Wer wird mich befreien?

"Aber ich sehe ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das dem Gesetz meines Sinnes widerstreitet und mich in Gefangenschaft bringt unter das Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist. Ich elender Mensch! Wer wird mich retten von diesem Leibe des Todes?" Röm 7:23-24

Im siebten Kapitel des Römerbriefes teilt der Apostel Paulus sein Zeugnis, in welchem er Einblick in seinen Zustand gewährt, in dem er sich befand, als er noch unter dem Gesetz des Mose war und die Bekehrung durch Jesus Christus noch nicht erfahren hatte. Entgegen seinem Verlangen, das Gute zu tun und trotz all seiner religiösen übungen unterlag er immer wieder der Macht der Sünde.

O SüNDE - verfluchter Tyrann! Problem der ganzen Menschheit! Kann jemand ihrem schrecklichen Klammergriff entfliehen? Kann niemand in diesem Leben frei von Sünde sein? Kann diese Knechtschaft niemals gelöst werden?

Der Apostel führt die Leser genau zu dieser Frage, als er ausruft: "Wer wird mich retten?" Oh, wie sich seine Seele danach sehnte, frei von Sünde zu sein! Dann, eines herrlichen Tages, traf er seinen Erretter auf dem Weg nach Damaskus, und zu Seinen Füßen niederfallend, rief er: "Was muss ich tun, dass ich errettet werde?"

O lieber Leser, wahre Reue mit Demut wird dich zu den Füßen Jesu Christi bringen und dir den Weg zu einer mächtigen Erlösung öffnen. Nach dieser Erfahrung erstand Saulus, der einst ein sündigender Religionsmensch war, zur Neuheit des Lebens, um nie wieder ein "elender Mensch" in Sünde zu sein! "Wenn nun der Sohn euch frei machen wird, so werdet ihr wirklich frei sein." Mit triumphierender Freude setzt Paulus sein Zeugnis in Römer 8 fort, das er in Kapitel 7 begonnen hat: "Also gibt es jetzt keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind. Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat dich (engl. mich) frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes." Wer wird mich retten? Herrlich! Erhebt den Namen Jesu! Oh, welch ein Heiland! "Er wird sein Volk erretten von seinen Sünden." (Mt 1:21b).

" … dass er geoffenbart worden ist, damit er die Sünden wegnehme … Jeder, der in ihm bleibt, sündigt nicht … Kinder, niemand verführe euch … Wer die Sünde tut, ist aus dem Teufel, denn der Teufel sündigt von Anfang an. Hierzu ist der Sohn Gottes geoffenbart worden, damit er die Werke des Teufels vernichte" (1 Joh 3:5-8).

Es besteht kein Zweifel daran, dass Jesus den Zweck erfüllt hat, für den Er gekommen ist.

Zu sagen, dass man nicht frei von Sünde leben kann, heißt die Macht Jesu Christi zu verleugnen. Und doch überwiegt heute weit und breit das Zeugnis bekennender Christen, dass die Sünde über sie herrscht und dass es eine Unmöglichkeit sei, frei von Sünde zu leben, solange wir in dieser Welt sind. Was für eine abscheuliche Verunehrung für den mächtigen Sohn Gottes! Was für eine Entstellung des herrlichen Evangeliums Jesu Christi! Was für eine jämmerliche Botschaft, die man der sündenbeladenen Menschheit vermittelt! Soll das die große Freude für alle Menschen sein, die die Engel so priesen? NEIN!

Der Apostel Paulus gebrauchte das Wort "retten". "Wer wird mich retten?" (andere üs: "Wer wird mich jemals aus dieser Gefangenschaft befreien?") Er sagte nicht, wer wird mir vergeben, obwohl er natürlich auch Vergebung brauchte. Er erkannte, dass ein Heilmittel nötig war, um an das Geschwür der Sünde zu gelangen und sie mit der Wurzel zusammen herauszuziehen. Ja, die Sünde musste besiegt werden. Paulus fand den überwinder Jesus Christus und war nie mehr derselbe geblieben.

Lies einmal die Schriften von Paulus. Elend und gebunden vor der Erlösung, konnte er später bezeugen und lehren, dass wir in Christus mehr als überwinder sind. Er lebte heilig und gerecht und untadelig, hatte ein Gewissen, frei von Vergehungen gegen Gott und Menschen, war frei gemacht von Sünde und gab bekannt: "Sollen wir in der Sünde verharren, damit die Gnade zunehme? Das sei ferne! Wir, die wir der Sünde gestorben sind, wie werden wir noch in ihr leben?" (Röm 6:1-2).

Ist es nicht erstaunlich, dass wenn die Bibel fragt: "Sollen wir in der Sünde verharren?", die bekennende religiöse Welt darauf besteht: "Ja, wir müssen!", obwohl die Bibel die Antwort gibt: "Dies sei ferne!"? Und wie kommt es, dass wenn die Bibel feststellt, ein Christ müsse der Sünde gestorben sein, die meisten Bekenner noch immer in der Sünde leben? Wir können hierbei nur den Schluss ziehen, dass die "Hauptrichtung Christentum" überhaupt kein Christentum ist, sondern das Ergebnis eines "anderen Evangeliums" und eines "anderen Jesus".

"Gott ist wahrhaftig, jeder Mensch aber Lügner." "Jeder, der aus Gott geboren ist, tut nicht Sünde."

Susan Mutch