Ein geistliches Erschüttern

von A. L. Byers

Vorwort

In seinem Buch "Birth of a Reformation" (zu deutsch: Geburt einer Reformation) berichtet A. L. Byers über das Leben und Wirken von D. S. Warner (25. Juni 1842 - 12. Dez. 1895). Es erschien, erstmals, im Jahre 1921. Br. Byers Wunsch war es, durch die Herausgabe dieses Buches zukünftigen Generationen die Gelegenheit zu geben, ein vorbildliches Leben christlicher Ergebenheit und Nützlichkeit kennen zu lernen, und ein Beispiel von der Treue Gottes, gegenüber denen die ihm völlig vertrauen, festzuhalten.

Das hier wiedergegebene Kapitel zeigt uns die biblische Grundlage auf der Bruder Warner stand. Es gibt uns einen Einblick in das prophetische Verständnis, dass Bruder Warner besaß und wie er die geistlichen Ereignisse seiner Zeit - die Zeit der 6. Posaune - vor dem prophetischen Hintergrund sah.

Hundert Jahre nach Bruder Warners Tod, befindet sich das Volk Gottes wieder in der Zerstreuung (Hes. 34) und der Kampf, den es heute zu kämpfen gilt, ist der gleiche, den man in der "Abendzeit" kämpfte. Der Ruf "Gehet aus ihr hinaus, mein Volk, damit ihr nicht an ihren Sünden teilhabt und damit ihr nicht von ihren Plagen empfangt" (Offb. 18:4) hat an Aktualität nichts eingebüßt. Aufs neue hören wir "die Stimme der Posaune" - der siebten und letzten. Und noch einmal sammelt der Herr sein Volk und reinigt es von aller Untugend, ehe Er mit der Stimme des Erzengels und der Posaune Gottes zum großen Weltgericht herabkommt, und seine Gemeinde zu sich holt.

Gottes Volk ist heute, bedauerlicherweise, oft in so genannten "Gemeinden Gottes" zerstreut - in Gemeinden, die sich auf die "letzte Reformation" und auf die "alten Brüder" berufen, aber weder den Geist noch das Leben der Heiligen jener Zeit kennen und wenig, manchmal nicht einmal mehr den korrekten biblischen Namen, mit ihnen gemeinsam haben. Auch beruhigt der Name, "Gemeinde Gottes", viele und sie sehen nicht ein, warum sie "ausgehen" müssen.

Es ist unser Wunsch, dass der Heilige Geist diesen Buchauszug gebraucht, um dem Leser die geistlichen Ereignisse der heutigen Zeit im Lichte der Geschehnisse zur Zeit des "Abendlichts" zu zeigen, so dass er im Stande ist, das Sammeln und Wiederherstellen des Volkes Gottes zu sehen, mit dem Gott bereits begonnen hat.

Die Herausgeber

In seinem Buch "Biblische Beweise eines zweiten Gnadenwerkes" widmet Br. Warner drei Kapitel der prophetischen Beschreibung des großen Werkes der Wiederherstellung in der letzten Zeit, in der Gott, durch das Predigen von Heiligkeit und das Aufrichten des ganzen, biblischen Maßstabes der Wahrheit, sein Volk wieder vereinen werde. Dieses Kapitel (das 12. Kapitel in dem Buch, "Birth of a Reformation", ist als eine Zusammenfassung der drei erwähnten Kapitel zu betrachten.

Einleitend möchte ich sagen, dass viele Ereignisse in der Geschichte des alten Israels ihr Gegenstück im christlichen Zeitalter haben und als Vorbilder verstanden werden müssen. Auch die Erfüllung vieler Aussagen der Propheten, die in erster Linie den Ereignissen zu ihrer Zeit galten, ist in Verbindung mit den Dingen zu suchen, deren Schatten sie vorauswarfen. Es wäre weit gefehlt, die prophetischen Schriften alleine im Bezug auf die buchstäblichen Angelegenheiten des Volkes des Alten Testaments zu betrachten. Das alttestamentliche Zeitalter war eine Vorbereitungszeit für das Neue. Es war voller Schattenbilder und Vorbilder, die erst in späterer Zeit realisiert werden sollten. Alles wies auf die Zukunft, auf die erwartete Fülle der Zeit hin, in der Gott einen neuen und besseren Bund mit seinem Volk schließen würde. Wollen wir dann behaupten, dass die Prophezeiungen diese Erwartung nicht teilten; dass sie sich nur auf die buchstäbliche Erfüllung beschränkten? Nein, es war der Geist der Prophezeiung der, mehr als alles andere, das Evangeliumszeitalter voraussagte. Und dieses nicht nur durch direkte Hinweise, sondern auch durch viele andere Schriftstellen, die zunächst den unmittelbaren Ereignissen, dann aber über diese hinaus, den größeren Dingen galten, die noch in ferner Zukunft lagen. Wir finden, wie die Schreiber des Neuen Testaments die Prophezeiungen des Alten Testaments aufgriffen und sie mit Anmerkungen wie "damit erfüllt würde, was von dem Herrn geredet ist durch den Propheten", oder "wie geschrieben steht", usw. anwandten.

Lasst uns auch nicht meinen, dass sich die Erfüllung der Prophetie nur auf die Tage Christi und der Apostel beschränkt. Viel wurde über David und die alttestamentlichen Einrichtungen gesagt, die eine erweiterte und bedeutungsvollere Erfüllung in Christus bzw. in der Gründung der Gemeinde haben. Aber wir finden auch andere Prophezeiungen, deren endgültige Erfüllung in den letzten Ereignissen des Reiches des Neuen Testaments zu suchen ist. Die Prophezeiungen, die sich um Israels Gefangenschaft in Babylon, um die Rückkehr in ihr eigenes Land und um den Wiederaufbau Jerusalems häufen, sind in ihren sekundären Anwendungen auf die entsprechenden Krisen in der Geschichte der Gemeinde anzuwenden. Somit haben viele Prophezeiungen eine zweifache Anwendung. Das heißt nicht, dass sie zwei verschiedene Dinge bedeuten, sondern, dass sie einmal auf die buchstäbliche, dann aber auch auf die geistliche Phase derselben Sache anwendbar sind. Die Offenbarung, in der wir dieselben alttestamentlichen Bilder wieder finden, liefert uns genügend Beweise dafür. Hier wird einfach vorausgesetzt, dass diese hier geistlich zu verstehen sind. Wir finden, dass die Schattenbilder des Alten Bundes mit dem ganzen Plan Gottes im Einklang stehen. Daher wendet der Heilige Geist die Prophezeiungen, die in erster Linie auf die Ereignisse in der Geschichte des alttestamentlichen Volkes Israels bezug haben, auf die heutige Entwicklung in der Gemeinde an.

Große, epochemachende Ereignisse oder Veränderungen, durch die Gott, mittels einer bestimmten Einrichtung, seinen Plan enthüllt, oder eine göttliche Annäherung an den Menschen verbunden hat, sei es zum Zweck der Anerkennung oder des Gerichts, waren von mehr oder weniger heftigen Kundgebungen in der Erde oder durch die Elemente begleitet. Als Gott am Berg Sinai das Gesetz gab, erbebte der Berg und rauchte, und es geschahen Donner und Blitze und das Volk zitterte. Bei der Kreuzigung Christi, dem zentralen Ereignis der ganzen Geschichte, verbarg die Sonne ihr Gesicht und die Erde bebte, Felsen wurden gesprengt und Gräber taten sich auf. Das Ausgießen des Heiligen Geistes zu Pfingsten geschah mit einem Brausen, "als führe ein gewaltiger Wind daher". Als die apostolische Gemeinde um eine besondere Fülle der göttlichen Kraft betete, "bewegte sich die Stätte, wo sie versammelt waren: und sie wurden alle mit dem Heiligen Geist erfüllt". Als Paulus und Silas beteten und Gott lobsangen, da kam die göttliche Antwort, indem plötzlich ein großes Erdbeben geschah, so dass die Grundfesten des Gefängnisses erschüttert wurden, alle Türen sich öffneten, und aller Fesseln gelöst wurden. Am Tag des endgültigen Gerichtes wird die eigentliche Erde aus ihrer Stellung gehoben werden und die Elemente werden den schrecklichen Tag Gottes kundtun.

Das Erschüttern der Dinge, als Begleiterscheinung der göttlichen Heimsuchung, kann auch in einer geistlichen, bildlichen Weise betrachtet werden und zwar ist es in dieser Weise, dass Bruder Warner sie in Bezug auf die große, geistliche Bewegung der letzten Zeit anwendet. Als Schlüssel zu den Prophezeiungen zu diesem Thema wendet er Hebr. 12:25-29 an, wo wir folgendes lesen:

"Seht zu, dass ihr den nicht abweist, der da redet! Denn wenn jene nicht entkamen, die den abwiesen, der auf Erden die göttlichen Weisungen gab: wie viel mehr wir nicht, wenn wir uns von dem abwenden, der von den Himmeln her redet! Dessen Stimme erschütterte damals die Erde; jetzt aber hat er verheißen und gesagt: ‘Noch einmal werde ich nicht nur die Erde bewegen, sondern auch den Himmel.' Aber das ‘noch einmal' deutet die Verwandlung der Dinge an, die als geschaffene erschüttert werden, damit die unerschütterlichen bleiben. Deshalb lasst uns, da wir ein unerschütterliches Reich empfangen, dankbar sein, wodurch wir Gott wohlgefällig dienen mit Scheu und Furcht. Denn auch unser Gott ‘ist ein verzehrendes Feuer'".

Hier haben wir zwei verschiedene Erschütterungen. Die erste, nach den Worten des Apostels, beginnend mit V.18, bezieht sich deutlich auf die Kundgebung am Sinai, als Israel der erste Bund gegeben wurde (2. Mose 19). Die zweite begleitet die Stimme, die in diesem Zeitalter vom Himmel spricht. Die erstere war eine buchstäbliche Erschütterung, während die letztere natürlich eine geistliche war, und die Einführung des neuen Bundes begleitete. "Seht zu, dass ihr den nicht abweist, der da redet!" steht in der Gegenwartsform, bezieht sich auf dieses Zeitalter und ist ein ausdrücklicher Befehl an uns.

Der neue Bund umfasst die allerhöchste Stufe in der Beziehung zwischen Gott und seinem Volk, eine Stufe, die viel erhabener ist als die, die unter dem alten sinaitischen Bund zu erreichen war. Er unterscheidet sich darin, dass die Gesetze Gottes in unsere Herzen geschrieben werden und umfasst unseren vollkommenen Gehorsam derselben. In dieser Beziehung werden wir zu seinem Volk und er unser Gott im allerengsten Sinne (siehe Hebr. 8:10 und 10:16). Diese Beziehung ist nichts anderes als eine völlige Heiligung, die, um sie zu empfangen, eine vollständige Kreuzigung des Selbstlebens, die Zerstörung jedes Götzen und die rückhaltlose Hingabe an Gott verlangt. Es ist ein eng umschließender Bund, der Sünde weder in der Praxis noch im Herzen duldet. Die Worte "noch einmal" deuten an, dass diese Erschütterung die Letzte sein wird, dass der Maßstab der Wahrheit vollkommen ist, ne plus ultra, und nur noch aus unerschütterlichen Dingen besteht.

