Evolution: Eine altheidnische Ansicht

Die Griechen:
Als ich die Werke der griechischen Philosophen las, die ungefähr zwischen 600-100 v. Chr. lebten, war ich erstaunt darüber, dort die Anfänge der Evolutionstheorie und der enormen Zeiträume, die es schon lange vor Darwin und den modernen Anschauungen gab, zu entdecken. Die Anaximander-Fragmente (ca. 610-546 v. Chr.) lehrten, dass „die Menschen ursprünglich einer anderen Tierart, nämlich dem Fisch, glichen“. Demokrit (ca. 460-370 v. Chr.) lehrte, dass die Urmenschen mit „verwirrten“ und „unverständlichen“ Lauten zu sprechen begannen, aber „allmählich gut verständliche Worte aussprachen“. Epikur (341-270 v. Chr.) lehrte, dass weder ein Gott noch Götter notwendig waren, da das Universum durch die Zufallsentwicklung von Atomen entstand.

Nach ihnen sagte der römische Naturforscher Plinius der Ältere (23-79 n. Chr.): „… wir sind dem Zufall so unterworfen, dass sich der Zufall selbst an die Stelle Gottes stellt; er beweist, dass Gott ungewiss ist“.

Hinsichtlich des immensen Alters des Universums vertraten Platon und viele griechische Philosophen die Ansicht, dass dieses gegenwärtige Universum vor Millionen von Jahren entstanden war.

Lactantius schrieb im 4. Jhd. n. Chr.: „Da Platon und viele andere Philosophen über den Ursprung aller Dinge und die Urzeit, in der die Welt entstand, unwissend waren, sagten sie, dass viele Tausende Epochen vergangen sind, seitdem diese schöne Einrichtung der Welt vollendet war.“ (Eine Epoche entspricht hier 1.000 Jahren).

Ägypter, Babylonier und Hindus:
Die Griechen übernahmen manche dieser Ansichten von den Babyloniern, Ägyptern und Hindus, deren Philosophien Jahrhunderte zurückreichten. Eine hinduistische Überzeugung zum Beispiel war, dass sich Brahman (das Universum) gleich einem Keim ganz spontan aus sich selbst entwickelte, und dann alles Existierende vor etwa 4,3 Milliarden Jahren bildete und erweiterte. Diese Hindus glaubten an ein ewiges Universum, den Zyklus von Wiedergeburt, Zerstörung und Keimruhe, bekannt als „Kalpa“, anstatt an schwankende Urknall-Theorien. Wir lesen außerdem in dem hinduistischen Bhagavad Gita, dass der Gott Krishna sagt: „Ich bin der Ursprung, aus dem jede Kreatur entsteht.“

Manche der Babylonier behaupteten, dass sie seit bereits 730.000 Jahren astronomische Inschriften auf Tontafeln hatten; andere wie Berossos behaupteten, die Inschriften seien 490.000 Jahre alt. Die Ägypter behaupteten von sich, die Astronomie seit mehr als 100.000 Jahren verstanden zu haben.

Die ersten Kirchenväter argumentierten ständig mit den Heiden über das Alter der Erde oder über das Alter der Zivilisation. Sie waren einer Meinung, dass Gott die Erde weniger als 6.000 Jahre bevor sie schrieben, geschaffen hatte. Zum Beispiel schrieb einer der Einflussreichsten, Augustinus (354-430 n. Chr.), in seinem berühmtesten Werk, „Vom Gottesstaat“, ein ganzes Kapitel („Falsch sind die Geschichtsangaben, die der Vergangenheit viele Jahrtausende zuteilen“), wo er sagt: „Übergehen wir also die Vermutungen, die aufgestellt worden sind von Menschen, die nicht wussten, was sie über die Natur und Entstehung des Menschengeschlechtes sagen sollten … Sie werden dabei auch irregeführt durch ganz verlogenes Schrifttum, das angeblich viele Jahrtausende von Zeitgeschichte umfasst, während sich auf Grund der Heiligen Schrift ein Zeitraum von weniger als sechs Jahrtausenden seit der Erschaffung des Menschen berechnet …“

