Wird der Tempel in Jerusalem wieder aufgebaut?

Paulus erklärt die Gemeinde als den neutestamentlichen Tempel.

"Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes in euch ist?" (1Kor 6:19).

"Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? … Denn der Tempel Gottes ist heilig, und der seid ihr." (1Kor 3:16-17)
Angesichts der Tatsache, dass heute ein weitaus besserer und lebendiger Tempel existiert, ist es nicht nötig oder sinnvoll, den alten Tempel wiederherzustellen.

Gott wohnt nicht mehr in Tempeln, die mit Händen gemacht sind.

"Aber der Höchste wohnt nicht in Wohnungen, die mit Händen gemacht sind." (Apg 7:48).
"Der Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darin ist, er, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind." (Apg 17:24).
Gott hat sich auf immer von allen buchstäblichen Tempeln getrennt, indem Er Sein ursprüngliches Verlangen verwirklicht hat, nämlich in diesem neutestamentlichen Zeitalter in den Herzen Seines Volkes zu wohnen.
Da es eindeutig ist, dass Gott einen Tempel hat, der für alle Zeiten bestehen wird, warum sollte Er in das kalte, leblose Haus zurückkehren, welches Er verworfen und verlassen hatte, und das vor fast zweitausend Jahren zerstört wurde?

Die Schriften beziehen sich auf die Gemeinde als die "wahre Stiftshütte" oder den Tempel.

Sich auf Christus beziehend, sagt Paulus, Er sei ein "Diener des Heiligtums und des wahrhaftigen Zeltes, das der Herr errichtet hat, nicht ein Mensch" (Heb 8:2).
Welches Zelt hat der Herr - und nicht ein Mensch - errichtet?
"Auf diesem Felsen werde ich meine Gemeinde bauen." (Mt 16:18).
Da Gott sich schon einen Tempel gebaut hat, ist es absurd zu denken, dass der Aufbau des alten Tempels Sein Wunsch wäre oder dass die Schriften dies voraussagten, wenn man doch weiß, dass er abgeschafft worden ist.

Jesus Christus ist der Hohepriester des Neuen Testaments.

"Betrachtet den Apostel und Hohenpriester unseres Bekenntnisses, Jesus." (Heb 3:1).
"Du bist Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks" (Heb 7:17).
Die Tatsache, dass Jesus im Neuen Testament der Hohepriester ist, macht jede Hoffnung auf Wiedereinrichtung des Priesterdienstes in einem buchstäblichen Tempel zunichte. Um den Tempel wieder aufzubauen und ihm einen funktionierenden Status zu verleihen, müsste Christus Seine Hohepriesterschaft verlieren, denn unmöglich könnte Christus unter dem Gesetz ein Hoherpriester sein; Er war nämlich nicht aus dem Geschlecht Levi.

"Wenn er nun auf Erden wäre, so wäre er nicht einmal Priester, weil die da sind, die nach dem Gesetz die Gaben darbringen - die dem Abbild und Schatten der himmlischen Dinge dienen" (Heb 8:4-5).
Da Christus unmöglich Seine Hohenpriesterschaft verlieren kann -denn Er wird niemals sterben - kann der buchstäbliche Tempel von niemandem reaktiviert werden, selbst wenn es jemandem gelingen sollte einen ähnlichen aufzubauen.

Es kann niemals eine Wiedereinrichtung der tierischen Opfer geschehen, weil Christus unser Opfer ist.

"Dieser aber hat ein Schlachtopfer für Sünden dargebracht und sich für immer gesetzt zur Rechten Gottes." (Heb 10:12).
"Der nicht Tag für Tag nötig hat, wie die Hohenpriester, … Schlachtopfer darzubringen … ; denn dies hat er ein für allemal getan, als er sich selbst dargebracht hat." (Heb 7:27).
All die alten Opfer, die in dem Vorhof des alten Tempels dargebracht wurden, waren nur Schattenbilder auf Jesus Christus, das Lamm Gottes.
"Alle Lämmer, die bisher geopfert wurden, waren von Menschen dargebracht: dieses (Christus) wurde von Gott als das einzig hinreichende und verfügbare Opfer für die Sünde der Welt gegeben." - Adam Clarke.
Es ist völlig unmöglich, dass Gott die Schreiber der Heiligen Schrift dazu inspirieren würde, vom Wiederaufbau des Tempels zu sprechen, da dies das Opfer des Leibes Christi überflüssig machen würde.

Die Schriften sagen, dass die Gemeinde das neue Jerusalem ist.

"Sondern ihr seid gekommen zum Berg Zion und zur Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem." (Heb 12:22).
"Das Jerusalem droben aber ist frei, und das ist unsere Mutter." (Gal 4:26).

Hier sehen wir aufs Neue, dass das Buchstäbliche bei Gott seine Bedeutung verloren hat; auf das Geistliche legt Er dagegen den größten Wert. Wenn Gott uns also diese Dinge immer wieder vor Augen stellt, wie kommt es dann, dass die falschen Propheten das Gegenteil tun? Es ist ein Zeugnis davon, dass sie in Wirklichkeit falsche Propheten und Kinder des Satans sind.

Da wir erkennen, dass die Schrift ganz deutlich spricht, was die alt- und neutestamentlichen Tempel betrifft, wollen wir uns nicht von modernen Lehrern irreführen lassen. Ihre Gewohnheit ist es, jene Dinge wörtlich zu nehmen, die Gott als Symbol für bessere Dinge vorgesehen hatte, die noch kommen sollten. Wir möchten unsere Leser dazu ermutigen, sich von niemandem betrügen zu lassen, der entgegen der Einfachheit des Evangeliums Gottes predigt.

Wir dürfen die Schrift nicht entgegen der gegebenen Offenbarung auslegen. Wenn Gott offenbart hat, dass alle Lügner verloren gehen werden, dann kann nichts aus den Schriften dazu gebraucht werden, um zu sagen, dass ein Lügner der Strafe entfliehen kann, wenn er mit dem Betrug fortfährt. Aber gerade das tun die falschen Propheten: Sie trachten danach die Bibel zu gebrauchen, um unbiblische Dinge zu lehren.

Doch was für einen Nutzen würde es bringen den Tempel in dieser Zeit wieder aufzubauen? Lasst uns unseren gesunden Menschenverstand gebrauchen, um diese Frage zu beantworten. Wir könnten im Tempel keine Erlösung finden, keine Bundeslade, keine Heilung, keine Herrlichkeit, keinen Gott. Es hätte gar keinen Wert, außer für eine Geschichtsstunde und als Touristenattraktion. Gott sei Dank für Seine Wahrheit und Gott sei Dank für die Möglichkeit, innerhalb und ein Teil dieses besseren Tempels zu sein, der "ewig nicht zerstört werden wird" (Dan 2:44).

Jason Hargrave