Es ist die Stimme, die zu diesem Maßstab der Heiligkeit unter dem neuen Bund ruft, welche die mächtige Erschütterung verursacht, und sowohl Erde als auch Himmel erbeben lässt. Wann immer diese Stimme gehört wurde, ob im Anfang des Christentums oder in einer gegenwärtigen Bewegung, welche die Wiederherstellung des neuen Bundes in den Herzen des Volkes Gottes bewirkt, da erfolgt die Erschütterung. Beide, Sünder und Bekenntnis-Christen, beginnen vor Gottes mächtige Wahrheit zu beben, und wer dem göttlichen Ruf folge leisten will, muss das Losrütteln und den anschließenden Verlust all der Dinge, die wider den göttlichen Willen sind, erdulden, egal wie sehr auch seine selbstsüchtigen Neigungen daran hängen mögen. Durch die göttliche Gnade ist es möglich geworden, dass alle miteinander mit diesem Maßstab aufmessen können. Und wer die Stimme abweist, die auf diese Weise vom Himmel her zu ihm spricht, für den gibt es kein Entrinnen.

Unser Zitat aus dem Hebräerbrief führt uns zurück zum Propheten Haggai, auf dessen Worte sich der Apostel ohne Zweifel bezieht (Hag. 2:6). Dies stellt uns das Gebiet der Prophezeiung vor, das sich mit der Gefangenschaft und der Rückkehr befasst, die so bezeichnend sind für den Abfall und die endgültige Wiederherstellung der wahren Gemeinde in diesen letzten Tagen. Es sollte uns nicht unglaubhaft erscheinen, dass die großen, geistlichen Ereignisse dieser epochemachenden Zeit mit den prophetischen Worten übereinstimmen, noch dass der Heilige Geist Bruder Warner, wie er es von sich bezeugte, zeigen sollte, dass diese Dinge auf prophetischer Wahrheit beruhen. In der Tat, der Leser, der nach Wahrheit sucht, sollte nicht über die Feststellung überrascht sein, dass der Heilige Geist seiner Seele bestätigt, dass diese Dinge eine prophetische Aufklärung besitzen. Bruder Warner bezieht sich auf diese Prophezeiungen und seine Anmerkungen geben wir hier wieder. über Hebr. 12:25-29 spricht er wie folgt:

Am 30. August 1879 gab mir der Heilige Geist in besonderer Weise die vorhergehende Schriftstelle. Ich hatte ihre Bedeutung nie deutlich verstanden und ich hatte den Eindruck, dass der Herr mich nun in eine neue Ader der Wahrheit führen wollte. Daraufhin habe ich mich zurückgezogen, um mit Gott und der Bibel alleine zu sein, als der "Tröster, der Heilige Geist" den größten Teil dessen, was nun folgt, nahm und es mir zeigte. Als ich mir völlig sicher war, dass ich in reines Licht der Wahrheit hineingeführt wurde, haben wir es von der Kanzel veröffentlicht, sehr zur Erbauung der heiligen Geschwister. Wir sind überzeugt, dass die folgende Kette von Schriften, die sich auf unseren Text beziehen, jeden sanftmütigen und aufrichtigen Leser in dasselbe Licht führen wird, in das sie euren geringen Diener geführt haben. Wir werden feststellen, dass die erwähnten Worte des inspirierten Apostels einen Schlüssel zur prophetischen Darstellung des großen Werkes der Heiligkeit sind…

Lasst uns dieselbe Aussage an anderer Stelle des Heiligen Buches untersuchen. Haggai 2:5-7: "Das Wort, das ich mit euch vereinbart habe, als ihr aus ägypten zogt, und mein Geist bleiben in eurer Mitte bestehen: Fürchtet euch nicht! Denn so spricht der Herr der Heerscharen: Noch einmal - wenig Zeit ist es noch - und ich werde den Himmel und die Erde und das Meer und das Trockene erschüttern. Dann werde ich alle Nationen erschüttern, und der Ersehnte aller Nationen wird kommen und ich werde dieses Haus mit Herrlichkeit füllen, spricht der Herr der Heerscharen." Es geht hier um das Wiederaufbauen des Tempels. Dieser war zu alttestamentlichen Zeiten die Wohnung der großen Schechinah (die übernatürliche Gegenwart Gottes inmitten seines Volkes) und war ein solch bekanntes Bild der Gemeinde Gottes, dass die heiligen Seher selten davon sprachen, nur hier und da streute der Geist der Prophetie Hinweise auf das "geistliche Haus". Der Prophet spricht: "Größer wird die Herrlichkeit dieses künftigen Hauses sein als die des früheren, spricht der Herr der Heerscharen" (V. 9). Ist es nicht inmitten seiner Gemeinde, wo Gott den Tausenden die sein Angesicht suchen, den Frieden zuspricht? Lasst uns Gott danken, für die Mitteilung, dass die Herrlichkeit der wiederhergestellten, endzeitlichen Gemeinde größer sein wird als die, die vor der Gefangenschaft des alttestamentlichen Israels gewesen ist.

Es ist ganz klar, dass die Worte in den Versen 5 - 7 den Apostel beschäftigten, als er die Worte unseres Textes schrieb. Wir finden auch hier eine weitere Bestätigung, dass sich das nochmalige Erschüttern auf den Triumph des Evangeliums bezieht, da es mit dem Kommen Christi in Verbindung steht, nicht als Richter, sondern als "der Ersehnte (Heiland) aller Nationen." …

Gott hat nie gewollt, dass wir

"Müheselige Jahre, wandern umher,
in einer Wüste - so trostlos und schwer -
der angebor'nen Sünde und Zweifel und Angst."

Wer noch nicht durch den Jordan geschritten, den Todeskampf des "alten Menschen" der Sünde kennt, um zur Ruhe Kanaans zu gelangen, hat entweder unwissentlich oder vorsätzlich "den abgewiesen, der da redet", und ist "wegen des Unglaubens nicht hineingegangen".… "Ich werde dieses Haus mit Herrlichkeit füllen". Dies ist die Herrlichkeit die Christus bringt: "Der Geist der Herrlichkeit und Gottes", der auf der Gemeinde ruht und sie erfüllt, sobald die angeborene Sünde und alle Altlasten abgeschüttelt sind. Was hier mit dem "noch einmal" schütteln verbunden ist, entspricht der völligen Heiligung.

Der Prophet Hesekiel zeigt uns eine sehr interessante Reihe von übereinstimmenden Prophezeiungen. Wer kann denn nicht mit geöffneten, geistlichen Augen sehen, dass sich Hesekiel 34 allgemein auf die Predigerschaft der heutigen Zeit anwenden lässt? "Die gute Weide weidet ihr ab" - nähren sich üppig von dicken Gehältern. "Den Rest eurer Weide zerstampft ihr mit euren Füßen" und das restliche Wasser "trübt ihr mit euren Füßen". Sie sind die wirkliche Ursache der geistlichen Hungersnot, wo sie doch die Herde erquicken sollten. "Das Fett genießt ihr, und mit der Wolle kleidet ihr euch". Predigten, in denen Christus nicht mehr zu finden ist, werden zur lukrativen Handelsware, statt das man das freie Evangelium des Heils austeilt. "Das fette Vieh schlachtet ihr - die Herde weidet ihr nicht." Wenn irgendwelche den Weg zum wahren Hirten finden und Nahrung, Leben und heiliges Feuer für ihre Seelen empfangen, dann ärgern sich die Toten und Schlafenden, und machen sich sofort daran, jene zu töten. Dieses ist keine müßige Einbildung. Es ist eine unleugbare Tatsache, dass ein wirklich Bekehrter in den meisten heutigen Kirchen kaum geistliches Leben bewahren kann. Die wenigen, die nicht getötet werden, werden gewöhnlich hinausgetrieben oder hinausgeworfen. O ihr Hirten, eine Krise vom Allmächtigen wird über euch kommen. So wahr der Herr lebt, die Feuer vom Himmel werden euer Gewerbe hinwegfegen. "Heult, ihr Hirten, und schreit um Hilfe! Und wälzt euch in der Asche, ihr Mächtigen der Herde! Denn eure Tage sind erfüllt, euch zu schlachten - und die Tage eurer Zerstreuung" (Jer. 25:34). Die Zeit, sich von der Herde zu weiden und sie zu zerstreuen, kommt zu einem Ende.

"Ich werde meine Schafe aus ihrem Rachen retten," "damit sie nicht mehr zum Raub werden" (Hes. 34:10.22). "Ich werde mich meiner Schafe annehmen und werde sie retten aus allen Orten, wohin sie zerstreut worden sind am Tag des Gewölks und des Wolkendunkels" (V. 12). Wir sprechen von der dunklen Zeit als von der Vergangenheit. Aber der Seher Gottes erklärt, dass wir uns noch immer unter den nachzögernden Nebeln befinden und es solange sein werden, bis dass heiliges Feuer von Himmel jede Trennungswand, jedes menschliche Glaubensbekenntnis, und jeden Parteinamen weggefegt hat und wir von dem verrufenen Götzen, dem Sektengeist, gereinigt sind; von dem "Götzenbild der Eifersucht", dass auf jeder Schwelle Babylons sitzt.
"Und ich werde sie herausführen aus den Völkern und sie aus den Ländern sammeln und sie in ihr Land kommen lassen; und ich werde sie weiden" (V. 13). Fürwahr, "auf guter Weide werde ich sie weiden, und auf den hohen Bergen Israels wird ihr Weideplatz sein (V. 14). "Und ich werde einen Hirten über sie einsetzen, der wird sie weiden: meinen Knecht David, der wird sie weiden, und er wird ihr Hirte sein" (V. 23).

Die vollkommene Herrschaft des Messias und Seine Liebe in der Seele, werden am trüben Tag der Verwirrungen des Parteienwesens ihr Ziel erreichen. Die beiden sind nicht miteinander in Einklang zu bringen. "Und ich werde einen Bund des Friedens mit ihnen schließen" (V. 25). Das eigne Land und die Vereinigung mit Gott, durch diesen Bund, ist einfach völlige Heiligung. Siehe Jer. 23…

In Hes. 35 finden wir das Gericht über das Gebirge Seir. Seir - rau, struppig - wir nehmen an, dass damit, (im bildlichen Sinn) die Katholische Macht gemeint ist.

Hier wohnten die Edomiter, die Nachkommen Esaus, welche mit Israel, den Nachkommen Jakobs, verbrüdert waren. Die Edomiter hatten aber eine tiefgewurzelte und beständige Feindschaft gegen Israel, und belästigten und bedrängten es ständig mit allen möglichen Mitteln. (Siehe A. Clark). "Siehe, ich will an dich, du Berg Seir, und meine Hand wider dich ausstrecken und will dich gar wüst machen…darum dass ihr ewige Feindschaft tragt wider die Kinder Israel und triebet sie ins Schwert zu der Zeit, da es ihnen übel ging und ihre Missetat zum Ende gekommen war" (V. 3-5, Luther). Hört sich dieses nicht wie die Anklage gegen "das Tier, das auf den sieben Bergen sitzt", an? Märtyrertum, so scheint es, beschränkt sich auf die Zeiten, wo Gottes Volk ein "Ende der Sünde" erreicht.

In gleicher Weise wie der Geist der Prophezeiung den Katholizismus durch den Berg Seir und in den Kapiteln 38 und 39 das Sektenwesen durch die Kaukasischen Berge (Gog und Magog) symbolisiert, so repräsentieren die "Berge Israels" die wahren, gewissenhaften Christen. Der Herr spricht, "richte dein Gesicht gegen Seir", "gegen Gog", "und weissage wider sie", jedoch im Bezug auf die Berge Israels wird die Aufforderung geändert und es heißt, "weissage den Bergen Israels", um anzudeuten, dass die ersteren verworfen wurden, aber die letzteren vom Herrn angenommen wurden. Diesen wurden sehr kostbare Verheißungen gegeben. Im zweiten Teil des Kapitels (V. 25-28) werden die Reinigung "von all euren Unreinheiten", die Gabe des Heiligen Geistes, und das zurückbringen in das Land der Väter (d.h. das Land der vollkommenen Heiligkeit) in Verbindung gebracht.

