerhalb der Stadt dem Friedhof zu,
Wo still die Toten sind gelegt zur Ruh,
Und wo von zweier Tannen wird geziert ein Hügel,
der uns nah am Herzen liegt: Levilla Modest, unser Kindes Grab.
Der Herr sie uns drei süße Jahre gab.
Sie war der Mutter erstgebor'nes Kind,
Geschmückt mit Tugenden, so zärtlich, lind.
Doch diese Bitte wurd' kalt abgelehnt,
Die Lieb' zu Lebenden und Toten schien verweht.
So nahm ich jene kleine, warme Hand,
Und ging dorthin, wo kalter Marmor stand.
Mein Sidney, fröhlich plaudernd, lief daher,
Nicht ahnend was mir auf dem Herzen lag so schwer.
Ich gab ihm Antwort auf sein kindlich' Fragen
Soweit mein Schmerz gewährte mir's zu sagen.
Gott segne ihn und geb', dass nie er mag das fühl'n,
was Vater fühlte an dem Tag.
Wir kamen an den Ort, wo stille ruht
Die Form, nun kalt; wir wussten's noch so gut,
Welch lieblich, reiner Geist in ihr gekeimt.
Er blüht nun droben in des Vaters Heim.
Und dort am Fuße dieses Hügels rund,
Wir knieten zum Gebet auf Rasengrund.
Mein teurer Sidney dacht noch daran,
Wie er's bei uns'rer Andacht stets getan;
Er kam ganz ruhig, wie in früh'rer Zeit
Und beugte sich geschickt an meiner Seit'.
Sein zartes Herze in Anbetung schlug,
Als leis' vor Gottes Thron ich seinen Namen trug.
O diese Stund'! Was mein ergriff'nes Herz erfüllt,
Kein Menschenmund in Worten dies enthüllt.
Des Kindeswegen sprach paar Worte ich,
Was ich so tief empfand, kam nicht ans Licht.
Wie sehnte sich mein Herz ein Wort zu dichten
Um diese Leidensschatten doch zu lichten.
Ja, wenn Gefühle steigen, wie die Flut,
So dass die Seel' versinkt, o wie tät' es gut
Wenn uns ein Engel seine Harfe gönnt,
Damit das überfüllte Herze fließen könnt.
Doch nein, in Worten schwang sich kein Gedanke auf,
Und nur ein Tränenguss gab den Gefühlen Lauf.

Bruder Warner bemühte sich das Abwenden seiner Frau als göttliche Vorsehung zu sehen. Es sollte ihm zum Besten dienen und er empfand, dass durch diese Erfahrung seiner Seele mehr von den himmlischen Schätzen zuteil wurde.

Der Freundlichkeit eines Bruders, der zufällig eine Ausgabe des Christian Harvester vom 01. Mai 1884 hatte, ist es zu verdanken, dass wir an dieser Stelle den Lesern den Aufsatz von Frau Warner wiedergeben können, in dem sie sich von der Bewegung, die sie mit "Come-outism” (Lehre vom Ausgehen) brandmarkt, lossagt.

Vom "Ausgehen” losgesagt
Die folgende Mitteilung spricht so ziemlich für sich selbst. Sie wurde durch Schwester Warner, die Frau von D. S. Warner, dem Führer der Ausgegangenen, und Schriftleiter der Gospel Trumpet, geschrieben. Wer unter dem aufrichtigen, heiligen Volk Schwester Warner kennt, der ist von ihrer Rechtschaffenheit überzeugt. Gott segne sie, und möge sie ihren Mann von seiner großen Verblendung retten. Sie wünscht, dass die Heiligkeits-Zeitschriften ihren Aufsatz wiedergeben: Lieber Bruder Doty: Meine Seele preist Gott noch heute für eine vollkommene Erlösung in Jesus. Lieblich wohnt er in meiner Seele und ich weiß, dass sein Wort wahr ist. Seine Verheißungen, von aller Sünde zu erlösen und im völligen Frieden zu erhalten, werden in meinem Fall wunderbar bewiesen. Gelobt sei sein Name! Jeder Tag, den ich erlebe, wird meiner Seele die Erlösung süßer.

"Und wie lieblich Jesus flüstert,
Nimm das Kreuz und fürcht' dich nicht;
Diesen Weg ging ich einst vor dir,
Und die Herrlichkeit ruht hier."

Ja, preist Gott für das Kreuz und die Herrlichkeit die immer danach folgt. Ich sehe es als meine Pflicht, allen Kindern Gottes zu bezeugen, dass er meine Augen geöffnet hat, um das übel des "come-outism” (Lehre: "gehet aus”) zu sehen. Ich bin davon frei und sage mich für immer davon los und preise Gott, dass er mich von diesem Geist so völlig erlöst hat. Ich bin zutiefst überzeugt, dass das Bemühen auf diesem Weg Gottes Volk zusammen zu führen, in dem man sie aus den Kirchen herausruft, nicht der Plan Gottes für die Einheit ist. Es sondert lediglich einige wenige Glieder ab, die dann die Idee bekommen, dass niemand klar geheiligt ist, es sei denn er sieht wie "wir” sehen; und dazu kommt noch dieser harte, lieblose Ton, gerade das Gegenstück von Liebe. Ich habe festgestellt, dass der vorherrschende Geist der "Gehet-aus-Bewegung”, der selbe selbstgerechte, pharisäische Geist ist, dem Jesus widerstand, als er auf Erden wandelte. Sie behaupten und lehren, dass niemand gleichzeitig völlig geheiligt sein und einer Sekte angehören kann.

