Das Schutznetz des Evangeliums

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Von dem Moment an, in dem wir voll und ganz erkennen, dass wir von einem großen Evangeliumsnetz aus einem turbulenten Meer von Menschenseelen gerettet wurden und die Gelegenheit hatten, die lebensrettende Entscheidung, an das Wort Gottes zu glauben und gerettet zu werden, zu treffen, stellen wir als Gläubige eine Verbindung zu Gott her, die zu unserer Lebensader wird.

Anfänglich mag diese Bindung wie ein feiner Faden aus den Tagen Rahabs in Jericho erscheinen. Doch indem wir unseren Wandel mit Gott fortsetzen, verstärkt sich unsere Erfahrung zu einer dreifachen Schnur, die nicht so bald zerrissen wird, gleich dem Seil, welches den Korb hielt, den die Jünger nutzten, um Paulus über eine Mauer in Sicherheit zu bringen. Indem sich diese Schnur während den Stürmen des Lebens bewährt, wird sie so stark wie die Ankerkette eines großen Schiffes.

Während unserer Erdentage verknüpft die geschickte Hand Gottes unsere kostbare Lebensader mit denen anderer wahrer Gläubiger und verbindet uns gemäß Seines meisterhaften Planes zu einem sicheren und unterstützenden Schutznetz des Evangeliums. Dieses Netzwerk treuer Anhänger ist mächtig und nützlich in den erfahrenen Händen des Meisterfischers des Evangeliums, um Seelen zu retten und zu bewahren.

Während sich die gesamte Welt zu entwirren versucht und der größte Teil der modernen Religion eine verworrene und verknotete Masse zu sein scheint, die versucht, das sich zersetzende Gewebe der Gesellschaft mit Fetzen dessen, was einmal war, auszubessern und zu flicken, verbindet Gott wahre Gläubige geschickt mit Seinem wunderschönen Schutznetz des Evangeliums. Um seinen Wert und seine Schönheit besser zu verstehen, wollen wir dieses eigentümlich gefertigte Netz, welches sich aus der Einheit wahrer Gläubiger zusammensetzt, genauer betrachten.

Wir haben es mit einem wirklichen Feind zu tun, der unsere Einheit untergraben und verderben möchte, um sein eigenes Reich besser aufbauen zu können. Wir müssen uns liebevoll um dieses kostbare Netz kümmern und es vor dem Verfall schützen. Denn so wie ein Fischer für seinen Lebensunterhalt auf seine Netze angewiesen ist, ist unser geistliches Leben auf dieses Evangeliumsnetz angewiesen.

Indem wir uns die Konstruktion des Netzes genauer ansehen, fragen wir uns: „Was verbindet uns eigentlich als Christen?“ Paulus spricht in seinen Briefen mehrfach über diese Verbindung. In Kol 2:2 verwendet er den Ausdruck „in Liebe zusammengeschlossen“ und erwähnt in Eph 4:16: „Von ihm aus vollbringt der ganze Leib, zusammengefügt und verbunden durch alle Gelenke, die einander Handreichung tun nach dem Maß der Leistungsfähigkeit jedes einzelnen Gliedes, das Wachstum des Leibes zur Auferbauung seiner selbst in Liebe.” Auch in Kol 2:19 sagt Paulus: „Und nicht festhält an dem Haupt, von dem aus der ganze Leib, durch die Gelenke und Bänder unterstützt und zusammengehalten, heranwächst in dem von Gott gewirkten Wachstum.“

Diese Verse lassen uns erkennen, dass es die Liebe zu Gott und unserem Nächsten ist, welche uns miteinander verknüpft. Diese Verbindung zu Gott und unseren Mitgläubigen stärkt uns und gewährt dem gesamten Netzwerk oder „Beziehungs-Körper“ Wachstum. Dieser „Beziehungs-Körper“ wird durch Gelenke und Bänder zusammengehalten, die einander dienen. Indem wir also zusammen arbeiten und leben, nährt unsere Liebe und unser Vertrauen den gesamten Körper und lässt unser Schutznetz zunehmen, wodurch es stärker und gewinnbringender wird.