Der Geist der Prophezeiung greift nun ein anderes Bild auf, um die Heiligkeitskrise und ihre herrliche Wirkung in denen zu beschreiben, die "den Tag seines Kommens ertragen". "Und du, Menschensohn, nimm dir ein Stück Holz und schreibe darauf: "Für Juda und für die Söhne Israels, seine Gefährten". Und nimm noch ein anderes Stück Holz und schreibe drauf: "Für Joseph, das Holz Ephraims und des ganzen Hauses Israel, seiner Gefährten!" Und füge sie dir zusammen, eins zum andern, zu einem Holz, so dass sie eins werden in deiner Hand! Und wenn die Söhne deines Volkes zu dir sagen: "Willst du uns nicht mitteilen, was dies bedeutet?", so rede zu ihnen: So spricht der Herr, Herr: Siehe, ich nehme das Holz Josephs, das in der Hand Ephraims ist, und die Stämme Israels, seine Gefährten; und ich lege auf es das Holz Judas und mache sie zu einem Holz, so dass sie eins werden in meiner Hand" (Hes. 37:16-19).

Wer weiss denn nicht, dass sich dieses nie wirklich an den entfremdeten Sekten des buchstäblichen Samens Jakobs erfüllte? Obwohl es sich auf die Entstehung der Gemeinde am Anfang der Herrschaft Christi anwenden lässt, so dient es besonders dazu, die Rückkehr der Gemeinde zu Gott und den Berg der heiligen Einheit nach dem Abfallen, oder nach dem "trüben und finsteren Tag", zu versinnbildlichen. Richtig genommen, deutet das Bild auch nicht auf die Entstehung einer neuen Gemeindeform hin, sondern auf ein Wiedersammeln der zertrennten und verschmachteten Gemeinde, die sich unter einer Predigerschaft aus verdorbenen und sich selbstverherrlichenden Hirten befindet. "Ich…will sie allenthalben sammeln und will sie wieder in ihr Land bringen…ich will ihnen heraushelfen aus allen örtern, da sie gesündigt haben, und will sie reinigen; und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein. Und mein Knecht David (Christus, die Wurzel und das Geschlecht Davids) soll ihr König und ihrer aller einiger Hirte sein" (V. 21-24, Luther). Nur die völlige Heiligung kann die Heiligen unter der direkten Kontrolle und der obersten Leitung Christi, durch den Tröster, vereinen.

"Und sie werden in dem Land wohnen, das ich meinem Knecht Jakob gegeben habe, in dem eure Väter (in den Tagen, als die Gemeinde rein war) gewohnt haben; und sie werden darin wohnen, sie und ihre Kinder und ihre Kindeskinder, bis in Ewigkeit; und mein Knecht David wird ihr Fürst sein (eben Christus, denn ihn hat Gott erhöht, ein Fürst und ein Heiland zu sein) für ewig. Und ich schließe mit ihnen einen Bund des Friedens, ein ewiger Bund wird es mit ihnen sein; …und die Nationen werden erkennen, dass ich der Herr bin, der Israel heiligt, wenn mein Heiligtum für ewig in ihrer Mitte ist" (V. 25-28). Hier ist die Lösung der ganzen Angelegenheit. Das empfangen des Geistes, in Eins vereinigt, zurückgebracht in das Land, gereinigt, und der "Bund des Friedens" unter der herrlichen Regierung des "Fürsten des Friedens" - all dieses wird in der Heiligung der Gemeinde und durch das innewohnen der Heiligen Dreieinigkeit, zusammengefasst bzw. vollendet.

Anstatt die Götzen und die Kanaaniter aus dem Hause des Herrn Zebaoth (Sach. 14:21) zu vertilgen, nährten die "Hirten Israels" ihre unheiligen Lüste. So lange schon haben sie sich einer verweltlichten Gemeinde gebeugt und unter dem Deckmantel der Religion die Sünde nicht nur geduldet sondern auch gefrönt, dass jedes Mal ein schrecklicher Kampf entsteht wenn die Sünde durch das Schwert des Geistes angegriffen wird. Diese Krise wird in den zwei folgenden Kapiteln (Hesekiel 38, 39) beschrieben.

"Menschensohn, richte dein Gesicht gegen Gog zum Land Magog, gegen den Fürsten von Rosch, Meschech und Tubal, und weissage über ihn und sprich: So spricht der Herr, Herr: Siehe, ich will an dich, Gog" (38:2.3). Das Bibellexikon bezieht Gog und Magog auf die Kaukasischen Berge, eine Kette die sich vom Schwarzen Meer bis zum Kaspischen erstreckt. Die Skythen dieser Region waren ein grimmiges, kriegerisches Volk. über viele Jahre war ihr Name ein Schrecken für die ganze östliche Welt. Sie wurden schließlich, 596 v.Ch., wenige Jahre vor Hesekiel's Prophezeiung, besiegt und vertrieben. Da diese Ereignisse in den Gedanken des alttestamentlichen Sehers noch frisch waren, bedient sich der prophetische Geist derselben und benutzt Gog und Magog, um den ätzenden und unerträglichen Geist des Sektenwesens und seinen endgültigen Sturz darzustellen.

Meschech und Tubal, Verbündete des Gog, werden in der Geschichte, als die "abgelegensten und unverschämtesten aller Nationen der Welt" bezeichnet. Wahrscheinlich sprach David im prophetischen Sinn von dem streitsüchtigen, ungeheiligten Eifer als er sagte: "Weh mir, dass ich Gast war in Mesech…lange hat meine Seele bei denen gewohnt, die den Frieden hassen. Ich will nur Frieden. Aber wenn ich rede, so sind sie für Krieg" (Ps. 120:5-7). Wenn ich das Heer von Gog und Magog auf die falschen, verführten sektiererischen Heere, auf die Feinde der wahren und heiligen Gemeinde des Herrn, beziehe, dann werde ich darin deutlich durch Offb. 20:8-10 bestätigt, wo festgestellt wird, dass diese durch den Teufel verführt wurden und daher eine unechte Religion haben - Scheinchristen sind. "Sie zogen herauf auf die Breite der Erde und umzingelten das Heerlager der Heiligen". Das heißt, dass sie unter allen Nationen zerstreut sind und sich überall gegen das Heilige stellen. Aber sie werden schließlich durch das Feuer, das "aus dem Himmel herab" kommt, verschlungen. Hesekiel sieht diese gewaltige Schar "von ihrem Ort kommen, vom äußersten Norden her" (Hes. 38:6.15; 39:2) was auf eine kalte, herzlose Religion schließen lässt. Der Angriff auf das "Land" durch Gog soll "am Ende der Jahre" (Hes. 38:8; "Zur letzten Zeit" - Luther) geschehen. Diese Ausdrucksweise, die in all den prophetischen Büchern zu finden ist, deutet auf das letzte, oder gegenwärtige, Zeitalter hin.

"Am Ende der Jahre sollst du (die Geheiligten) in ein Land kommen , das vom Schwert wiederhergestellt (geborgen vor dem fleischlichen, sektiererischen "Gezänk der Zunge"), das aus vielen Völkern gesammelt ist, auf die Berge Israels, die für lange Zeit zur Trümmerstätte geworden waren" (d.h. mehr oder weniger ohne den Glauben und die Kraft der Apostelzeit). Gott setzt das Zeugnis seiner Gesalbten gegen die weltlichen Kirchen. Gog wiederum, führt Krieg gegen diese. Da sie aber der Sünde gestorben sind und ein auferstandenes Leben führen, sind sie eine unverwundbare Armee. "Sie wohnen in Sicherheit allesamt" (V. 8).

"Und an jenem Tage wird es geschehen, an dem Tag, wenn Gog in das Land Israel kommt, spricht der Herr, Herr, da wird mein Grimm in meiner Nase aufsteigen. Und in meinem Eifer, im Feuer meiner Zornglut habe ich geredet: Wenn an jenem Tag nicht ein großes Beben im Land Israel sein wird!" (V. 18.19). Wenn der Herr gegen die selbstgerechten, orthodoxen Sünder das Schwert zieht, dann ist im Lager bald ein Kampf entfacht, und ein allgemeiner Aufruhr in den Himmeln und auf der Erde. Das zweischneidige Schwert eines klaren Zeugnisses wird jetzt in jeder Kirche geschwungen, welches bis zu diesem Zeitpunkt in keiner der vergangenen Heiligkeitsreformen der Fall gewesen ist…Amen! Lasst den Kampf wüten, selbst wenn die Himmel und die Erde bewegt werden. Sende das Feuer herab, o Herr, sende Feuer vom Himmel, und brenne jede Gog-Spaltung aus der Gemeinde! Fürwahr, spricht der Herr, "und ich sende Feuer gegen Magog und gegen die, die auf den Inseln sicher wohnen: Und sie werden erkennen, dass ich der Herr bin."

Das Verbrennen der Waffen und das Grab für Gog in Israel wird als das Reinigen des Landes - der Gemeinde - beschrieben. Dieses ist das besondere Werk der Heiligung, und die Himmel und die Erden beben bereits unter den Schritten von Gottes heiligem Heer, "Männer mit einem beständigen Auftrag…die im Land umherziehen…um es zu reinigen" (V. 14).

Lasst uns nun mit 1. Petr. 4:17.18 beginnen. "Denn die Zeit ist gekommen, dass das Gericht anfange beim Haus Gottes; wenn aber zuerst bei uns, was wird das Ende derer sein, die dem Evangelium Gottes nicht gehorchen? Und wenn der Gerechte mit Not errettet wird, wo wird der Gottlose und Sünder erscheinen?" Hier ist eine Feuerprobe, ein gerichtliches Erschüttern der Gemeinde, parallel zu dem, das im Hebräerbrief beschrieben wird. Es ist die Vollstreckung Christi Todesurteil über die Sünde im Fleisch. "Denn die Zeit ist gekommen" - Schriftstellen, die so beginnen, beziehen sich ausnahmslos auf eine vorhergehende Behauptung. Wir finden Petri Beziehungswort zweifellos in den Prophezeiungen des Propheten Jesaja: "Und ich werde meine Hand gegen dich wenden und werde deine Schlacken beseitigen.…danach wird man dich nennen: Stadt der Gerechtigkeit, treue Stadt. Zion wird erlöst werden durch Recht (= Gericht) und die, die in ihm umkehren, durch Gerechtigkeit" (Jes. 1:25-27).

Zion, das Haus Gottes, findet seine völlige Erlösung durch Gericht. Es ist die Hand des Allmächtigen, der "die Schlacken (in seiner Gemeinde) ausbrennt wie mit Pottasche", damit sie die "Stadt der Gerechtigkeit" genannt werden darf. Diese Erfahrung ist nicht für den Sünder, noch ist sie auf die Alten und Sterbenden beschränkt. Die "Bekehrten" (= von Umkehren abgeleitet) in Zion, spricht der Herr, sollen von der Sünde erlöst werden, durch den Geist des Gerichts und durch den Geist des Ausrottens (mit Feuer). Parallel zu dieser Läuterung werden die Dinge entfernt, die erschüttert werden.

