Was hat Paulus wirklich gelehrt?

Der Teufel hat eine tödliche Lüge in den Umlauf gebracht und die Masse hat sie mit Hilfe der modernen, falschen Propheten aufgegriffen.

Die christliche Erfahrung des Apostels Paulus wurde durch falsche Auslegung seiner Schriften in Römer Kapitel 7 äußerst missverstanden. Die meisten Protestanten können diese Schriftstellen wahrscheinlich auswendig sagen, denn an ihr halten sie hartnäckig fest in dem Bemühen, ihre Sündenbekenntnis-Religion zu verteidigen.

Für diejenigen "mit den Ohren um zu hören", lasst uns hören, was uns die Bibel über Paulus' Erfahrung zu sagen hat.

"Denn wir wissen, dass das Gesetz geistlich ist, ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft; denn was ich vollbringe, erkenne ich nicht; denn nicht, was ich will, das tue ich, sondern was ich hasse, das übe ich aus …
Denn ich weiß, dass in mir, das ist in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt; denn das Wollen ist bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten nicht. Denn das Gute, das ich will, übe ich nicht aus, sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich. Ich elender Mensch! … " (Röm 7:14-19, 24).

Was Paulus hier an die Gemeinde zu Rom schreibt, ist zum protestantischen Glaubensbekenntnis geworden. "Fleischlich … unter die Sünde verkauft … das Böse, das ich nicht will, das tue ich." Diesem passen sie ihr Leben an, und ohne Scheu und Scham bekennen sie, dass sie unter die Sünde verkauft sind. Daraus folgt, dass wir Benennungen voll "sündigender Christen" haben, unterstützt durch ihre sündigenden Prediger, die ihre Lehre "man-muss-sündigen, ohne-zu sündigen-geht's-nicht" verbreiten.

Ist dies das Evangelium, das Paulus verkündigte und lebte? Ist dies alles, was wir in diesem Evangeliumszeitalter erwarten können? Sollte die Verheißung in Matth 1:21, dass Jesus "sein Volk erretten wird von seinen Sünden" unerfüllt bleiben? Hat das Blut von Golgatha die Kraft, uns ein für alle Male eine Befreiung von unseren Sünden zu erkaufen, oder müssen wir immer wieder sündigen und Buße tun, sündigen und wieder Buße tun und nur noch hoffen, dass wir irgendwann aus diesem Zustand herauswachsen und nicht mehr so viel sündigen? Ich glaube, der Apostel Paulus selbst kann uns helfen, diese Fragen zu beantworten.

Paulus' persönliches Zeugnis

"Paulus aber blickte den Hohen Rat fest an und sprach: Ihr Brüder! Ich bin mit allem guten Gewissen vor Gott gewandelt bis auf diesen Tag" (Apg 23:1, 60 n. Chr.).
"Darum übe ich mich auch, allezeit ein gutes Gewissen ohne Anstoß zu haben vor Gott und den Menschen" (Apg 24:16, 60 n. Chr.).
"Ihr seid Zeugen und Gott, wie heilig und gerecht und untadelig wir gegen euch, die Glaubenden, waren" (1Thess 2:10, 54 n. Chr.) .
"Seid meine Nachahmer, wie auch ich Christi Nachahmer bin" (1Kor 11:1, 59 n. Chr.). "Was ihr auch gelernt und empfangen und gehört und an mir gesehen habt, das tut! Und der Gott des Friedens wird mit euch sein" (Phil 4:9, 64 n. Chr.).
"Alles vermag ich in dem, der mich kräftigt, Christus" (Phil 4:13).

In welch einem Gegensatz stehen diese Schriftstellen zu Paulus' Worten in Römer 7! Diese Schriftstellen höre ich nicht von den Protestanten zitiert. Nun war Paulus entweder ein Heuchler, ein Lügner oder schizophren, oder man hat Römer 7 völlig falsch ausgelegt.

Es hört sich nicht nach einer "ich elender Mensch"-Erfahrung an! In meiner Bibel steht, dass das Zeugnis, welches Paulus in Apostelgeschichte 23:1 gibt, 60 Jahre nach Christi Geburt geschrieben wurde. Es ist dasselbe Jahr, in dem Römer 7 geschrieben wurde. Wurde eines an einem besonders guten Tag und das andere an einem schlechten Tag geschrieben?! Wie könnte er fleischlich sein und Dinge tun, die er nicht wollte und zur selben Zeit mit einem guten Gewissen vor Gott und Menschen wandeln?

Beachte außerdem, dass Paulus schon vor 60 n. Chr. ein glühendes, siegreiches Zeugnis hatte. Wann hast du zum letzten Mal einen heiligen, unbefleckten Wandel bezeugt? Er sagte, dass er heilig lebte und doch war er noch nicht im Himmel! Ist solch eine Gnade möglich? In Titus 2:11 und 12 sagt Paulus, dass es nicht nur möglich ist, sondern dass wir so zu leben haben. "Und unterweist uns, damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben in dem jetzigen Zeitlauf." In 1Thess 2:10 steht, dass Paulus Zeugen hatte, die seinen heiligen Wandel bestätigen konnten.

