Wir wollen miteinander rechten

Während des gesamten Evangeliumstages wurden vom Teufel viele falsche Lehren und Irreleitungen in die geistliche Atmosphäre gesetzt, um das reine und heilige Licht des Evangeliums vom Leuchten abzuhalten. Indem wir uns jedoch dem Ende dieses Evangeliumszeitalters nähern, ist Gott dabei, das Wolkendunkel zu beheben, die Finsternis zu durchdringen und Seine Wahrheit in ihrer Pracht und Herrlichkeit leuchten zu lassen, wie durch den Propheten Sacharja geweissagt wurde: „Zur Abendzeit wird es licht werden.“

Ach, dass doch jeder, der vorgibt, gerecht zu sein, diesem herrlichen Licht zujubeln und dasselbe ergreifen würde! Bedauerlicherweise ziehen jedoch viele die Finsternis dem Licht vor und fesseln sich selber mit Fesseln der Finsternis, indem sie vom Licht zurückweichen.

Zu glauben, dass ein Christ von Zeit zu Zeit sündigen und seine christliche Erfahrung dennoch aufrechterhalten kann, ist eine dieser Fesseln, und außerdem das schrecklichste Wolkendunkel, welches das wahre Licht vom Leuchten abhält. All diejenigen, die an diesem Glauben festhalten, befinden sich entweder in hartnäckiger Rebellion gegen das Licht und lieben die Finsternis oder sie sind – aufgrund des Betrugs und Wolkendunkels, welche der Teufel während all dieser vielen Jahre hatte verkündigen lassen – in der Aufrichtigkeit ihres Herzens unwissend. Dieser Artikel ist an die zuletzt erwähnte Klasse von Menschen gerichtet.

Mein lieber Freund, wenn du aufrichtig bist und Gott liebst, würdest du dich dann mit deiner Bibel hinsetzen und einmal gemeinsam mit uns rechten? „Werdet doch wirklich nüchtern und SÜNDIGT NICHT! Denn etliche haben keine Erkenntnis Gottes; das sage ich euch zur Beschämung.“ (1Kor 15:34). Lieber Leser, falls du einen stechenden Schmerz der Zurechtweisung und des Gerichts aus diesen Worten verspüren solltest, bedenke, dass sie direkt aus dem Wort Gottes zitiert werden. Wenn du daran Anstoß nimmst, bedenke, dass du sowohl an Paulus wie auch an Gott – welcher dafür sorgte, dass diese Worte in der Heiligen Schrift festgehalten wurden – Anstoß nehmen musst. Wenn uns gesagt werden muss, dass wir nüchtern werden und nicht sündigen sollen, dann geschieht dies zu unserer Schande; lasst uns jedoch die Schmach erdulden und das Licht ergreifen. Ach, welch eine herrliche Botschaft!

In Joh 8:11 lässt Jesus der Ehebrecherin die gnädige Vergebung „So verurteile ich dich auch nicht“ zuteilwerden; daraufhin stellt Er die Bedingung, um Seine Vergebung bewahren zu können: „Geh hin und sündige nicht mehr!“ Erkennst du, mein Freund, dass Er nicht gebot, hinzugehen und jedes Mal, wenn du sündigst, um Vergebung zu bitten? Nein! Er fordert vielmehr: „… sündige nicht mehr“. Würde Jesus mehr von uns verlangen als das, wozu Er uns auch befähigt? 1Kor 10:13 beantwortet die Frage: „Es hat euch bisher nur menschliche Versuchung betroffen. Gott aber ist treu; er wird nicht zulassen, dass ihr über euer Vermögen versucht werdet, sondern er wird zugleich mit der Versuchung auch den Ausgang schaffen, so dass ihr sie ertragen könnt.“ O, welch gesegnete, allgenügende, fähig machende Gnade!

