Die Unterdrückung der Depressiven

Die Morgenröte brach langsam an und beleuchtete die Welt mit den ersten Strahlen eines neuen Tages. Der goldene Schimmer konnte die Dunkelheit, die ich empfand, jedoch nicht zerstreuen. Ich wusste, dass der Morgen gekommen war und ich mich einem neuen Tag stellen musste. Trotzdem kuschelte ich mich tiefer in die Decke, schloss die Augen und wünschte, ich könnte mich der Realität im bewusstlosen Schlaf noch ein wenig länger entziehen. Das vertraute Geräusch kleiner, trippelnder Füße erreichte das Schlafzimmer. Mein Zweijähriger war aufgewacht. Die Aufgaben des Tages warteten auf mich, aber ich verweilte so lange ich nur konnte. Jede kleine Aufgabe schien überwältigend, jede Unannehmlichkeit eine fürchterliche Frustration. Eingehüllt in eine ständige Leere sehnte ich mich nach etwas, das ich nicht definieren konnte. Schuldgefühle überfielen mich, während ich nachts wach lag, müde, doch unfähig, zu schlafen. Schuldgefühle wegen eines weiteren vergeblich verlebten Tages. Schuldgefühle wegen meiner Unfähigkeit, die Person zu sein, die ich sein wollte, während ich mich durch die überwältigenden Gefühle der Entmutigung kämpfte.

 

DEPRESSION. Obwohl sie verschiedenartig und in unterschiedlichem Ausmaß erlebt wird, war dies bei weitem nicht der einzige Mensch, der unter ihrer Qual gelitten hat. Der Weltgesundheitsorganisation zufolge leiden weltweit mehr als 300 Millionen Menschen an Depressionen. In den letzten Jahren haben diese Zahlen drastisch zugenommen, was Depressionen weltweit zur Hauptursache für Arbeitsunfähigkeit macht.1 Im Durchschnitt findet alle 40 Sekunden ein Selbstmord statt. Selbstmord ist vielmehr zur zweithäufigsten Todesursache von jungen Menschen geworden.2

Diese Welt hat zu Depressionen bisher wohl noch nie so viel beigetragen. Die Sünde, welche die Ursache der ersten Träne der Menschheit war, war noch nie so ungezügelt und toleriert wie heute. Wir sind auf allen Seiten von der Werbung für Sünde umgeben – von den Bildungsplänen, die uns von Jung an vorgelegt werden, bis hin zur ärztlichen Beihilfe zum Selbstmord, welche uns im Alter angeboten wird. Der Teufel hat mehr als tausend Wege der Unterdrückung geschaffen, und seine Gesandten haben die Knechtschaft der Volksmassen treulich sichergestellt.

Und während wir mit den Strapazen des Lebens ringen, bereitet es Satan Freude, uns voneinander zu trennen. Noch nie war die Menschheit so weit voneinander distanziert. Obwohl die heutige Technologie es uns ermöglicht hat, mehr miteinander verbunden zu sein und eine schnellere Verbindung herzustellen als bislang, sind wir einsamer als je zuvor. Nicht länger können wir Hilfe von den Dorfbewohnern für die Erziehung unserer Kinder beziehen. Vorbei sind die Tage der Gemeinschaft mit unseren Nachbarn. „Dies ist die Zeit der Wegwerf-Beziehungen, in der es eine Seltenheit geworden ist, dass ein Paar nach ihrem Eheversprechen gemeinsam alt wird.“ Ein soziales Leben besteht hauptsächlich darin, über eine Auswahl an Geräten und sozialen Medien auf den neuesten Stand zu gelangen, wobei jeder unter Druck gesetzt wird, ein aufpoliertes Online-Image aufrechtzuerhalten. Und als ob unsere technischen Geräte uns nicht schon genug isolierten, herrscht zudem eine Reihe von Vorurteilen vor, die uns erfolgreich von unseren Mitmenschen getrennt haben. Und so stellen wir uns den Enttäuschungen und Schwierigkeiten des Lebens, indem wir der authentischen Freundschaften, die die Unterstützung bieten würden, die wir zur Bewältigung der vielen Herausforderungen des Lebens benötigen, weitgehend beraubt werden. Ist es dann verwunderlich, dass so viele unter Depressionen leiden?

