Christen und Literatur

Gewalt, Romantik, Romane, Historische Romane, Krimis, Abenteuer. Wo befindet sich hinsichtlich des Lesestoffs für einen Christen die Grenze? Jesus sagte, dass alle bösen Handlungen dem Herzen entspringen, und wenn wir diesem Gedanken folgen, erkennen wir, dass Böses erst Zutritt zur Gesinnung findet, bevor es sich im Herzen niederlässt. Es gibt verschiedene Wege, wie Dinge Zugang zu unserer Gesinnung erhalten – unter anderen auf dem literarischen Weg.

Literatur ist einer der erfolgreichsten Wege gewesen, um Ideen, Gedanken, Wahrheiten und Lügen zu den Menschen zu bringen. Durch Literatur ist es besonders leicht möglich, Herzen wie auch Gedanken sowohl zum Guten als auch zum Schlechten zu beeinflussen. Eine Vielzahl von Menschen wurde durch Literatur gerettet, und eine Vielzahl wurde durch dieselbe ruiniert. Da wir es also mit einem solch mächtigen Werkzeug zu tun haben, müssen wir feststellen, was gut und was böse ist. Manch einer mag sagen: „Die Bibel ist voller Gewalt, betrügerischer und böser Handlungen, usw. Deshalb macht es nichts aus, ob ich davon in der Bibel lese oder in einem Roman, der voller Gewalt und Wollust ist.“ Hier liegt ein großer Mangel an Urteilsvermögen und an Aufrichtigkeit vor und das Verlangen des Herzens wird offenbar.

Ob es nun schlimm ist oder nicht, einen Bericht über einen Mord zu lesen, hängt ganz davon ab, aus welchem Grund du ihn liest und mit welcher Absicht der Bericht geschrieben wurde.

Wir können die Tatsache, dass die Welt von allerlei Gewalt und Bosheit erfüllt ist, nicht leugnen und es ist sogar gut, von den schrecklichen Gräueltaten der Menschheit zu lesen, jedoch nur aus dem Blickwinkel, dass die Literatur aus einem informativen, historischen und bildenden Gesichtspunkt geschrieben wurde und auch aus diesem Grund gelesen wird.

Wenn eine Person einen Bericht über eine blutige Schlacht liest, sollte sie keinen Gefallen daran finden, zu lesen, wie Menschen ihre Mitmenschen zerstören oder andere Sünden begehen; stattdessen sollte das Lesen eines solchen Berichts uns helfen, besser zu verstehen, wie tief die Menschheit gefallen ist und wie sehr sie der Erlösung bedarf. Wir müssen die Geschichte mit all ihrem Blutvergießen, Stolz und Betrug, ihrer Gier, Lust und Ungerechtigkeit kennen, denn dies gibt uns ein größeres Verständnis über den Zustand des Menschen, und es wird uns helfen, eine größere Bürde für den Zustand der Menschheit und den Kummer über den Verrat an Gott zu haben.

Wir mögen den Heroismus und das Talent historischer Charaktere bewundern, die es in der Welt zu hervorragenden Errungenschaften gebracht haben, jedoch müssen wir über die falsche Anwendung ihrer Talente und Geschicklichkeit trauern. Hitler war ein erstaunlicher Mann mit außergewöhnlichem Talent und Fähigkeiten und kann dafür bewundert werden; aber zu welch schrecklichem Monster machten sie ihn, weil er sie für den falschen Zweck nutzte.

Es ist für einen Christen nicht in Ordnung, Bücher zu lesen, die fiktiv sind und Gewalt, Lust und dergleichen verherrlichen und gleichzeitig versuchen, dies in einen guten Deckmantel zu hüllen – das Gute und das Schlechte vermischend. Wenn dir solche Bücher Vergnügen bereiten, kannst du kein Christ sein.

