Antinomismus - eine altertümliche Ketzerei

Die Religion unserer Zeit ist mit Irrtümern verseucht worden. Einer dieser Irrtümer ist der Antinomismus, welcher sich wie ein roter Faden durch viele Benennungen windet. Er lehrt, dass Christen nicht mehr unter einem Gesetz stehen, weil sie unter Gnade leben.

Dieser Ausdruck wird von den Worten anti (gegen) und nomos (Gesetz) hergeleitet. Antinomismus "ist ein Gegner des Gesetzes, wobei er ganz besonders die Auffassung ablehnt, dass das Leben des Christen von Gesetzen und Regeln bestimmt wird". (aus Concise Dict. of Christian Theology).

"Er bezieht sich auf die Lehre, dass das moralische Gesetz für das Leben des Christen nicht bindend ist." (aus Baker's Dictionary of Theology, S. 48).

John Agricola, ein Zeitgenosse Luthers, "lehrte, dass Christen völlig frei vom Gesetz sind … Die Grundlage für seine Annahme basierte auf der Furcht vor Werkgerechtigkeit, indem er fälschlicherweise meinte, dass 'Rechtfertigung durch Glauben allein' dies verlange". (aus Ibid., S. 48-49).

In McClintock and Strong's Cyclopedia heißt es: "Antinomismus lässt das Bewusstsein menschlicher Verantwortung vollkommen schwinden und zerstört es" (Band I, S. 265). "Er prophezeit dem Sünder, der in seinen Übertretungen fortfährt, ein glattes Leben und wiegt die Seelen, die sorglos in Zion sind, in einen tödlichen Schlaf."

"Der Ursprung des Antinomismus geht in die Zeit des Neuen Testaments zurück. Paulus widerlegt die Annahme, dass die Lehre der Rechtfertigung durch Glauben allein Raum für das Beharren in der Sünde lässt. Häufig wird in den Briefen des Neuen Testaments die Ansicht geradeheraus verurteilt, dass das Evangelium Ausschweifung duldet. Solche Gegenangriffe machen es offenbar, dass antinomistische Ansichten im apostolischen Zeitalter üblich waren." (aus The New International Dictionary of the Christian Church).

Gefährliche Irrtümer des Antinomismus

* Obwohl Erlösung ein freies Geschenk der Gnade Gottes ist, verstehen sie nicht, dass man diese nur auf Bedingung des Gehorsams erhält (Hebr 5:8-9).

* Sie unterscheiden nicht zwischen dem Gesetz Moses, welches aufgehoben wurde (Röm 7:4), und dem Gesetz Christi, nach welchem Christen jetzt ihr Leben ausrichten sollen. Es gibt in der Tat ein Gesetz, von dem das Neue Testament spricht. Gott erwartet von uns, dass wir diesem gehorchen. Es ist ein "vollkommenes Gesetz" (Jak 1:25). Sünde ist eine Übertretung des Gesetzes (1Jo 3:4). Wir werden nach diesem Gesetz gerichtet werden (Joh 12:48; Offb 20:12).

* Weil sie das Evangelium Jesu Christi nicht verstehen, nehmen sie irrtümlicherweise die Irrlehren des Calvinismus an.

* Auf Grund ihrer falschen Lehre kommen sie zu dem Entschluss, dass jeder, der glaubt, dass wir dem Wort Gottes tatsächlich gehorchen und unser Leben nach seinen Auflagen ausrichten müssen, gesetzlich ist.

* Sie verstehen nicht, dass Christen in diesem Neutestamentlichen Zeitalter tatsächlich von aller Sünde befreit und befähigt sind, ein heiliges Leben zu führen. Ohne die Erfahrung wahrer Erlösung werden Menschen auf ewig verloren gehen.