Über 40 Millionen Menschen ab 12 Jahren, die nicht wissen, wo sie Hilfe für die Nöte des Lebens finden können, wenden sich allein in den USA Antidepressiva zu.3 Antidepressiva wurden zum ersten Mal in den 80er Jahren populär, als das Pharmaunternehmen Eli Lilly ein Medikament namens Prozac entwickelte. Das Medikament wurde ursprünglich zur Behandlung von Bluthochdruck getestet, zeigte jedoch nicht die erhoffte Wirkung. Daraufhin beabsichtigte das Unternehmen, das Medikament gegen Fettleibigkeit zu verwenden, doch auch hier erwies es sich als erfolglos. Als das Arzneimittel an Patienten getestet wurde, die wegen einer Depression in ein Krankenhaus eingeliefert worden waren und an Patienten, bei denen eine Psychose diagnostiziert wurde, verschlechterte sich der Zustand bei manchen lediglich. Schließlich wurde das Medikament an fünf Personen mit leichter Depression getestet. Als alle fünf positiv zu reagieren schienen, wurde das Medikament weithin als Wundermittel zur Linderung von Depressionen vermarktet. Prozac wurde so erfolgreich vermarktet, dass die Leute am Tag der Markteinführung das Medikament namentlich anforderten.4 In den USA erzielte das Unternehmen allein im ersten Jahr einen Umsatz von 350 Millionen US-Dollar.

Bis heute ist Prozac eines der am häufigsten verschriebenen Antidepressiva. Das Medikament scheiterte jedoch daran, seine Werbung als sicheres Wunderheilmittel zu erfüllen. Menschen begingen Selbstmord, nachdem sie diese „Glückspille“ eingenommen hatten. Eine gemeinsame Verbindung zwischen Massenschießerei und dem Gebrauch von Antidepressiva wurde festgestellt. Nach umfangreichen Studien gab die amerikanische Lebensmittelbehörde zu, dass Medikamente wie Prozac das Risiko für Selbstmord, Gewalt und Tötungsdelikte in jeder Altersklasse erhöhen. Im Jahr 2004 gab dieselbe Behörde die strengste Nebenwirkungswarnung für neun verschiedene Antidepressiva, unter welchen sich auch Prozac befand, heraus. Dennoch schnellt der Gebrauch von Antidepressiva in jedem Land der Welt empor. Und während die Massen leiden, streichen die Pharmaunternehmen die Geldscheine ein, indem sie Pillen ausgeben, die das Problem niemals heilen können.

Doch es gibt Jemanden, der den Niedergeschlagenen und Unterdrückten schon immer zur Kenntnis genommen hat. Die Israeliten hatten unter den Ägyptern gelitten. Väter mussten hilflos zusehen, wie ihre Söhne aus dem Schoß ihrer Frauen gerissen wurden. Bräute hatten die blutenden Rücken ihrer Ehemänner verbunden. Von Generation zu Generation diente die israelitische Nation unter gestrengen Zuchtmeistern. Viele Augen hatten ihren Glanz verloren. Viele Herzen waren unter den täglichen Bedrückungen müde und melancholisch geworden.