"An jenem Tag wird der Spross des Herrn zur Zierde und zur Herrlichkeit sein (d.h. "geheiligt und gereinigt, eine herrliche Gemeinde" - Eph. 5:26.27), und die Frucht des Landes zum Stolz und zum Schmuck für die Entkommenen Israels ("die ihr dem Verderben, das durch die Begierde in der Welt ist, entflohen seid"). Und es wird geschehen: Wer in Zion übrig geblieben und wer in Jerusalem übriggelassen ist, wird heilig heißen, jeder der zum Leben aufgeschrieben ist in Jerusalem. Wenn der Herr den Kot der Tochter Zions abgewaschen und die Blutschuld Jerusalems aus dessen Mitte hinweggespült hat, durch den Geist des Gerichts und durch den Geist des Ausrottens (des Brennens)" (Jes. 4:2-4). Sehr deutlich erklärt dieses die Worte des Petrus - das Gericht, am Hause Gottes, ist eine göttliche Waschung und Läuterung. "Wer in Jerusalem übriggelassen ist", wenn der Geist des Gerichts und der Geist des Ausrottens sein Werk in der Gemeinde getan hat, "wird heilig heißen". Deshalb halten wir dafür, dass sich Petrus auf die Sünden verzehrenden Flammen des Heiligenden beziehen, auf die Taufe des Heiligen Geistes, die der Erschütterung der Gemeinde, von der Paulus an die Hebräer schreibt, entspricht; er schließt mit den Worten, "Unser Gott ist ein verzehrendes Feuer."

Wenn es je eine Zeit gab, auf die Petri Worte bezug hatten, dann ist sie jetzt. Die Hand des Allmächtigen ist über seiner Gemeinde und er wird sie schlagen und mit seinem Gericht erniedrigen. Er wird sie erschüttern mit seiner Stimme vom Himmel und mit den Flammen seines Geistes verzehren, bis jeder unreine Geist ausgetrieben und alle "Werke des Teufels" zerstört werden und nur die reinen, unvermischten Elemente des "unerschütterlichen Reiches" Gottes bleiben. Kein Wunder, dass den Kirchen vor dem Kommen Gottes heiliger Schar graut, und dass man sich davor fürchtet. Fürwahr, ein Feuer geht vor ihnen her, das sehr oft alle Versammlungsstätten und jeden anderen Ort, an dem die Sekten ihnen den Zutritt verwehren können, verschließt. Dieses geschieht, weil sie sich bewusst sind, dass sie nur eine Sammlung religiöser Stoppeln sind, die das Feuer, welches des Herrn Armee entschiedener Zeugen begleitet, nicht ertragen kann. Der Vorwurf, dass die Forderung nach einer bestimmten Erfahrung der völligen Heiligung die Kirchen vernichtet, ist nur soweit berechtigt wie diese Kirchen aus "Holz, Heu und Stoppeln" sind. Das Feuer wird niemals Gold und Silber zerstören…

In Joel finden wir die Feststellung: "Der Herr brüllt aus Zion, lässt aus Jerusalem (die heilige Gemeinde) seine Stimme erschallen, und Himmel und Erde erbeben" (Joel 4:16). Wenn eine Gemeinde keine Stimme mehr besitzt, welche Sünder und Namenschristen erbeben lässt und die "die Welt auf den Kopf stellt", keine Stimme mehr, vor der die Bösen fliehen müssen, der Teufel heulen und Verfolgung wüten muss - solche Gemeinde mag viele Götzen haben, aber der wahre Gott wohnt nicht in ihr, denn der Prophet fügt hinzu: "Und ihr werdet erkennen, dass ich, der Herr, euer Gott bin, der auf Zion wohnt, meinem heiligen Berg. Und Jerusalem wird heilig sein, und Fremde werden es nicht mehr durchziehen" (V. 17). Der Herr will solch eine heilige Gemeinde, dass keiner, der Gott fremd ist, sie durchzieht, geschweige dort wohnt und Handel treibt…

Lasst uns nun sehen, was im Propheten Jesaja über das Heer des Allmächtigen, vor dem Himmel und Erde bebt, gesagt wird. "Jauchze und juble, Bewohnerin von Zion! Denn groß ist in deiner Mitte der Heilige Israels" (Jes. 12:6). Hier finden wir die Kraft, die das Beben verursacht. Eine Gemeinde, in deren Mitte der Große und Heilige zu finden ist, wird in der Welt immer eine Unruhe verursachen…

Aber von wem wird dieses erwartet? So spricht der Herr: "Ich habe meine Geheiligten entboten, auch meine Helden zu meinem Zorngericht gerufen, die über meine Hoheit frohlocken" (Kap. 13:3). Die geheiligte Seele freut sich allein über die Erhöhung und Verherrlichung Gottes. Im Herzen sind keine Elemente zurückgeblieben, die zur Selbsterhöhung neigen. Die Geheiligten rühmen sich vielmehr der Erniedrigung, wenn Gott dadurch geehrt wird. Ehre sei seinem Namen!

Lasst uns jetzt die Wirkung beobachten, wenn das Panier der Heiligkeit hochgehalten wird: "Horch! Getümmel auf den Bergen wie von einem großen Volk! Horch! Getöse von Königreichen, von versammelten Nationen! Der Herr der Heerscharen mustert ein Kriegsheer" (V. 4). Wo ein klares Zeugnis abgelegt wird und heilige Hände im Heiligtum des Herrn erhoben werden, da entsteht bald ein Tumult; eine Armee kommt zu stande; Gott selbst mustert das Heer. Hallelujah!

"Heult, denn nahe ist der Tag des Herrn! Er kommt wie eine Verwüstung vom Allmächtigen. Darum werden alle Hände erschlaffen, und jedes Menschenherz wird zerschmelzen…siehe, der Tag des Herrn kommt, grausam mit Grimm und Zornglut, um die Erde zur Wüste zumachen; und ihre Sünder wird er von ihr austilgen." (V. 6.7.9). Diese Feuersbrunst vom Allmächtigen fegt, wie ein Besen der Zerstörung, alle Sünder aus dem Land - aus der Gemeinde. Wenn daher einige Kirchen auf dem Kurs der Heiligkeitsbewegung verwüstet werden, dann liegt es ganz einfach daran, dass sie hauptsächlich aus Sündern bestanden. Diese Tatsache beweist auch, das dieses gerade die Krise ist, welche wir durch die Bibel nachweisen. Sie vernichtet weder wahre Christen noch geistliche Gemeinden; aber, spricht der Herr, "ich werde der Anmaßung der Stolzen ein Ende machen und den Hochmut der Gewalttätigen erniedrigen" (V. 11)…

Trennung von Weizen und Spreu
Der große Krieg, welcher die Sünde aus dem Herzen, oder Sünder aus der Gemeinde ausrotten soll, ist dazu bestimmt, über alle Nationen der Erde zu fegen. "Die Inseln haben es gesehen und fürchten sich, es erbeben die Enden der Erde. Sie näherten sich und kamen herbei" (Jes. 41:5).

So spricht der Herr: "Fürchte dich nicht, du Wurm Jakob, du Häuflein Israel! Ich, ich helfe dir, spricht der Herr, und dein Erlöser ist der Heilige Israels" (Jes. 41:14). Wenn Sünde und Selbstsucht ganz zerstört sind, dann bleibt von Jakob kaum mehr übrig, als das was einen kleinen Wurm ausmacht. Aber, indem Gott die Gemeinde so zunichte macht, bereitet er sie zu, seine Macht zur Schau zu stellen, die Himmel und Erde bewegt und "das, was ist, zunichte macht" - das Große in dieser Welt.

"Siehe, ich habe dich zu einem scharfen, neuen Dreschschlitten gemacht, mit Doppelschneiden versehen: du wirst Berge dreschen und zermalmen und Hügel der Spreu gleichmachen. Du wirst sie worfeln, und der Wind wird sie forttragen und der Sturm sie zerstreuen. Du aber, du wirst jubeln in dem Herrn und dich rühmen in dem Heiligen Israels." (Jes. 41:15.16). Die Eigenschaft von Gottes Gemeinde, die hier dargestellt wird, ist in der heutigen Zeit fast verloren gegangen. Man glaubt, dass es die Aufgabe der Gemeinde ist, wie ein Bettler an der Tür zum Reich des Teufels zu stehen und seine Untertanen höflich zu überreden, herüber zu kommen. Dabei wird viel über die Pflicht und den Nutzen, einer Kirche anzugehören, gesprochen, und wenig über ihre Sünde und Schuldigkeit, Buße zu tun, gesagt, als ob Gott der Untergebene und der Teufel der Eigentümer des Universums ist. Satan, der auf dieser Weise der Gemeinde die Schneiden genommen hat - ihre Vollstreckungskraft - hat in ausgezeichneter Weise mitgeholfen, eine solch wertlose Maschinerie zu betreiben. Aber, der in den Himmeln sitzt wird sich aufmachen und des Teufels Anschläge zunichte machen.

"Die Zeit schon ist nahe, von Sehern geschaut,
Wo Zion wird strahlen, in Reinheit so traut;
Wo Jesu klar' Zeugnis die Oberhand gewinnt,
Der selbstsücht'ge Sektengeist, völlig verschwind't."

Der Herr hat bereits begonnen, Jakob neu zu gestalten, zu einem scharfen Werkzeug, bestückt mit den Doppelschneiden der ursprünglichen Kraft, den "Waffen seines Grimms". Eine Gemeinde oder Predigerschaft, bei der diese Zähne (Schneiden) fehlen, wird kein Fleisch verwunden, keine Verfolgung erwecken, keinen Weizen dreschen, dem Teufel gefallen und Gott keine Ehre bereiten. Aber ein erstklassiger Dreschwagen braucht mehr als nur diese Schneiden. Das Getreide wurde in früheren Zeiten mit Flegel, oder durch das Tretten der Rinder und Pferde, gedroschen. Dann kam eine große Verbesserung durch die Erfindung der "old open machine" (Wörtl.: alte offene Maschine). Aber, o, welche Berge von Spreu häuften sich dabei auf, und füllten die ganze Tenne! Darauf folgte die furchtbare Arbeit des Aufräumens - die Trennung und Entfernung des wertlosen Haufens.

Solcher Art sind die listigen "offenen Maschinen" gewesen, die jahrelang Haufen von Spreu auf des Herrn Tenne zurückgelassen haben. Sie haben es versäumt, das "Edle vorzubringen und nicht Gemeines abzusondern" (Jer. 15:19). "Seine Priester tun meinem Gesetz Gewalt an und entweihen meine heiligen Dinge; zwischen heilig und nicht heilig unterscheiden sie nicht, und den Unterschied zwischen unrein und rein lassen sie nicht erkennen" (Hes. 22:26). "Ihr ermüdet den Herrn mit euren Worten…damit dass ihr sagt: Jeder, der Böses tut, ist gut in den Augen des Herrn, und an solchen hat er Gefallen" (Mal. 2:17).

Erfüllt sich dieses Wort nicht heute in jeder Hinsicht durch Prediger, die Sünder in ihre Herden aufnehmen, ohne auch nur eine Spur von erlösender Gnade zu fordern, und ihnen sogar damit schmeicheln, dass sie bereits ziemlich gut sind und nur noch kommen und sich der Kirche anzuschließen brauchen? Und wie viele ihrer armen, betrogenen Opfer sitzen jahrelang in den Kirchen und hören nie das Evangelium gerade genug gepredigt, um von ihrem unbekehrten Herzen überführt zu werden! Der Grundsatz dieser Lehrer ist es gewesen, "jede Gattung zusammenzubringen", aber den nächsten Schritt - die Auslese und die "Faulen wegwerfen" - wurde ganz übergangen. Aber so wahr der Herr lebt, er wird diesen kirchlichen Unrat wegräumen.