Es ist nicht nötig, dass ich von dem Fanatismus und den Absurditäten, die im Zusammenhang mit dieser Bewegung stehen, spreche. Aber es wundert mich nicht wenn ich höre, dass Menschen ihren Verstand verlieren, nachdem sie solche Versammlungen miterleben, wie im letzten November in Sulphur Springs. Ich habe außerhalb der Kirchen mehr babylonisches Durcheinander erlebt als innerhalb. Ich bin seid dem Anfang dieser Bewegung dabei gewesen, und habe, wie ihr wisst, an seiner Spitze gestanden. Und obwohl ich es als meine Pflicht vor Gott sehe, mich von ihr loszusagen, und mich davon fern zu halten, liebe ich alle die mit ihr verbunden sind. Ich bin überzeugt, nichts als nur Liebe in meinem Herzen für sie alle zu haben, auch liebe zu meinem Mann; noch verwerfe ich ihn, aber ich werde weder die Bewegung noch ihr Organ, die Gospel Trumpet, gutheißen. Ich muss Gott gehorchen und in dem Licht wandeln, dass er mir geschenkt hat, oder mein Heil verspielen, was ich mir nicht leisten kann. Ich habe den Verlust aller Dinge erduldet, und frohlocke zu wissen, dass ich würdig erfunden bin, um Jesu Willen zu leiden.

Ich habe diesen Schritt für Gott nicht übereilt getan. Ich bin schon seid einiger Zeit von dieser meiner Pflicht überzeugt. Umstände und Kundgebungen des Geistes dieser Bewegung sind aber in der letzten Zeit solcher Art gewesen, dass ich fürchten musste, ein weiteres Aufschieben meinerseits, wäre für die Sache Christi und für meine Seele verhängnisvoll. In aller Niedrigkeit bitte ich, um die Fürbitte der Kinder Gottes, dass Er mir hilft fest und sanftmütig zu bleiben, indem ich durch diesen Ofen gehe.
Frau S. A. Warner
Upper Sandusky, Ohio, 22. April, 1884.

Bruder Warner bedauerte es, dass seine Frau mit ihrem Problem an die öffentlichkeit ging. Eine Anzahl sogenannter Heiligkeits-Zeitschriften machten über Bruder Warner und das Werk abfällige Bemerkungen. Auf Grund dessen sah er es für notwendig, eine Stellungnahme in der Gospel Trumpet zu veröffentlichen, um den Sachverhalt betreffs seiner Frau klarzustellen. In der Ausgabe vom 15. Juli 1884 schilderte er die ganze Affäre. Er zeigte den traurigen Betrug, dem seine Frau anheim gefallen war, wie dieser ihr Verhalten beeinflusst hat und ihr Gewissen derart verhärtet hat, dass sie fähig wurde Dinge zu tun, die sie nie zuvor tat, bis hin zur Unaufrichtigkeit. Und dabei wagte sie es öffentlich zu behaupten, dass, was ihr Seelenheil betraf, sie sanftmütiger denn je zuvor sei. Mehr zum Schluss schreibt er dann:
Und über diese Art Heiligkeit feiern die sektierischen Blätter ein Freudenfest. Dieses Werk des Teufels, das gegenwärtig eine Familie zerstört hat, Schmach auf die heilige Sache gebracht hat, uns über drei Monate hinweg unseres lieben Kindes beraubt hat und der ganzen Hölle ein Freudenfest bereitet hat, "sollte mit Dankbarkeit zur Kenntnis genommen werden”, so der Highway of Holiness. Ja, die Hölle hat es mit Dankbarkeit zur Kenntnis genommen, und Babylon beweist, dass es im selben Maße, wie es darin frohlockt, mit der Hölle im Bunde ist.

Während unser Herz, um unserer lieben Gefährtin willen, traurig ist, so haben wir viel Ursache Gott unaufhörlich zu danken für die herrlichen Früchte der Flammen dieses Ofens. O, wie sind unsere Schwachheiten deutlich geworden und unsere Geduld geübt worden!

Nie würfen wir hinweg das Gold,
Gewonnen in des Feuers Flamme,
Noch wünschten wir die Schlacken wieder,
Geläutert dort in Jesu Name.

