Der heilige Wandel

"Sondern wie der, welcher euch berufen hat, heilig ist, seid auch ihr im ganzen Wandel heilig! Denn es steht geschrieben: Seid heilig, denn ich bin heilig." (1Petr 1:15-16).

Unser Wandel schließt sicherlich auch unsere Worte mit ein, "denn aus der Fülle des Herzens redet der Mund." (Mt 12:34).

Ist es nicht interessant, dass die Dinge, über die wir sprechen, den Zustand unseres Herzens verraten? Viel mehr noch hat unser Reden eine tiefe Auswirkung auf andere. Unsere Lippen können "viele weiden" (Spr 10:21) oder die Quelle geistlichen Schadens sein.

Unser Reden soll gemäß unserer einleitenden Schriftstelle den heiligen Gott, der uns schuf, widerspiegeln. Das ist eine große Verantwortung, der wir aber, Gott sei gedankt, gerecht werden können. Die Kinder Gottes sind dazu berufen worden, einer lauwarmen und kompromissvollen Kirchenwelt wahre Geistlichkeit vorzuleben.
Wir wurden nicht aus falscher Religion herausgerufen, um die babylonischen Steine des lässigen Gesprächs und der Leichtsinnigkeit beizubehalten. Wir sind dazu berufen, "im ganzen Wandel" heilig zu sein, was unsere Gespräche einschließt.

Auf den Erwachsenen liegt eine besonders wichtige Verantwortung. Das Trachten, die Hoffnungen und die Zukunft unserer Kinder und jungen Leute hängt größtenteils davon ab, was wir ihnen vorleben. Wir können eine hohe Meinung von unserer eigenen Geistlichkeit haben, aber unsere Worte werden es unter Beweis stellen, ob unsere Einschätzung wahr ist oder ob wir uns selbst betrogen haben. Besitzen wir die Herrlichkeit? Kennen wir die Lehre? Steht der Maßstab auf den Tafeln unserer Herzen geschrieben? Lasst uns mit diesen Fragen unsere Gespräche prüfen, um zur richtigen Antwort zu gelangen.

Welche Gespräche sind dir am angenehmsten, wenn du mit anderen zusammen bist? Das ist ein guter Hinweis darauf, wie wir geistlich stehen. Kann ich ungehindert von Seiner liebenden Güte sprechen, ohne verlegen zu sein?

Es ist üblich, an diejenigen, die wir eine Weile nicht gesehen haben, allgemeine Fragen des Befindens zu richten. "Geht es dir gut? Wie geht es deiner Familie? Was macht die Arbeit? Wo arbeitest du derzeit?"
Gibt es inmitten der Antworten auf diese Fragen dann Raum für Ihn, außer dem gewöhnlichen "Gut, Gott sei Dank"? Kann ich mein Herz den Geschwistern, mit denen ich spreche, ausschütten? Würde es auf Grund des Gesprächs unangebracht erscheinen, ins Gebet zu gehen?

Es ist ein allgemein zu beobachtender Fehler unter den Erwachsenen, dass sie mehr von der jüngeren Generation erwarten als von sich selbst. Wir müssen vorsichtig sein, dass unsere Redensart nicht Anlass zur Kritik gibt und wir keinen Raum für mangelndes Vertrauen in unsere Erfahrung hinterlassen. Kaum etwas anderes ist für unsere Kinder so offensichtlich wie unsere Worte und übt während den formenden Jahren ihres Lebens solch einen bleibenden Eindruck auf sie aus. Kinder ahmen oft ihre Eltern nach. Lässt die Redensart deines Kindes zu wünschen übrig? Wie sieht es bei dir aus? Es ist beunruhigend ein Kind zu sehen, welches sich so klug darüber unterhält, warum ein Ford besser ist als ein Chevrolet, während es nicht einmal die Bücher der Bibel auswendig kennt! Etwas ist in dieses Kind eingeflößt worden, allerdings nicht Geistlichkeit.

Ebenso müssen wir vorsichtig sein, dass wir die Geistlichkeit unserer jungen Leute nicht ausschließlich daran messen, dass ein Mangel der offensichtlichen Zeichen von Weltlichkeit und Leichtsinn vorhanden ist. Es ist kein Ruhm für uns, wenn während unseren Lagerversammlungen zwar keine Rasierschaumschlachten und kein Armdrücken stattfinden, unsere jungen Leute aber auch keine geistlichen Gespräche führen können.
" … Ich habe euch, ihr jungen Männer, geschrieben, weil ihr stark seid und das Wort Gottes in euch bleibt … " (1Jo 2:14). Junge Brüder, kann dies von euch gesagt werden? Es kommt nicht darauf an, ob du dies von dir selbst sagen kannst oder wie viele Kapitel du jeden Tag in deiner Andacht liest. Können andere dies von dir sagen? Wenn das Wort Gottes nicht ein regelrechter Teil deiner Kommunikation ist, dann können sie es nicht. Seid Männer, junge Brüder, in der Geistlichkeit! Seid Männer im Wort und in der Tat! Erbaut und ermutigt einander durch Gebet und Seelenbürde!

Worüber unterhalten sich die jungen Schwestern? Wärst du beschämt, wenn eine ernste Heilige während deinem Gespräch erscheinen würde? Würde es plötzlich still werden wegen der "Privatheit" deiner Unterhaltung? Neigen deine Worte eher zur Gottseligkeit und ermutigen sie deine engsten Freunde?
Babylon ist dahin gekommen, wo sie Oberflächlichkeit unter den jungen Leuten zulassen. Wenn man bei ihnen unter hundert einen Eifrigen sieht, hat man eine kostbare Seltenheit gefunden. Gott sei Dank, dass dies unter uns nicht der Fall ist! Aber oh, wie wachsam müssen wir sein, damit es nicht so weit kommt!
Wir können uns gegenseitig auf dem Gebiet der geistlichen Unterhaltung behilflich sein. Als erstes sollten wir uns daran erinnern, wie unser wahres Verhältnis zueinander ist. "Daher kennen wir von nun an niemand nach dem Fleisch … " (2Kor 5:16). Wir sind keine alltäglichen Freunde. Wir sind Geschwister. Wenn wir zusammentreffen, sollten wir einander mit dem heiligen Kuss begrüßen (Röm 16:16, 1Kor 16:20, 2Kor 13:12, 1Thes 5:26, 1Petr 5:14). Dies ist kein veraltetes Gebot. Unser Verhältnis wird dadurch ins rechte Licht gerückt. Es ist schwieriger, ein leichtfertiges Gespräch zu führen, nachdem man sich auf geistlicher Ebene begrüßt hat.

Mache es dir zur Gewohnheit mit anderen zu teilen, was du in deiner Andacht gelesen hast! Habe deine Bibel bei dir! Zeugt öfter zueinander! Rufe während der Woche mal jemanden an, um einfach den Segen zu teilen, den du erhalten hast!

Bringe vor allem dein Herz in Ordnung, indem du am Altar mit rechtschaffenen Ratgebern Hilfe suchst!
"Den Herrn will ich preisen allezeit, beständig soll sein Lob in meinem Munde sein." (Ps 34:1).

Br. Daniel Eichelberger