Sorge nicht!

Lieber Leser, wir möchten anhand dieses Artikels den Kampf mit dem gefährdeten Feind des Sorgens aufnehmen. Die Sorge ist ein Eingeständnis, dass Gott nicht genügend ist. Wenn man aufrichtig glauben würde, dass Gott für alle Umstände, denen man begegnet, genügend wäre, welchen Grund zur Sorge gäbe es dann? Weil jedoch die Sorge spricht: „Gott ist nicht genügend“, begeht sie einen fatalen Fehler, indem sie sich als bloße Lüge offenbart.

Die Sorge kann mit einem Vier-jährigen verglichen werden, der in das Cockpit einer Boeing 747 hereinplatzt und die Steuerung übernimmt, währendem der Pilot tatenlos daneben sitzt – derselbe Pilot, der das Flugzeug sicher vom Erdboden abheben ließ und derselbe, der es am Ende der Reise wieder sicher landen lassen wird.

Die Sorge wird dein Haus zu einem Gefängnis machen und deinen Leib zur Isolationskammer. Die Sorge ist ein erfolgreicher Verfasser von Horrorgeschichten und Tragödien. Sie wird dir prophezeien, warum Leute dich nicht mögen und wie Dinge in deinem Leben fehlschlagen werden. Mütter haben unter dem Einfluss der Sorge viele Kinder verloren, obgleich sie selbst dafür verantwortlich sind. Andere haben unter diesem Einfluss Krebs bekommen, ohne jemals einen Tumor gehabt zu haben.

Die Sorge wird versuchen, sich als Weisheit zu tarnen. Sie sagt dir, es wäre töricht, nichts zu unternehmen, sich so zu verhalten, als ob es kein großes Problem zu beheben gäbe. Sollten wir nicht vielmehr gute Verwalter des uns von Gott Anvertrauten sein?

Hierin verwendet die Sorge Samen der Wahrheit, um das, was rein ist, zu entstellen, aber der Herr hat uns Hilfsmittel gegeben, damit wir die beiden unterscheiden können.

Diejenigen, die dem Einfluss der Sorge ausgesetzt sind, werden eine Angst verspüren. Die Sorge wird ihnen den Schlaf rauben. Ihr Leib wird nach dem Schema ihrer Gedanken reagieren, und Angst, Stress und Depressionen auslösen. Nun, um die Sorge noch weiter als offensichtlich böse bloßzustellen, gebraucht sie die Gefühle, die sie lediglich als Beweis auslöste, um dir ihre Lüge als wahrhaftig darzustellen. Hier verführt die Sorge den Verstand, ihr Hilfe zu leisten. Die Gefühle sind so stark, dass der Verstand sie als glaubwürdig darzustellen versucht, und sich selbst somit zwingt, eine noch überzeugendere Geschichte zu verfassen, um die Gefühle zu rechtfertigen. Diese Geschichten rufen nur noch mehr Gefühle hervor, die gerechtfertigt werden müssen, und der Kreislauf geht weiter. Mein Freund, wahrer Glaube an Gott kann solche Dinge nicht verursachen! „Vollkommene Liebe treibt die Furcht aus.“ (1Joh 4:18). Die Sorge wird dir sagen, dass deine Liebe einfach nicht vervollkommnet sei, aber das ist unmöglich, denn Gott ist die Liebe, nicht du. Gott kann alle Furcht vertreiben, weil Gott genügend ist. Gott hat uns Hilfsmittel gegeben, um dem Kreislauf der Sorge Einhalt zu gewähren, indem wir einfach erkennen, dass sie eine Lüge und Seine Liebe genügend ist.

Viele sehen sich nach Antworten um, die so groß wie ihre Probleme erscheinen. Gott wirkt aber nicht auf diese Weise. Probleme, die so groß wie Berge sind, werden durch etwas, das so klein wie ein Senfkorn ist, beseitigt.

Wenn du wirklich glaubst, dass Gott für alle Probleme, denen du begegnest, völlig genügend ist, dann kannst du dich im Schiffsbauch befinden, inmitten eines gewaltigen Sturms und dennoch Ruhe bewahren. Die Sorge, die sich als Weisheit tarnt, wird dich dann in ihrer Empörung wecken und dich anfahren: „Kümmert es dich nicht, dass wir umkommen?“ Unser Herr aber ließ die Nichtigkeit solcher Sorge erkennen und erwiderte: „Was seid ihr so furchtsam, ihr Kleingläubigen?“ Der Glaube kommt aus der Verkündigung und die Verkündigung durch das Wort Gottes (Röm 10:17). Als wollte unser Herr damit sagen: „Ach, ihr, die ihr sehr wenig von dem Wort Gottes gehört, verstanden oder aufgenommen habt.“

Hast du nicht von den drei hebräischen Männern im Feuerofen oder von Daniel in der Löwengrube gelesen? „Ja“, würde die Sorge sagen, „aber du bist kein Glaubensheld“. Hast du außerdem gehört, wie der Herr für das widerspenstige Volk sorgte, als Er es aus Ägypten führte? Wie Er sie mit Manna speiste, ihnen Wasser aus dem Felsen und Fleisch zu essen gab? Hast du nicht gelesen, wie Er den Regen über Gerechte und Ungerechte fallen lässt? Hast du die Schriftstelle nicht gelesen, wo es heißt: „Wenn wir untreu sind, so bleibt er doch treu; er kann sich selbst nicht verleugnen.“ (2Tim 2:13)? Willst du, angesichts dessen, ein Mitverschwörer der Sorge sein, um den Namen Gottes zu verleugnen, indem du sagst, dass Er nicht genügend oder nicht gewillt sei? Die einfache Wahrheit ist, dass du es nicht zu sein brauchst.

Wenn dein Glaube oder Verständnis für das Wort Gottes die Größe eines Senfkorns hätte; wenn du wirklich verstanden und aufrichtig geglaubt hättest, dass Gott dich liebt, weit mehr als die Sperlinge, die Er seit Anfang der Schöpfung nährt, dann könntest du zu diesem Berg der Sorge sagen: „Hebe dich!“

Wenn dir dann die Sorge beim nächsten Mal versucht, auf verschiedene Weise einzureden: „Gott ist nicht genügend“, dann erwidere ihr: „Du bist ein Lügner!“ Egal wie hartnäckig die Sorge sein mag, erwidere ihr mit demselben Widerhall und vertraue Gott! Wenn du dich Gott unterwirfst und der Sorge widerstehst, muss sie vor dir fliehen! Gott hat uns die Kraft gegeben, den Kreislauf der schlechten Gedanken und Gefühle zu brechen, welche Angst, Depressionen und Unsicherheit verursachen, und Er hat für uns den Weg geebnet, dass wir ungehindert nach dem Reiche Gottes streben können. All dies bedarf nur der Größe eines Senfkorns. Erlaube diesem Körnlein, in dir zu wachsen und ein großer Baum zu werden.