In der Trumpet vom 01. Juli 1884, werden die Schriften John Bunyans zitiert, in denen an Verfolgungen erinnert wird, die in seiner Gefangennahme gipfelten. Er schildert wie Satan, der es einerseits nicht schaffte sein Werk zunichte zu machen, einen anderen Plan ersann, der darin bestand, dass unwissende und boshafte Menschen allerlei Verleumdung und Schmähungen auf ihn häuften, und ihn dann schließlich verhaften und ins Gefängnis werfen ließen. Bruder Warner stellt, auf Grund dieser Schilderung, folgenden Vergleich an:

Bunyan hatte in all diesen Leiden, nebst der Gnade Gottes, den Beistand einer treuen Frau, die ihn unterstützte und tröstete. Als sein Herz in Liebe für die Wahrheit brannte, und voll tiefer Zuneigung zu der, die ihm in Vergangenheit eine solch treue Gehilfin gewesen war, stellen wir es uns einen Moment vor, dass es dem Teufel gelungen wäre, in seiner größten Verfolgung durch sektierische Götzendiener, seine treue Elisabeth umzustimmen. Dass diese sie derart verblenden und betrügen, dass sie fortan ihre Aufgabe darin sehe, sich von ihm und von der Wahrheit, der er ergeben war, öffentlich, in allen Zeitschriften der damaligen Zeit, loszusagen. Stellen wir uns vor, dass sie plötzlich mit all seinen Verfolgern und Schmähern Gemeinschaft pflegt, und von allen bekannten Sekten der damaligen Zeit Freundschaft und Anerkennung entgegen nimmt, statt um Christi Willen mit ihrem Mann die Verfolgung zu erdulden; meint ihr nicht, dass eine solche Prüfung, "das Fleisch von seinen Knochen” noch grausamer gerissen hätte, als es die 12 Jahre im Gefängnis taten, während denen er ein gutes und treues Weib zu Hause wusste, die mit ihm die Schmach trug und täglich seinetwegen zu Gott betete?

Natürlich hätte die Frau den Mann Gottes keiner Sünde öffentlich bezichtigen können, noch wäre es notwendig gewesen. Sie hätte sich einfach von ihm und der "Gehet-aus-Bewegung”, der er vor Gott verpflichtet war, lossagen brauchen und sie daran erinnern, dass sie "seit dem Anfang dieser Bewegung dabei gewesen, und, wie ihr wisst, an seiner Spitze gestanden habe”, und dann noch einige Andeutungen machen, dass sie vieles "gelitten” hat, und dass die "Umstände und Kundgebungen des Geistes dieser Bewegung aber in der letzten Zeit solcher Art gewesen sind, dass ich fürchten musste, ein weiteres Aufschieben, meinerseits, wird für die Sache Christi und für meine Seele verhängnisvoll sein”. Dieses hätte gereicht, um alles üble Nachreden zu bekräftigen, welches Satan durch solche, welche die Wahrheit, die ihr Mann lehrte hassten, hat verbreiten lassen. O ja, es hätte gereicht. Ja, ja, ihr kennt all die schrecklichen Dinge, die über diesen betrogenen Mann gesagt werden, und jetzt wendet sich auch seine Frau von ihm ab, welches beweist, dass diese Dinge wahr sind. Und wenn der Teufel damals so klug gewesen wäre, wie er es heute ist, dann hätte er die arme, abgefallene und schuldige Frau bewogen, äußerlich einen hübschen Schein aufzusetzen, um mehr Einfluss bei ihnen zu gewinnen. Ja, um der Freundschaft seiner Feinde Willen, hätte sie ihren Mann und Christus, dessen Wahrheit er wagte auszusprechen, verkauft, indem sie heuchlerisch sagte: "Ich liebe meinen Mann”, und "lieblich wohnt Jesus in meinen Herzen”. O, welch ein Strafregister wird am Tage des Gerichts veröffentlicht werden! Aber Gott sei gepriesen, dass Bunyan mit einer treuen Gehilfin gesegnet wurde; aber möge sich der, dessen Los anders ist, dieses "wie eine Zierde umhängen”. So tat es Bunyan mit den auf ihn gehäuften, üblen Schmähungen.

Nach ein paar Jahren erschien in der Trumpet, in der Ausgabe vom 07. Januar 1892, folgende Darstellung von einer Person, die Frau Warner von ihrer Jugend an kannte und die hier über ihre Scheidung und Wiederverheiratung berichtet:

Nichts hat mich jemals so überrascht, wie die Schritte, die sie unternommen hat. Es ist vielleicht nicht allgemein bekannt, dass sie das Gericht in Upper Sandusky, Ohio veranlasste eine Anklageschrift zu erstellen. Die Grundlage, auf der sie klagte, verrät erschreckende Gewissenlosigkeit und Mangel an Gottesfurcht. Sie behauptete, dass sie ihm "seid ihrer Heirat eine treue Ehefrau” gewesen ist, und dass "er mehr als drei Jahre mutwillig von ihr ferngeblieben ist”. Tatsache ist jedoch, dass sie ihn vor sechs Jahren absichtlich verlassen hatte, und er sie in dieser Zeit zweimal besucht hatte und zahlreiche Briefe schrieb, in denen er sie liebevoll bat, zurück zu kehren, ohne ihr Bedingungen zu stellen. Sie war aber so wenig eine treue Ehefrau, dass sie nicht einmal seine Briefe beantwortete.

