Die Furcht des Todes gebannt

Was liegt jenseits des Grabes?

Durch die Zeitalter hindurch hat man sich diese universelle Frage gestellt. Im Laufe der Geschichte der Menschheit wurde diese Frage in vielfältiger Weise beantwortet. Antike Kulturen glaubten oftmals, dass die Verstorbenen als Geister fortbeständen und die täglichen Angelegenheiten der Lebenden beeinflussten. Die Ägypter zierten ihre Särge mit magischen Formeln in der Hoffnung, ihren verstorbenen Angehörigen zu helfen, es sicher durch die gefährliche Reise ins Jenseits zu schaffen. Andere Religionen glauben, dass man nach dem Tod unzählige Male in verschiedenen physischen Leibern wiedergeboren wird. Einige Kulturen brachten ihren Toten Opfer dar, in dem Bemühen, ihnen im zukünftigen Leben behilflich zu sein. Auch heute noch ist überall auf Erden der Glaube an ein Leben nach dem Tod ersichtlich.

Der Mensch hatte schon immer die innewohnende Erkenntnis, dass das Grab nicht das Ende unserer Existenz bedeutet. In Pred 3:11 heißt es: „Er hat die Ewigkeit ihnen ins Herz gelegt.“ Adam Clarke kommentiert diesen Vers folgendermaßen: „Gott hat die Vorstellung von der Ewigkeit tief in jedes menschliche Herz gepflanzt; und jeder bedachte Mensch erkennt, dass sich jegliches Wirken Gottes auf diesen endlosen Zeitraum bezieht.“ Barnes schrieb: „Gott hat in die angeborene Verfassung des Menschen die Fähigkeit, sich die Ewigkeit vorzustellen, das Streben, das Unendliche zu begreifen und das Verlangen nach ewigem Leben hineingesetzt.“ Ungeachtet der Verschiedenartigkeit in Denkweise und Glauben durch die Jahrhunderte hindurch, hat die Menschheit schon immer gewusst, dass ein Leben nach dem Tod besteht.

Doch nur der Christ genießt die volle Gewissheit dessen, was ihn jenseits des Grabes erwartet. Für ihn ist das Leben nach dem Tod weder ein hoffnungsvoller Traum noch ein dunkles Ungewisses. O nein! Er kann von ganzem Herzen singen: „Der Himmel war einst weit entfernt, bis Jesus lächelnd sich zu mir wand’t. Nun ist mein Leben nicht mehr mein, in Ewigkeit, o Jesus, Dein!“

Der Christ besitzt diese lebendige Hoffnung aufgrund der Auferstehung Jesu Christi. So elementar ist die Auferstehung Christi, dass Paulus verkündet: „Wenn aber Christus nicht auferstanden ist, so ist unsere Verkündigung vergeblich, und vergeblich auch euer Glaube! Ist aber Christus nicht auferweckt worden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden.“ (1Kor 15:14.17). Doch Paulus wusste ohne den Schatten eines Zweifels, dass Jesus Christus in der Tat auferstanden war. Er war von der Auferstehung Christi so überzeugt, dass er willig Gefängnis, Geißelung und sogar den Tod ertrug, um die Wahrheit von der Auferstehung zu wahren.

Am Pfingsttag konfrontierte Petrus die antagonistischen Juden und verkündigte freimütig: „Diesen Jesus hat Gott auferweckt; dafür sind wir alle Zeugen.“ (Apg 2:32). Danach zogen die Apostel als furchtlose Zeugen der Auferstehung durch alle Welt und verkündeten das Evangelium des auferstandenen Erlösers. Ihr Zeugnis war so gewaltig, so unanfechtbar, dass Menschen sich scharenweise bekehrten, heidnische Tempel verödeten und sogar das römische Kaiserreich nicht imstande war, gegen die Macht der Auferstehung zu bestehen!

