Unser Pilgerlauf (Gedicht)

Als Pilger und Fremde durchzieh’n wir die Welt,
Ob Sonn’schein, ob Regen, uns nichts mehr aufhält.
Und täglich wir streuen den Samen im Geh’n.
Wir ernten dereinst, was auf Erden wir sä’n.

Ob müde und matt und allein auf dem Weg,
Ob Winde auch wehen und enge der Steg,
O, werde nicht mutlos und bleibe nicht steh’n.
Wir ernten dereinst, was auf Erden wir sä'n.

Mit Tränen wir streuen den Samen umher
Bei Alten und Jungen; Gedeih’n gibt der Herr.
Wir trauen auf Ihn, in des Namen wir geh’n,
Und ernten dereinst, was auf Erden wir sä’n.

Dein Brot lasse fahren aufs Land und aufs Meer.
Wenn alles dir schiene ganz fruchtlos und leer,
So streu doch den Samen mit Bitten und Fleh’n.
Wir ernten dereinst, was auf Erden wir sä’n.

Im Himmel dereinst wird der reichlich belohnt,
Der treulich gewirkt und die Müh’ nicht geschont.
Er wird dann mit Freuden die Früchte dort seh’n,
Des Samens er streute mit Tränen und Fleh’n.