Bruder Warner sah sich nicht geleitet, im Gericht gegen sie zu erscheinen. Vielmehr ermahnte er sie treulich, um ihrer Seele willen, vor dem Landesgericht und vor dem hohen himmlischen Gericht, nichts zu Protokoll zu geben, von dem sie wusste, dass es nicht wahrheitsgemäß ist. Und was noch schlimmer ist, die Frau zeigte kürzlich ihre Missachtung des Wortes Gottes, indem sie einen anderen Mann heiratete.* Wir bestanden darauf, dass diese wenigen Worte der Erklärung veröffentlicht werden, um all jenen unvernünftigen Menschen jeden Anlass zu nehmen, gegen die Sache Gottes und gegen seinen Knecht zu reden.
- E. J. Hill

*(Nach ihrer Wiederverheiratung - sie lebte zu diesem Zeitpunkt in Cincinnati - schrieb sie ihrem Sohn, Sidney, der sich unter der Fürsorge seines Vaters befand, einen Brief. Bruder Warner hatte sie bereits zweimal nach der Trennung besucht, und er empfand jetzt, sie nochmals aufzusuchen. So nahm er den Jungen und suchte die Adresse auf, die sie in ihrem Brief angegeben hatte. Sie war aber nicht zu Hause als die beiden ankamen. Darum gingen sie spazieren, bis sie eintreffen sollte. Sie befanden sich auf der Straßenseite, gegenüber ihrem Haus, als sie sie nach Hause kommen sahen. Die Frau erreichte das Haus zuerst, ging in den Flur und wartete. Als sie bis zur Tür kamen, holte sie gegen ihren ehemaligen Mann mit schlimmen Schimpfworten aus. Das war sein einziger Empfang. Schon bei den früheren Besuchen empfand Bruder Warner wie ihm der Geist eingab, dass es keine Hoffnung auf Wiedergutmachung gibt. Auch bei dieser Begegnung, als sich sein Kind dichter an ihn festklammerte, sprach der Geist, "Es ist genug; gib auf dein liebevolles Bemühen”.)

Ihr Tod wird in einem Leitartikel, in der Trumpet vom 01. Juni 1893, wie folgt erwähnt:

Als wir in Portland, Ind. Versammlungen hielten, wurde uns am Mittwoch, den 24. Mai mitgeteilt, dass für uns ein Telegramm beim Amt liegt. Als wir dort hingingen überraschte uns die kurze Mitteilung: "Sarah starb heute Morgen in Cincinnati. Unterzeichnet, L. F. Keller.” Er ist der Bruder derjenigen, die wir eigentlich unsere Frau nennen sollten, und auf Grund dieser Tatsache genügte der vertraute Name "Sarah” in der Mitteilung. O mein Herr, ist es möglich, dass sie in der Mitte ihrer Tage abgeschnitten wurde? Sie, die so frisch und gesund wirkte, wurde plötzlich gerufen, als erste den Kreis von sechs Kindern zu brechen, die alle frühe in der Furcht des Herrn erzogen wurden. Ach, wir kommen nicht um die überzeugung herum, dass sie noch heute am leben, gesund und glücklich sein könnte, wenn nicht diese liebe Frau durch den Widersacher abspenstig gemacht worden wäre, ihr feierliches Gelöbnis zu brechen und ein verblendender, irreführender Einfluss sie nicht abgehalten hätte, zurück zu den Verpflichtungen einer Mutter und Ehefrau zu kehren, und wenn dieser Einfluss sie nicht dazu verleitet hätte, eine Scheidung zu beantragen, und diese auf völlig falscher Begründung. Aber leider, alles ist vorbei… Sofort schrieben wir unserem Freund, der uns freundlicherweise das Abscheiden derer, die einst so das Traumbild unseres Herzens erfüllte, mitgeteilt hatte, er solle uns die Umstände ihres Todes mitteilen, und umgehend wurde geantwortet, dass sie an akutem Typhus gestorben war, zu dem noch eine Bauchfellentzündung hinzu kam, und dass sie sich im Blick auf die Ewigkeit nicht geäußert habe. Aus einem vollen Herzen möchten wir gerne mehr sagen, aber der Raum reicht nur für diese Gedanken. Möge Gott die trauernde Mutter, Brüder und Schwestern trösten. Die unglückliche Frau, die ihren Gott, ihren Mann und Kind verlassen hat, heiratete vor etwas über einem Jahr einen anderen Mann. Aber ach, wie oft wird der Pfad, der von Gott weg führt, plötzlich beendet!

