Probieren?

Du probierst eine Jacke an. Wenn sie dir nicht gefällt, musst du sie nicht kaufen. Du probierst ein Getränk. Falls du mit dem Produkt nicht zufrieden bist, gibt es eine Geld-zurück-Garantie auf der Verpackung. Du probierst ein bestimmtes Nähmaschinenmodell aus. Der Verkäufer ermutigt dich, es nach Hause zu nehmen. Wenn es dir nicht gefällt, kannst du es zurückbringen. Wie schön, dass es einen Ausweg gibt! Diese Mentalität des „Ausprobierens“ ist in der säkularen Welt weit verbreitet. Dazu blüht sie auch auf religiösem Gebiet.

Die meisten Menschen haben keine Ahnung, was es bedeutet, sich zu bekehren. Es bedarf in der Tat der Macht und Gnade Gottes, um eine Seele zu erlösen; und dennoch muss diese Seele auch einen ganz bestimmten Teil erfüllen. Sich zu bekehren ist ein totales „Ausverkaufen“; eine komplette 180°-Wendung; ein Sterben des alten Lebens in der Sünde und ein Auferstehen zu einem neuen Leben in Christus; ein völliges Aufgeben der ganzen Welt; ein Nachfolgen Gottes mit ganzem Herzen, Denken, ganzer Seele und Kraft; und schließlich, gemäß den Worten Talmages, „eine grenzenlose und radikale Umwandlung in (deinem) Herzen…ein Erdbeben in (deiner) Seele“. Und für niemanden gibt es einen „Fluchtweg“!

Erlösung ist eine wunderbare Erfahrung, aber du kannst sie nicht „ausprobieren“. Du magst eine Jacke anprobieren, aber du kannst Erlösung nicht ausprobieren. Menschen leben in einer Phantasie-Erfahrung. Sie haben eine „neue Jacke“ anprobiert, aber wenn die Lebensumstände ein bisschen heiß werden, legen sie diese „Erfahrung“ schnell ab, um Schwierigkeiten, Verfolgung oder Schmach zu vermeiden. Schließich bedarf es beim Probieren ja keiner Verpflichtung, und erfolgreich zu sein ist rein fakultativ. Wenn der Sonntag kommt, können sie es ja erneut versuchen, nicht wahr? Vor allem, wenn sie während der Woche dem Verlangen nachgegeben haben, „die Welt mal wieder zu probieren“. Nur so eine kleine Kostprobe; sie wollten keinesfalls gottlos sein, o nein! Als dann jedoch ein schlechter Nachgeschmack zurückblieb und sie Rückerstattung forderten, mussten sie feststellen, dass Satan keine Zufriedenheitsgarantie anbietet. Seine Rückerstattung ist der Tod. Somit wird der Sonntag zu einem „Versuch-es-zu-flicken“-Tag – komm wieder zurück zu Jesus. (Satan liebt „Sonntags-Christen“. Sie werden einen großen Teil der Hölle einnehmen.) Es gibt ein Problem: Jesus Christus spielt nicht. Hin und her zu springen würde bedeuten, anmaßend mit der Gnade Gottes umzugehen, und es sei denn, dass die Menschen aufhören zu spielen, ist ihnen nicht zu helfen.

Wird Gott Sünder und Abgefallene nicht wieder annehmen? Er wird, sobald sie aufhören zu spielen. Wenn ihre Herzen von wahrer Reue und Trauer über ihre begangenen Sünden zerbrechen, werden sie die Sünde für immer zurücklassen und eine wahre Heilserfahrung erlangen.