"Seine Worfschaufel ist in seiner Hand, und er wird seine Tenne durch und durch reinigen und seinen Weizen in die Scheunen sammeln, die Spreu aber wird er mit unauslöschlichem Feuer verbrennen" (Matth. 3:12). Wer würde sich einen großen Haufen Spreu und Unrat schenken lassen, unter dem einige wenige Scheffel Weizen gemischt sind? Und glaubst du, dass Gott die Gemeinde in ihrem jetzigen Zustand haben will? Nein, bestimmt nicht; erst muss das Gold von den Schlacken befreit werden. Die Braut muss ihre unheilige Freundschaft mit der Welt lösen, durch die sie sich in den Augen Gottes des geistlichen Ehebruchs schuldig macht (Jak. 4:4). Sie muss alle Nebengötzen beiseite tun, und weiße, fleckenlose Kleider anziehen, ehe sie ihrem Mann eine Braut sein kann. Die Bibel versichert uns, dass Gott die Spreu von dem Weizen trennen wird ehe er seine Gemeinde in seine Scheune, nach Hause, holt. Um dieses zu bewirken, wandelt er Jakob um, von einer "offenen Maschine" zu einem Werkzeug, das scheiden kann…

Sobald "das Brausen des mächtigen Windes" vom Himmel über die aufgehäuften Berge von Stoppeln und Spreu fegt und sie zu "zerstreuen" beginnt, glauben Menschen, dass die Gemeinde ruiniert wird. Aber die Worfschaufel in des Herrn Jesu Hand wird kein einziges Weizenkörnlein von seiner Tenne wegtragen, und warum um etwas bekümmert sein, dass der Meister ohnehin nicht gebrauchen kann? "Was hat das Stroh mit dem Korn gemeinsam? spricht der Herr" (Jer. 23:28). Lass es vom Wind aus dem Himmel vertrieben und vom Feuer verzehrt werden. "Du aber, du wirst jubeln (sogar wenn geworfelt wird) in dem Herrn und dich rühmen in dem Heiligen Israels" (Jes. 41:16).

Im Propheten Micha, Kapitel 4, in den Versen 1 u. 2, finden wir, dass der Berg des Hauses des Herrn (die Gemeinde) feststehen wird, und es wird "von Zion das Gesetz ausgehen und das Wort des Herrn von Jerusalem". Im 10. Vers wird die Gefangenschaft oder "das Abfallen" der Gemeinde erwähnt - "Denn jetzt musst du…bis nach Babel kommen". Und, um seine Reinheit wiederherzustellen, ordnet der Herr im dreizehnten Vers einige strenge Maßnahmen an: "Mache dich auf und drisch, Tochter Zion! Denn dein Horn mache ich zu Eisen, und deine Hufe mache ich zu Bronze, damit du viele Völker zermalmst. Und ich werde ihren Raub dem Herrn weihen und ihr Vermögen dem Herrn der ganzen Erde."

Dreschen und trennen, läutern und verzehren sind, am Tage des Schmelzers, die Forderung Gottes. Viele glauben, das Evangelium müsste so gemildert werden, dass der Friede in der Gemeinde, trotz ihren Sünden und Abgöttern, gewahrt wird. Aber, "Denkt ihr, dass ich gekommen sei, Frieden auf der Erde (Frieden mit der Sünde) zu geben? Nein, sage ich euch, sondern vielmehr Entzweiung." So antwortet der Herr. "Seine Worfschaufel" ist in seiner Hand, und lieber würde er die Gemeinde zu Atomen zermalmen, um sich etwas reinen Weizen zu sichern, als zuzusehen, wie die Massen in Frieden gedeihen, ein Pfandgut des Satans und mit seinem Brandmahl (d.h. Flecken der Sünde) gekennzeichnet sind. Zu diesem Zweck, sagte Jesus: "Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu werfen, und wie wünschte ich, es wäre schon angezündet! Ich habe aber eine Taufe, womit ich getauft werden muss, und wie bin ich bedrängt, bis sie vollbracht ist!" (Luk. 12:49.50). Jesus deutet an, dass die Läuterung der Gemeinde, durch das Feuer des Heiligen Geistes, nicht beginnen konnte, bis er selbst die Leidensprobe und den Tod erlitten hatte.

"Denn siehe, der Herr kommt im Feuer, und wie der Sturmwind sind seine Wagen, um seinen Zorn auszulassen in Glut und sein Drohen in Feuerflammen. Denn mit Feuer hält der Herr Gericht, mit seinem Schwert vollzieht er es an allem Fleisch, und die Erschlagenen des Herrn werden zahlreich sein" (Jes. 66:15.16). Hier sind das Feuer, das Schwert und die Trennung, die Christus auf die Erde brachte. Ihre erschütternde und reinigende Kraft wurde zuerst am Tag der Pfingsten offenbar. Dieses Licht lässt Israel seinen Zustand sehen und ausrufen, "wie bin ich aber so elend! Wie bin ich aber so elend! Weh mir!" (Jes. 24:16 - Luther). "Darum gebt dem Herrn Ehre im Osten (engl. "in den Feuern), auf den Inseln des Meeres dem Namen des Herrn, des Gottes Israel!" "Denn so wird es geschehen mitten auf der Erde, mitten unter den Völkern: wie beim Abschlagen der Oliven, wie bei der Nachlese, wenn die Weinernte zu Ende ist" (Jes. 24:15.13). "Und es geschieht, wer vor der Stimme des Grauens flieht, fällt in die Grube; und wer aus der Grube heraufsteigt, wird im Garn gefangen" (V.18). Es gibt vor dem dahinfegenden Feuer der Heiligkeit kein entrinnen, außer in die Grube der Sünde, und wer "den Tag seines Kommens" nicht ertragen kann, wird sein "wie Spreu, die von der Tenne weht" (Hos. 13:3).

Nirgendwo in der Bibel wird die Linie zwischen Weizen und Spreu, zwischen Gold und Schlacke deutlicher gezogen als in unserem Haupttext zu diesem ganzen Thema. Was soll übrig bleiben nachdem "noch einmal" alles bewegt wurde? Nichts, als die göttlichen Elemente eines "unerschütterlichen Reiches" , und Paulus nennt es "Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist" (Röm. 14:17). Diese allein bleiben in dem Herzen, dass die Krise hinter sich hat. Hallelujah! Aber was wird denn dadurch entfernt? Antwort: Alle Dinge "die als geschaffene erschüttert werden". In erster Linie ist damit alles gemeint, was vor dem prüfenden Licht und dem sündenvernichtenden Evangelium Christi zurückschreckt oder bebt. Jede Faser unserer Natur, jede Regung von "Fleisch und Geist", jede Veranlagung (Laune) und Gewohnheit die nicht vollkommen mit der "Gerechtigkeit Gottes…offenbart" in der Bibel übereinstimmt wird natürlich vor der Stimme des Heiligen beben, und muss, daher, beseitigt werden. Alles "geschaffene" bezeichnet weiter alles das, was nicht mehr original ist - jede Seite unseres moralischen Daseins, das nicht durch die Hand Gottes gepflanzt wurde. Oder, in anderen Worten, alles was durch Satan, die Sünde oder durch die Entstellung unseres moralischen Wesens entstanden ist. Wie der Herr sagt, "jede Pflanze, die mein himmlischer Vater nicht gepflanzt hat, wird ausgerottet werden." Das schließt die innewohnende Sünde ein. Schon immer haben wir die Existenz dieses hartnäckigen Feindes vermutet. Dennoch sind wir uns bewusst, dass einige wenige diese Tatsache leugnen. Aber wir meinen, dass David diese Angelegenheit im 51. Psalm klarstellt, in dem er erklärt, dass wir als gefallene Geschöpfe "in Schuld geboren" und "in Sünde…empfangen" werden. Paulus behauptet, dass wir "von Natur Kinder des Zorns waren" (Eph. 2:3), und dass wir aus dem "von Natur wilden ölbaum (adamitische Wurzel) ausgeschnitten…worden" (Röm. 11:24) sind.

Aber warum noch viele Texte anführen? Die Beobachtung lehrt jeden unweigerlich, dass Kinder, lange bevor sie eine Erkenntnis zwischen Recht und Unrecht entwickelt haben, eine verderbte Natur besitzen. Fast übereinstimmend bezeugen gerechtfertigte Christen dasselbe innerliche Problem. Es bleibt nur die Frage, können wir in diesem Leben davon frei werden? Um dieses zu beurteilen, müssen wir feststellen ob diese Dinge ein Teil des ursprünglichen Zustands sind, oder eine Folge des Sündenfalls. Dass sie kein Teil des Ebenbildes Gottes in der Seele war, steht fest. Sie gehört, daher, zu den "Werken des Teufels", und Jesus kam, diese zu zerstören. Sie bebt, schlägt aus und bäumt sich auf, wenn sie vom Schwert des Herrn durchbohrt wird, und muss deshalb aus der Seele entfernt werden.

Aber die Worte des Paulus gelten für die Gemeinde, sowohl als auch für den Einzelnen. Sie sind dazu bestimmt, den ganzen Leib Christi zu untersuchen und die Schlacke zu entfernen. Ehe die große Heiligkeitsbewegung ihren wohltuenden Einfluss auf die christliche Welt ausstrahlte und die Gemeinde einigermaßen aus dem engen, ausgefahrenen Gleis des Kirchenwesens gehoben werden konnte, um sie zu einer tieferen und breiteren Loyalität zu Gott und zur selbstlosen Liebe zur Menschheit zu führen, wäre der Gedanken, "von meiner Kirche" erlöst zu werden, als Lästerung betrachtet worden. Aber dem Herrn sei Dank! ein reineres Licht und ein höherer Maßstab der Wahrheit zwingen die Botschafter Gottes, welche ganz auf dem Standpunkt der Heiligkeit stehen, darauf zu bestehen, dass wir von "unseren Kirchen" errettet werden müssen. Aber jemand mag fragen, von was müssen wir in "unserer Kirche" errettet werden? Sicherlich gibt es einen Weg zu unterscheiden zwischen dem, was schädlich ist und dem, was von Gott kommt. Nun kenne ich keinen Ausgangspunkt von dem ich diese Messschnur ziehen kann, außer dem, den Paulus nennt: "Einen anderen Grund kann niemand legen, außer dem, der gelegt ist", und "aber das noch einmal deutet die Verwandlung der Dinge an, die als geschaffene erschüttert werden". Gott hat einen Leib gegründet - eine Gemeinde, eine Herde oder ein Reich. In ihr hat er jedes Element gesetzt, das für ihren Auftrag, ihr Wohlergehen und ihren Fortbestand erforderlich ist. Seine Weisheit hat sie an alle Zeitalter und Verhältnisse der Menschen angepasst. Ihr Glaube wurde ein für allemal den Heiligen überliefert. Ihre Prinzipien und Grundsätze sind das letzte Testament, der endgültige und unveränderliche Wille des ewigen Gottes. Diese göttliche Organisation ist mit solch absoluter Symmetrie und Vollkommenheit ausgestattet, dass jeder Versuch, und sei er noch so schwach, ihre göttliche Einheit und Regierungsform zu verändern, in den Augen ihres göttlichen Gründers eine boshafte Anmaßung ist, und den ganzen Fluch auf sich zieht und alle Segnungen einbüßt, die in Gottes heiligem Buch erwähnt werden. Da das Werk der völligen Heiligung dazu bestimmt ist, die Gemeinde in ihrem normalen und vollkommenen Zustand vor Gott zu erheben, muss es jedes noch existierende Element, dass nicht ursprünglich von der Hand des Herrn gepflanzt wurde, ausschütteln und reinigen. In diesem sind sich, so meine ich, alle wahren Christen einig. In der Tat, sollten wir uns von dieser Vertäuung lösen, dann müssten wir bald ohne Kompass oder Karte hinaus aufs Meer treiben. Dies würde, im Grunde genommen, jeder römischen Tradition und jedem erfundenen Irrtum die Tür öffnen.