Was Stockwell betrifft, so konnte der Schreiber keine Spur finden. Als Bruder Warner nach dem fürchterlichen Kampf in Bucyrus sein geistliches Gleichgewicht wiederfand und sich von Stockwell lossagte, gab dieser sofort jegliches Bekenntnis auf.
Ein Ereignis, in Medina, Ohio, ehe Stockwell abtrünnig wurde, bereitete Bruder Warner erhebliche Schwierigkeiten. Eine Frau Booth bekam eine Vision, in der sie sich mit einem tausend Dollar Schein verwickelt sah. Stockwell, der zu diesem Zeitpunkt der Trumpet wohlwollend gegenüberstand, deutete ihr die Vision so, dass sie die tausend Dollar der Trumpet geben sollte. Dazu entschloss sie sich dann und warf das Geld Schwester Warner in den Schoß, die sich weigerte es anzunehmen. Darauf sagte Stockwell, dass er es nehmen werde, was er auch tat, und beglich damit eine Schuld gegen die Trumpet. Nachdem dieses getan wurde, erschien eines Tages Frau Booth in Begleitung eines Rechtsanwalts bei Bruder Warner mit der Absicht, das Geld wieder zu bekommen. Bruder Warner regelte die Angelegenheit, indem er auf die Druckereianlage eine Hypothek zur Hälfte ihre Wertes aufnahm, und für den Restbetrag ihr einen Schuldschein gab. Auf irgendeiner Weise verbreitete sich darauf hin ein Gerücht, dass er sich das Geld von Frau Booth auf betrügerischer Weise angeeignet hatte. In seiner Erklärung zu dieser Sache, sagt er folgendes:
Eigentlich müsste man der boshaften Verleumdung, die gegen unseren Charakter und durch viele weltliche und religiöse Zeitungen gelaufen ist, mit schweigender Verachtung begegnen. Da uns aber unsere Freunde dazu auffordern, wollen wir hier mitteilen, dass die Meldung, wir hätten von Frau Booth auf betrügerischer Weise tausend Dollar durch mesmerische Einflüsse genommen, nierderträchtig und vollkommen falsch ist. Wenn wir recht informiert wurden, dann hat sie ein lügender Ungläubiger aus Bucyrus erfunden und einem Reporter von dem Cincinnati Enquirer geliefert. Diese Zeitung hat, nachdem sie sich bei zuverlässigeren Quellen aus Bucyrus erkundigt hat, am 15. des vergangenen Februars einen Bericht veröffentlicht, indem sie alle abfälligen Bemerkungen, die gegen uns gemacht wurden, widerlegte. Auch der Church Advocat, der die Verleumdungen des Enquirer wiedergegeben hatte, nahm die Vorwürfe gegen uns zurück. Tatsache ist, dass wir gar nichts mit dem Verschaffen des Geldes zu tun hatten. Wir waren in unserem Heim und wussten gar nicht, dass die Frau tausend Dollar hatte, oder überhaupt Geld besaß, bis sie es uns in einen Brief darlegte, dass sie das Geld gegeben hatte. Wir besitzen auch Briefe, in denen sie erklärt, dass sie das Geld bewusst und willig gegeben hat, dass Gott dieses von ihr forderte, und dass ihr der Schritt nicht leid tut. Aber anschließend gab sie unter dem Widerstand ihres Mannes und Satans nach, und wir gaben ihr einen Bürgschaftswechsel für das Geld, weil man dieses von uns forderte, obwohl wir weder gesetzlich noch moralisch dazu verpflichtet waren.

Man kann sich vorstellen, dass Bruder Warner sich während der schweren Prüfung in Bucyrus sehr verlassen fühlte. Aber Gott hatte viele andere, die bereit waren mit ihm zu stehen. Es gab solche, die um sein Wohlergehen sehr besorgt waren. In einer Ausgabe der Trumpet finden wir diese kleine Notiz:

Ein Bruder schreibt und erkundigt sich, "O Daniel! hat dein Gott dich von den Löwen erretten können?” Durch die erstaunliche Gnade Gottes können wir aus der Löwengrube und aus dem sieben-mal-heißeren Ofen antworten: Ja, Ehre sei dem Gott unseres Heils, er bewahrt unsere Seele vor der Welt, dem Fleisch, dem Teufel und vor aller Sünde. Er bewahrt uns vor diesen beiden gegenüberliegenden Regionen des Todes, nämlich vor dem kalten, hartherzigen, knirschenden, unfruchtbaren Geist des fleischlichen Sektenhasses auf der einen Seite, und vor der verweichten, nachgeahmten, selbstberuhigenden, dem Fleisch gefallenden, sekten-kompromittierenden, falschen und betrügerischen Liebe auf der anderen. Mit Gottes Hilfe werden wir nicht von Micha 3:8 und Psalm 149:6-9 abweichen.

Er erhielt viele Briefe von Gleichgesinnten die für die Trumpet dankbar waren. Es folgen einige wenige:

Ich freue mich so über die Gospel Trumpet. Ich meine es ist das beste Blatt, welches ich je gelesen habe. Es verkündigt die biblische Wahrheit. Möge der Herr dieses gute Werk segnen und euch Gnade und Kraft schenken, allen feurigen Pfeilen, die Satan und sein Heer euch entgegen schleudern, abzuwehren. Gott und Christus werden Mauern des Heils um euch sein. Wen sollten wir fürchten, wenn wir Gott zum Freund haben? Ich baue auf ein volles und freies Heil in Jesus. "Ohne Heiligkeit wird niemand den Herrn schauen”. Meine Seele wird so gelabt, die Zeugnisse zu lesen, wie Gott beides, Seele und Leib, heilt. Ich glaube, dass Jesus heute genauso bereit ist hier auf Erden seine Macht kundzu tun wie damals, als er im Fleisch war.
- Deine Schwester, gerettet durch das Blut, L. B.

Anhaltend preisen wir Gott dafür, dass er dich in jeder heftigen Prüfung erhält. Als wir von deinen Prüfungen hörten, und erkannten, was du durchzumachen hast, weinten wir, als wären wir auf einem Begräbnis. Wie doch unsere Herzen mitfühlend für dich schlagen! O lieber Bruder, klammere dich an Gott; er verlässt die nicht, die ihm vertrauen. Du musst unbedingt zu unserer Lagerversammlung kommen, denn wir wissen, dass Gott dich da haben will; das sektierische Volk hofft natürlich, dass du nicht kommst.
- Deine Schwester, M. J. F.

