Lauf!

„Ich sah nun, dass der Mann zu laufen anfing.

Als er aber nahe an seinem Haus vorbeikam, und seine Frau und Kinder ihn sahen, riefen sie ihm nach, er solle wieder umkehren; allein er hielt sich die Ohren zu und lief weiter, indem er ausrief: „Leben! Leben! Ewiges Leben!“ Er sah auch nicht einmal hinter sich, sondern eilte geradeaus durch die Ebene hin.

Nun kamen auch die Nachbarn herbei, und als diese ihn so laufen sahen, gossen die einen ihren Spott über ihn aus, andere drohten ihm, und etliche schrien ihm nach, er solle wieder zurückkehren.“

John Bunyan, Die Pilgerreise

 

„Wahnsinn!“, sagten seine Frau und seine Familie. „Der Wahnsinn hat seinen Verstand erschüttert!“, sagten seine Nachbarn. Was hatte diesen Mann ergriffen, dass er einen derartigen Bruch in Kauf nehmen konnte? War es wirklich Wahnsinn, wie alle um ihn herum behaupteten? Nein, lieber Leser. Tatsache ist, dass der Mann noch nie einen nüchterneren Moment erlebt hatte. Licht vom Himmel hatte seine lechzende Seele getroffen und der Bann der Sünde war endlich gebrochen. Endlich war er bei klarem Verstand! Er wusste, was er zu tun hatte. Er würde mit der Sünde brechen. Erlösung musste um jeden Preis erlangt werden! Weder Ängste, noch Familie, noch Freunde oder Teufel konnten ihn vom Gegenteil überzeugen. Seine Füße konnten ihn nicht schnell genug zum Kreuz Jesu Christi tragen.

Hindernisse kamen. Umstände bedrängten ihn. Die Blinden forderten ihn zur Umkehr auf. Dämonen demoralisierten ihn. Trotzdem lief er weiter! Er wankte manchmal, stolperte sogar. Aber als Ertrinkender, der nach dem Atem des Lebens schmachtete, stieß er sich trotz aller Widrigkeiten und aller Stimmen, die nach seiner Rückkehr riefen, nach oben. Höre den Schlachtruf seiner Seele: „Leben! Leben! Ewiges Leben!“ Er hatte einen Vorsatz. Er verfolgte ein Ziel. Nie zuvor hatte er eine solche Krise erlebt. Um jeden Preis musste er den Schatz bekommen, nachdem er verlangte. Es war fest beschlossene Sache. Er war bereit, beim Ausüben dieses Vorhabens zu sterben.

Die Hölle klaffte zu seinen Füßen und verspottete ihn, als wollte sie ihn heimrufen. Dies aber trieb unseren Läufer zu einem noch nachdrücklicheren und schnelleren Tempo an. Es stand so viel auf dem Spiel!

Endlich – seine Augen leuchteten im Glauben auf – erblickte er das Lamm Gottes, das um Seiner Erlösung willen geschlachtet worden war, und er warf sich weinend zu Seinen durchbohrten Füßen nieder. Und es schien nur ein Augenblick vergangen zu sein, und dieser sündenbefleckte Läufer wies keine Sündenflecken mehr auf! Und schneller als ein Blitz trugen Engel seinen Namen in das Buch des Lammes ein! Frieden ergoss sich gleich einem Strom über seine erlöste Seele, und er sprang und jauchzte vor unbeschreiblicher Freude.

Er lief. Er erlangte es.

Lieber Leser, wenn du ewiges Leben haben möchtest, MUSST DU LAUFEN! Du musst um jeden Preis von der Sünde gerettet werden – unsere niemals endende Ewigkeit steht auf dem Spiel. Es ist Ernst und du musst dich jetzt rühren! Fliehe zum Kreuz Jesu Christi! Entfliehe dem kommenden Zorn, und lass dich durch nichts aufhalten! Ehefrauen, wartet nicht auf eure Männer! Ehemänner, wartet nicht auf eure Frauen! Zögert um niemandes willen!

Gehorche Gott, nicht dem Menschen! Fürchte Gott, nicht den Menschen! Lass die Leute sagen, was sie wollen. Während sie sich lustig machen, lauf!

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