Es gibt einen Gott! (Gedicht)

Du sagst, es gebe keinen Gott? Wer rollte aus das Himmelsblau,
wer stellte an dem Frontispiz die gold‘nen Wolken dann zur Schau?
Wer schuf den heißen Sonnenball? Wer bringt aus ihrem gold‘nen Tor,
die Sonne, unveränderlich, bei Tagesanbruch stets hervor?

Wer formte uns‘re grüne Erd‘, wer ließ die Bäche plätschern laut?
Wer hat das starke Fundament der ew‘gen Berge nur gebaut?
Wer pflasterte den Himmel mit Gewitterwolken voller Macht?
Wer lässt den Donner dröhnen und schießt Blitze in die dunkle Nacht?

Wer schuf die Jahreszeiten und wer wiederholt sie jedes Jahr?
Wer lässt den Samen sprießen und gibt Wachstum jeder Pflanzenart?
Wer schickt den Regen, kühl und frisch, wer schmückt das schöne Blumenfeld?
Wer färbt im Herbst die Blätter nur mit Farben, bunt und ausgewählt?

Wer hat all die Planeten und die Sonnen in das All platziert,
ja, deren Rad in ihrem Kurs so gut und reibungslos rotiert?
Wer schuf die blaue See und hält das Meer in seinen Grenzen nur?
Drum hol‘, o Narr, der du nicht glaubst, die Antwort dir aus der Natur!

O Mensch, der du nicht glaubst, es gibt ein‘n Gott, der dich so gut gemacht,
Er formte dich zum Menschen, hat ein jedes Glied sich ausgedacht.
Er ließ das Blut durch deine Venen strömen, gab den Odem dir,
Er schuf die Sehne, das Gelenk, die gut zusammen funktionier‘n.

Es gibt ein‘n Gott! In deinem Herz sucht Er ein‘n Thron, der Ihm gehört,
ist es auch jetzt noch hart wie Stein, mit Lieb‘ zu füll‘n Er es begehrt.
Bist du verloren, fern von Gott, versetzt in tiefe Traurigkeit,
Sein Blut wäscht rein den tiefsten Fleck, macht für den Himmel dich bereit.

Es gibt ein‘n Gott! Und wer noch mit der Zunge dessen Kraft verschmäht,
wirft seine Hoffnung von sich weg, und blind auf‘s Endgericht zugeht.
Die Sterne über seinem Kopf verschmähen seinen finst‘ren Sinn;
und seinen hoffnungslosen Fall, der elendlich, beklagt der Wind.

B. L. Austin