Gehen wir, deshalb, von diesem Eckstein der göttlichen Wahrheit aus, der vor neunzehnhundert Jahren in Jerusalem eingesetzt wurde. Und lasst uns die Bibel als Kompass und Feldnotizen nehmen und von diesem Punkt die Messschnur ziehen.

1. Zwischen den wahren und falschen Geistern in der Gemeinde - lasst uns "die Geister prüfen, ob sie aus Gott sind". "Wenn aber jemand Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein." Aber der Parteiengeist, der in den Gemeinden so vorherrscht, ist nicht von Christus, und muss daher entfernt, und aus dem Herzen gereinigt, werden. Ein Eifer, der nicht aus einer reinen, unvermischten Liebe zu Gott und den Menschen entspringt, ein Geist der sogar Heiligkeit unterstützen würde oder die Bekehrung der Sünder, um unter anderem auch "unsere Gemeinde" zu bauen, ist sehr verwirrt, wird bald erbeben und kann das Feuer des Läuterers nicht ertragen. Es ist nur wenn das Auge "einfältig" ist, dass der "ganze Leib licht ist" - gänzlich geheiligt.
Ein Geist, der noch aus Rücksicht auf sein eignes Glaubensbekenntnis, mutwillig das göttliche Wort übertritt, ist nicht von Gott und kann daher auch nicht mit einem reinen Herzen koexistieren. Alle diese zweitrangigen Motive, diese verwirrten und unreinen Geister, "beben" vor der Stimme des "mächtigen Gottes" und werden durch das Werk der völligen Heiligung "entfernt".

2. Das nächste, über das ich in der Furcht Gottes sprechen muss, und das ebenfalls aus dem Katalog der wackligen Werke Satans, aus dem faulen Schmutz und der Spreu des Irrtums stammt, ist das übel des Sektenwesens. Dieses ist der verderblichste Fluch, den der Teufel im Reich Gottes ausstreuen durfte. Es ist der wahrhaftige Mehltau der Hölle, der seinen modrigen Fluch auf beinahe alle kostbare Frucht im Weinberg des Herrn legt. Hier sind die Worte des Paulus ein alles-fegender Besen.

Oft stellt sich das erleuchtete Gewissen eines Christen die Frage, ob es recht sei, dass die Gemeinde in einer solchen Vielzahl von Sekten und Benennungen, mit ihren entsprechenden, menschlichen Glaubensbekenntnissen und Parteinamen, zerteilt ist. Im Lichte der Wahrheit müssen wir mit einem "Nein" antworten. Und das, aus dem einfachen Grund, weil diese Parteien nicht göttlichen Ursprungs sind. Christus ist der Grund aller wahren Einigkeit unter seinen Jüngern und aller Trennungen zwischen diesen und der Welt. Dagegen ist der Teufel der Anstifter der Spaltungen in der Gemeinde und aller Verbindung zwischen ihr und der Welt.

Ich zitiere im Folgenden einen Leitartikel im Christian Harvester*:

"1. Gott hat eine Gemeinde auf Erden. Sie ist einig und unteilbar. Sie besteht sowohl aus allen, die vom Geist geboren sind, als auch aus den Einzelnen, der diese Erfahrung gemacht hat.
"2. Einzelne (lokale) Gemeinden, oder Versammlungen, sind biblisch und auch notwendig.
"3. Nirgends in der Bibel finden wir ein Wort, dass die Benennungen begünstigt. Die einzige Sekte die namentlich erwähnt wird - die Nikolaiten - wird streng verurteilt. Es sind dort Anzeichen eines sektiererischen Glaubens zu finden, gegen die Johannes im ersten Kapitel seines Evangeliums Stellung zu nehmen hat, und Paulus widerstand dem Hang, die bekehrten Heiden jüdisch zu machen, sogar bei einem Mitapostel. Benennungen sind direkt, oder indirekt, die Folge von zurückgebliebener Sünde in der großen Menge von Bekennern. Durchgreifende und weit verbreitete Heiligkeit würde die Benennungen bald zerstören.
"4. Die Masse der wahren Christen, zusammen mit dem großen Haufen bloßer Namenschristen, befinden sich in den heutigen evangelischen Benennungen. Wegen der Differenzen können Sekten noch nicht abgeschafft werden. Und der Versuch, sie abzuschaffen, würde eine Neue zur Folge haben. Daher sind Sekten gegenwärtig unumgänglich, bis Heiligkeit im allgemeinen obsiegt.
"5. Wer aber bereits vollkommene Liebe besitzt, der überspringt im Geist notwendigerweise die Benennungen; er betrachtet alle Geheiligten als seine rechtmäßigen Brüder."

Wir sind mit dem Schriftleiter des Harverster persönlich bekannt und glauben, dass er ein heiliger Mann Gottes ist. Wir bewundern die Offenheit mit der er zugibt, dass wir "nirgends in der Bibel ein Wort finden, dass die Sekten und Benennungen begünstigt", und dass "Benennungen, direkt oder indirekt, die Folge von zurückgebliebener Sünde in der großen Menge von Bekennern" sind.

Das muss das ehrliche Urteil eines jeden verständigen, gottesfürchtigen Menschen sein. Wir wissen, dass es keine angenehme Sache ist, dieses ungeheure übel einzusehen, das in so grausamer Weise die Reinheit, die Liebe und die Kraft Zions (des Herrn Zion) zerstört. Wm. Starr sagt, "Mein Herz seufzte, als, mit Schreiber in der Hand, ich mich mit diesem Thema befasste und meine Gedanken ordnete, um sie Euch zu unterbreiten." Aber ich kann aus Liebe zur Wahrheit den Standpunkt, dass Sekten eine gegenwärtige Notwendigkeit sind, nicht vertreten. Sie sind die Folge von Sünde in der Gemeinde; und sollen wir zugeben, dass die Frucht der Sünde unter bestimmten Umständen unumgänglich ist? "Wollen wir das Böse tun, damit das Gute komme? Das sei ferne!" Wo die Ursache - Sünde in der Gemeinde - durch volles Heil beseitigt wird, sollten dann auch nicht die Auswirkungen verschwinden? Man meint, dass die Sekten "wegen der Differenzen…noch nicht abgeschafft werden" können. Wir möchten aber genauso korrekt behaupten, dass die Differenzen wegen den Sekten nicht beseitigt werden können. Sie koexistieren und stützen sich gegenseitig. Voneinander abweichende Meinungen, und Partei-Schibbolets mögen ihren Ursprung in der Fleischlichkeit haben, aber sektirische Parteien und menschliche Glaubensbekenntnisse festigen dieselben und gewährleisten ihren Fortbestand. Daher haben wir weder das Recht, die Sünde des Sektenwesens wegen der Differenzen zu beschönigen, noch das Recht das Letztere wegen des Ersteren zu entschuldigen. Eine der großen übel der sektirischen Spaltungen liegt darin, dass sie die Gemeinde hindern, zurück zu kehren zu dem "ein für allemal den Heiligen überlieferten Glauben". Und wollen wir den schädlichen Baum stehen lassen, bis er aufgehört hat, seine rechtmäßige Frucht zu tragen?

Es wird weiter gesagt, dass "Sekten gegenwärtig unumgänglich sind, bis Heiligkeit im allgemeinen obsiegt." "Durchgreifende und weit verbreitete Heiligkeit wird die Benennungen bald zerstören". Sekten und Heiligkeit vertragen sich nicht. Diese Wahrheit wird in den oben erwähnten Bemerkungen klar angedeutet. Das Feuer wahrer Heiligkeit verbrennt alle Zäune, welche Satan zwischen den Heiligen aufgerichtet hat. Und wollen wir die eigentliche Aufgabe dieser Heiligkeit vereiteln und das Schwert des Herrn nicht gegen die Sekten erheben und versuchen das übel zu beseitigen, bis Heiligkeit in umfassender Weise durchgreift? Das bedeutete nichts anderes, als Unheiligkeit solange in Ruhe zulassen, bis Heiligkeit ein bestimmtes Maß an überlegenheit gewonnen hat. Ja, es räumt dem Teufel die Möglichkeit ein, Heiligkeit in der Gemeinde zu zerstören, bis die Gemeinde heiliger wird. Dieses sind keine leichtfertigen Worte. Es ist eine ernste Tatsache, dass die Zugehörigkeit zu den verschiedenen Benennungen ein Keil ist, durch den die Einheit des Geistes, die auf wunderbare Weise durch die Gnade der vollkommenen Liebe bewirkt wurde, wieder zerstört wird. Parteinamen, Glaubensbekenntnisse und Parteiengeister gehören zwangsläufig zusammen. Und die Rückkehr dieses Geistes, bedingt durch eine Mitgliedschaft in einer Sekte, holt mehr Seelen von dem Altar Gottes herunter, als alles andere zusammen.

Lasst die Sekten in Ruhe, bis Heiligkeit obsiegt! Welch ein Einfall des Feindes! Wie wollen wir bleibende Früchte der Heiligkeit tragen, wenn der Pflug göttlicher Wahrheit nur oberflächlich diesen brachen Acker der Sünde streifen darf? Sekten sind des Teufels "Höhen", Gehölz, welches er gepflanzt und Götzen, die er aufgestellt hat, um Israel zu verderben und "Gott zu reizen". über wie viele Könige muss sich Jehovah beklagen, weil sie nicht wie Josia "Juda und Jerusalem von den Höhen und den Ascherim" reinigten (2. Chron. 34:3)! Seid auf der Hut, dass wir nicht an ihren Sünden teilhaben. Von Asarja wird gesagt, dass "er tat, was recht war in den Augen des Herrn…doch die Höhen wichen nicht…und der Herr schlug den König, und er war aussätzig bis zum Tag seines Todes" (2. Kön. 15:3-5). W. H. Starr (ein gewissenhafter Prediger der Presbyterianer) sagt, nachdem er in seinen "Abhandlungen über das Sektenwesen" 1. Kor. 1. 10-13 anführt: "Man sollte annehmen, dass niemand diese Worte lesen kann ohne sich lebhaft vorzustellen, dass Spaltungen unter dem Volk Christi, seiner Meinung nach, ein höchst erstaunliches übel sind. "Ist der Christus zerteilt", so fragt er, dass ihr, die ihr ihm angehört und durch einen Geist getauft wurdet, einer vom anderen durch Parteinamen getrennt werdet?

Und überaus feierlich beschwört er sie und fleht sie an, mit der feierlichsten Bitte, die Worte überhaupt ausdrücken können, im Namen Christi, um Seinetwillen und um Seiner teuren Sache willen, diesen verderblichen Weg zu verlassen, und ‘in demselben Sinn und in derselben Meinung völlig zusammengefügt sein'".

Hört, was dieser Schreiber davon hält, Heiligkeit und außerdem diese "Höhen" oder Sektenmauern zu fördern.