In 1Kor 11:1 ermahnt uns der Apostel, ihm nachzuahmen, wie er Christi Nachahmer ist. Wir alle werden der gleichen Meinung sein, dass Christus keine "ich elender Mensch"-Erfahrung hatte. Und wenn Paulus nicht mehr besessen hätte, als er in Römer 7 schildert, würde er uns auffordern, jemandem nachzuahmen, der ein siegreicheres Leben führte als er.

In Phil 4:9 sagt er den Heiligen: "Was ihr … an mir gesehen habt, das tut." Wie konnte er so kühn sein? Lest den 13. Vers in demselben Kapitel. Hier sagte Paulus: "Alles vermag ich … " Was er in Römer 7 nicht zu tun vermochte, hat er durch Christus und Seine Kraft zu tun gelernt. Paulus' persönliches Zeugnis von der Erlösung strahlte beständigen Sieg und Kraft aus.

Was Paulus lehrte

" … Sollten wir in der Sünde verharren, damit die Gnade überströme? Das sei ferne! Wir, die wir der Sünde gestorben sind, wie sollten wir noch in ihr leben?" (Röm 6:1-2).
"Frei gemacht aber von der Sünde, seid ihr Sklaven der Gerechtigkeit geworden … Jetzt aber, von der Sünde frei gemacht und Gottes Sklaven geworden, habt ihr eure Frucht zur Heiligkeit, als das Ende aber ewiges Leben. Denn der Lohn der Sünde ist der Tod … " (Röm 6:18.22-23).
"Denn die Gesinnung des Fleisches ist Tod … weil die Gesinnung des Fleisches Feindschaft gegen Gott ist, denn sie ist dem Gesetz Gottes nicht untertan, denn sie kann das auch nicht" (Röm 8:6-7).
"Die Gnade Gottes … unterweist uns, damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben in dem jetzigen Zeitlauf" (Tit 2:12, n. Chr. 65).
"Werdet rechtschaffen nüchtern und sündigt nicht! Denn manche sind in Unwissenheit über Gott; zur Beschämung sage ich es euch" (1Kor 15:34).
"Doch der feste Grund Gottes steht und hat dieses Siegel: Der Herr kennt, die sein sind; und: Jeder, der den Namen des Herrn nennt, stehe ab von der Ungerechtigkeit!" 2Tim 2:19.

Lehrte Paulus mehr als er selber lebte? Wie könnte er bekennen, fleischlich zu sein, wenn er in Römer 8 sagt, dass die Gesinnung des Fleisches Feindschaft wider Gott ist? Verlangte er von den anderen etwas, was er selbst zugegebenermaßen nicht tun konnte? In Römer 2:1 gibt er solchen einen scharfen Verweis, die andere in Dingen richteten, die sie selber taten.

Wenn Paulus tatsächlich das meinen sollte, was die Protestanten heutzutage unter Römer 7 verstehen, könnte er unmöglich ein Prediger des Evangeliums Jesu Christi sein. Und wenn das Evangelium nicht mehr als das zu bieten hätte, welche Kraft hätte dann die Erlösung?

Der Apostel Johannes schrieb in 1Joh 3:6-10: "Jeder, der in ihm bleibt, sündigt nicht; jeder, der sündigt, hat ihn nicht gesehen noch ihn erkannt … Wer die Sünde tut, ist aus dem Teufel … Hierzu ist der Sohn Gottes geoffenbart worden, damit er die Werke des Teufels vernichte. Jeder, der aus Gott geboren ist, tut nicht Sünde, denn sein Same bleibt in ihm; und er kann nicht sündigen, weil er aus Gott geboren ist. Hieran sind offenbar die Kinder Gottes und die Kinder des Teufels: Jeder, der nicht Gerechtigkeit tut, ist nicht aus Gott, und wer nicht seinen Bruder liebt."

Wenn nun Johannes Römer 7 als Paulus' persönliche christliche Erfahrung betrachten würde - "das Böse, das ich nicht will, das tue ich" - wie die Prediger, die an dieser Lehre festhalten, heute sagen, dann würden diese beiden Brüder zwei verschiedene Evangelien predigen und nicht in Einheit miteinander stehen. Johannes würde Paulus keinesfalls als einen erlösten Bruder im Herrn anerkennen, mit der Begründung, dass ein Mensch, der sündigt, Gott nicht erkannt hat und vom Teufel ist. Johannes wusste, dass Jesus gesagt hatte: "Jeder, der die Sünde tut, ist der Sünde Sklave. Wenn nun der Sohn euch frei machen wird, so werdet ihr wirklich frei sein" (Joh 8:34.36) und: "Geh hin und sündige von jetzt an nicht mehr!" (Joh 8:11b).

Römer 7 im Kontext

Nun, warum drückte sich Paulus so aus, wie es in Römer 7 steht? Immerhin hatte er es geschrieben. Ja, er hat es getan, aber an wen war es gerichtet? Lasst uns diese Schriftstellen im Zusammenhang betrachten. Lesen wir den ersten Vers dieses Kapitels. "Ich rede zu denen, die das Gesetz kennen … " Paulus schreibt im Bezug auf das alttestamentliche Gesetz und bezieht sich hier auf sein Leben, als er noch unter diesem levitischen Gesetz lebte.