Noch einmal zur Bestätigung: Es geht nicht darum, diese Erfahrung auszuprobieren, sondern sie zu erlangen; es geht nicht um den Versuch, zu beten, sondern darum, mit ganzer Kraft zu beten. Du wirst vielleicht wie Bartimäus rufen oder wie Billy Bray brüllen müssen. Und wenn dir geboten wird, zu schweigen, wirst du einfach „noch viel mehr“ rufen oder brüllen müssen. Es geht nicht um den Versuch, Reue zu haben oder sich von der Sünde abzuwenden, sondern darum, wirklich umzukehren. Weißt du, dass du nicht versuchen kannst, umzudrehen und zur selben Zeit wirklich umdrehen? Dies ist unmöglich. Entweder drehst du um oder nicht. Umzudrehen zu versuchen ist absurd. Dementsprechend sind die Gebote der Bibel äußerst bestimmt und entschieden. Die Option des Versuchens wird nicht geboten. „Ihr müsst von Neuem geboren werden! Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig! Rührt nichts Unreines an! Habt nicht lieb die Welt!“ (Wenn du versuchst, die Welt nicht zu lieben, liebst du sie nämlich.)

Manchmal äußert jemand eine gute Absicht, aber es sei denn, dass er durchdringt und es wirklich tut, liegt kein Grund zum Frohlocken vor. Er versucht; das ist keine positive Andeutung, sondern eine negative. Die Schrift sagt: „Was muss ich tun, dass ich gerettet werde?“

Die Bibel gebraucht das Beispiel der Braut und des Bräutigams. Stelle dir einen jungen Mann vor, der eine junge Frau gebeten hat, ihn zu heiraten und folgende Antwort bekommt: „Ich werde es versuchen.“ Seine Antwort: „Wirst du oder wirst du nicht?“ Das Eheversprechen fordert ein „Ich werde“ von ihr, und dieses Versprechen ist in guten wie auch in schlechte Zeiten verbindlich. „Ich werde es versuchen“ lässt sich einen Ausweg offen. Eines Tages mag sie sagen: „Ich bin des Kochens und Geschirrwaschens und all der Wäsche satt. Ich gehe fort.“ Menschen machen dieses heutzutage buchstäblich, aber ein solches Benehmen steht nicht im Einklang mit dem Eheversprechen. Genauso hat geistlich gesehen ein solches Benehmen keinen Platz in dem geweihten Leben des geistlichen Bräutigams. Darüber hinaus hat Jesus, der Bräutigam, sich selbst keinen Platz fürs Probieren gelassen. Er versuchte nicht zu beten: „Nicht mein, sondern dein Wille geschehe!“ Er versuchte nicht, den bitteren Kelch zu trinken. Er versuchte nicht, Sein Blut für die Errettung der Welt zu vergießen. Er tat es einfach, und als Er mit allem fertig war, sagte Er: „Es ist vollbracht!“ Und wenn du, liebe Seele, deinen Teil tust, nämlich bereust, betest, bekennst und glaubst, wird Gott Seinen Teil tun und das Werk wird vollbracht sein. Du wirst frohlocken und „Herrlichkeit“ rufen, weil du ERLÖST bist!

Wie wirst du erlöst bleiben? Indem du es probierst? Das hört sich so an, als ob du nicht unbedingt erlöst bleiben musst. „Ich werden versuchen, weiter zu gehen“? Du hast keine andere Wahl! Du musst weiter gehen, ansonsten wirst du es nicht zum Himmel schaffen! „Ich werde versuchen, treu zu bleiben“? Wenn ein Ehemann dies seiner Frau sagt, bevor er morgens zur Arbeit geht, hat er das Eheversprechen von „Ich werde“ zu „Ich werde es probieren“ abgeändert. Probleme lauern. „Ich werde probieren, der Versuchung zu widerstehen“? Der Teufel hat bereits einen Vorteil erlangt. Du hast dir nicht fest vorgenommen, zu überwinden. Du behältst dir eine kleine Hintertür offen, falls die Versuchung zu groß werden sollte. Ich fürchte, dass sie zu groß werden wird, und du somit die Hintertür nutzen wirst. „Ich werde versuchen, geistlich zu sein“? Du wirst keinen Erfolg haben, es sei denn, dass du auch das Tun vollbringst (2 Kor 8:11).

Zu probieren bedeutet, zu sterben. Jesus spielt dieses „Spiel des Probierens“ nicht und auch du musst aufhören, es zu spielen.

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