"Die Spaltungen in der christlichen Gemeinde, wie wir sie jetzt haben, sind die Hauptursache für den schwachen Zustand der Frömmigkeit unter den Gläubigen und das größte einzelne Hindernis, zur Ausbreitung und zum Triumph unserer Religion in der Welt." "In dem Moment, wo wir die Gemeinde Christi in unterschiedlichen Gruppen aufteilen, stellen wir den Parteigötzen auf. Erfolg oder Missgeschick gehen uns dann insofern nicht mehr an, wie sie ausschließlich die Sache Christi treffen, sondern sie werden auch als "unsere Seite" oder "unsere Kirche" betreffend empfunden werden. Nicht mehr Christus und seiner Sache gelten all unsere Gedanken und Wünsche. Der Parteigötze steht nun da und er beansprucht und bekommt einen Teil ihrer Aufmerksamkeit. Der Mann, so meine ich, muss übermenschlich sein, der sich vor solchem Einfluss schützen kann, jedenfalls nicht auf Dauer, wenn er über längere Zeit mit einem Zweig der Gemeinde gleichgesetzt war. Es ist ein Einfluss, der ständig am wirken ist. Der Götze ist aufgerichtet worden, um das Herz vom Heiland und vom heiligen Dienst abzuwenden, und sein Einfluss wirkt solange unaufhörlich, wie seine Ursache existiert. Und dieser Parteisinn ist, wie wir gesehen haben, der Kern aller Sünde, so dass die Liebe zu Christus im Herzen ständig mit einem sündigen Begehren vermischt wird, und die Anbetung, die es Ihm darbringt, besudelt."

Dieses ist eine ehrliche und gewissenhafte Beschreibung des ungeheueren übels. Der Parteisinn ist sehr sündig. Wahrlich, sagt dieser gottesfürchtige Mann, dieser Sinn "legt einen Mühlstein um den Hals derer, die sich bemühen, das Ebenbild ihres Erlösers zu erlangen. Es mischt Gift in die Ströme des Heils, welche über die Gemeinde in die Seele fließen, und legt eine Fäule auf die sich entfaltende Frucht."

Und weiter, "das Sektenwesen ist, für die Kundgebung der Liebe, der größte Feind den Satan je erzeugen durfte". Es vereitelt die brüderliche Liebe unter den Christen und die Achtung vor den Seelen der Menschen. Es ist umsonst, dass Geschwister in Christo von der Pflicht der gegenseitigen Liebe sprechen und sich auch bemühen einander zu lieben, um sich gleichzeitig zu weigern, der Liebe entsprechend zu handeln (indem sie sich in Parteien teilen). Ihre Taten regieren ihre Herzen, wie es menschliche Handlungen schließlich immer tun. Die Zäune, welche sie zwischen sich aufgerichtet haben, werden, in der Tat, auch Zäune für ihre Gefühle werden. Und dass dieses bereits der Fall ist, weiß jeder Christ…die Spaltungen des Volkes Gottes erzeugen und stacheln den Geist der Rivalität und des Streites (den Geist dieser Welt) an…Ja, ich schreibe all dieses Unheil, dessen Vorhandensein uns bekannt ist, der sektirischen Spaltung des Volkes Christi zu. Möge es leugnen, wer es kann. Es ist ihre rechtmäßige Frucht."

Die Spaltung der Gemeinde zu Parteien zerstört nicht nur die Kraft und Heiligkeit derselben, sondern ist auch das größte Hindernis zur Bekehrung der Welt zu Gott. Wieder hören wir Bruder Starr, und den geliebten Erlöster selbst. "Ach, dass die Gemeinde Christi ihren sektirischen Streit lange genug einstellen möchte, um die Stimme ihres Erlösers und Herrn zu hören, als er in der kummervollen Nacht, und ehe der Verräter kam, mit Gott im Gebet rang - "Heiliger Vater! Bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, dass sie eins seien, wie wir…aber nicht für diese allein bitte ich, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich glauben, damit sie alle eins seien, wie du, Vater, in mir und ich in dir, dass auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast." Die Gebete Christi galten keiner geringen Sache, und schon gar nicht dieses denkwürdige Gesuch, das durch die Feder der Inspiration der Gemeinde für jedes Zeitalter gegeben wurde, über das Gebet ihres sterbenden Herrn zu staunen und Tränen zu vergießen. Das Streben nach jener sichtbaren Einheit seines Volkes, in der Jesus das Mittel sah, seine Wahrheit der Welt einzuprägen, und das übel jener Spaltungen, gegen die der Apostel so eindringlich mahnt, müssen von der Gemeinde besser begriffen werden…Möge Gott Euch die Bereitschaft schenken, dem übel ins Angesicht zu sehen."

O, die tausenden Seelen, die für alle Ewigkeit verloren gehen, wegen dem selbstsüchtigen, boshaften und fleischlichen Geist unseres Kirchenwesens! Gott wird entehrt, ja, man raubt ihm diejenigen, die sein Sohn mit seinem Tod erkauft hat, und Unglauben schreitet einher; die Folge eines geteilten Hauses.

Es wurde gesagt, dass "wer die vollkommene Liebe bereits besitzt, der überspringt im Geist notwendigerweise die Benennungen". Beweist diese Liebe es nicht, dass sie dem Geist Christi im Wege stehen? Und wollen wir den Herrn zwingen, seine Kinder über diese verfluchten Mauern zu zerren, um sie zusammen zu führen, nur damit neue Mauern aufgerichtet werden und der Heilige Geist vertrieben wird?

Wenn es wahr ist, dass "durchgreifende Heiligkeit die Benennungen zerstört", dann lässt sich daraus folgern, dass wo sie noch existieren, dieser wirkliche Grad von Heiligkeit noch nicht vom Volk erlangt wurde. Aber ich habe nicht korrekt zitiert: es geschieht durch "durchgreifende und weit verbreitete Heiligkeit". Ach! hier liegt der Haken - eine Bedingung, die der Feind der Seelen eingefügt hat. Es läuft also auf Folgendes hinaus: "Obwohl völlige Heiligung alles Sektenwesen aus dem Herzen entfernt, so will ich aber solange an meiner Sekte festhalten, bis die Menschheit im großen und ganzen ihre trennenden Parteien und Glaubensbekenntnisse abgelegt hat." Der Teufel ist mit diesen Grundsätzen ganz zufrieden. Wenn dieses übel durch eine weit verbreitete Haltung beseitigt werden soll, dann geschieht es nicht durch Heiligkeit. Wenn aber durch das Letztere, dann bedarf es keinen Einfluss von außen. Der Zustand der Gemeinde in einem Staat, raubt dem Wort und dem Geist Gottes nicht den Erfolg in einem anderen. Die Macht der Heiligkeit, die in einer Umgebung die Benennungen zerstört, hängt nicht im Geringsten von der in einer anderen ab. Juda kann seine Ascherim verbrennen und seine Götzen zerstören, ob es Samarien und Ephraim tun oder nicht. Darum sagen wir noch einmal, dass da, wo so genannte Nachfolger Christi noch immer in einer Vielzahl von Sekten gespalten sind, da mangelt es noch immer an einer restlosen übergabe an Gott.

Wie kann man behaupten, dass die, welche Heiligkeit vorgeben, "ein Herz" und "eine Seele" sind, solange etliche eine presbyterianische Gesinnung, etliche die Gesinnung der Baptisten, und etliche die Gesinnung der Vereinigten Brüder haben, und noch andere es vorziehen, den verschiedenen Sekten der Methodisten anzugehören. Ist dort "ein Herz und ein Weg" zu finden, wenn sie vom feierlichen Altar der Heiligkeitsversammlungen kommen, und jeder den Weg zu seiner Synagoge geht?

Nun, ich muss bekennen, dass ich dafür keine Notwendigkeit sehe, es sei denn, dass man den Teufel zufrieden stellt, die Einheit des Geistes zerstört und die himmlische Taube betrübt, das zerteilte Haus des Herrn ganz zunichte macht und das Werk der Heiligkeit so schnell wieder zerstört wie es aufgebaut werden kann; alleine diesem Ende dient es.

Aber lasst uns den Kreis noch enger ziehen. Wir wollen die Verantwortung für dieses gewaltige übel gerade da suchen, wo Gott sie, wie für jede andere Sünde, legt. Wir werden einmal nicht nach Sekten, Staaten, noch nach Nachbarschaften oder Dörfer gerichtet werden, sondern "jeder von uns wird für sich selbst Gott Rechenschaft geben".

Eine Wiederherstellung von Heiligkeit in einer Umgebung ist das Resultat persönlicher Weihe und Glaubens. Und ihr Rückfall wird im Verhältnis zur Anzahl derer stehen, die ihr Opfer vom Altar, der da heiligt, zurücknehmen. Es gibt keine "durchgreifende Heiligkeit", außer der, welche der Heiligende im Herzen des Einzelnen wirkt. Und wenn, wie gesagt wurde, und was ich auch glaube, durchgreifende und weit verbreitete Heiligkeit Benennungen zerstört - sektirische Unterscheidungsmerkmale verbrennt - dann muss es dieses in jedem einzelnen Herzen tun. Und wo dieses Werk geschehen ist, da müssen die Früchte diese Tatsache beweisen. Dieses Werk wird den Menschen erlösen (mit dem kostbaren Blut Christi), "von eurem eitlen, von den Vätern überlieferten Wandel", als da sind, "Eure Gemeinde", "Unsere Gemeinde", "Unser Prediger hat die Tür zur Gemeinde geöffnet", "Welcher Glaubensrichtung gehörst du an?", "Du solltest dich einer Gemeinde anschließen". Und auch von allem weiteren frei machen, das wider die gesunde Lehre und eine "Verkehrung der geraden Wege des Herrn" ist (Apg. 13:10; Gal. 1:7). Wenn die bittere Wurzel des Sektenwesens gänzlich aus dem Herzen entfernt wurde, dann wird man die Trennungslinien und Parteizäune, diesen fürchterlichen Fluch, auf den Br. Starr so offen hingewiesen hat, nicht mehr beachten. Bist du ein wahrer, verständiger Bibelchrist, ein heiliger, gottesfürchtiger Mensch, dann musst du jedes menschliche Joch abschütteln. Du wirst dich von jeder schismatischen und von Menschen gegründeten Partei lossagen müssen und dort keine Gemeinschaft mehr pflegen dürfen. Anstatt einer Glaubensgemeinschaft anzugehören, gehörst du einfach nur noch Christus, und bist eine Rebe an ihm, dem wahren Weinstock. Anstatt mit einer Sekte identifiziert zu werden, - d.h. mit einem abgeschnitten Teil, der "direkt oder indirekt die Folge von Sünde" ist - besitzt du nun Mitgliedschaft und Gemeinschaft in der "einen Gemeinde" die Gott "auf Erden" hat. "Sie ist einig und unteilbar. Sie besteht sowohl aus allen, die vom Geist geboren sind, als auch aus dem Einzelnen, der diese Erfahrung gemacht hat". Auf dieser breiten und von Gott geschaffenen Ebene, und hier allein, kannst du frei von der Sünde des Sektenwesens, und frei von dem Blut unsterblicher Seelen, die durch ihren verderbenden Einfluss verloren gehen, stehen. Bist du Gott wirklich treu, solange du darauf beharrst, in einer Sekte zu bleiben, obwohl er gesagt hat, dass "keine Spaltung (Sekten) im Leib sei"? (1. Kor. 12:25).

Ich befürworte nicht die "keine-Kirche" Theorie, von der wir im Westen hören. Ich stehe aber für die eine, heilige Gemeinde der Bibel, die frei ist von allen starren Glaubensartikeln, vollkommen in der Liebe vereint und angetan mit der ursprünglichen Herrlichkeit des Heiligenden; für die Gemeinde, die "in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft" verharrt und die Welt für Jesus gefangen nimmt.

Man sagt aber, dass wir nicht gegen die Sekten kämpfen, noch es versuchen sollten, sie zu diesem Zeitpunkt abzuschaffen, damit nicht dadurch eine neue Sekte geschaffen wird. Im Grunde genommen ist es das gleiche, wie in der Sünde zu beharren, damit uns "nichts ärgeres widerfahre!"

