Im Geist wandeln

Wir warnen davor, auf das zu sinnen, was des Fleisches ist, denn darin liegt für den Christen die größte Gefahr. „…die nicht gemäß dem Fleisch wandeln, sondern gemäß dem Geist.“ (Röm 8:1). „Denn wenn ihr gemäß dem Fleisch lebt, so müsst ihr sterben; wenn ihr aber durch den Geist die Taten des Leibes tötet, so werdet ihr leben.“ (Röm 8:13).

Vor Jahren machten gewisse Menschen und Prediger mich darauf aufmerksam, dass ich zu eifrig vor dem Sinnen auf das Fleisch warne. Aber gerade diese Menschen leben heute gemäß dem Fleisch, dieselben Prediger streben nach schändlichem Gewinn und sind von Weltlichkeit verblendet.

Hört die ernste Warnung des Petrus: „Geliebte, ich ermahne euch als Gäste und Fremdlinge: Enthaltet euch der fleischlichen Begierden, die gegen die Seele streiten.“ (1Pt 2:11). Das Wort „ermahne“ beinhaltet große Ernsthaftigkeit auf Grund besorgniserregender Gefahr. „Ermahne“ wird in anderen Übersetzungen mit „dringend oder inständig bitten“, „drängen“, „anflehen“ oder „warnen“ wiedergegeben.

Wir sind Fremdlinge auf Erden, und nicht nur Fremdlinge, sondern wir sind auch auf einer Reise – wir sind hindurchziehende Fremdlinge auf Erden. Es ist unziemlich, ja ganz fehl am Platz und der himmlischen Natur völlig entgegengesetzt, irgendetwas hier auf Erden anzuhangen. Wir bitten dich, dich mit dem Leben Jesu zu befassen und darauf zu achten, wie Er über diese Erde zog. Sein Leben ist ein Musterleben.

Nur ein wenig unangemessene Zuneigung zu irdischen Dingen wird der Seele Empfindsamkeit abstumpfen, so dass man die Impulse Gottes nicht mehr wahrnehmen kann. Die Seele muss durch den Geist Gottes für himmlische Dinge empfindsam bleiben, um Eindrücke vom Herrn erhalten zu können.

Dieses sagen wir in Liebe und haben Verständnis für jedermann, allerdings befürchten wir, dass manch ein Kind Gottes sein Sinnen zu viel auf die Dinge dieser Welt gerichtet hat. In ihrem Trachten nach der Welt, versäumen sie das, was im besten Interesse ihrer Seele ist. In ihrem Abmühen vernachlässigen sie das Gebet, geben Geld für Dinge aus, die menschlich gesprochen angenehm und bequem sind, die man aber, um die Sache Gottes besser fördern zu können, leicht entbehren und Ihm somit wohlgefälliger sein könnte.

Du sagst, dass du nicht die Kraft in deinem Leben besitzt, die du gerne haben möchtest. Du hast nicht die Freude am Gebet. Gott scheint dir nicht solch eine Wirklichkeit zu sein, wie du es dir wünschst, du erfährst nicht göttliche Heilungen, wie es dein Vorrecht wäre, die himmlische Holdseligkeit der Salbung des Heiligen Geistes ruht nicht auf deiner Seele. Der Grund dafür ist, dass du, wenn auch völlig unbewusst, zu viel im Fleisch und nicht genug im Geist bist.

Durch die Eingebung des Allmächtigen ist es unser Vorrecht, schnell darüber Aufschluss zu erlangen. Der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Kraft, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des Herrn wird auch auf jedem Kind Gottes ruhen, das sich zu Gott naht.

Es ist unser Vorrecht, geistliche Übelgerüche wahrzunehmen. Diejenigen, die zu sehr nach dem Fleisch und in der Liebe zu irdischen Dingen wandeln, können den geistlich toten Gestank, der auf sie lauert, nicht erkennen. Würden sie jedoch in der Gegenwart Gottes eine Zeitlang die Atmosphäre des Himmels einatmen, und Ihm erlauben, Seinen Geist in sie einzuhauchen, dann würden sie schnell die Fäulnis des verwesenden Fleisches wittern können.

Wir müssen beständig im Geist und in der Furcht des Herrn leben, dann werden wir im Stande sein, den üblen Geruch gewisser Dinge zu erkennen: Diese Sache scheint notwendig zu sein, jenes wird sehr nützlich sein, dieses brauche ich dringend, jener Lesestoff ist völlig harmlos, dieser Umgang wird mich nicht beeinflussen, jenes Vergnügen ist harmlos. All diese Dinge werden von einem Geruch der Fleischlichkeit begleitet, und wir sind nicht im Stande gewesen, denselben zu wittern und wundern uns, warum wir den Willen Gottes nicht besser verstehen können.

Wenn man Hebräer 5:12-14 liest, bemerkt man, dass es unser Recht und unsere Pflicht ist, unsere geistlichen Sinne zu entwickeln bis zu dem Maße, wo wir wissen können, was Gut und Böse ist.

Es gibt viele weitere Beispiele und Schriftstellen in der Bibel, die uns darin unterweisen, den Willen Gottes durch das Einhauchen Seines Geistes erkennen zu können. Mögen wir alle derart im Geist wandeln, dass die Erleuchtung des Allmächtigen uns das Verständnis Seines Willens geben kann.

C.E.Orr - Auszug aus „Heavenly Life for Earthly Living“