Höre, was Joh 8:34 zu sagen hat: „Jeder, der die Sünde tut, ist ein Knecht der Sünde.“ Dies lässt uns verstehen, dass das Begehen einer Sünde uns zum Sklaven der Sünde macht. Wir müssen bedenken, dass Adam und Eva nur eine Sünde begehen brauchten, um Knechte der Sünde und von der Gegenwart Gottes verstoßen zu werden. Aber Gott sei Dank, wir brauchen keine Knechte der Sünde zu bleiben! Vers 36 fährt fort: „Wenn euch nun der Sohn frei machen wird, so seid ihr wirklich frei.“ Lieber Leser, dies ist kein anstößiges Evangelium für solche, die das Licht lieben, sondern ein herrliches Evangelium der Freiheit! Frei, möchtest du nicht „wirklich frei“ sein?

Darf ich dir ein paar einfache Fragen stellen? Können wir jemandes Knecht und zur selben Zeit „wirklich frei“ sein? Hilft uns nicht sogar das Gesetz der Natur, dieses zu verstehen? Aber selbst wenn wir dieses nicht instinktiv begreifen können, hat Gott uns in Röm 6:18 gezielte Unterweisung gegeben: „Nachdem ihr aber von der Sünde befreit wurdet, seid ihr der Gerechtigkeit dienstbar geworden.“ Beachte dieses, mein Freund! Ehe wir Knechte der Gerechtigkeit werden können, müssen wir frei von der Sünde sein. Und dann heißt es in V. 20: „Denn als ihr Sklaven der Sünde wart, da wart ihr frei gegenüber der Gerechtigkeit.“ Wenn wir also eine Sünde begehen, sind wir laut Joh 8:34 ein Knecht der Sünde, und wenn wir ein Knecht der Sünde sind, sind wir laut Röm 6:20 frei gegenüber der Gerechtigkeit. Und frei gegenüber der Gerechtigkeit zu sein bedeutet, verloren zu sein, denn „[ohne] Heiligkeit [wird] niemand den Herrn schauen“ (Hebr 12:14 – Elberfelder Übs.).

Der Zweck des Kommens eines Erlösers und des Opfers auf Golgatha bestand nicht nur darin, uns von der Verdammnis der Hölle zu befreien, sondern uns von den Sünden zu erretten, die uns von Gott trennen und die Verdammnis verursachten.

„Denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden.“ (Mt 1:21). „Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinweg nimmt!“ (Joh 1:29). „Und ihr wisst, dass Er erschienen ist, um unsere Sünden hinwegzunehmen; und in ihm ist keine Sünde.“ (1Joh 3:5). „Dazu ist der Sohn Gottes erschienen, dass er die Werke des Teufels zerstöre.“ (1Joh 3:8).

Beachte, dass all diese Schriftstellen deutlich zeigen, dass Golgatha die Sünde hinwegnehmen, von ihr erlösen und befreien sollte. Diese Verse zeigen uns, dass wenn die Werke des Teufels – die Sünde – nicht aus deinem Leben ausgerottet wurden und du immer noch sündigst, du die Erfahrung – für die Christus gestorben ist, damit du sie erlangen kannst – noch nicht empfangen hast; und dich dann noch ein Christ zu nennen, ist eine Schmach für Golgatha. „Jeder, der den Namen des Christus nennt, wende sich ab von der Ungerechtigkeit!“ (2Tim 2:19).

Vielen, die lange betrogen wurden, erscheint es überaus selbstgerecht und ketzerisch, wenn ein Mensch, der doch fehlbar ist, behauptet, er sei gerecht und sündige nicht. Sie würden es als Stolz und eine Beleidigung Gottes ansehen. Und das wäre in der Tat der Fall, wenn ein Mensch diese Behauptung ohne die Gnade Gottes, in seiner eigenen Kraft aufstellen sollte. 1Joh 1:8 bezieht sich auf jemanden, der sich für einen „guten Menschen“ hält, und somit die Notwendigkeit der Erlösung leugnet, denn indem er auf seine eigene Selbstgerechtigkeit vertraut, erkennt er keine Notwendigkeit der Sündenvergebung. „Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, so verführen wir uns selbst.“

Paulus sagt uns jedoch, dass alle gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verfehlt haben. Alle Menschen haben gesündigt und brauchen Erlösung und Befreiung von ihren Sünden. Was ist aber eine Erlösung, die dich in deinen Sünden zurücklässt? Dann bist du weder von ihnen noch von ihren Folgen errettet. Doch Gott sei Dank, dass Jesus für die Vergebung der vergangenen Sünden starb, damit wir eine „neue Schöpfung“ werden und in einem neuen Leben wandeln können, indem wir unser Kreuz auf uns nehmen und in Seinen Spuren folgen und heilig leben wie der, der uns berufen hat, heilig ist (1Pet 1:15).