Paulus behauptet von dieser Auferstehung: „Nun aber ist Christus aus den Toten auferweckt; er ist der Erstling der Entschlafenen geworden.“ (1Kor 15:20). Und Matthew Henry kommentiert: „Christi Auferstehung ist eine Bürgschaft und ein Unterpfand für uns, wenn wir treu an Ihn glauben; weil Er auferstand, werden auch wir auferstehen.“ Diese Gewissheit war es, die diejenigen in Staunen versetzte, die dem Martyrium der Christen beiwohnten.

Bis dahin war die Menschheit durch die Furcht des Todes in Fesseln gehalten worden. Jetzt sah die Welt ein Volk, das von all diesen Schrecken befreit worden war. Der Christ, indem er den letzten qualvollen Augenblicken seines Lebens gegenüberstand, schaute dem Tod freimütig ins Angesicht und sang – ja, sang vor Freude! – denn sie waren gewiss, dass sie eine glorreiche Auferstehung erwartete!

Ferner weiß der Christ erfahrungsgemäß, was ihn erwartet, wenn dieses Leben vorbei ist. Zuweilen ist die himmlische Freude in seiner Seele so überschwänglich, so greifbar, dass er danach verlangt, sein sterbliches Fleisch gegen einen verherrlichten Leib einzutauschen, welcher diese Herrlichkeit besser aufnehmen könnte. Seine Tage sind erfüllt mit dem lieblichen Vorgeschmack des Himmels. Dieser Vorgeschmack gehört zu dem Christen, denn Gott hat ihm das Unterpfand Seines Geistes verliehen. Paulus sagte den Ephesern: „…in ihm seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist der Verheißung, der das Unterpfand unseres Erbes ist bis zur Erlösung des Eigentums, zum Lob seiner Herrlichkeit.“ Der Geist ist also Gottes Anzahlung an den Christen, oder der erste Abschlag, der als Zusicherung gegeben wird, dass der Rest folgen wird. Die Herrlichkeiten, die die geheiligte Seele erfüllen, sind der Vorgeschmack dessen, was sie in der Ewigkeit erwartet!

Keine Religion außer dem Christentum ist imstande, der Seele solch greifbare Herrlichkeit und selige Gewissheit zu verleihen! Und nichts anderes als das Evangelium hat die menschliche Furcht vor dem Tod so vollkommen überwunden. Der Tod beängstigt das menschliche Herz von Natur aus. Diese Furcht hat Menschen dazu veranlasst, dem Tod in ergreifender Weise zu begegnen, im Bemühen, die Vorahnungen zu entschärfen. Wovor fürchtete sich Kaiser Qin Shihuangdi, dass er sich genötigt fühlte, seine gewaltige Terrakottaarmee und Kavallerie aufzubauen, welche ihn in seinem Leben nach dem Tod beschützen sollte?

Obwohl Versuche unternommen wurden, das Leben nach dem Tod zu leugnen – in dem Bestreben, die Ängste, die beim Gedanken an die Ewigkeit erscheinen, zum Verstummen zu bringen – ist es unmöglich, das innewohnende Verständnis zunichte zu machen. Wenn uns der Tod gegenübersteht, überwältigt das gottgegebene Wissen der Ewigkeit all die Argumente, in denen wir Zuflucht gesucht hatten. Wir sind uns naturgemäß dessen bewusst, dass wir einem Leben nach dem Tod gegenüberstehen werden.

Wie wunderschön und unbegreiflich ist jedoch die Liebe Jesu Christi, die uns Befreiung von der Furcht des Todes brachte! Denn Christus nahm einen sterblichen Leib an, „damit er durch den Tod den außer Wirksamkeit setzte, der die Macht des Todes hatte, nämlich den Teufel, und alle diejenigen befreite, die durch Todesfurcht ihr ganzes Leben hindurch in Knechtschaft gehalten wurden.“ (Heb 2:14-15).

Welch selige Gewissheit erwarb uns Christi Auferstehung! Der Christ braucht weder den Tod noch das Leben jenseits des Grabes zu fürchten. Der Christ fürchtet sich auch nicht vor Prüfungen, Krankheiten oder Verfolgungen in diesem Leben, denn er ist vollständig von der ewigen Glückseligkeit überzeugt, welche ihn jenseits des Grabes erwartet.

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