Römer 1:32 verdammt nicht nur diejenigen, die Sünde verüben, sondern auch die, welche „Gefallen an denen haben, die sie verüben“. Wie kann ein reines Herz sich an unreinen Dingen erfreuen? Wie kannst du, wenn deine sündige Natur beseitigt wurde, noch an sündigen Dingen Gefallen finden? Wie kannst du sagen, du seist eine gewaltlose Person, und doch genießt du Romane, die voll von Gewalt sind? Wie kannst du sagen, du glaubest nicht daran, Unzucht und Ehebruch zu begehen, wenn du es liebst, von dergleichen zu lesen?

„Alles, was wahrhaftig, was ehrbar, was gerecht, was rein, was liebenswert, was wohllautend, was irgendeine Tugend oder etwas Lobenswertes ist, darauf seid bedacht!“

Wie steht es um scheinbar harmlose Bücher, wie zum Beispiel Abenteuerromane und Krimis für unsere Kinder? Wiederum stellen wir fest, dass viele dieser Bücher gerade die Dinge verherrlichen, von denen wir unsere Kinder fernzuhalten suchen. Die Abenteuerbücher „Tom Sawyer“ und „Huckleberry Finn“ zum Beispiel werden oft als harmlose Bücher akzeptiert, und dennoch verherrlichen sie die Sünde. Wie können wir unseren Kindern solche Bücher überreichen, während wir bemüht sind, sie zu einem heiligen und besonnenen Leben in Christus zu leiten? Während wir sie lehren, dass Lügen Sünde ist, ist Tom Sawyer, der Held der Geschichte, ein Meister im Lügen. Während wir sie lehren, dass Flirten Sünde ist, ist der Held der Geschichte ein flirtender Junge. Während wir sie lehren, dass Gehorsam eine Bedingung der Erlösung ist, ist der Held der Geschichte ungehorsam. Während wir sie lehren, dass Aberglaube und Zauberei Sünde sind, ist der Held der Geschichte voll nichtiger Wahnvorstellungen.

Es muss als strafbare Handlung gegenüber dem Geist und den Herzen unserer Kinder angesehen werden, wenn wir solche Literatur in unseren Heimen dulden. Es besteht ein großer Unterschied zwischen Büchern, die Sünde und die Gefahren des Bösen verherrlichen – die versuchen, Gutes und Böses zu vermischen, um den Geist zu bezaubern – und Büchern, die geschrieben wurden, um die Gefahren des Bösen zu offenbaren, obwohl sie das wahre Leben, sündig wie es ist, beschreiben.

Als Christen wenden wir uns nicht von all dem Bösen ab, indem wir versuchen, die Existenz desselben zu ignorieren; vielmehr erkennen wir, wie das Böse wirkt, und ergreifen Maßnahmen, um es zu bekämpfen. Wir können uns der Sünde in keinerlei Art und Weise rühmen, und dabei die Erfahrung eines wahren Christen wahren.

Das literarische Spektrum unserer Zeit ist erfüllt mit Büchern, die Gutes und Böses vermischen und beides verherrlichen, und wir dürfen uns nicht von ihnen verführen lassen. Wir können den Schaden nicht überschätzen, der den Gesinnungen unserer Kinder durch Bücher, die oftmals als gut bewertet werden, zugefügt wird.

Wir als Christen sind sowohl verantwortlich für das, womit wir unseren Geist nähren als auch für das, was wir unseren Kindern erlauben zu lesen.
Gott sei Dank, dass uns gute, charakterbildende Literatur zur Verfügung steht! Oh, dass wir eine Generation heranziehen könnten, die eine reine Gesinnung hat, die die Sünde als das betrachtet, was sie wirklich ist, die nicht Schaden genommen hat durch nichtigen Wahn und Schriften von schmutzigen Träumern.

Möge Gott jedem einzelnen von uns helfen, dass wir im Stande wären, den Betrug des Feindes zu erkennen, indem er Mittel und Wege sucht, die auf den ersten Blick harmlos erscheinen, letztendlich aber doch ins Verderben führen, um Zugang zum Geist und zum Herzen zu finden.