Doch der Tag ihrer Befreiung rückte näher. Gott sagte zu Mose: „Ich habe das Elend meines Volkes gesehen und ich habe ihr Geschrei gehört“ (2Mo 3:7). Der Herr machte Mose zum Befreier des Volkes und sandte ihn mit einer Botschaft zu Pharao: „Lass mein Volk ziehen!“ (2Mo 5:1). Er hatte natürlich keineswegs die Absicht, solche profitablen Sklaven gehen zu lassen. Doch des Herrn Wille war stärker als die Hartnäckigkeit des Herzens des Pharaos. Der Herr hatte das Leid des Volkes gesehen. Er hatte beschlossen, sie zu befreien. Der Pharao musste Sein Volk ziehen lassen, auch wenn es Plagen von Fröschen, Hagel, Finsternis und Tod bedurfte, um den Exodus zustande zu bringen.

Das Mitgefühl des Herrn ist bis heute nicht gescheitert. Er hat Satans Unterdrückung zur Kenntnis genommen. Er hat den Schrei der Millionen gehört, die in ihrer Qual und Verzweiflung eine Verschnaufpause in Form von betäubenden Tabletten suchen, die außerdem eine Reihe von Nebenwirkungen aufweisen.

Der Herr hat nicht versäumt zu sehen, wie die Bosheit in dieser Welt gefördert und begünstigt wird, und somit den Schmerz der Menschheit immer weiter vertieft. Die zahlreichen Methoden, mit welchen Regierungen, Unternehmen und Könige der Erde diesen Schmerz ausgenutzt haben, um enorme Gewinne zu erzielen, gehen nicht unbemerkt an Ihm vorüber. Sie geben sich nicht damit zufrieden, einfach nur die Volksmenge auszunutzen, sondern ersinnen ständig weitere Unterdrückungen, die ihren Gewinn vervielfachen.

Doch der Tag der Befreiung naht auch für die Beladenen in unserer Zeit! Gott hat Seine Gemeinde in dieser Endzeit wiederhergestellt, ausgestattet mit einer Predigerschaft, die eine Botschaft der Hoffnung und Befreiung für die stöhnenden Volksmassen enthält. „Lass mein Volk ziehen!“ Es ist an der Zeit, dass sich die Menschenmengen Mose anschließen und sich ihren Unterdrückern widersetzen. Die Kaufleute der Erde werden ihr Herz verhärten und ihr Möglichstes tun, um an ihren Untertanen festzuhalten, doch wir verkünden denen, die durch die Ausbeutung der Menschen reich geworden sind, dass die Zeit gekommen ist, das Volk ziehen zu lassen. Wir verkünden jeder Seele, die unter dem Joch der Sünde depressiv geworden ist, dass Gott ein Befreier all derer ist, die Ihn suchen, und allen in Seiner wahren Gemeinde Zuflucht anbietet.

Es erwartet dich ein Land, in dem Milch und Honig fließen. Ein Ort, an dem die Knechtschaft der Sünde gebrochen ist; wo niemand die Kämpfe des Lebens alleine führt, sondern mit einem Heer verbunden ist, das für jeden Bruder und jede Schwester wie ein Mann kämpft; ein Land, in dem gebrochene Herzen und gebrochene Leben Heilung finden. In diesem Reich entspringt die Freude nicht einer Kapsel, sondern es herrschen Frieden und Freude als natürlicher Ausfluss der Erlösung, die das mächtige Blut des Lammes für uns erkauft hat!

Der Herr wird siegen, auch wenn es Plagen des Todes, der Trauer und der Hungersnot kostet. Er befreit die Menschen von ihren Unterdrückern und verhätschelt sie auf ihrem Weg. Und während die Kaufleute der Erde den Verlust ihrer Ausbeute beklagen, zieht die befreite Volksmenge frohlockend weiter und jauchzt: „Halleluja! Denn der Herr, Gott, der Allmächtige, hat die Königsherrschaft angetreten!“

 

 

Fußnoten:

[1] www.who.int/news-room/factsheets/detail/depression

[2] www.who.int/mental_health/prevention/suicide/suicideprevent/en

[3] https://www.apa.org/monitor/2017/11/numbers

[4] https://google.ca/amp/s/amp.theguardian.com/society/2007/may/13/socialcare.medicineandhealth

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