Theophilus (115-181 n. Chr.), Bischof von Antiochia, schrieb ein verteidigendes Werk an den heidnischen Magistrat Autolykos über das Problem der langen Zeitalter der Heiden, in dem er Platons Zeitabschnitt von 200 Millionen Jahren zwischen der Flut und seiner Zeit erwähnt, und den Ägypter Apollonios, der behauptete, es seien mindestens 155.625 Jahre seit der Schöpfung vergangen. Die alten Heiden mögen ihre enormen Zeiträume durch Astrologie berechnet haben, da sie diese als die wahre Wissenschaft ansahen.

Iulius Africanus (200-245 n. Chr.) schrieb: „Durch die Hand ihrer Sterndeuter haben die Ägypter mit ihren prahlerischen Anschauungen ihres eigenen Altertums eine Art Berechnung in Zyklen und Myriaden von Jahren darüber hervorgebracht.“ (Myriade = 10.000).

Moderne Heiden:
In jüngster Zeit haben sich Wissenschaftler „neue“ Theorien ausgedacht, die erklären, wie sich das Leben auf Erden entwickelt haben könnte, und haben dem Stattfinden einer unwillkürlichen Evolution eine schwindend geringe Wahrscheinlich gegeben. Der mittlerweile verstorbene Francis Crick, der Mitentdecker der DNA-Struktur (zusammen mit James Watson und Maurice Wilkins), fing an zu glauben, dass Außerirdische, und nicht Gott, für das Leben auf Erden verantwortlich waren. Die heidnischen Götter haben mit aller Macht zurückgeschlagen!

In letzter Zeit wurde viel über eine Multiversum- oder Paralleluniversum-Theorie spekuliert … Diese Fantasterei ist ziemlich praktisch, denn nun kann alles gerade wie in den Science-Fiction-Filmen vorkommen! Wie dem auch sei, eine solche Ansicht ist uralt. Augustinus klagte bereits 430 n. Chr. darüber, indem er sagte:
„Es gibt außerdem solche, die der Welt keine ewige Dauer zumessen, gleichviel, ob sie an unzählige Welten denken oder nur eine annehmen, die in bestimmten Zeiträumen unzählige Male entsteht und wieder untergeht.“

Salomo schrieb vor ungefähr 3.000 Jahren: „Und es gibt nichts Neues unter der Sonne. Kann man von irgendetwas sagen: ‚Siehe, das ist neu‘? Längst schon war es in unbekannten Zeiten, die vor uns gewesen sind! Man gedenkt eben an das Frühere nicht mehr, und auch an das Spätere, das noch kommen soll, wird man nicht mehr gedenken bei denen, die noch später kommen werden.“ (Pred 1:9-11). Wir sollten Theophilus’ Worte an Autolykos beachten, die er nur ca. 150 Jahre nach der Auferstehung Christi geschrieben hatte:
„Denn ich habe nicht vor, Langes und Breites zu reden, sondern ich will die Anzahl der Jahre von der Erschaffung der Welt an darlegen und das törichte, vergebliche Bemühen der Geschichtsschreiber brandmarken; denn es sind nicht 20.000 mal 10.000 Jahre, wie Platon sagt, der dazu noch behauptet, dass diese vielen Jahre von der Sintflut an bis auf seine Zeit verflossen seien, noch auch 15 mal 10.375 Jahre, wie der Ägypter Apollonios meint, wie oben bemerkt worden; noch ist die Welt ungeworden, noch herrscht der Zufall im All, wie Pythagoras und die übrigen gefaselt haben, sondern die Welt ist geworden und wird mit weiser Fürsorge geleitet von Gott, der alles erschaffen hat; und der ganze Verlauf der Zeit und der Jahre lässt sich denen, die der Wahrheit Gehör schenken wollen, darlegen.“

– P. James-Griffiths (gekürzt)

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