Möge Gott dich in deinem großen Werk belohnen. Irgendein guter Freund schickt mir die Trumpet und ich lese sie gerne, weil sie den richtigen Klang hat. Sie klingt, als ob sie mit Heiligem Geist und mit Feuer getauft wurde. Nie sah ich, ehe ich mit dem Heiligen Geist getauft wurde, die Verdorbenheit des Sektentums. Ich bin so froh, dass es einige gibt, die für Christus, und Christus alleine, stehen.
- Dein Bruder, H. B. C.

Es ist mein Gebet, dass du weiterhin die Trumpet blasen möchtest, und sie immer einen klaren und zuverlässigen Ton gibt. Heute hatte ich mit einem Prediger eine ziemlich harte Diskussion über das Thema Heiligung. Durch die Gnade Gottes musste ich ihm sagen, dass er gar nicht im Stande sei von Heiligung zu zeugen, da er sie gar nicht erfahren hat. O, warum versuchen Menschen etwas zu erklären und zu predigen, von dem sie keine Ahnung haben! Möge der Gott aller Gnade stets dein Zufluchtsort und dein sehr großer Lohn sein.
- M. M.

Dass die Trumpet den richtigen Klang hatte, wurde überall dort erkannt, wo es geistliche Christen gab, welche die Unterdrückung gefühlt und das übel der menschlich kontrollierten sogenannten Kirchen gesehen hatten. Und solche Menschen waren im ganzen Land zu finden. Es gab viele, die bereit waren, sich hinter die Lehren der Trumpet einzureihen. Es gab außer den ursprünglichen Zentren, Beaver Dam, in Kociusko County, Indiana, und Carson City, in Michigan, schon andere Versammlungen in den erwähnten Staaten, sowie in Ohio, Pennsylvania, Missouri, Iowa, Kansas und in anderen Staaten. Die Reformation war an allen Orten von geistlicher Vitalität, Begeisterung, Freude, Liebe, Gemeinschaft, Zutrauen und Unternehmungsgeist gekennzeichnet. Menschen, die mit ihr in Kontakt kamen und die noch nicht durch das Sektentum voreingenommen waren, empfanden, auf Grund geistlichen Unterscheidungsvermögens, "dies ist der Weg” und "dieses Volk hat die Wahrheit.” überall durchdrang ein Geist des Sieges die Arbeit. Gott offenbarte sich durch das Ausgießen seines Geistes und durch wunderbare Heilungen und Gebetserhörungen.

Eine bemerkenswerte Heilung geschah auf der ersten Lagerversammlung, die im Juni 1883, in der Nähe von Bangor, im Südwesten von Michigan, durchgeführt wurde. Emma Müller, aus Battle Creek, war bereits drei Jahre Invalide. Ihre Augen waren angegriffen und sie musste geführt werden. In dieser ganzen Zeit von fast drei Jahren (weniger einen Monat) konnte sie nicht einmal eine gedruckte Zeile lesen. Nach ihrer Bekehrung, die neun Monate vor ihrer Heilung geschah, zeigte ihr der Herr deutlich, dass sie geheilt werden wird. Als sie zur Lagerversammlung einladen wurde, wurde ihr deutlich als Antwort auf ihr Gebet gezeigt, dass sie die Heilung erlangen wird. Sie lies sich von ihren Freunden Papier und Briefumschläge geben und versprach, ihnen zu schreiben. In dieser Zuversicht ging sie zur Versammlung.

Am vierten Morgen der Versammlungen, nachdem wiederholt gebetet wurde, hatte sie den Eindruck, dass sie an diesem Tag geheilt wird. Bruder Warner wurde von der Versammlung weggerufen, aber J. C. Fisher und andere waren anwesend. Hier lag Blindheit vor. Ihre Augen waren von einem Film bedeckt und die Lider durch eine Lähmung geschlossen und sie konnte sie nicht öffnen. Die versammelte, kleine Gruppe ließ sich jedoch durch nichts zurückschrecken. Fasten und Beharrlichkeit kennzeichneten das ernste Gebet. Ungefähr um 17.00 Uhr des genannten Tages, während Schwester Miller auf dem Podium saß, (sie wurde dazu aufgefordert, damit sie jeder sehen konnten) wurden ihre Augen plötzlich geöffnet, sie schaute in die Versammlung und pries Gott. Die Menschen staunten. Einige begannen zu jauchzen, welches zwei Meilen (über drei Kilometer) weiter gehört wurde. Andere zitterten und weinten. Nachdem Schwester Miller eine Stunde und länger Gott gepriesen hatte, ging sie zum ersten mal in fast drei Jahren ohne Beschwerden hinaus ins helle Sonnenlicht und schrieb zwei Postkarten. Ihre Augen wurden klar und kräftig. Schwester Miller (jetzt Frau A. B. Palmer) lebt heute noch und kann seitdem sehen.

