Miteinander getrennt?

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Physische Distanzierung: Sie wird von der Menschheit bereits seit etwa 6.000 Jahren praktiziert. Sobald eine Grippewelle oder andere Pandemien aufkommen, distanzieren sich die älteren Leute und die sonst körperlich Gefährdeten freiwillig und vernünftigerweise von denen, die ansteckende Krankheiten haben. Ich nenne das gesunden Menschenverstand. Lasst uns so weitermachen!

Social Distancing: Dies ist zur Covid-19-Parole geworden. Haltet einen Meter Abstand voneinander! Bleibt daheim! Gruppen dürfen nicht größer als fünf Personen sein! Dieser Begriff war unserer Volkssprache vor der Pandemie fremd. Dies ist nicht die uns bekannte physische Distanzierung, die wir verstanden haben. Es ist eine von der Regierung vorgeschriebene Distanzierung, die sowohl physisch als auch sozial ist.

Man mag sich fragen: „Wie können die Machthaber die Bevölkerung davon überzeugen, sich selbst zu isolieren?“ Die Antwort? Ganz einfach, indem sie sie überzeugen, dass es nur zum Wohl der Gesellschaft beiträgt.

Ein Professor für Psychologie an der Universität Stanford sagte kürzlich, dass „wir mit dem ganzen Gerede von Social Distancing aufhören sollten“. In Bezug auf die negative Stigmatisierung ermutigte er stattdessen die physische Distanzierung, währenddem doch alle „in der Zeit von Covid-19 sozial verbunden bleiben, auch wenn sie voneinander getrennt sind“. Denn er stellte fest, dass „dies dem grundlegenden Bedarf der Menschen für die Verbundenheit zueinander entgegenwirkt“.

Sozial verbunden bleiben, währenddem wir getrennt sind. Interessante Vorstellung! Verbunden, währenddem man getrennt ist. „Virtuell“ verbunden? „Virtuell“ zusammen? Was geht hier vor sich? Wir Menschen sind dazu nicht imstande! Der Beweis dafür ist die soziale Zerstörung aufgrund des World Wide Web. Während es verspricht, Menschen miteinander zu verbinden, hat es massenweises Social Distancing verursacht. Das Cyberleben mit seinen virtuellen Freunden und Beziehungen hat die Menschen leer, einsam und depressiv zurückgelassen. Die Selbstmordrate ist in die Höhe geschossen.

Junge Erwachsene, welche die sozialen Medien viel nutzen, fühlen sich sozial isolierter als diejenigen, welche die Medien weniger häufig nutzen.

Die Gesellschaft ist ein Chaos und die Menschen leiden unter der Trennung. Die Werbetafeln, auf denen steht: „Vergiss nicht, du bist nicht alleine!“, sind nichts als Salz in ihren Wunden. Es ist in der Tat nicht gut, dass der Mensch allein sei.

Obwohl uns der Begriff Social Distancing neu ist, müssen wir mit Bedauern feststellen, dass die Menschen sich schon lange vorher voneinander distanziert haben, lange vor dem, was uns nun als Social Distancing bekannt ist. Den Worten Br. Stephen Hargraves zufolge geschah dies, „indem man Klassen mithilfe eines Kastensystems voneinander trennte; ein Kastensystem, welches auf Dingen wie Geld, Beruf, Hautfarbe, Sprache und Religion basierte.

Die Regierung ist davon nicht ausgeschlossen: Republikaner, Demokraten, Liberale, Konservative, die Moderaten, die Linken, die Rechten, die Schwarzen, die Weißen.

Weshalb müssen wir, die menschliche Familie, voneinander distanziert sein? Wieso müssen wir getrennt sein? Erlauben wir Kennzeichnungen und Schlüsselworten und -begriffen, Grenzmauern zwischen uns aufzubauen, bis wir so weit voneinander getrennt sind, dass wir nicht einmal mehr zusammenkommen können, um ein zivilisiertes Gespräch zu führen?

Indem wir weitergehen – und wir werden weitergehen! – werden wir es zulassen, weiterhin in einer getrennten Gesellschaft zu leben, überschattet von der Furcht, zusammen zu sitzen, zu reden oder gemeinsam zu essen? Hat nicht ein jeder von uns gemeinsame Freuden, gemeinsame Trauer und gemeinsames Leid? Genießen wir nicht alle gutes Essen und fröhliches Lachen mit Familie und Freunden? Wir alle wissen, was es bedeutet, zu lieben, zu lachen, zu weinen, zu trauern. Wir sind soziale Wesen. Wir sind alle eine Menschenfamilie – JEDER, und wir brauchen einander!“

Dr. Martin Luther King, Jr. sagte einst: „Als Nationen und als Einzelpersonen sind wir voneinander abhängig…Alle Menschen sind in ein Netz der Gegenseitigkeit verwoben. Was den einen unmittelbar betrifft, betrifft den anderen mittelbar. Ich kann niemals so sein, wie ich eigentlich sein sollte, wenn du nicht bist, wie du sein solltest. Und umgekehrt ist es nicht anders. Das ist die eng verstrickte Wirklichkeit unseres Lebens.“

Ein Volk voneinander zu trennen und zu isolieren bedeutet, es zu schwächen. Einheit macht stark!

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