Paulus drückt sich in Römer 7 in der Gegenwartsform aus. Das ist für keinen von uns etwas Ungewöhnliches, wenn wir selbst gelegentlich von irgendeinem Erlebnis aus der Vergangenheit in der Gegenwartsform berichten - "Da gehe ich gerade auf der Straße und wen sehe ich auf einmal? … "

Das Gesetz zeigte ihm zwar seine Sünden, konnte ihn aber nicht von seiner sündigen Natur befreien. "Denn als wir im Fleisch waren, wirkten die Leidenschaften der Sünden, die durch das Gesetz erregt wurden in unseren Gliedern, um dem Tod Frucht zu bringen."

Kein Wunder, dass er darunter stöhnte: "Ich elender Mensch!" Er war ein strenggläubiger Pharisäer, der das Rechte tun wollte und doch immer wieder zu kurz kam. Keine Kraft. Er ruft aus: "Wer wird mich retten von diesem Leibe des Todes?" Ja, wer würde es tun? Begegnete er nicht Ihm auf dem Weg nach Damaskus? "Ich danke Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn." In Röm 7:25 äußert er, dass er unter "dem Gesetz der Sünde" sei und erklärt weiter in Römer 8, dass Christus ihn frei gemacht habe. "Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus hat mich freigemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes. Denn das dem Gesetz Unmögliche, weil es durch das Fleisch kraftlos war, tat Gott, indem er seinen eigenen Sohn in Gleichgestalt des Fleisches der Sünde und für die Sünde sandte und die Sünde im Fleisch verurteilte." Gott sei Dank! Was die Opfertiere der Leviten nicht zu tun vermochten, ist durch das teure und mächtige Blut Jesu Christi möglich geworden. Paulus konnte seine alttestamentliche Erfahrung fahren lassen und durch Glauben und Gehorsam zu Christus eine neutestamentliche Erfahrung der Erlösung erlangen. Er wurde "eine neue Kreatur". Alte Dinge (sein altes Zeugnis mit eingeschlossen) sind vergangen und alles ist neu geworden (2Kor 5:17).

Dies will jedoch nicht meinen, dass er nun außerstande war, einen Fehler zu machen oder etwas falsch zu beurteilen (was keine Sünde ist), sondern es meint, dass er imstande war, entsprechend der vielen Schriftstellen der Bibel, die in diesem Aufsatz nicht erwähnt werden, nach seiner Bekehrung ein sündenfreies Leben zu führen. Wir sind entweder ein Heiliger oder ein Sünder. Wenn du ein Leben der übergabe und des Gehorsams zu Gott führst, ist Er imstande, dich "ohne Straucheln zu bewahren und vor seine Herrlichkeit tadellos mit Jubel hinzustellen" (Jud 24).

Die Warnung des Apostels

Paulus predigte ein reines Evangelium, welches "völlig erretten kann". Paulus warnt uns in 2Kor 11:4 vor solch einer Sündenreligion, die heute so weit verbreitet ist. Es ist in der Tat die Predigt eines "anderen Evangeliums" und ein "anderer Jesus", den Paulus nicht gepredigt hatte. Geliebte, wenn jemand einem anderen Evangelium zum Opfer gefallen ist, das "eine Form der Gottseligkeit [hat], deren Kraft aber verleugnet: Von diesem wende dich weg!" Dies ist Paulus' Warnung an dich. Fliehe vor dem Irrtum und flüchte dich zu dem Befreier, zu dem, der dafür starb, um uns von der Sünde frei zu machen. Auch du kannst eine wirkliche Erfahrung der Erlösung bekommen und mit Paulus bezeugen, dass du einen heiligen, gerechten und unbefleckten Wandel in dem jetzigen Zeitlauf führst.

Des Sünders Los

"Der Lohn der Sünde ist der Tod … " (Röm 6:23).
"Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: Herr, Herr! Haben wir nicht durch deinen Namen geweissagt und durch deinen Namen Dämonen ausgetrieben und durch deinen Namen viele Wunderwerke getan? [Sieh, wir sind doch auch Christen!] Und dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch niemals gekannt [Wie auch Johannes sagte: "Jeder, der sündigt, hat ihn nicht gesehen noch ihn erkannt"] Weicht von mir, ihr übeltäter! [ganz gleichgültig, ob es eine Sünde war oder hundert Sünden]" (Matth 7:22- 23).

Ein abschließendes Wort

"Ich wundere mich, dass ihr euch so schnell von dem, der euch durch die Gnade Christi berufen hat, abwendet zu einem anderen Evangelium, wo es doch kein anderes gibt; einige verwirren euch nur und wollen das Evangelium des Christus umkehren.
Wenn aber auch wir oder ein Engel aus dem Himmel euch etwas als Evangelium entgegen dem verkündigten, was wir euch als Evangelium verkündigt haben: er sei verflucht!" (Gal 1:6-8).

Susan Mutch