Der Versuch, Israel unter einen der vielen Parteinamen und Glaubensbekenntnissen zu vereinen, möchte tatsächlich eine neue Sekte zur Folge haben. Aber das ist nicht wofür wir uns einsetzen. Nein, lasst uns diese Höhen, die Israel zum Verderben wurden, zu Asche verwandeln, und zurück nach Jerusalem kommen, und uns "auf der Grundlage der Apostel und Propheten, wobei Christus Jesus selbst Eckstein ist" aufbauen. Lasst uns mit dem Unsinn einer kirchlichen Erbfolge (Sukzession) aufhören und nicht länger unseren Stolz und unsere Eitelkeit aufblähen, auch nicht länger mit den guten, längst Verstorbenen protzen, die unwissend unsere Parteiabzeichen trugen - die Frömmigkeit unserer Väter wird die gegenwärtige Verweltlichung der Gemeinde nicht aufheben. Lasst uns auch nicht mit den Glaubensbekenntnissen unsrer Kirchen prahlen, als ob ihre Vortrefflichkeit eine unentbehrliche Ergänzung der inspirierten Weisheit sind. Lasst uns, wir bitten euch im Namen Jesu Christi, um unserer heiligen und göttlichen Religion und um einer Welt willen, die in Sünden verloren ist - o, lasst uns diese kindischen Dinge beiseite legen, und nach Jerusalem zurückkehren. Nicht um eine neue Sekte zu bilden, sondern als "Knechte des Gottes des Himmels und der Erde, und lasst uns das Haus wieder aufbauen, das früher viele Jahre als Gebäude bestanden hat, das ein großer König von Israel gebaut und vollendet hat" (Esra 5:11).

Viele fordern mehr Einheit der Herzen, glauben aber, dass eine sichtbare, organische Einheit unnötig ist. Aber lasst uns bedenken, dass eine sichtbare Einheit war, für die Jesus betete. Eine Einheit welche die Welt sehen sollte, die sie überzeugen und retten würde. Wir zitieren noch einmal W. H. Starr.

"Sie werden zu mir sagen: Können wir nicht eine Einheit der Gesinnung haben, ohne eine äußere Einheit (d.h. mit äußerlicher Uneinigkeit)? Ich sage, Nein. Das geht nicht, außer in sehr seltenen Fällen, und dann nur in einem unvollkommenen Maße. Es ist umsonst die Blätter eines Baumes abzuschlagen während man weiterhin die Wurzeln nährt. Und das Sektenwesen ist die "Wurzel der Bitterkeit", deren bittere und rechtmäßige Früchte, wie uneinige Herzen, Neid, und Hader, ständig den Geist unseres Gottes und Heilandes betrübt und einen beträchtlichen Mangel an Gnade und Wachstum in unseren Kirchen hinterlässt. Und mir scheint, dass der Himmel darüber bekümmert seufzt, wenn er auf unsere sterbende Welt herabsieht. Auf, auf! mein Bruder, meine Schwester in Christo, frage den Herrn hinsichtlich dieser Sache! Warum schlummert ihr, während Satan in die Herde Christi gedrungen ist, ein Wolf im Schafspelz, und die Herde zerreißt? O, schreie zu Gott, damit er dich und alle Kinder seiner Gnade leite, bis die Gemeinde seines heiligen Sohnes gereinigt und gerettet ist. Leider ist sie jetzt "ein Haus mit sich selbst entzweit". O, betet, dass der Herr in der Wahrheit vereinigt und aufbaut, und dass er Euch eure Aufgabe in dieser Angelegenheit zeigen möchte. Die Bedürfnisse der Welt fordern eine heilige und vereinte Gemeinde."

Auf Grund des Gesagten und der übereinstimmenden Lehre der Bibel, lässt sich folgendes feststellen:
1. Die Aufteilung der Gemeinde, in Sekten, ist eines der wirksamsten, wenn nicht das größte, Mittel Satans, menschliche Seelen zu zerstören.
2. Diese ungeheuerliche Sünde haben diejenigen zu verantworten, die den Sekten angehören und sie unterstützen.
3. Die einzige Abhilfe für diese furchtbare Plage ist, Heiligung zu erlangen, und diese wird nur durch eine persönliche, individuelle Berührung mit dem Blut Christi, durch Glauben, bewirkt.
4. Die Einheit, die das Wort Gottes fordert, ist beides, eine geistliche und eine sichtbare Einheit.
5. Die Spaltungen der Gemeinde werden durch Elemente verursacht, die ihr, als göttlich beschaffener Leib, fremd sind. Es sind die Anhängsel des Feindes, die im Herzen und im Handeln der einzelnen Mitglieder vorhanden sind, für die sie mitverantwortlich sind und die einer persönlichen Reinigung bedürfen.

Diese Tatsachen verdeutlichen Eure Pflicht. Was du und ich, lieber Leser, brauchen, ist "durchgreifende und weit verbreitete Heiligkeit" in unseren eigenen Seelen, um dort das Sektenwesen zu zerstören. Heiligkeit kann um uns her noch so "durchgreifend und weit verbreitet" sein, wird aber unser Herz nicht reinigen. Ebenso kann auch die Sünde der Spaltungen, in den Herzen und Leben derer, die um dich sind, dir nicht schaden, es sei denn, dass du auch von diesem Geist trinkst und ihr Genosse wirst. Du brauchst erst gar nicht mit Planen von umfassenden Einigkeitsbewegungen oder mit Beten zum Herrn, um die Wiederherstellung der Einheit seiner Gemeinde, die Zeit verschwenden, bis du dich nicht unter dem Blut gebeugt hast und jeder Zankapfel und jede Ursache der Spaltungen aus deinem eignen Herzen entfernt wurde. Dann erst kannst du dazu beitragen, dass auch andere dasselbe tun.

Du betest und sehnst dich nach der seligen Zeit, wo Gottes Kinder wieder eins sind, aber bist du willig, dass das Erschüttern, das "noch einmal", auch in deinem Fall seine Wirkung haben darf? Duldest du wirklich, dass das Feuer des Heiligen Geistes alle wertlose Spreu und Stoppeln, durch die der Teufel die Kinder Gottes getrennt hat, aus deinem eignen Leben, Herzen, Religion und Wandel entfernt? Entziehst du dich und meidest du wirklich alle so genannten Gemeinden, bis auf die eine, die Christus mit "seinem eignen Blut" erkauft hat, und die er vor fast neunzehnhundert Jahren gegründet hat und zu der der Herr dich, durch die Wiedergeburt, hinzutat (Apg. 2:47)? Verwirfst du alle Gemeindenamen, außer den einen, "den der Mund des Herrn bestimmt hat" (Jes. 62:2), eben den Namen des Vaters, in dem Christus und die Apostel die Gemeinde erhalten haben (Joh. 17:6.11.12; Apg. 20:28; 1. Kor. 1:2; 1. Tim. 3:15)? Ehrst du das göttliche Haupt der Gemeinde, indem du jedes Glaubensbekenntnis ablehnst, außer dem einen, das durch göttliche Inspiration gegeben wurde? Verwirfst du jede Tür, die durch Menschen geöffnet und geschlossen werden kann, jeden Geist, außer dem Heiligenden, und jedes Handlungsmotiv, außer der Liebe zu Gott und zu der Menschheit? Wenn du, durch die Gnade Gottes, all diesen Hauptursachen des Sektentums und seinen begleitenden Sünden stirbst, dann, und erst dann, wird der Herr soviel von seiner Tenne gründlich gefegt haben, wie du am Tag des Gerichts zu verantworten hast. Wo dieses nicht stattfindet, wird die Gnade Gottes zunichte gemacht und die Heiligkeit gelangt weder zur biblischen Gründlichkeit, noch erstreckt sich ihre heilende Wirkung auf jeden Teil der Seele.

Es mag somit vielen als töricht erscheinen, unterhalb der hohen und wuchtigen Mauern sektirischer Herrlichkeit und Selbstsucht die Posaune Gottes zu blasen, aber die Kraft Gottes, verbunden mit dem Glauben und dem Kriegsgeschrei des "heiligen Volkes", wird sie sicherlich zum Einstürzen bringen. Obwohl die Haufen von Spreu in den Sekten das Ausmaß von Bergen angenommen haben, so ist darunter noch etwas von Gottes Weizen zerstreut, und Er wird diesen in seine Scheune sammeln. Darum sagt er zu Jakob, "fürchte dich nicht…du wirst Berge dreschen und zermalmen und Hügel der Spreu gleichmachen. Du wirst sie worfeln, und der Wind wird sie forttragen und der Sturm sie zerstreuen."

Die reinen Elemente der Gemeinde Gottes besitzen wunderbare, innewohnende Anziehung und Zusammenhalt. Der Teufel neutralisiert diesen göttlichen Zement, indem er seinen wertlosen, schorfigen Abfall dazu mischt, und durch denselben Trennungen schafft. Der Herr stellt, darum, Einheit wieder her, in dem er die Dinge entfernt, die "als (durch den Feind) geschaffene erschüttert werden", und auf diese Weise der Zwietracht und Spaltung ein Ende macht. Ehre sei Gott! Der kleine Jakob hat kaum angefangen zu dreschen und auszuscheiden. Bald werden wir sehen, wie durch den "mächtig brausenden Wind vom Himmel", Wolken von Spreu vertrieben werden.

Br. I. Reed schreibt in seinem Blatt, The Highway*: "Die große Heiligkeitsbewegung bebt stärker als je zuvor. Es wird noch zu einem richtigen, moralischen Erdbeben kommen. Wir haben aber in dieser Hinsicht nichts zu fürchten. Wir stehen auf der Seite der Macht, die dieses Beben verursacht, und empfinden eine Art heiliger Freude beim Einstürzen der Mauern, beim Taumeln Babels und aller kirchlichen Festungen, die den großen Heiligkeitsschock nicht ertragen können. Mit Vergnügen erwarten wir das große Zerschlagen religiös-angehauchter Dinge, welches eines Tages stattfinden wird - wo dieses halb und halb Gemisch von "gütiger Gott, lieber Mammon", dieser neuartige moralische Schaum, welcher zu oft als "Religion" bezeichnet wird, ein Ende hat. Es kommt. Wir hören schon die Tritte dieser mächtigen Armee."

Amen. Lasst den Kampf kommen. Gott wird eine reine Gemeinde haben. Er wird die wertlosen Werke des Teufels aus seinem Reich entfernen, wenn auch die ganze Hölle wütet und Gog und Magog, auf der ganzen Breite der Erde, das Heerlager der Heiligen umringt.

Lieber Leser, ich bin mir bewusst, dass ich manches geschrieben habe, das viele nicht sehr begrüßen werden - viele Wahrheiten, die sie angreifen und gegen die sie viele Vorurteile hervorbringen werden. Dabei aber war ich fest entschlossen, alle Menschenfurcht von mir zu weisen und mein Gewissen vor Gott rein zu halten.

Es ist, in der Tat, meine ehrliche überzeugung, dass die große Heiligkeitsreform nicht mit der weit reichenden Kraft und den dauerhaften Triumph, den Gott für sie bestimmt hat, voran ziehen kann, bis dass das Evangelium so gepredigt und die übergabe so gründlich wird, dass das Blut Christi jede Spur von kirchlichen Unterscheidungsmerkmalen erreichen und weg waschen kann, und alle Geheiligten "in eins vollendet seien" - ja, wirklich eins in der Wahrheit.

Ich bin mir bewusst, dass dieses Stürme der Verfolgung auslösen wird, aber es muss im Namen des Herrn so kommen. Gott wird dann verherrlicht werden, wenn seine heiligen Kinder aus allen menschlichen Umzäunungen in die "eine" und die gleiche "Herde Jesu Christi" fliehen.

O! Lasst uns in dieser Sache aufrichtig vor Gott sein.