Wunderbare Heilungen waren üblich, aber da dieses eine Heilung von völliger Blindheit und eines der frühesten Fälle war, wurde sie hier erwähnt. Eine andere göttliche Offenbarung bestand darin, dass der Predigerschaft Macht über die Teufel gegeben wurde. Soweit es dem Schreiber bekannt ist, gab es seit den ersten Jahrhunderten keine andere geistliche Bewegung, in der die Teufel in dem Maße unterworfen waren und die Besessenen verlassen mussten, wie heute.

Bereits zu dieser Zeit war ein ziemliches Heer an Predigern in den verschiedenen Landesteilen aufgestellt. In Missouri war ein Mann Namens Jeremiah Cole, der ohne menschliche Mitwirkung zum Licht geführt wurde. Zwölf Jahre hatte er an einer Verdauungsstörung gelitten. Sein Zustand war so schlimm gewesen, dass er nur besonders zubereitete Speisen essen konnte. Augenblicklich und in wunderbarer Weise wurde er auf Grund seines anhaltenden Gebetes geheilt, so dass er ohne Beschwerden alle gewöhnlichen Speisen vertragen konnte. Seine eigene Heilung führte zur Heilung seiner Schwester, Mary, die ihr ganzes Leben lang Invalide war. Im Alter von zwei Jahren begann sie an Krämpfen zu leiden, später kamen Verdauungsstörungen und andere Leiden dazu, bis dass ihr Leben ein beständiges Leiden wurde. Aufgrund ihrer Gebete und der ihres Bruders, konnte sie die Heilung auch für sich in Anspruch nehmen, und das Werk wurde getan. Beide wurden erfolgreiche Prediger der Reformation.

Gott erweckte sich im Nordosten von Ohio einige Personen (A. J. Kilpatrick, William N. Smith, J. N. Howard und Sarah Smith) die ebenfalls zu führenden Arbeitern wurden. Im westlichen Pennsylvania war G. T. Clayton, und in noch anderen Teilen des Landes, nah und fern, waren solche, die Licht über die Gemeinde empfangen hatten, in manchen Fällen ohne Belehrung von jemanden zu haben, die dann durch den Geist Gottes zur Predigerschaft hinzugetan wurden.

Fisher's Abfall
Ein trauriger Abfall aus den Reihen derer, die im Werk der Reformation aktiv gewesen waren, war der des J. C. Fisher, welcher bereits zuvor erwähnt worden war. Er war ein sehr wirksamer Prediger. Es war auf Grund von seinem Bemühen, dass die ursprüngliche Gruppe in Carson City, Michigan, wo er zur Zeit lebte, ins Leben gerufen wurde. Auch war es durch seine Mitwirkung möglich, dass das Werk im Südwesten von Michigan und in einigen anderen Teilen des Landes ins Leben gerufen wurde. Auf Grund eines Mangels in seiner übergabe wurde er, bedauerlicherweise, in seiner Ehe untreu und es entstand eine Beziehung zu einer anderen Frau. Nachdem Bruder Warner und andere geduldig und pflichttreu mit ihm gesprochen hatten und nachdem es sich zeigte, dass er alle Ermahnungen abweist, und in der Tat eine andere Frau geheiratet hatte, musste man sich von ihm lossagen und ihn von der Gemeinschaft der Heiligen ausschließen.

Dieses bedeutete einen spürbaren Verlust für die Sache, denn Fisher war ein sehr erfolgreicher Evangelist gewesen und hatte großen Einfluss. Sein Irrtum, jedoch, war offenbar und es gab auch kaum jemand, der sein Handeln unterstützte und mit ihm gehalten hätte. In diesem Kapitel möchten wir einen von einem Mitarbeiter geschriebenen Aufsatz aus einer der ersten Trumpets einschließen, der das zentrale Prinzip der Reformation berührt, das Prinzip, welches diese Reformation von allen anderen Bewegungen unterscheidet: Es geschieht durch die regierende Autorität des Heiligen Geistes, dass die Reformation voranschreitet.

