Ganze Männer (Gedicht)

Ganze Männer fordert uns’re Zeit,
Männer, hart wie Stahl und fest wie Eichen,
Männer, die trotz Sturm und wildem Streit
Nimmer von der Wahrheit weichen;
Männer, die durchglüht von reinem Feuer,
Nimmer achten Leib und Leben teuer,
Männer, echt wie Gold, voll heil’gem Streben,
Die vor Tod und Hölle nicht erbeben.

Ganze Männer fordert uns’re Zeit!
Rauer weht der Wind und kalt ist’s ’worden.
Aus der Ferne hört man Sturmgeläut’,
Finst’re Mächte rütteln an den Pforten.
Nur der Glaube sieht in Finsternissen
Hell und klar des Himmels Sterne funkeln.
Wer nicht glaubt, fährt hin zum Ungewissen,
Schiff und Mast zerschellen ihm im Dunkeln.

Ganze Männer fordert uns’re Zeit!
Männer, die das Steuer fest umfassen.
Einsam steh’n sie, wenn es Gott gebeut,
Sturm umtobt und dennoch nicht verlassen.
In den Händen halten sie ihr Leben
Und das Leben derer, die sie führen,
Gern bereit, es opfernd hinzugeben,
Nimmer doch, es ewig zu verlieren.

Ganze Männer fordert uns’re Zeit!
Herr, mein Gott, lass mich ein solcher werden!
Stärke mich und mache mich bereit,
Treu zu sein, so lang’ ich leb’ auf Erden!
Gib mir Kraft, mit Dir allein zu stehen,
Wenn der Sturm mein Schifflein will verschlingen
Bis einst ewig Frühlingslüfte wehen
Und wir droben Siegeslieder singen.