Dann sind wir imstande zu bezeugen, dass wir durch die Kraft Gottes ohne Sünde leben können, gleichwie Er ohne Sünde war. Nicht aus unserer eigenen Kraft, sondern durch Sein kostbares Blut. Weniger als dies wäre eine Verhöhnung Golgathas. Zu behaupten, dass das Blut Christi nicht die Kraft enthalte, jemanden von der Sünde zu befreien und zu erhalten, würde bedeuten, dass man Sein Blut dem Blut der Stiere und Böcke gleichstellte und Sein Kommen somit für zwecklos halte und die Kraft im Blut verspotte. „Nun aber ist er einmal offenbar geworden in der Vollendung der Weltzeiten zur Aufhebung der Sünde durch das Opfer seiner selbst.“ (Hebr 9:26). Warum? „Denn unmöglich kann das Blut von Stieren und Böcken Sünden hinweg nehmen!“ (Hebr 10:4).

Jesus sagte in Mt 7:23, dass es viele bekennende Christen geben wird, die am Gerichtstag abgewiesen werden: „Und dann werde ich ihnen bezeugen: Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir, ihr Gesetzlosen!“ Sie werden abgewiesen, weil sie Gesetzlose waren. In ihrem Leben war immer noch Sünde vorhanden. In diesem Zustand befinden sich in der Tat viele Seelen. Sie geben vor, erlöst zu sein und doch leben sie immer noch in ihren Sünden.

Jeder einsichtige Leser wird erkennen, dass die Bibel zur Genüge beweist, dass man von seinen Sünden gereinigt und über jegliche Sünde siegreich herrschen muss, um ein Christ zu sein. Nun lasst uns das Thema kurz aus der Sicht der Vernunft betrachten. Ich behaupte also, dass man aufgrund irgendeiner Sünde, über die man nicht Buße getan und der man nicht entsagt hat, den Himmel einbüßen wird; und du behauptest, dass wir immer Sünder bleiben. Wer von uns kann es sich leisten, zu irren? Wenn du Recht hast, werde ich es dennoch zum Himmel schaffen, selbst wenn du meinst, dass ich nach einem höheren Maßstab lebe als was das Wort von mir verlangt. Solltest du dich jedoch irren, ach, welch ein Preis – ein Preis, den du nicht zu zahlen vermagst! Die Ewigkeit steht auf dem Spiel!

Ist es sinnvoll, dass die einzige Sünde, die dich vom Himmel ausschließen würde, deine Annahme wäre, dass einem Christen durch das Blut Jesu die Kraft zur Verfügung steht, über die Sünde zu herrschen? Viele religiöse Bekenner würden uns wegen unserem Standpunkt in Bezug auf ein sündenfreies Leben verurteilen. Ich frage dich nun: Wie viele Sünden muss ich begehen, um es in den Himmel zu schaffen? Denn da ich auf keinen Fall mehr sündigen will, möchte ich mit so wenig wie nur möglich davonkommen.

Lieber Leser, würdest du nicht heilig leben wollen, wenn du wüsstest, dass du dazu imstande wärst? Sehnst du dich nicht nach Befreiung? Sendet der Gedanke an Freiheit deiner Seele keinen Hoffnungsstrahl? Oder liebst du deine Sünden noch immer? Gefährdet diese Lehre das, was du liebst? Liebst du deine Knechtschaft und Sklaverei? Reizt dich der Lohn der Sünde? Liebst du die Finsternis immer noch mehr als das Licht?