Regierende Autorität des Heiligen Geistes
von D. W. M'Laughlin

Ungeachtet des Abfalls der Römischen Kirche, ihrer völligen Abkehr vom Glauben durch das Ersetzen der persönlichen Gegenwart und der Autorität des Heiligen Geistes durch ein von Menschen geschaffenes Kirchentum, haben die Protestanten nur geringfügigen Nutzen aus diesem Abfallen gewonnen; allgemein sind sie in die gleiche Falle getappt. Die apostolische Kirche anerkannte gänzlich die persönliche Gegenwart und Autorität des Heiligen Geistes. Er allein war ihr Lehrer und Führer. Sie nahmen die Worte Jesu für sich in Anspruch: "Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten” - ja, "der wird euch alles lehren”, "auch die Tiefen Gottes”. Daher hören wir Petrus zu Ananias sagen, "warum hat der Satan dein Herz erfüllt, dass du den Heiligen Geist belogen…hast”? Sie waren sich der Gegenwart des Heiligen Geistes gewiss. In Apg. 13:2 lesen wir, " Während sie aber dem Herrn dienten und fasteten, sprach der Heilige Geist: Sondert mir nun Barnabas und Saulus zu dem Werk aus, zu dem ich sie berufen habe!” Hier wurde auf die Autorität des Heiligen Geistes geachtet. Daraus erkennen wir, dass die Urgemeinde kein menschliches System nötig hatte. Da die Glieder mit dem Heiligen Geist erfüllt waren, nahmen sie ihn als ihren Lehrer und Führer an. Aber im Laufe der Zeit verlor die Gemeinde ihre ursprüngliche Kraft. Die Gegenwart des Heiligen Geistes wurde immer weniger Wirklichkeit. Man empfand den Mangel an einem Lehrer und Führer. Folglich musste ein Ersatz, ein anderer Lehrer und Führer, gefunden werden. Diese Funktionen übernahm ein totes Kirchenwesen, mit dem Namen Heilige Katholische Kirche. Dieser übertrug man die Privilegien des göttlichen Geistes. Dem Priesteramt sprach man die Macht zu, Sünden zu vergeben. Der Papst wurde das sichtbare Haupt der Gemeinde, oder der Vikar (Statthalter Christi) auf Erden. Aber die Gemeinde sehnte sich nach einem unfehlbaren Lehrer. Der Verlust des göttlichen Paraklet (Helfer, Fürsprecher) musste mit einem Ersatz ausgeglichen werden, sollte die ähnlichkeit zur apostolischen Kirche gewahrt werden. Wiederum musste das System den Mangel ausfüllen und die Lehre der Unfehlbarkeit wurde erfunden. Diese wiederum führte dazu, dass der Papst in Rom über alles was Gott heißt, erhoben oder angebetet wurde - der "Mensch der Sünde” "so dass er sich in den Tempel Gottes setzt und sich ausweist, dass er Gott sei.”

Jedes von Menschen geschaffene kirchliche System muss notwendigerweise leblos und kraftlos sein, und zwar in dem Maße, wie es versäumt die persönliche Gegenwart und Autorität des Heiligen Geistes anzuerkennen und seine eigne Ordnung und Autorität aufrichtet.

In der Tat, die moderne Kirche hat die wirkliche Gegenwart und Autorität des Heiligen Geistes dermaßen aus dem Auge verloren, dass scheinbar alles auf ein menschlich geordnetes System reduziert wurde - ja, eine unendliche Tretmühle der Werke. Die Form der Religion ersetzt lebendige Gottseligkeit, und man scheint vergessen zu haben, dass es einen Heiligen Geist gibt.

Man sagt, die Geschichte wiederhole sich. Lasst uns einmal überlegen, was der Schrei "Fanatismus”, der so häufig von den Sekten gegen die Heiligkeitsbewegung gebraucht wird, bedeutet. Vielleicht können wir von Rom eine Lektion lernen. Warum hat die römische Hierarchie die Reformatoren verfolgt? Einfach weil ein kirchliches Drahtgeflecht (ein menschliches System) die Gegenwart und Autorität des Heiligen Geistes ersetzt hatte; ein lebloses System - ja, ein totes Kirchentum wurde für die eine heilige, katholische Kirche gehalten. Demnach konnte man nur solange Gott treu sein, wie man dem System treu war. Daher der Schrei "Ketzer”, der heute sein Gegenstück in dem Begriff "Heiligkeits-Fanatiker” wiederfindet, und welcher heute von den führenden Sekten gegen heilige Männer gebraucht wird. In ihrer Liebe zum Kirchentum, verlieren sie die Person des Heiligen Geistes aus dem Blickfeld, und verherrlichen das System. Wir müssen zurück zur apostolischen Grundlage. Die Gegenwart und die Kraft des Heiligen Geistes muss die Gemeinde auszeichnen (oder: sich darin manifestieren). Die verblendende Kraft des Kirchentums wird Namenschristen in den protestantischen Sekten ebenso wirksam betrügen, wie sie es in der römischen Kirche tat. Es bleibt ewig wahr, dass der natürliche Mensch die Dinge des Heiligen Geistes nicht vernimmt. Der große Sanhedrin war der Ansicht, dass es richtig sei, Jesus Christus, den Herrn der Herrlichkeit, jedoch als übler Betrüger angesehen, zwischen zwei Diebe zu kreuzigen. Die römische Kirche sah es für richtig an, "Ketzer” zu verbrennen. Und "das Geheimnis: Babylon” (Offb. 17:5) hat zu allen Zeiten die wahren Heiligen Gottes verfolgt.

So wird es auch bleiben bis ans Ende der Zeit.

DIE EINE GEMEINDE

Durch die Nacht der Sorg' und Zweifel
Vorwärts zieht die Pilgerschar,
Singend Lieder voll' Erwartung,
Zum verheissenen Land, fürwahr.

Eins das Ziel auf ihrer Reise,
Eins der Glaube, der nicht schwanket,
Eins im Blicke, vorwärts schauend,
Eins die Hoffnung, die nicht wanket.

Eins die Weis', auf tausend Lippen
Wie von einem Herz sich hebet;
Eins der Kampf, und eins die Fährnis,
Eins der Lauf, von Gott beweget.

Eins das Glück, dann zu frohlocken
An dem ew'gen Strand, so klar,
Dort wo ein allmächt'ger Vater
Herrsch't in Liebe, immerdar.

Darum vorwärts, Pilger, Brüder,
Vorwärts! Das Kreuz ist unser Ruhm!
Traget seine Schmach und kämpfet,
Bis in seinem Schatten wir ruh'n.

- Sabine Baring-Gould