Wenn wir einmal zurücktreten, um das Netz als Ganzes zu betrachten, sehen wir, dass es flexibel und dass das Design symmetrisch ist. Aus dieser Perspektive erkennen wir, wie jede Verbindung die nächste um des Gleichgewichtes und der Verantwortlichkeit willen benötigt. Das Design dieser Art von Netz soll es uns ermöglichen, zusammenzuarbeiten, uns aufeinander zu stützen und voneinander abhängig zu sein.

So wie ein Fischer, der seinen Lebensunterhalt mit dem Angeln verdienen will, seinen einzelnen baumelnden Haken und seine Schnur beiseitelegt und sich ein Netz schnappt, um eine Vielzahl von Fischen zu fangen, müssen wir uns mit anderen Gläubigen zusammenschließen, um unsere Anstrengungen zu vereinigen und uns gegenseitig zur Rechenschaft zu ziehen.

Wir brauchen einander, um unsere Gedanken und Absichten in Einklang zu bringen und profitable Züge machen zu können. Unsere Existenz hängt von einer festen Verbindung zu Gott und Seinem Volk an unseren individuellen Verbindungspunkten ab. In Gal 6:2 werden wir ermahnt: „Einer trage des anderen Lasten, und so sollt ihr das Gesetz des Christus erfüllen!“ Wenn wir dieser Aufforderung Folge leisten, ist uns Erfolg garantiert.

Dies gilt jedoch auch in umgekehrter Weise. Der Feind unserer Seele sucht nach schwachen Gliedern. Er würde uns äußerst gerne von unserer Hilfe trennen. Zweifel sind aussätzige Gedanken und werden die Fasern unserer Verbindung zum Schutznetz schwächen und zugrunde richten. Unsere Einheit wird durch die Verbindung zum Haupt gespeist, kann jedoch durch eine geistliche Trennung oder Vernachlässigung ausgehungert werden. Es muss darauf geachtet werden, das Netz regelmäßig von Schmutz zu befreien und nach Schwachstellen in den Fasern zu suchen. So wie ein Netz zum Fischen gewaschen und repariert werden muss, um es in gutem Zustand zu halten, müssen wir uns um unsere Beziehungen zu unseren Mitchristen kümmern und unsere Verbindungen rein und auf dem Laufenden halten.

In Jak 5:16 werden wir unterwiesen: „Bekennt einander die Übertretungen und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet!“ Ein weiser Fischer wird seine Investition schützen und alles tun, um sie instand zu halten.

Eine gute, enge Verbindung zum Schutznetz des Evangeliums kann dir die Sicherheit verleihen, die du benötigst, um gewisse geistliche Risiken für Gott einzugehen. Du unternimmst voller Zuversicht Schritte für Gott, indem du der Unterstützung der Geschwister vertraust, welche dich ermutigen und gegebenenfalls korrigieren, während du bereit bist, dasselbe für sie zu tun. Die Heiligen der Morgenzeit waren sich hierin einig. Sie vertrauten einander genug, um alle Dinge gemeinsam zu haben. Ihr ganzes Leben drehte sich um ihren Nächsten, damit das Evangelium verbreitet werden konnte.

Wir brauchen einander, Brüder! Unsere Einheit ist unsere Lebensader; sie ist unsere einzige Hoffnung, mit Gott verbunden zu bleiben. Ein Christ braucht den anderen. Unser Zusammenkommen ist unsere Stärke und unser Leben.

Lass diese Denkweise auch die deine sein, so wie es in 1Kor 1:10 heißt: „sondern vollkommen zusammengefügt seid in derselben Gesinnung“, damit ihr „einmütig miteinander kämpft für den Glauben des Evangeliums“ (Phil 1:27)!

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