Die Macht Christi

Wir haben hier einen jungen Mann vor uns stehen, der in bescheidene Umstände hineingeboren wurde und keine Vorteile in Bezug auf Stellung oder Bildung hatte, um sich über die Menschenmassen zu erheben, sondern der sich damit zufrieden gab, die niedrigen gesellschaftlichen Schichten einer der geringeren Provinzen des Römischen Reiches zu unterweisen. Drei bis vier Jahre widmete Er diesem Bestreben.

Er sammelte eine spärliche Gruppe von Jüngern um sich, die Seinen eigenen Stand nicht übertrafen. Er rief lediglich Verfolgung und Verachtung unter den einflussreichen Männern Seines eigenen Volkes hervor, und bevor Er das mittlere Lebensalter erreichte, wurde Er als Übeltäter verurteilt und einem gewaltsamen und schmachvollen Tod ausgesetzt.

Nach Seinem Tod wurde die beachtenswerteste und dauerhafteste Macht demjenigen zuteil, dessen Leben bis zu Seinem letzten Moment voller Erniedrigung gewesen war. Sein waren die mächtigen Worte dieser Welt. Es waren lebendige und lebensspendende Grundsätze, welche die Menschen mit regenerierender Kraft ergriffen.
Seine Forderungen, Seine Lehren, Seine Verheißungen beinhalteten nichts, was die gewöhnlichen Neigungen der Menschen entfachen oder zufriedenstellen würde; es gab keine Ehre zu erlangen, keinen Ehrgeiz zufriedenzustellen noch lüsterne Vergnügungen zu genießen. Dennoch waren Seine Worte mächtiger als irgendwelche anderen Lehren auf Erden. Sie breiteten sich von den engen Grenzen Judäas aus und griffen die uralten Vorurteile und den Aberglauben der heidnischen Welt an, und im Laufe weniger Jahrhunderte wurde das Evangelium des verachteten Mannes aus Galiläa zur Staatsreligion des Römischen Reiches.

Seither standen Scharen großer Männer auf und gerieten wieder in Vergessenheit, doch hatten Seine Worte, wo immer sie in ihrer Schlichtheit angenommen wurden, die Macht, Aberglauben zunichte zu machen, die Perspektive der menschlichen Gesellschaft zu verändern, Menschen in den wahren Grundsätzen der Freiheit zu unterweisen, Impulse zu erwecken, welche die Menschheit veredeln, stärken und erheben, und wahre Moral und wahre Frömmigkeit zu unterstützen. Dies scheint im seltsamen Gegensatz zu den „schwachen Errungenschaften“ Seines Lebenswerks und dem offensichtlichen Triumph Seiner Feinde während Seines Todes am Kreuz zu stehen.

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